Menü schließen




21.05.2026 | 05:20

Siemens Energy, RE Royalties und E.ON – Ihre Eintrittskarte in die lukrative Energieinfrastruktur-Zukunft

  • Siemens Energy
  • RE Royalties
  • E.ON
  • Energie
  • Energiewende
  • Gasturbinen
  • Erneuerbare Energien
  • Solarenergie
  • Windenergie
  • Finanzierung
  • Netzbetrieb
Bildquelle: pixabay.com

Grüne Infrastrukturen boomen – und mit ihnen lukrative Perspektiven für Investoren. Trotz gestiegener Kapitalkosten treibt die globale Dekarbonisierung den Ausbau von Wind- und Solaranlagen ungebremst voran. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie sich aus diesem Wandel Gewinne schlagen lassen. Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Technologie, Finanzierung und Netzbetrieb. Drei Vorreiter zeigen, wie es geht: Siemens Energy als technologisches Rückgrat, RE Royalties als kreativer Kapitalgeber und E.ON als Herz der Stromverteilung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - zwischen KI-Boom und Netzausbau

    Die Sparte Grid Technologies verbuchte im zweiten Quartal einen Auftragseingang von knapp 7 Mrd. EUR, ein Plus von 41,5 %. Der Bedarf an Transformatoren und Schaltanlagen explodiert nicht nur wegen der Energiewende. KI-Rechenzentren saugen Unmengen Strom, und die Netze kommen kaum hinterher. Siemens Energy profitiert hier doppelt. Einerseits von der Nachfrage nach neuer Hardware und andererseits von knappen Kapazitäten, die die Preise stützen. Das Management hat die Jahresprognose für das Segment deutlich angehoben und erwartet ein Umsatzwachstum von 25-27 % und eine Marge von 18-20 %. Das liegt schon nahe an den alten 2028er-Zielen.

    Der Auftragseingang von 17,7 Mrd. EUR im Quartal bedeutet einen Rekord. Der Auftragsbestand kletterte auf 154 Mrd. EUR. Das Auftrag-zu-Umsatz-Verhältnis von 1,72 zeigt, dass die Firma gar nicht so schnell bauen kann, wie die Bestellungen reinkommen. Der Free Cashflow vor Steuern sprang auf knapp 2. Mrd. EUR, getrieben durch Anzahlungen von Kunden, die sich frühzeitig Kapazitäten sichern wollen. Entsprechend selbstbewusst hebt der Vorstand die Jahresprognose an. Es werden rund 8 Mrd. EUR Free Cashflow erwartet, fast das Doppelte der vorherigen Spanne.

    Siemens Gamesa verbuchte nur noch 44 Mio. EUR operativen Verlust vor Sondereffekten. Vor einem Jahr waren es 249 Mio. EUR. Das ist noch kein Gewinn, aber die Trendwende ist sichtbar. Wichtiger für die Anleger ist, dass es die starke Kapitaldecke erlaubt die Aktienrückkäufe zu beschleunigen. Bis zu 3 Mrd. EUR sollen in diesem Geschäftsjahr zurückfließen, zusätzlich zu den bereits ausgeschütteten 2,4 Mrd. EUR. Wer das Gesamtpaket bewertet, sieht ein Unternehmen, das strukturelle Trends in harte Zahlen übersetzt. Derzeit ist die Aktie für 171,98 EUR zu haben.

    RE Royalties – finanziert die Energiewende

    RE Royalties hat ein bewährtes Modell aus dem Rohstoffsektor geholt und auf grüne Energieprojekte übertragen. Statt Windparks oder Solaranlagen selbst zu bauen, stellt das Unternehmen Entwicklern Kapital zur Verfügung, ohne dass diese Anteile abgeben müssen. Im Gegenzug erhält RE Royalties eine umsatzabhängige Royalty über die gesamte Laufzeit, oft 20 Jahre oder länger. Das erzeugt wiederkehrende, inflationsgeschützte Cashflows. Der Markt dafür ist riesig, denn KI-Rechenzentren, Elektromobilität und die allgemeine Elektrifizierung treiben den Strombedarf massiv. Die Projektpipeline ist vielversprechend. Aktuell warten etwa 20 Mio. CAD an verbindlichen Absichtserklärungen plus weitere 200 Mio. CAD in aktiver Prüfung befindlicher Projekte auf Umsetzung.

    Mehr als 120 Beteiligungen an Solar-, Wind-, Wasser- und Batterieprojekten in Nord- und Südamerika sorgen für eine ordentliche Risikostreuung. Operativ läuft das Tagesgeschäft unverändert weiter, während das Board of Directors unter Einbindung von PwC strategische Optionen wie Partnerschaften, Kapitaloptimierungen oder einen Verkauf prüft. Erst kürzlich floss die 2. Tranche in Höhe von 800.000 USD in ein US-Solarportfolio von Solaris Energy. Die Nachfrage nach nicht-verwässerndem Kapital ist ungebrochen. Die Projektentwickler schätzen es, ihre Anteile halten zu können. Das Geschäftsmodell skaliert gut, denn die Betriebskosten steigen nicht im gleichen Maße wie die Zahl der Projekte.

    Über 25 Quartale in Folge zahlte RE Royalties stets eine Dividende. Inzwischen hat das Unternehmen auf eine jährliche Zahlungsweise umgestellt, was die finanzielle Flexibilität für größere Investitionen erhöht. Der strukturelle Anstieg des Strombedarfs durch Digitalisierung und grüne Industrie dürfte die Ertragsbasis langfristig festigen. Für Anleger, die auf reale, planbare Cashflows aus der Energiewende setzen, bleibt das Unternehmen ein interessanter Kandidat. Die Aktie notiert aktuell bei 0,42 CAD.

    E.ON - solider Netzbetrieb und strategische Übernahme

    E.ONs Geschäftsmodell dreht sich um regulierte Strom- und Gasnetze in Europa. Diese liefern berechenbare Erträge, weitgehend abgeschirmt von geopolitischen Verwerfungen oder Zöllen. Der Konzern schloss allein im 1. Quartal 2026 die zweimillionste Erneuerbare-Energien-Anlage an. Das ist ein Beleg für die operative Schlagkraft. Finanziell zeigt sich das klar. Das bereinigte EBITDA stieg um 2 % auf 3,3 Mrd. EUR, der bereinigte Nettogewinn legte um 7 % auf 1,34 Mrd. EUR zu. Die Jahresprognose bleibt unverändert. Das EBITDA soll zwischen 9,4 und 9,6 Mrd. EUR und der Nettogewinn 2,7 bis 2,9 Mrd. EUR betragen.

    Die Investitionsoffensive läuft auf Hochtouren. 1,4 Mrd. EUR flossen im 1. Quartal in Netzausbau, Digitalisierung und Ladeinfrastruktur, trotz witterungsbedingter Verschiebungen im Januar. Parallel dazu greift E.ON bei OVO Energy zu. Die Übernahme des britischen Anbieters bringt 4 Mio. zusätzliche Kunden, die Gesamtzahl steigt auf rund 9,6 Mio. Der Kaufpreis ist nicht öffentlich, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Langfristig sollen Skaleneffekte und digitale Innovationen aus Großbritannien nach Kontinentaleuropa übertragen werden.

    Aktionäre partizipieren direkt. Für 2025 gibt es 0,57 EUR je Aktie. Das ist die elfte Erhöhung in Folge. Das Management peilt bis 2030 ein jährliches Plus von bis zu 5 % an. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung lag zum Quartalsende bei 46 Mrd. EUR, was die Zinslast erhöhen könnte. Dennoch bleibt Spielraum, denn 5 - 10 Mrd. EUR zusätzliches Investitionskapital sind für weiteres Wachstum reserviert. Gut die Hälfte des Finanzierungsbedarfs für 2026 ist bereits zu attraktiven Konditionen gesichert. Ratingagenturen bestätigen den stabilen Ausblick. Die Aktie ist ein ruhiger, verlässlicher Wert für langfristig orientierte Investoren. Momentan kostet eine Aktie 18,375 EUR.


    Die Energiewende erschließt profitable Nischen jenseits volatiler Technologie-Wetten. Siemens Energy nutzt den explodierenden Bedarf an Netzinfrastruktur und treibt mit Rekordaufträgen sowie beschleunigten Aktienrückkäufen den Kurs. RE Royalties sichert sich mit seinem Royalty-Modell langfristige, inflationsgeschützte Cashflows aus über 120 Projekten und prüft derzeit, wie der Wert für die Aktionäre gesteigert werden kann. E.ON liefert als regulierter Netzbetreiber stabile Erträge, wächst durch die OVO-Übernahme und erhöht die Dividende bereits zum elften Mal in Folge. Drei unterschiedliche, aber gleichermaßen fundierte Eintrittskarten in die Energieinfrastruktur-Zukunft.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 18.05.2026 | 05:30

    Milliarden-Chance Grundlast: Warum RWE, Standard Uranium und Cameco die heimlichen Gewinner des KI-Booms sind

    • RWE
    • Standard Uranium
    • Cameco
    • Grundlast
    • Strom
    • Künstliche Intelligenz
    • Stromhunger
    • Erneuerbare Energien
    • Uran
    • Atomkraft
    • Atomkraftwerk

    Der unstillbare Hunger von KI-Rechenzentren, E-Autos und digitalen Netzen treibt die globale Stromnachfrage auf Rekordniveaus. Plötzlich zählt nicht mehr nur die CO2-Bilanz, sondern vor allem die rund um die Uhr verfügbare Leistung. Die Rückkehr der Kernkraft als verlässliche Grundlast wird wieder diskutiert – und beschert cleveren Investoren eine zweite Chance. Während die einen auf stabile Netze setzen, suchen andere nach dem Rohstoff von morgen oder kontrollieren bereits die Lieferketten. Drei völlig unterschiedliche Unternehmen stehen genau an dieser Schnittstelle: RWE, Standard Uranium und Cameco.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Mario Hose vom 15.05.2026 | 04:00

    Aspermont, SGL Carbon und 2G Energy: Die unentdeckten Gewinner des neuen Industriebooms

    • Aspermont
    • SGL Carbon
    • 2G Energy
    • Energie
    • Carbon
    • Industrie
    • Australien

    Die Welt steht vor einem neuen Industriezyklus. Energiewende, Rechenzentren, künstliche Intelligenz, geopolitische Neuordnung und Infrastrukturinvestitionen treiben die Nachfrage nach Rohstoffen, Energie und industriellem Know-how massiv an. Daran partizipieren nicht nur die offensichtlichen Stars der Börse. Drei unterschätzte Aktien aus den hinteren Reihen, die von Rohstoffboom, KI und Energiewende profitieren könnten. Wer an die großen Gewinner der Zukunft denkt, kommt meistens auf Unternehmen wie Nvidia, Rheinmetall, Microsoft oder die großen Kupfer- und Lithiumförderer. Doch an der Börse wird gutes Geld oft auch in der zweiten und dritten Reihe verdient, in den Nischen der Megatrends. Etwa mit Firmen, die unverzichtbare Spezialmaterialien herstellen, Rohstoffwissen liefern oder dafür sorgen, dass die Energieversorgung überhaupt funktioniert. Genau in diesen Bereichen verstecken sich momentan auch für Anleger spannende Investmentchancen. Auch Unternehmen aus den hinteren Reihen könnten vor einem neuen Wachstumsschub stehen. Mit Aspermont, SGL Carbon und 2G Energy nehmen wir drei schlummernde Gewinner des neuen Industriebooms unter die Lupe:

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 11.05.2026 | 05:30

    Geopolitische Risiken machen Energie zur Waffe – genau deshalb jetzt Nordex, RE Royalties und First Solar unter die Lupe nehmen

    • Nordex
    • RE Royalties
    • First Solar
    • Windkraft
    • Erneuerbare Energien
    • Windturbinen
    • Finanzierung
    • Energiespeicher
    • Solarenergie
    • Solarmodule

    Die Stromnachfrage explodiert durch KI, Industrie und E-Mobilität – doch geopolitische Risiken machen Energie zur strategischen Waffe. Erneuerbare deckten 2025 in Deutschland 55,3 % des Bedarfs, aber das reicht nicht. Wer heute grün investiert, sichert sich Standortvorteile und senkt Kostenrisiken. Der wahre Engpass? Stabile Finanzierung über Jahre hinweg. Nur wenn Kapitalströme fließen, lässt sich die grüne Stromproduktion industrialisieren und skalieren. Wir sehen uns den Windkraft-Experten Nordex, den Finanzierer RE Royalties und das Solarunternehmen First Solar genauer an.

    Zum Kommentar