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28.07.2026 | 04:58

Drei Aktien mit dem Klima- und KI-Turbo drin: Daikin Industries, Zefiro Methane und Anglo American!

  • Klimawende
  • Hitze
  • KI-Rechenzentren
  • Kupfer
  • Gas
Bildquelle: KI

Der Klimawandel schlägt gerade voll in Europa zu und Anleger sollten die Folgen beachten: Klimaanlagen dürften immer mehr nachgefragt werden, zumal insbesondere große Länder wie Deutschland und Frankreich mit ihren Millionen Haushalten und Unternehmen noch unterversorgt sind. Doch neben Klimaanlagen treibt auch der KI-Boom und das Wachstum der Erneuerbaren Energien die Märkte an. Hier bieten sich Chancen für Anleger, da Netze modernisiert und ausgebaut werden müssen. Nicht zuletzt fließt in diese Entwicklungen auch die Rohstoffkomponente ein, denn ohne Kupfer sind Stromleitungen nicht vorstellbar. Wir blicken deshalb heute auf die Aktien von Daikin Industries, Zefiro Methane und Anglo American.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: ANGLO AMERICAN DL-_54945 | GB00B1XZS820 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , DAIKIN IND. LTD | JP3481800005

Inhaltsverzeichnis:


    Daikin Industries: Klimaanlagen für die Welt!

    Wenn die Sommertemperaturen steigen und die Rekordhitze mal wieder Europa und Nordamerika erfasst, schauen viele auf unserem Kontinent in die Röhre. Es sind kaum Klimaanlagen installiert, egal ob in Schulen, Krankenhäusern, Büros oder zu Hause! Die Zahlen zeigen es: In Südeuropa wird geschätzt, dass rund die Hälfte der Häuser klimatisiert sind. In Deutschland (13 – 18 %) und Frankreich (knapp 20 %) sieht es schon ganz anders aus. In Nordeuropa oder Großbritannien sollen es sogar deutlich unter 10 % sein.
    Dementsprechend sollte sich nun einiges ändern, was ein großes Marktpotenzial für Anbieter schafft. Die japanische Daikin Industries gilt als weltweit führender Hersteller von sogenannten HVAC-Systemen, also Wärmepumpen, Ventilation, Kühlsystemen und Klimaanlagen. Daikin liefert robuste Ergebnisse, vor allem aus den Kernmärkten in Nordamerika, Europa und Ostasien. Im vergangenen ersten Quartal (April bis Juni) setzte das Unternehmen mehr als 7,5 Milliarden EUR um, der Nettogewinn lag bei umgerechnet etwa 437 Mio. EUR. In Yen entsprach das einem Wachstum von 29 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurde der Gegenwind im US-Wohnungsmarkt und in China dank Preiserhöhungen, Kostensenkungen und einer starken Nachfrage im Gewerbebereich entschärft.
    Dabei profitieren die Asiaten nicht nur vom Megatrend Klimawandel, sondern auch vom Ausbau der KI-Rechenzentren. Mehr Hitzewellen werden immer mehr Haushalte und Firmen in Europa zwingen, sich mit Klimaanlagen anzupassen. Es ist eine Binse, dass bei hohen Temperaturen die Konzentration und Produktivität der Mitarbeiter leidet. Dazu kommen hohe Energiepreise, die den Run auf Wärmepumpen nicht nur in Deutschland antreiben. Der zusätzliche Schub dürfte durch den KI-Boom kommen. Rechenzentren benötigen gigantische Kühlkapazitäten, um stabil laufen zu können. Daikin liefert hochspezialisierte Flüssigkeits- und Chiller-Kühlsysteme direkt an Tech-Giganten und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
    Neben Europa sind vor allem die Märkte in Südostasien und Indien interessant, da hier der Einbau von Klimaanlagen noch in den Kinderschuhen steckt. Mit Daikin Industries können Anleger langfristig von diesen beiden Megatrends profitieren. Allerdings hat Qualität ihren Preis: Der Konzern kommt auf einen Börsenwert von rund 45 Mrd. USD. Nicht richtig günstig, aber auch nicht wirklich teuer, wenn man einen langfristigen Fokus hat.

    Zefiro Methane: Jetzt auch als KI-Feuerwehr aktiv!

    Beim Thema Klimawandel und KI sollten Anleger auch auf die USA schauen. Dort hat die Industrialisierung deutliche Spuren hinterlassen. Es wird geschätzt, dass es allein in den Vereinigten Staaten bis zu 4 Millionen verlassene Öl- und Gasquellen gibt. Viele wurden nicht fachgerecht geschlossen, sodass klimaschädliche Gase wie Methan austreten. Trotz politischer Wechselbäder in Washington sind auch dort die Behörden inzwischen hellhörig geworden. Das Problem ist bekannt und nun wird gehandelt. So wurden sowohl auf Bundesebene als auch auf Ebene der Bundesstaaten Gelder bereitgestellt, um dieses Problem zu beheben. Insgesamt sind es bisher mehr als 4,5 Mrd. USD. Der Gesamtmarkt wird auf rund 400 Mrd. USD geschätzt und dürfte in den kommenden Jahren für viel Arbeit sorgen.
    Genau auf diese Nische hat sich Zefiro Methane Corp. spezialisiert. Das kanadische Unternehmen ist einer der wenigen Pure Player in diesem Segment. Sie haben sich hier einen echten Burggraben aufgebaut. So tritt man über die Tochter Plants & Goodwin als Full-Service-Projektmanager auf, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektplanung über die Tiefenbearbeitung und Zementierung bis zur Zertifizierung alles aus einer Hand anbietet. Der Erfolg spricht für sich: Laut Unternehmensangaben hat man bisher ein Viertel aller Ausschreibungen gewonnen, auf die man sich beworben hatte. Im vergangenen Jahr versiegelte man mehr als 200 Quellen.

    Zefiro Methane-CEO Catherine Flax erklärte die Chancen des Unternehmens auf dem IIF. https://www.youtube.com/watch?v=nNodjcqNJMM

    Für den Klimawandel spielt diese Arbeit eine wichtige Rolle. Doch auch der KI-Boom schlägt sich inzwischen in diesem Markt nieder. So werden gerade landesweit Rechenzentren hochgezogen. Erst kürzlich hat die Google-Mutter Alphabet bekannt gegeben, dass man das diesjährige Budget noch einmal auf mehr als 200 Mrd. USD anhebt. Und Google ist nur einer dieser Hyperscaler. Doch auf den Grundstücken finden sich auch verlassene Quellen. Da hier Milliarden investiert werden, muss schnell Abhilfe geschaffen werden. Zefiro Methane hat sich hier selbst als Notarzt ins Spiel gebracht und bereits seit letztem Jahr Aufträge zur Stilllegung für Energieinfrastrukturprojekte in den Bundesstaaten Pennsylvania und Louisiana gewinnen können. Durch den KI-Boom kann Zefiro sein Segment erweitern. Zudem könnte man darauf spekulieren, dass hier hohe Margen eingefahren werden. Das Management setzt daneben auch auf den CO2-Zertifikatehandel, denn mit geschlossenen Gaslöchern wird schließlich der Ausstoß an Methan reduziert.
    Aktuell kommt Zefiro Methane auf einen Börsenwert von rund 66 Mio. CAD. Nach einem steilen Anstieg der Aktie in den ersten Monaten des Jahres setzt in Folge des schwachen Börsenumfelds eine Korrekturbewegung ein. Für langfristig orientierte Anleger könnte dies eine attraktive Gelegenheit sein.

    Anglo American: Kupfer im Blick!

    Wer KI, Klimawandel und hohe Energiepreise sagt, muss auch auf die Rohstoffe blicken. Und da kommt Kupfer ins Spiel. Während die Preise für viele Metalle im Zuge des Iran-Kriegs in eine Korrekturbewegung übergegangen sind, trifft dies auf das rote Metall nicht zu. Es legte seit Jahresanfang in USD gerechnet um mehr als 10 % zu. Und das hat seinen Grund: Kupfer ist aufgrund seiner überlegenen elektrischen Leitfähigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit der fundamentale Baustein der globalen Elektrifizierung. Anders als fossile Energiesysteme sind erneuerbare Energien und moderne Stromnetze extrem kupferintensiv – pro Megawatt installierter Leistung wird um ein Vielfaches mehr Kupfer benötigt als bei konventioneller Infrastruktur, sagen Experten.
    Kupfer profitiert dabei auf mehreren Ebenen. Zum einen benötigt der Anschluss und die Erneuerung dezentraler Erzeuger wie Wind- und Solarparks und alternder Stromnetze (vor allem Europa & Nordamerika) massive Investitionen in Kabel- und Umspannnetze. Dazu kommen echte Megatrends wie Elektromobilität, Wärmepumpen und KI-Rechenzentren. Diese erhöhen die Last auf den lokalen Netzen, was oft den Einsatz von dickeren, leitfähigeren Erdkabeln und Transformatoren erzwingt. Ein konkretes Beispiel sind Transformatorstationen. Dort steckt Kupfer in Form von massiven Wicklungen, um Spannungen für das Verteilnetz umzuwandeln.
    Der Weltmarkt für Kupfer befindet sich seit Jahren in einem Angebotsdefizit. Große Produktionsländer wie Chile leiden unter sinkenden Erzgraden. Dazu kommen dann spezifische Probleme bei einzelnen Unternehmen. Anglo American könnte von diesen Entwicklungen profitieren. Die Briten befinden sich noch in einer Transformation, setzen aber langfristig voll auf Kupfer. Das Management trennt sich sukzessive von zyklisch schwachen Sparten wie Diamanten (De Beers), Kohle und Platin, um sich primär auf seine Kupferressourcen in Südamerika zu konzentrieren. Dabei schlägt sich schon ein moderater Anstieg des Kupferpreises mit hohen Margen und einem steigenden Free Cashflow bei Anglo nieder. Größtes Risiko für das Unternehmen ist – wie bei allen Zyklikern – ein Einbruch der globalen Konjunktur.
    Aktuell kommt Anglo American auf einen Börsenwert von rund 45 Mrd. EUR. Konkurrent BHP hatte bereits 2024 eine Milliarden-Übernahme für das Unternehmen angestrebt und scheiterte am Widerstand des Boards. Im Endeffekt könnte BHP einen weiteren Versuch wagen und das gibt der Anglo-Aktie noch ein wenig mehr Fantasie.

    Fazit: Mit Daikin Industries setzen Anleger auf Klimaanlagen, Wärmepumpen und Co. Die Aktie ist allerdings hoch bewertet, was die Wertschätzung der Märkte ausdrückt. Zefiro Methane wächst stark in der Nische als Entsorger von leckenden Öl- und Gasquellen. Dazu kommt der Push durch Feuerwehr-Einsätze bei KI-Rechenzentren sowie der Verkauf von Emissionszertifikaten. Anglo American könnte als Kupferproduzent von der hohen Nachfrage und dem niedrigen Angebot am Weltmarkt profitieren. Die Briten sind ein Zykliker, der an den aktuellen Megatrends partizipiert.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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