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02.05.2023 | 05:10

Analysten auf Hochtouren – Nel Asa, dynaCERT, Enphase Energy

  • Märkte Zahlen
  • Erneuerbare Energien
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Vor allem Technologieunternehmen waren in der vergangenen Woche an der Reihe, der breiten Anlegergemeinde ihre Zahlen zum ersten Quartal zu präsentieren. Dabei übertraf der Facebook-Konzern Meta die Gewinnprognosen, auch der Technologiegigant Microsoft begeisterte bei Gewinn und Umsatz. In der zweiten Reihe war das Bild dagegen gemischt. So verzeichnete der Batteriehersteller Varta deutliche Verluste. Bei einem weiteren Titel aus dem Segment der erneuerbaren Energien kam es zu einem massiven Ausverkauf. Die Analysten reagierten prompt.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , ENPHASE ENERGY INC.DL-_01 | US29355A1079 , DYNACERT INC. | CA26780A1084

Inhaltsverzeichnis:


    Enphase Energy – Herabstufungen nach dem Ausverkauf

    Der Produzent von Solar-Mikro-Wechselrichtersystemen musste nach Bekanntgabe der Zahlen zum ersten Quartal und weiteren enttäuschenden Prognosen für das Gesamtjahr einen wahren Ausverkauf verkraften. Um über 30 % auf 164,20 USD ging es für die Aktie inerhalb von 2 Tagen nach unten. Dabei durchbrach der Kurs den seit März 2020 ausgebildeten Aufwärtstrend bei 172,17 USD.

    Der Umsatz in Höhe von 726 Mio. USD wuchs mit 64,6 % zwar deutlich gegenüber dem ersten Quartal des Jahres 2022, allerdings stagnierten die Erlöse im Vergleich zum vierten Quartal 2022, als diese 725 Mio. USD betrugen. Beim Nettoergebnis musste Enphase mit 146,9 Mio. USD sogar einen Rückgang um 4,5 % gegenüber dem Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres hinnehmen. Zudem veranlasste die enttäuschende Umsatzprognose für das nächste Quartal mehrere Analysten, ihre Kursziele nach unten zu schrauben.

    Die britische Großbank Barclays senkte das Target für Enphase Energy von 257,00 USD auf 248,00 USD und stufte die Aktie auf „equal weight“. Mit „Verkaufen“ bewertet Citigroup das Solarunternehmen und senkte das Kursziel von 285 USD auf nunmehr 267 USD. Auch die Deutsche Bank wendete sich von ihrem ursprünglichen Ziel von 280 USD ab und sieht aktuell noch Luft bis 240 USD. Im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs, der bei 164,20 USD notiert, würde sich trotz der Abstufung dennoch ein Kurspotenzial von rund 46 % ergeben.

    dynaCERT – Weiter auf der grünen Linie

    Eines der größten Hindernisse, damit sich grüner Wasserstoff im Massenmarkt etabliert, sind bislang die hohen Produktionskosten des Gases. Durch die entwickelte Technologie von dynaCERT und dem Joint Venture-Partner Cipher Neutron könnte dieses Problem in naher Zukunft ad acta gelegt werden. Dabei liegen die Forschungs- und Entwicklungsziele der beiden Partner auf der Kosteneffizienz und der Senkung der Materialkosten von Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff.

    Der bereits entwickelte 5 KW-AAM-Elektrolyseur hat mit 2 Ampere pro qcm eine weitaus höhere Stromdichte als ein herkömmlicher Alkali-Elektrolyseur mit 0,07 Ampere pro qcm. Dies bedeutet, dass jede Zelle des 5 KW-Anionen-Austauschmembran-Elektrolyseur 28-mal mehr Wasserstoffgas produziert als eine klassische Alkali-Zelle gleicher Größe. Die Marktreife für die kleine Produktline des AAM-Elektrolyseurs mit 5 KW ist bereits für das laufende Jahr geplant. In größeren Dimensionen ist die Produktion eines 250 KW-Elektrolyseurs, der für zukünftige, groß angelegte Infrastrukturprojekte geeignet sein soll, in der Entwicklung.

    Mit der chilenischen Firma Molymet, einem Weltmarktführer für Molybdän- und Rhenium-Produkte, wurde nun eine Absichtserklärung unterschrieben, die beinhaltet, dass dynaCERT und Cipher Neutron an der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von modernen Wasserstofftechnologien, einschließlich der AAM-Elektrolysetechnologie, arbeiten, die speziell auf die Erzeugung von grünem Wasserstoff für die Betriebsanlagen von Molymet ausgelegt sind. Zudem sollen die von Molymet entwickelten Rhenium-Produkte für den Einsatz in Wasserstoff-Elektrolyseuren und anderen H2-Technologien analysiert werden, um bessere und effizientere Elektrolyseure zu entwickeln und kostengünstigeren grünen Wasserstoff für industrielle Anwendungen, sowie für die Speicherung und Erzeugung umweltfreundlicher Energie zu produzieren.

    Nel Asa – Analysten begeistert

    Während es bei Enphase Energy mehrere Herabstufungen hagelte, sind die Finanzexperten beim norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel Asa nach Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal wieder positiver gestimmt. So erhöhte die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel von 20,60 NOK auf 21 NOK. Das Anlageurteil steht weiterhin auf „buy“. Der Wasserstoffkonzern habe die Erwartungen übertroffen. Besonders der rekordhohe Auftragsbestand sowie eine deutliche Margensteigerung steche heraus. Laut dem Analysten Michele della Vigna bringe die jüngste Kurskorrektur eine gute Einstiegsmöglichkeit mit sich.

    Ebenfalls mit der Wiederholung des „buy“-Ratings reagierte die Privatbank Berenberg. So seien die Spezialisten für die Elektrolyse von Wasserstoff stark ins Jahr gestartet. Aufgrund dessen wurden das Kursziel von 18 NOK auf 19 NOK hochgesetzt. Die kanadische Großbank RBC wiederholte ihr Kursziel von 22 NOK und sieht in den Norwegern weiterhin einen Outperformer.
    Nel Asa konnte in den ersten 3 Monaten des Jahres 2023 die Erlöse um 68 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 359 Mio. NOK steigern. Der Konsens der Analysten ging von Erlösen in Höhe von 323 Mio. NOK aus. Auch der Verlust vom 121 NOK schlug die Prognosen der Experten, die ein Minus von 190 Mio. NOK erwartet hatten. Positiv war vor allem die Steigerung des Auftragseinganges um mehr als 100 % auf 580 Mio. NOK.


    Während die Analysten nach den Zahlen von Enphase Energy reihenweise den Daumen senkten, gab es für Nel Asa mehrere Kurszielerhöhungen. Durch die Absichtserklärung mit Molymet, einem Weltmarktführer für Molybdän- und Rheniumprodukte, kommen dynaCERT und Cipher Neutron einen Schritt weiter, sich eine wichtige Rolle in der Wasserstoffwirtschaft zu sichern.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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