11.05.2026 | 05:20
Wie Nel ASA, A.H.T. Syngas und Occidental Petroleum Ihnen helfen können, die Energiewende für Ihr Depot zu nutzen
Seit die strategische Meerenge, die Straße von Hormus, am Persischen Golf blockiert ist, klettern die Gaspreise dramatisch. Die Stromrechnung für Durchschnittshaushalte steigt zweistellig, die Industrie ächzt unter rekordhohen Energiekosten. Brüssel kontert mit einem milliardenschweren Beschleunigungsprogramm, doch die Abhängigkeit von fossilen Importen bleibt ein wunder Punkt. Grüne Alternativen wie Wasserstoff oder Synthesegas sind noch zu teuer, aber der Druck wächst. Genau hier entstehen Gewinnchancen: mit Nel ASA, das Elektrolyseure baut, A.H.T. Syngas als Spezialist für Biomassevergasung und Occidental Petroleum, das mit CCS-Technik punktet.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , A.H.T. SYNGAS TECH. EO 1 | NL0010872388 , OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Nel ASA - Zwischen Hightech-Hoffnung und Auftragsflaute
Nel ASA der norwegische Wasserstoffspezialist steckt in einem klassischen Innovationsdilemma. Während die Konzernspitze eine revolutionäre Elektrolyseur-Plattform präsentiert, die grünen Wasserstoff endlich wirtschaftlich machen soll, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen eine andere Realität. Die Kunden halten sich zurück. Der Auftragseingang brach um satte 73 % auf nur noch 85 Mio. NOK ein, der Gesamtbestand schmolz auf 1,1 Mrd. NOK. Es ist ein echtes Paradoxon, wenn technologischer Fortschritt auf operative Dürre trifft. Immerhin kaufte der Verwaltungsratschef eigene Aktien, was als ein kleines Signal der Zuversicht zu deuten ist.
Die neue alkalische Druckelektrolyse-Plattform ist zweifellos ein Meilenstein. Nach 8 Jahren Entwicklung soll das modulare System die Investitionskosten um 40 - 60 % drücken, auf unter 1.450 USD pro Kilowatt. Nimmt man andere Industrieprojekte zum Vergleich liegen diese aktuell bei rund 3.000 USD. Die EU fördert die Industrialisierung am Standort Herøya mit bis zu 135 Mio. EUR. Eine erste Produktionskapazität von 1 Gigawatt (GW) pro Jahr ist geplant, langfristig sogar 4 GW. Erste kleinere Aufträge für PEM-Anlagen gingen bereits nach Quartalsende ein. Klingt vielversprechend, doch der Markt will erst überzeugt werden.
Die nackten Zahlen aus dem 1. Quartal 2026 dämpfen die Euphorie. Der Umsatz sank um 5 % auf 148 Mio. NOK, das operative Ergebnis blieb mit minus 100 Mio. NOK tiefrot. Immerhin eine leichte Verbesserung zum Vorjahr. Die Alkaline-Sparte wuchs leicht, während das PEM-Segment wegen ausbleibender Projektlieferungen einbrach. Das Unternehmen hat die Kosten im Griff, die Belegschaft wurde um bis zu 26 % reduziert. Mit 1,44 Mrd. NOK Liquidität ist das operative Geschäft bis Ende 2026 gesichert. Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun, ob die neuen Technologieversprechen bald in echte Aufträge umgemünzt werden können? Derzeit ist die Aktie für 2,88 NOK zu haben.
A.H.T. Syngas - drei Treiber für Wachstum
Wer an grüne Energie denkt, sieht Solarfelder oder Windräder. Dabei feiert die Vergasung von Biomasse ein Comeback. Das niederländische Unternehmen A.H.T. Syngas hat sich auf dezentrale Anlagen spezialisiert, die aus Holzresten, Klärschlamm oder Produktionsabfällen Synthesegas machen. Der patentierte Twin-Fire-Prozess arbeitet mit über 1.000 Grad und liefert sauberes Gas. Dieses Gas eignet sich ideal als Ersatz für Erdgas in der Industrie oder als stabile Ergänzung zu volatilen Erneuerbaren Energien. Es gibt keinen Wettbewerb zur Nahrungsmittelproduktion, sondern echte Kreislaufwirtschaft. Die standardisierten Module lassen sich schnell skalieren und senken dank Lagerbestand auch die Kosten.
Im März sicherte sich die Firma eine exklusive Partnerschaft mit INNOTEC in Polen. Der lokale Kenner übernimmt Projektentwicklung und Genehmigungen, bringt gleich 17 Projekte mit. Noch in diesem Jahr sollen Aufträge über 10 Mio. EUR eingehen. Polen ist hochgradig von Kohle abhängig, besitzt aber riesige Biomasse-Ressourcen. Der politische Druck zur Dekarbonisierung wächst, der Markt für erneuerbare Gase steckt noch in den Kinderschuhen. Für den Spezialisten liegt darin ein massives, frühzeitiges Wachstumsfenster. Die polnischen Energiepläne sehen bis 2030 einen Biomethan-Ausbau auf 1,1 Mrd. Kubikmeter vor. Das ist ein optimales Umfeld für A.H.T. Syngas.
Bereits im Februar gelang der Durchbruch bei grünem Wasserstoff. Das öffentlich geförderte Projekt BiDroGen wies eine containerisierte Shift-Stufe nach, die Holzgas zu hochreinem Wasserstoff aufbereitet. Ein Patent auf Sauerstoffvergasung sichert den Ansatz. Die Produktionskosten von 4,40 - 7,98 EUR pro kg unterbieten die Elektrolyse deutlich. Hinzu kommen Erlöse aus CO2-Zertifikaten. Der Markt für dauerhafte Entnahmen wird bis 2030 auf bis zu 60 Mio. t Nachfrage geschätzt. Damit wird die dezentrale, biogene Wasserstofferzeugung nicht nur sauber, sondern auch wirtschaftlich attraktiv für industrielle Abnehmer. Aktuell notiert die Aktie bei 2,60 EUR.

Occidental Petroleum - zwischen Kriegsprämie und Realitätscheck
Die Bilanz des 1. Quartals 2026 bei Occidental liest sich wie ein Wendepunkt. Der Verkauf der Chemiesparte OxyChem an Berkshire Hathaway spülte knapp 10 Mrd. USD in die Kassen. Das Geld wird für den Schuldenabbau genutzt. Von über 20 Mrd. USD Anfang 2025 steht die Verschuldung nun bei 13,3 Mrd. USD. Das Ziel sind 10 Mrd. USD. Die CCS-Technologie des Konzerns, die CO2 aus der Luft filtert und unterirdisch speichert, soll mittelfristig zum zweiten Standbein werden. Das Stratos-Projekt in Texas ist als weltweit größte Direct-Air-Capture-Anlage geplant, doch zuletzt gab es technische Probleme an Nicht-Kernkomponenten.
Die Förderung übertraf mit 1,426 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag die eigene Prognose, die operativen Kosten in den USA sanken auf 7,85 USD pro Barrel. Der freie Cashflow vor Working Capital von 1,7 Milliarden Dollar klingt gut, doch nach Berücksichtigung von Forderungen und Derivateverlusten stand unterm Strich eine schwarze Null. Occidental hat sich mit Ölpreis-Collars gegen einen Absturz unter 55 USD abgesichert, verpasste dafür aber die volle Rallye. Der scheidende CEO Hollub und der designierte Nachfolger Jackson stehen vor der Frage, wie viel Flexibilität der Konzern wirklich braucht.
Der Iran-Konflikt trieb die Ölpreise zeitweise über 100 USD. Occidental profitierte, aber nur bedingt. Die Produktion im Nahen Osten, die rund 15 % der Kapazität ausmacht, litt unter Störungen, und die Derivategeschäfte kosteten 339 Mio. USD vor Steuern. Die Analysten sind gespalten. Goldman Sachs sieht Verkaufsdruck, Wells Fargo ist optimistisch. Die ausstehenden Berkshire-Warrants mit Basispreis von knapp 60 USD könnten den Aktienkurs zusätzlich deckeln. Wer hier einsteigt, wettet nicht nur auf Öl, sondern auch auf eine geopolitische Normalisierung, die möglicherweise Jahre dauert oder über Nacht eintreten kann. Momentan kostet eine Aktie 53,03 USD.
Nel ASA bleibt eine riskante Wasserstoff-Wette. Die neue Technologie senkt Kosten, doch Auftragsflaute und rote Zahlen bremsen den Höhenflug. A.H.T. Syngas setzt auf Biomassevergasung als dezentrale, wirtschaftliche Alternative. Die Polen-Expansion öffnet ein frühzeitiges Wachstumsfenster. Occidental Petroleum nutzt den Ölpreis-Schub für Schuldenabbau, während die CCS-Technologie technisch stockt.
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