14.09.2026 | 05:30
Power Metallic Mines, Volkswagen und RWE: Rohstoff, Zelle, Netz – profitieren vom Deutschland-Kanada-Pakt
Im Jahr 2026 will Europa die Batteriefertigung ausbauen, doch ohne Rohstoffe, Zellen und Strom bleibt jedes Ziel fragil. Regeln zur CO2-Bilanz und zum Batteriepass erhöhen den Druck. Europa ist auf die Lieferketten aus Asien angewiesen. Wer die Abhängigkeit senken will, braucht eine Rohstoffversorgung, Gigafabriken und Energiespeicher. Aktuell laufen formelle Gespräche zwischen Deutschland und Kanada über ein umfassendes Canada-Germany Strategic Partnership Agreement, das auch Rohstoffe, Energie und Investitionen abdecken soll. So will man die Rohstoffsicherheit verbessern. Grund genug, sich Power Metallic Mines, Volkswagen und RWE genauer anzusehen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Power Metallic Mines – Lion Zone bringt außergewöhnliche Gehalte
Durch die Elektromobilität, die KI-Rechenzentren und die Elektrifizierung der Welt wird der Bedarf an Kupfer befeuert. Davon profitieren die Kupfer-Unternehmen. Am 8. September 2026 hat Power Metallic Mines die erste Ressourcenschätzung für die Lion Zone auf dem NISK-Projekt in Québec vorgelegt. 4,145 Mio. t fallen in die Kategorie „angezeigt“ mit 3,86 % Kupferäquivalent, dazu 0,601 Mio. t „abgeleitet“ mit 4,01 %. In der ersten Kategorie stecken 1,68 % Kupfer, 2,61 g/t Palladium, 0,85 g/t Platin, 0,49 g/t Gold, 12,21 g/t Silber und 0,10 % Nickel. Mehr als 85 % der Ressource sind als nachgewiesen klassifiziert, die Mineralisierung beginnt an der Oberfläche und 59 % der Tonnage liegen im Tagebaubereich. Das ist für einen Abbau ideal und spart Kosten.
Was im Boden liegt, muss auch herauskommen. Ein Zyklustest im geschlossenen Kreislauf bei SGS Canada erreichte 98,9 % Kupferausbeute und ein Konzentrat mit 25,8 % Kupfer, dazu 96,8 % bei Platin und 93,9 % bei Palladium. In der Ressourcenschätzung wurden konservative 98,5 % für Kupfer angesetzt. Auch der Standort spielt den Kanadiern in die Karten. Die Route du Nord führt am Projekt vorbei, die 735-kV-Umspannstation Albanel liegt 9,1 km von Lion entfernt und der Flughafen Nemiscau rund 30 km. Das hält die Investitionskosten von Beginn an klein.
Derzeit sind 5 Bohranlagen auf der NISK-Liegenschaft im Einsatz und zielen auf die Tiefe und Streichenrichtung unterhalb der modellierten Zone ab. Erste Analyseergebnisse stehen ab September an. Das Unternehmen hat seine Hausaufgaben gemacht und die Grundlage für die geplante Wirtschaftlichkeitsstudie geschaffen. Finanziell ist Power Metallic Mines gut aufgestellt, im Juni flossen rund 28,2 Mio. CAD aus einer LIFE-Finanzierung in die Kasse, mit Eric Sprott als Ankerinvestor. Mit dem aktualisierten technischen Bericht liegt auch die letzte Anforderung für die NASDAQ-Notierung per ADR vor, eine Antwort wird im Oktober erwartet. Gelingt der Sprung, erweitert sich der Investorenkreis deutlich.

Volkswagen – Sparplan beschlossen, Zukunft von vier Werken offen
Von Skoda bis Porsche baut Volkswagen Autos für nahezu jedes Budget. Doch das Werksnetz ist auf mehr Absatz ausgelegt, als der Markt hergibt. In Europa liegt die Kapazität um mehr als 500.000 Fahrzeuge über der Nachfrage, künftig plant man mit 9 Mio. Fahrzeugen im Jahr. Am 3. September hat der Aufsichtsrat den Zukunftsplan 2030 einstimmig beschlossen. Rund 50.000 Stellen sollen abgebaut werden, das Management eingeschlossen. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm findet sich gestaffelt ab 2031 bis 2034 bislang keine wettbewerbsfähige Folgebelegung. Vier Werke stehen auf der Kippe.
Parallel treibt der Konzern die Batterieoffensive voran. Die Tochter PowerCo hat die Gigafactory Salzgitter zuletzt hochgefahren und fertigt die Einheitszelle in einem prismatischen Batteriezellformat zunächst auf Basis von Nickel-Mangan-Kobalt, mit bis zu 20 GWh Jahreskapazität und Ausbaupotenzial auf 40 GWh. Salzgitter ist Leitwerk für Valencia und St. Thomas. Gegen die Abhängigkeit von China soll eine Beteiligung von 9,9 % an Patriot Battery Metals helfen, 2024 für 69 Mio. CAD erworben, dazu eine Abnahmepflicht über jährlich 100.000 t Spodumen-Konzentrat über 10 Jahre. Ausrüstung, Lithiummaterialien und Separatorenfolien kommen trotzdem aus China. Hier bleibt die Abhängigkeit vom Reich der Mitte bestehen.
Am 7. September haben sich Volkswagen, das Land Niedersachsen und der Investor Aurelius auf einen möglichen Verkauf des Werks in Osnabrück verständigt. Dort sollen künftig Komponenten für Luftverteidigungssysteme entstehen. Bis 2030 soll die operative Marge von Volkswagen auf 9 % klettern, das entspräche rund 31 Mrd. EUR operativem Ergebnis. Für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung sind zwischen 2027 und 2031 insgesamt 135 Mrd. EUR vorgesehen. Dagegen steht ein Absatzminus von 31,6 % in China im ersten Halbjahr. Bis Ende Juni 2027 muss das Konzept für die europäischen Werke stehen. Gelingt das ohne Dauerstreit, könnte der Turnaround gelingen.
RWE – starkes Halbjahr, aber Abschied von US-Offshore-Wind
Der Strombedarf wächst weltweit. Wer davon profitieren will, braucht Kraftwerke, Energiespeicher und Leitungen. Diese Mischung bietet RWE. Die Essener verfügen über fast 41 GW Leistung aus erneuerbaren Energien, flexiblen Kraftwerken und Batteriespeichern. Weitere 10,3 GW sind derzeit im Bau. Mittlerweile hält der Konzern zudem die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion und ist damit direkt am Ausbau der Stromnetze beteiligt. Hinzu kommt der Energiehandel über die Tochter RWE Supply & Trading. Solange die Nachfrage steigt, spielt diese Aufstellung RWE in die Karten.
Am 6. August hat sich RWE mit dem US-Innenministerium geeinigt. Man gibt drei Offshore-Wind-Pachtflächen vor New York, Kalifornien und Louisiana zurück und erhält dafür 1,22 Mrd. USD. Investiert hatte man dort zuvor mehr als 1 Mrd. USD. Am 13. August folgten die Halbjahreszahlen. Das bereinigte EBITDA stieg auf 3,0 Mrd. EUR. Zum Vergleich lag der Wert ein Jahr zuvor bei 2,1 Mrd. EUR. Das schlägt sich auch im bereinigten Nettoergebnis wider, es kletterte von 0,8 auf 1,3 Mrd. EUR. Operativ läuft es gut. Daher wurde die Jahresprognose auf 5,75 bis 6,35 Mrd. EUR bereinigtes EBITDA angehoben.
Allerdings kostet der Ausbau Geld. Für 2026 plant RWE nun Nettoinvestitionen von 9 bis 11 Mrd. EUR statt 6 bis 8 Mrd. EUR wie ursprünglich geplant. Die Nettoschulden lagen Ende Juni bei 15,0 Mrd. EUR. In den USA hat die Politik der Offshore-Windkraft vorerst den Hahn zugedreht. In den Niederlanden geht es dagegen voran. Am 1. September wurde das erste Fundament für den Windpark OranjeWind mit 795 MW gesetzt. Neue Zahlen gibt es am 11. November. Die Schulden bleiben das Risiko.
Der Deutschland-Kanada-Pakt kommt zur richtigen Zeit, denn ohne Rohstoffe, Zellen und Netze bleibt Europas Batterieoffensive fragil. Power Metallic Mines sichert mit der Lion-Zone in Québec hochgradige Kupfer-, Palladium- und Platinressourcen und könnte damit zur strategischen Rohstoffbasis werden. Volkswagen baut mit PowerCo und dem Sparplan die Zellfertigung aus, doch die Zukunft von vier europäischen Werken bleibt offen. RWE liefert Erneuerbare Energien, Speicher und Netzinfrastruktur, muss aber den teuren Ausbau und den US-Offshore-Rückzug verkraften.
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