Menü schließen




22.01.2025 | 06:00

Evotec, Vidac Pharma, BioNTech – Geld verdienen mit dem Kampf gegen Krebs

  • Evotec
  • Vidac Pharma
  • BioNTech
  • Pharma
  • Biotech
  • Onkologie
  • Immunonkologie
  • Krebs
  • Patente
  • Krebstherapie
  • mRNA
Bildquelle: pixabay.com

Nicht erst seitdem König Charles und Prinzessin Kate ihre Krebsleiden öffentlich gemacht haben ist klar, dass die Krankheit jeden treffen kann. Der Markt wächst und schon heute gehen die Umsätze in diesem Bereich in die Milliarden. Grund dafür ist die alternde Bevölkerung und ein immer ungesunderer Lebenswandel. Die Margen für die Hersteller von Krebsmedikamenten liegen oft im hohen zweistelligen Prozentbereich. Kein Wunder, dass sich die Unternehmen auf den Kampf gegen Krebs konzentrieren. Wer ein Medikament entwickelt, was zuverlässig die Krankheit besiegen kann, hat einen echten Blockbuster. Weltweit wurden 2023 rund 223 Mrd. USD für Krebsmedikamente ausgegeben. Wir sehen uns 3 Unternehmen an, die versuchen, Krebs zu heilen und sich ein Stück vom Kuchen sichern wollen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

Inhaltsverzeichnis:


    Evotec – breit aufgestellt

    Evotecs Geschäftskonzept ist auf strategische Partnerschaften ausgerichtet. Dafür stellt das Unternehmen seinen Partnern wissenschaftliche Expertise und technologische Innovationen zur Verfügung. Dabei setzen die Hamburger eine multimodale Plattform ein, die verschiedene Technologien, darunter iPSC und PanOmics, integriert. iPSC erleichtert die Krankheitsmodellierung auf zellulärer Ebene, während PanOmics das Verständnis von Krankheitsmechanismen verbessert. Die Integration von Künstlicher Intelligenz beschleunigt die Entwicklungszeiten und strafft den Gesamtprozess. Gerade im Bereich der modernen Onkologie verspricht dieses Vorgehen einen Wettbewerbsvorteil.

    Damit konnte Evotec in den vergangenen Jahren strategische Partnerschaften, wie zum Beispiel mit Dewpoint Therapeutics, schließen, um gemeinsam gegen schwer zu behandelnde Krebsarten vorzugehen. Durch die Mitinhaberschaft-Strategie werden die Risiken, Kosten und das Eigentum zwischen den Parteien geteilt. Durch dieses Vorgehen konnte Evotec seine Miteigentum-Pipeline in den vergangenen Jahren in den Bereichen kleinmodulare Vermögenswerte, biologische Wirkstoffe, Zell- und Gentherapie erheblich ausbauen. Am 11. Dezember wurden gemeinsam mit Novo Nordisk die ersten 3 Projekte zur Bekämpfung kardiometabolischer Erkrankungen ausgewählt.

    Obwohl es in den vergangenen Jahren durchaus positive Entwicklungen hinsichtlich der Partnerschaften gab, so war es doch ein schwieriges Jahr für Aktionäre. Zuerst ein unerwarteter CEO Wechsel und dann ließen auch noch die Zahlen zu wünschen übrig. Der neue CEO Dr. Christian Wojczewski will die Strategie des Unternehmens überprüfen und hat bereits Kostensenkungen eingeleitet. Spätestens im April will man anhand der erarbeiteten Ergebnisse die weitere Marschroute bekannt geben. Vorher, am 27. März, will Evotec die Zahlen zum 4. Quartal vorlegen. Mit einem aktuellen Kurs von 7,93 EUR könnte das Unternehmen weiterhin als Übernahmeziel attraktiv sein.

    Vidac Pharma – starke Studienergebnisse in der Phase-2a

    Vidac Pharma hat sich als vielversprechender Akteur in der Krebsforschung etabliert. Unter Führung von CEO Prof. Dr. Max Herzberg, der ein angesehener Wissenschaftler und Unternehmer ist, hat sich das Unternehmen zur Aufgabe gemacht, onkologische und onkodermatologische Therapien zu entwickeln. Dabei setzt man auf eine neue Art der Krebsbehandlung. Die Medikamente sollen den abnormalen Stoffwechsel der Krebszellen umkehren und damit die Verbreitung der Krebszellen stoppen. Aktuell verfügt das Unternehmen über 2 vielversprechende Produktkandidaten. Zum einen VDA-1275, das solide Tumore bekämpft und in präklinischen Studien überzeugt hat. Zum anderen VDA-1102, eine Salbe für eine frühe Form des Hautkrebses, die sich bereits in einer klinischen Studie Phase-2a befand.

    Diese wurde laut Meldung vom 2. Januar erfolgreich bei Patienten mit einer spezifischen Form des kutanten T-Zell-Lymphoms, Mycosis Fungoides, zum Einsatz gebracht. Die Studienergebnisse zeigen sehr gute Werte. Die objektive Ansprechrate lag bei 56 %, bei 22 % sprach die Behandlung sogar vollständig an. Bei 34 % der Probanden wurde ein teilweises Ansprechen in den ersten 12 Wochen festgestellt, mit anhaltender Verbesserung bis Woche 16. Bei allen Teilnehmern konnte ein Fortschreiten der Krankheiten verhindert werden. Im Vergleich mit anderen Behandlungen zeigte VDA-1102 eine deutlich schnellere Wirkung. Mit diesen Ergebnissen kann die entscheidende Phase-2-3-Studie beginnen.

    Mitte Dezember erhielt Vidac Pharma vom US-Patent- und Markenamt die Bestätigung, dass der Patentschutz für die onkologischen Wirkstoffkandidaten deutlich erweitert wurde. Dieser gilt nun auch für Indikationen wie Prostata-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs sowie Darreichungsformen. Der CEO zeigte sich erfreut: „Die Hinweise darauf, dass die beiden Medikamentenkandidaten von Vidac ein revolutionäres Potenzial für eine Vielzahl von Tumoren haben, mehren sich, und die Erweiterung unseres US-Patents ist eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Die Aktie konnte seit Mitte August in der Spitze mehr als 250 % zulegen und hat zuletzt konsolidiert. Aktuell kostet ein Anteilsschein 0,70 EUR.

    BioNTech – Chance oder Risiko?

    Für BioNTech ist 2025 ein wichtiges Jahr. Nach dem Erfolg durch die COVID-19 Impfung fokussiert sich das Unternehmen immer mehr auf die Krebsheilkunde. Mit mRNA-basierten Therapien und bispezifischen Antikörpern will man den Krebs in die Schranken weisen. Diese Ansätze decken einen Großteil der Pipeline ab. Mittlerweile laufen etliche Studien, wie die Phase-3 Studie zu kleinzelligem Lungenkrebs, aber auch individualisierte mRNA-Impfstoffe zeigen gute Fortschritte. Erste Forschungsergebnisse aus Studien über Darm- und Blasenkrebs könnten vielleicht schon 2025 oder 2026 vorliegen und neue Hoffnung auf eine Zulassung wecken.

    Diese vielen parallelen Forschungen kosten viel Geld und sorgen für hohe Verluste. Nach hohen Gewinnen während der Pandemie wird für 2025 ein Nettoverlust von mehr als 700 Mio. EUR erwartet. Sinkende Einnahmen bei den COVID-19-Impfstoffen drücken auf die Zahlen, während die Forschungskosten weiter ansteigen. Trotzdem hat BioNTech genug finanzielle Mittel um Projekte voranzutreiben. Analysten finden die Aktie günstig und sehen Kursziele von bis zu 137 USD. Gelingt dem Unternehmen ein Durchbruch in der Onkologie, dürfte ein neuer Höhenflug zu erwarten sein.

    Trotzdem ist die mRNA Branche hart umkämpft. Moderna und CureVac wollen ebenfalls neue Therapien entwickeln. Aber mit einer Mischung aus mRNA-Technologie und Antikörpertherapien könnte BioNTech Vorteile bringen. Die Onkologie Pipeline ist breit diversifiziert und 2026 soll das erste Krebsmedikament auf den Markt kommen. Investoren sollten sich trotzdem die Geschehnisse in den USA ansehen. Mit Robert F. Kennedy Jr. gibt es einen neuen US-Gesundheitsminister, der der Corona Impfkampagne sehr kritisch gegenüberstand. Sollte es Schadensersatzklagen gegen Pfizer geben, könnte das am Ende auch auf BioNTech durchschlagen. Die Aktie steht aktuell bei 108,00 EUR.


    Alle drei Kandidaten haben innovative Krebstherapien in der Entwicklung. Obwohl Evotec mit innovativen Technologien und strategischen Partnerschaften punkten kann, steht das Management vor einer Neuausrichtung nach schwachen Geschäftszahlen. Vidac Pharma hat positive Rückmeldung vom US-Patentamt erhalten und konnte zuletzt mit starken Phase-2a-Studienergebnissen aufwarten. BioNTech hat seinen Schwerpunkt auf mRNA-basierte Krebsforschung gelegt. Die Unternehmenszahlen waren zuletzt aber erwartungsgemäß deutlich schwächer. 2026 soll das erste onkologische Medikament auf dem Markt sein. Zusammenfassend ist und bleibt die Krebsforschung ein lukrativer Markt.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 24.02.2026 | 05:15

    MustGrow Biologics und die Partnerschaft mit Bayer: Darum steht die Aktie erst am Anfang

    • MustGrow Biologics
    • Agrartechnik
    • Agrartechnologie
    • Senfpflanze
    • Biodünger
    • Kohlhernie
    • Bayer
    • Patente

    Die globale Landwirtschaft steht vor einem Paradox. Sie muss mehr Menschen ernähren, aber mit weniger chemischen Mitteln. Weltweit sind in 162 Ländern inzwischen 460 Pestizide verboten oder eingeschränkt. Die Ära der synthetischen Wirkstoffe geht zu Ende – doch was kommt danach? Ein kanadisches Unternehmen glaubt, die Antwort gefunden zu haben. Sie wächst auf dem Feld, ist scharf und gelb: Senf. MustGrow Biologics hat eine Technologie entwickelt, die die natürlichen Abwehrstoffe der Senfpflanze nutzt, um Böden zu sanieren und Erträge zu steigern. Was wie eine Nischenidee klingt, könnte sich als einer der spannendsten Investments im Agrarsektor entpuppen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 17.02.2026 | 05:20

    Die Gelddruckmaschine Krebsforschung: Wie Bayer, Vidac Pharma und Pfizer Ihr Depot bereichern können

    • Bayer
    • Vidac Pharma
    • Pfizer
    • Pharma
    • Onkologie
    • Crop Science
    • Warburg Effekt
    • Psoriasis
    • Schuppenflechte
    • Krebs
    • Hautkrebs
    • Adipositas
    • Patente

    Die Onkologie wird 2026 zum Härtetest für die Pharmaindustrie. Nie zuvor standen derart viele hochspezialisierte Wirkstoffe gleichzeitig vor der Markteinführung. Während Checkpoint-Hemmer und zielgerichtete Therapien die Behandlung revolutionieren, verschieben sich die Geschäftsmodelle von der Breitenwirkung hin zur Präzisionsmedizin. Doch die Realität bleibt komplex zwischen medizinischem Fortschritt, engen Patientengruppen und dem Druck auf Preise. Daher müssen Unternehmen neu justieren. Wie drei Akteure mit unterschiedlichen Strategien auf diesen Wandel reagieren, zeigen die aktuellen Entwicklungen bei Bayer, Vidac Pharma und Pfizer.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 05.02.2026 | 05:15

    SAP im Sturzflug! RE Royalties im Höhenflug und wie läuft der Bayer Turnaround?

    • SAP
    • RE Royalties
    • Bayer
    • Quartalszahlen
    • Künstliche Intelligenz
    • Cloud
    • Erneuerbare Energien
    • Finanzierung
    • Windkraft
    • Sonnenenergie
    • Energiespeicher
    • Agrartechnik
    • Pharma

    Die Börse zeigt sich gespalten. Etablierte Werte stürzen ab, während Nischenplayer boomen. Der Software-Riese SAP steckt nach enttäuschenden Prognosen in einer Vertrauenskrise. Sein Kurssturz offenbart die Unerbittlichkeit der Märkte gegenüber stagnierendem Wachstum. Gleichzeitig zieht ein kleinerer Name die Aufmerksamkeit auf sich. RE Royalties profitiert mit seinem Geschäftsmodell für erneuerbare Energien vom explodierenden Strombedarf der KI und lockt mit üppiger Dividende. Dazwischen kämpft der Pharmariese Bayer mit den Altlasten einer langen Talfahrt und zeigt, dass der Turnaround immer besser läuft. Wir sehen uns die aktuelle Situation an.

    Zum Kommentar