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21.05.2026 | 05:20

Siemens Energy, RE Royalties und E.ON – Ihre Eintrittskarte in die lukrative Energieinfrastruktur-Zukunft

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Grüne Infrastrukturen boomen – und mit ihnen lukrative Perspektiven für Investoren. Trotz gestiegener Kapitalkosten treibt die globale Dekarbonisierung den Ausbau von Wind- und Solaranlagen ungebremst voran. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie sich aus diesem Wandel Gewinne schlagen lassen. Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Technologie, Finanzierung und Netzbetrieb. Drei Vorreiter zeigen, wie es geht: Siemens Energy als technologisches Rückgrat, RE Royalties als kreativer Kapitalgeber und E.ON als Herz der Stromverteilung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - zwischen KI-Boom und Netzausbau

    Die Sparte Grid Technologies verbuchte im zweiten Quartal einen Auftragseingang von knapp 7 Mrd. EUR, ein Plus von 41,5 %. Der Bedarf an Transformatoren und Schaltanlagen explodiert nicht nur wegen der Energiewende. KI-Rechenzentren saugen Unmengen Strom, und die Netze kommen kaum hinterher. Siemens Energy profitiert hier doppelt. Einerseits von der Nachfrage nach neuer Hardware und andererseits von knappen Kapazitäten, die die Preise stützen. Das Management hat die Jahresprognose für das Segment deutlich angehoben und erwartet ein Umsatzwachstum von 25-27 % und eine Marge von 18-20 %. Das liegt schon nahe an den alten 2028er-Zielen.

    Der Auftragseingang von 17,7 Mrd. EUR im Quartal bedeutet einen Rekord. Der Auftragsbestand kletterte auf 154 Mrd. EUR. Das Auftrag-zu-Umsatz-Verhältnis von 1,72 zeigt, dass die Firma gar nicht so schnell bauen kann, wie die Bestellungen reinkommen. Der Free Cashflow vor Steuern sprang auf knapp 2. Mrd. EUR, getrieben durch Anzahlungen von Kunden, die sich frühzeitig Kapazitäten sichern wollen. Entsprechend selbstbewusst hebt der Vorstand die Jahresprognose an. Es werden rund 8 Mrd. EUR Free Cashflow erwartet, fast das Doppelte der vorherigen Spanne.

    Siemens Gamesa verbuchte nur noch 44 Mio. EUR operativen Verlust vor Sondereffekten. Vor einem Jahr waren es 249 Mio. EUR. Das ist noch kein Gewinn, aber die Trendwende ist sichtbar. Wichtiger für die Anleger ist, dass es die starke Kapitaldecke erlaubt die Aktienrückkäufe zu beschleunigen. Bis zu 3 Mrd. EUR sollen in diesem Geschäftsjahr zurückfließen, zusätzlich zu den bereits ausgeschütteten 2,4 Mrd. EUR. Wer das Gesamtpaket bewertet, sieht ein Unternehmen, das strukturelle Trends in harte Zahlen übersetzt. Derzeit ist die Aktie für 171,98 EUR zu haben.

    RE Royalties – finanziert die Energiewende

    RE Royalties hat ein bewährtes Modell aus dem Rohstoffsektor geholt und auf grüne Energieprojekte übertragen. Statt Windparks oder Solaranlagen selbst zu bauen, stellt das Unternehmen Entwicklern Kapital zur Verfügung, ohne dass diese Anteile abgeben müssen. Im Gegenzug erhält RE Royalties eine umsatzabhängige Royalty über die gesamte Laufzeit, oft 20 Jahre oder länger. Das erzeugt wiederkehrende, inflationsgeschützte Cashflows. Der Markt dafür ist riesig, denn KI-Rechenzentren, Elektromobilität und die allgemeine Elektrifizierung treiben den Strombedarf massiv. Die Projektpipeline ist vielversprechend. Aktuell warten etwa 20 Mio. CAD an verbindlichen Absichtserklärungen plus weitere 200 Mio. CAD in aktiver Prüfung befindlicher Projekte auf Umsetzung.

    Mehr als 120 Beteiligungen an Solar-, Wind-, Wasser- und Batterieprojekten in Nord- und Südamerika sorgen für eine ordentliche Risikostreuung. Operativ läuft das Tagesgeschäft unverändert weiter, während das Board of Directors unter Einbindung von PwC strategische Optionen wie Partnerschaften, Kapitaloptimierungen oder einen Verkauf prüft. Erst kürzlich floss die 2. Tranche in Höhe von 800.000 USD in ein US-Solarportfolio von Solaris Energy. Die Nachfrage nach nicht-verwässerndem Kapital ist ungebrochen. Die Projektentwickler schätzen es, ihre Anteile halten zu können. Das Geschäftsmodell skaliert gut, denn die Betriebskosten steigen nicht im gleichen Maße wie die Zahl der Projekte.

    Über 25 Quartale in Folge zahlte RE Royalties stets eine Dividende. Inzwischen hat das Unternehmen auf eine jährliche Zahlungsweise umgestellt, was die finanzielle Flexibilität für größere Investitionen erhöht. Der strukturelle Anstieg des Strombedarfs durch Digitalisierung und grüne Industrie dürfte die Ertragsbasis langfristig festigen. Für Anleger, die auf reale, planbare Cashflows aus der Energiewende setzen, bleibt das Unternehmen ein interessanter Kandidat. Die Aktie notiert aktuell bei 0,42 CAD.

    E.ON - solider Netzbetrieb und strategische Übernahme

    E.ONs Geschäftsmodell dreht sich um regulierte Strom- und Gasnetze in Europa. Diese liefern berechenbare Erträge, weitgehend abgeschirmt von geopolitischen Verwerfungen oder Zöllen. Der Konzern schloss allein im 1. Quartal 2026 die zweimillionste Erneuerbare-Energien-Anlage an. Das ist ein Beleg für die operative Schlagkraft. Finanziell zeigt sich das klar. Das bereinigte EBITDA stieg um 2 % auf 3,3 Mrd. EUR, der bereinigte Nettogewinn legte um 7 % auf 1,34 Mrd. EUR zu. Die Jahresprognose bleibt unverändert. Das EBITDA soll zwischen 9,4 und 9,6 Mrd. EUR und der Nettogewinn 2,7 bis 2,9 Mrd. EUR betragen.

    Die Investitionsoffensive läuft auf Hochtouren. 1,4 Mrd. EUR flossen im 1. Quartal in Netzausbau, Digitalisierung und Ladeinfrastruktur, trotz witterungsbedingter Verschiebungen im Januar. Parallel dazu greift E.ON bei OVO Energy zu. Die Übernahme des britischen Anbieters bringt 4 Mio. zusätzliche Kunden, die Gesamtzahl steigt auf rund 9,6 Mio. Der Kaufpreis ist nicht öffentlich, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Langfristig sollen Skaleneffekte und digitale Innovationen aus Großbritannien nach Kontinentaleuropa übertragen werden.

    Aktionäre partizipieren direkt. Für 2025 gibt es 0,57 EUR je Aktie. Das ist die elfte Erhöhung in Folge. Das Management peilt bis 2030 ein jährliches Plus von bis zu 5 % an. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung lag zum Quartalsende bei 46 Mrd. EUR, was die Zinslast erhöhen könnte. Dennoch bleibt Spielraum, denn 5 - 10 Mrd. EUR zusätzliches Investitionskapital sind für weiteres Wachstum reserviert. Gut die Hälfte des Finanzierungsbedarfs für 2026 ist bereits zu attraktiven Konditionen gesichert. Ratingagenturen bestätigen den stabilen Ausblick. Die Aktie ist ein ruhiger, verlässlicher Wert für langfristig orientierte Investoren. Momentan kostet eine Aktie 18,375 EUR.


    Die Energiewende erschließt profitable Nischen jenseits volatiler Technologie-Wetten. Siemens Energy nutzt den explodierenden Bedarf an Netzinfrastruktur und treibt mit Rekordaufträgen sowie beschleunigten Aktienrückkäufen den Kurs. RE Royalties sichert sich mit seinem Royalty-Modell langfristige, inflationsgeschützte Cashflows aus über 120 Projekten und prüft derzeit, wie der Wert für die Aktionäre gesteigert werden kann. E.ON liefert als regulierter Netzbetreiber stabile Erträge, wächst durch die OVO-Übernahme und erhöht die Dividende bereits zum elften Mal in Folge. Drei unterschiedliche, aber gleichermaßen fundierte Eintrittskarten in die Energieinfrastruktur-Zukunft.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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