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18.05.2026 | 05:30

Milliarden-Chance Grundlast: Warum RWE, Standard Uranium und Cameco die heimlichen Gewinner des KI-Booms sind

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Bildquelle: pixabay.com

Der unstillbare Hunger von KI-Rechenzentren, E-Autos und digitalen Netzen treibt die globale Stromnachfrage auf Rekordniveaus. Plötzlich zählt nicht mehr nur die CO2-Bilanz, sondern vor allem die rund um die Uhr verfügbare Leistung. Die Rückkehr der Kernkraft als verlässliche Grundlast wird wieder diskutiert – und beschert cleveren Investoren eine zweite Chance. Während die einen auf stabile Netze setzen, suchen andere nach dem Rohstoff von morgen oder kontrollieren bereits die Lieferketten. Drei völlig unterschiedliche Unternehmen stehen genau an dieser Schnittstelle: RWE, Standard Uranium und Cameco.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , CAMECO CORP. | CA13321L1085

Inhaltsverzeichnis:


    RWE - vom Atomkraftwerk zum Windpark

    Was 1898 als Kohleversorger im Ruhrgebiet startete, wurde über Jahrzehnte zum Symbol deutscher Atomkraft. RWE setzte auf große Kernkraftwerke, sichere Grundlast und zentrale Erzeugung. Doch der Atomausstieg zwang den Konzern zum Umdenken. Heute ist vom alten Atomriesen kaum noch etwas übrig. Stattdessen definiert sich RWE über Windparks auf See, Solarfelder an Land und riesige Batteriespeicher. Die Transformation vom klassischen Versorger zum globalen Energiewende-Unternehmen ist kein Zukunftsszenario mehr, sie läuft auf Hochtouren.

    Im 1. Quartal 2026 zog das operative Geschäft spürbar an. Das bereinigte EBITDA legte um 25 % auf 1,6 Mrd. EUR zu, der Gewinn je Aktie auf 0,85 EUR. Neben besseren Winden in Europa trugen neu gebaute Anlagen mit 2,3 Gigawatt (GW) Leistung bei. Ein echter Sonderbonus war die niederländische Entschädigung über 332 Mio. EUR für ein Kraftwerk, das 2022 nur eingeschränkt produzieren durfte. Der Energiehandel schrieb allerdings rote Zahlen. Trotzdem bestätigte das Management die Jahresziele.

    Man rechnet für das Jahr 2026 mit einem EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Mrd. EUR und die Dividende soll auf 1,32 EUR je Aktie steigen. Bis 2031 fließen netto 35 Mrd. EUR in den Ausbau auf 65 GW Erzeugungskapazität. Die Schwerpunkte sind die USA und flexible Gaskraftwerke in Deutschland. Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm von 1,5 Mrd. EUR planmäßig aus. Wer die alte RWE kannte, sieht heute ein Unternehmen im Übergang. Es ist kein defensiver Versorger mehr, sondern ein wachstumsorientierter Wert mit klarer Strategie. Derzeit ist die Aktie für 55,38 EUR zu haben.

    Standard Uranium – Nachbar der Milliarden-Konzerne

    Wer im Athabasca-Becken nach Uran sucht, steht in bester Gesellschaft. Zwischen NexGen, Cameco und Orano hat sich mit Standard Uranium ein kleiner Explorer eingenistet, der überraschend clever agiert. Das Unternehmen besitzt eine Landposition direkt neben der Arrow-Lagerstätte von NexGen, einem bald milliardenschweren Minenprojekt. Während die Großen die Infrastruktur vorantreiben, profitiert der Nachbar ohne Gegenleistung. Die jüngste Kooperation mit Fleet Space brachte eine neuartige Multiphysik-Vermessung, die endlich klare Gravitationsdaten durch die störende Überlagerung liefert. Das Ergebnis sind präzise Bohrziele entlang dreier Leiterkorridore. Ende Mai gehen 2 Bohranlagen in Betrieb.

    Die Firma hat sich zum Projektgenerator entwickelt, was das Risiko für Aktionäre deutlich senkt. Mehrere Joint-Venture-Deals wurden abgeschlossen. Die Partner wie Collective Metals oder Aventis finanzieren die Bohrungen auf Projekten wie Corvo oder Rocas, während Standard Uranium die operative Führung behält und dafür Gebühren kassiert. Läuft ein Vertrag aus, fällt das Projekt mit allen gesammelten Daten zu 100 % zurück. Das schafft eine kontinuierliche Nachrichtenlage ohne ständige Kapitalerhöhungen. Für die anstehende Davidson-Saison ist die Finanzierung gesichert, und angeblich gibt es Interessenten für eine Aufstockung.

    Die kommende Kampagne ist die erste auf dem Flaggschiff seit 2022. Gebohrt wird auf mehreren Korridoren gleichzeitig. Die Prioritäten basieren auf den neuen Multiphysik-Daten plus einem Machine-Learning-Modell, das mit öffentlichen Daten der Nachbarn trainiert wurde. Das Management hat Erfahrung. Präsident Sean Hillacre war bei NexGen dabei, als Arrow entdeckt wurde. Die Bohrgenehmigungen liegen vor und die First-Nations-Verträge sind unterschrieben. In den nächsten 6 - 12 Monaten gibt es eine Reihe potenzieller Katalysatoren, wie Bohrergebnisse, ausstehende Analysen und weitere Partnerverträge. In dieser Größenordnung gibt es nicht viele Firmen mit einem vergleichbaren Chancenprofil. Die Aktie notiert aktuell bei 0,10 CAD und kommt damit auf eine geringe Marktkapitalisierung von rund 14 Mio. CAD.

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    Cameco - solides Quartal und logistischer Rückschlag

    Cameco hat das 1. Quartal 2026 mit einem Nettogewinn von 131 Mio. CAD abgeschlossen, das bereinigte EBITDA lag bei 509 Mio. CAD. Die Verkaufsmengen im Uransegment zogen an, der durchschnittliche Realisierungspreis verbesserte sich. Das Management bestätigte die Jahresprognose für die Uranproduktion von 19,5 - 21,5 Mio. Pfund und Fuel Services von 13 - 14 Mio. kg Uran. Wer das Unternehmen kennt, weiß, dass Cameco auf operative Disziplin statt auf kurzfristige Maximierung setzt. Das zahlt sich aus, denn die strukturelle Nachfrage nach Kernbrennstoff bleibt hoch.

    Mitte Mai brachte ein Hochwasser in Nord-Saskatchewan die Hauptzufahrtsbrücke zu den Minen McArthur River und Key Lake zum Einsturz. Die Förderstätten selbst blieben trocken, aber die Lieferung kritischer Betriebsmittel stockte. Cameco stoppte daraufhin vorübergehend die Produktion in der Key-Lake-Mühle und fuhr die Aktivitäten in McArthur River herunter. Die Cigar-Lake-Mine läuft weiter. Solange die Straßensperrung anhält, bleibt unklar, ob die Jahresprognose für diesen Standort hält. Das ist ein Risiko, das Anleger im Blick behalten sollten.

    Trotz der operativen Delle bleibt die strategische Ausrichtung intakt. Ein Neunjahresvertrag mit Indien sichert ab 2027 Lieferungen von fast 22 Mio. Pfund Uran im Wert von rund 2,6 Mrd. CAD. Die Westinghouse-Beteiligung verbesserte ihren Ergebnisbeitrag, die Bilanz weist 1,1 Mrd. CAD an liquiden Mitteln auf. Wer langfristig auf die Erholung des Nuklearsektors setzt, findet in Cameco ein diszipliniert geführtes Unternehmen mit klaren Wachstumspfaden, trotz der temporären logistischen Störungen. Momentan kostet eine Aktie 107,51 USD.


    Der KI-Boom belebt die Debatte um gesicherte Grundlast neu. RWE nutzt diesen Trend zwar nicht als Atomkraftbetreiber, sondern als wandlungsfähiger Grünstrom-Riese mit Milliarden-Investitionen. Standard Uranium spekuliert als cleverer Explorationspartner im Athabasca-Becken auf steigende Uranpreise und finanzstarke Kooperationen. Cameco liefert trotz temporärer Hochwasser-Probleme als etablierter Uran-Lieferant mit disziplinierter Bilanz und langfristigen Abnahmeverträgen die entscheidende Ressource. Drei sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle sind vereint durch eine Überzeugung: Verlässliche Energie rund um die Uhr wird zum Wettbewerbsvorteil.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Die Künstliche Intelligenz braucht Chips und Strom. Die Rechenzentren verbrauchen bereits heute so viel Energie wie ganz Japan und der Bedarf explodiert. Bis 2026 könnte der weltweite Stromverbrauch dieser Zentren laut Internationaler Energieagentur auf über 945 Terawattstunden steigen. Das Problem besteht darin, dass Erneuerbare Energien keine konstante Grundlast liefern. Die Lösung heißt Kernkraft. Tech-Riesen wie Google setzen längst auf alte Atommeiler und Mini-Reaktoren. Für Anleger entsteht ein milliardenschwerer Infrastruktur-Superzyklus. Drei Firmen adressieren ihn von unterschiedlichen Seiten: AMD mit rechenstarken KI-Beschleunigern, American Atomics mit der kritischen Uran-Lieferkette und Super Micro Computer mit hocheffizienter, flüssiggekühlter Servertechnologie.

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    Mit 14 Monaten steilem Aufstieg der NASDAQ von über 100 % feierten die Börsianer die neue Ära der KI-Rechenzentren und der damit verbundenen Chip-Phantasie. Zur allgemeinen Euphorie gesellte sich auch noch die Schließung der Straße von Hormus, die gerade im HighTech-Sektor die Preise durch die Decke katapultierte. So rechnet man jetzt beim CPU-Produzenten AMD mit einer Umsatzverdoppelung bis 2028, das EBIT soll sich sogar verdreifachen. Anscheinend glauben die Haussiers, dass diese neuen Knappheitspreise nun auch weiterhin für die nahe Zukunft gelten. Da aber die Rohstoff- und Energiepreise derzeit eher erodieren, dürften die Produktionskosten alla long auch wieder sinken. Damit wäre dann ein Preiswettbewerb wahrscheinlicher, als eine Fortsetzung des ungewöhnlichen Hypes. Vorsichtige Anleger treten daher bei gut gelaufenen Titeln wie Infineon, AMD und Siemens Energy eher auf die Bremse, zugunsten weniger hoch bewerteter Themen. Hier eine paar Fakten zum Sektor.

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