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20.07.2022 | 05:30

Barrick Gold, Tocvan Ventures, Allkem – Die richtigen Aktien für Krisenzeiten?

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Bildquelle: pixabay.com

Krieg, Klimawandel, Inflation und steigende Zinsen: Die Zeiten an den Börsen sind herausfordernd. Die Goldgräberstimmung bei FinTechs und im Bereich eMobility ist aktuell gestoppt. Welche Branchen bieten langfristig die besten Perspektiven? Rohstoffe sind und bleiben eine chancenreiche Investmentkategorie, insbesondere in Zeiten hoher Inflation. Wer macht das Rennen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , TOCVAN VENTURES C | CA88900N1050 , Allkem Ltd. | AU0000193666

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – Schwacher Kurs trotz guter Zahlen

    Erst vor wenigen Tagen präsentierte der weltweit zweitgrößte Goldproduzent seine vorläufigen Produktionszahlen für das zweite Quartal. Und die sahen gar nicht einmal schlecht aus. So konnte der Gold-Output um mehr 5% gegenüber Q1 erhöht werden, der Kupfer-Output stieg sogar um rund 19%. Damit lag das Unternehmen auf Linie mit seiner Guidance für 2022.

    Und auch die Erwartungen der Analysten wurden im Großen und Ganzen erfüllt. Lediglich die Liegenschaft Nevada Gold Mines lag etwa 22.000 Unzen Gold hinter den Erwartungen zurück. Für die Analysten von Stifel GMP ist dies jedoch kein Grund, an Ihrer Kaufempfehlung für Barrick zu rütteln. Im Gegenteil: zwar geht Stifel davon aus, dass die All-in-sustainable-Costs pro Unze (AISC) aufgrund steigender Kosten am Jahresende etwa 5-10 USD über der Guidance liegen werden, trotzdem sehen die Analysten das Kursziel weiterhin bei 41 CAD – Verdopplungspotenzial.

    Einer der Gründe für die positive Einstellung der Analysten dürfte die Tatsache sein, dass Barrick durchgängig für einen positiven Newsflow liefert. So wurde jüngst bekannt, dass sich das Unternehmen mit der Regierung von Pakistan auf die Entwicklung des Kupfer-Gold-Projekts Reko Diq geeinigt hat. Das Projekt, das auf eine Lebensdauer von 40 Jahren angelegt ist und sich zu 50% in den Händen der Kanadier befindet, soll in zwei Phasen entwickelt werden und 2027 oder 2028 die Produktion aufnehmen.

    Tocvan Ventures – Neuer Ankerinvestor sorgt für Planungssicherheit

    Das Investmenthaus Sorbie Bornholm ist neuer Ankeraktionär des kanadischen Explorationsunternehmens Tocvan Ventures, das sich mit der Entwicklung zweier vielversprechender Gold-Silber-Projekte in der mexikanischen Sonora-Provinz beschäftigt. Dafür zahlen die Briten 5,125 Mio. CAD in 24 Tranchen über die nächsten zwei Jahre.

    Für Tocvan-CEO Brodie Sutherland ist der Einstieg des strategischen Investors ein Segen, weil zum einen eine weitere Verwässerung der Altaktionäre auf absehbare Zeit vermieden wird und zum anderen die Bohrprogramme für die nächsten zwei Jahre und möglicherweise darüber hinaus nun vollständig finanziert sind.

    Das Unternehmen hat gerade neue Erfolge in seinen Explorationsprogrammen vorweisen können. So ergab eine Oberflächenanalyse über einen 450 Meter langen Streifen in der Murcielago-Zone im Picacho-Projekt eine bedeutende Gold- und Silbermineralisierung. Auch Blei und Zink wurden in signifikanten Konzentrationen nachgewiesen. Dadurch konnte die Zone für das nächste Bohrprogramm genauer definiert werden.

    Auch das Explorationsprogramm der zweiten, wesentlich weiter entwickelten Liegenschaft Pilar lieferte Neuigkeiten. So wurden im Rahmen der laufenden dritten Phase des Bohrprogramms seit dem 22. Juni insgesamt vier Reverse-Circulation-Bohrlöcher (Bohrung mit Umkehrspülung) mit einer Gesamtlänge von 796 Metern abgeschlossen. Die Proben werden nun im Labor untersucht, mit ersten Ergebnissen rechnet das Unternehmen in Kürze.

    Im Rahmen des weiteren Bohrprogramms sind als nächstes Anschlussbohrungen auf dem neuen Discovery Trend geplant. Dieser wurde erst im Juni am Ende der vorherigen Bohrphase entdeckt und liegt parallel zur bisherigen Mineralisierungszone.

    Allkem – Einstiegschance?

    Allkem, aus der Fusion von Orocobre mit Galaxy Resources hervorgegangener Weltmarktführer in der Lithiumproduktion, hat seit einiger Zeit mit starken Kursverlusten zu kämpfen. Der Aktienkurs hat gegenüber dem Allzeithoch vom April fast 30% nachgegeben. Fundamental ist diese Schwäche jedoch unbegründet. Das Unternehmen will bis 2026 seine Lithium-Produktion verdreifachen und damit einen Anteil von 10% am Weltmarkt erreichen. Die Analysten der Crédit Suisse gehen davon aus, dass Allkem 2023 erstmals eine Dividende in Höhe von 0,69 USD pro Anteilsschein ausschütten wird. Für 2024 soll diese auf 0,72 USD steigen.

    Die Gründe für die Schwäche der Allkem-Aktie sind also eher im Marktumfeld zu suchen. Und tatsächlich hat es in der jüngsten Vergangenheit einige Berichte zur Zukunft von Lithium gegeben, die die Wichtigkeit des Batteriemetalls für die Energiewende infrage stellen. Andererseits sind sich führende Experten einig, dass dies kurz- oder mittelfristig nicht der Fall sein wird. So gehen Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eindeutig von einer starken Verknappung des Rohstoffs in den nächsten acht Jahren aus (Bedarf: bis zu 550.000 Tonnen, maximale Produktion bei vorhandenen Vorkommen: 358.000 Tonnen). Analysten sehen die Aktien der Australier weiterhin als Kauf. Das durchschnittliche Kursziel von 14 Analysten liegt bei 15,35 AUD, ein Potenzial von über 50%.

    Das aktuelle Börsenumfeld bleibt herausfordernd. Dies bietet langfristig orientierten Anlegern gute Chancen. Gerade Rohstoffe werden auch in der Zukunft gefragt bleiben. Wer Branchengrößen bevorzugt, sollte Barrick oder Allkem ins Auge fassen. Abseits der bekannten Namen bietet sich mit Tocvan Ventures ein spannendes Investment.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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