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28.06.2023 | 06:00

Barrick Gold, Desert Gold Ventures, Lanxess – nach Rücksetzern jetzt ein Kauf?

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Bildquelle: pixabay.com

Eine alte Kaufmannsregel besagt: Der Gewinn liegt im Einkauf. Diese Weisheit kann man auch auf den Börsenhandel übertragen. Als Investor sollte man immer auf einen Rücksetzer warten, bevor man einsteigt. Damit wird die Gefahr gebannt, an einem Hoch einzusteigen. Nach dem Beginn der Bankenkrise ist der Goldpreis in die Höhe geschnellt. Wer da gekauft hat, liegt heute hinten. Nachdem der Goldpreis zuletzt zurückgekommen ist, könnte sich wieder eine interessante Einstiegsmöglichkeit bieten. Wir sehen uns daher zwei Goldunternehmen an. Zum Abschluss analysieren wir Lanxess, deren Aktie zuletzt schwere Verluste hinnehmen musste.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , LANXESS AG | DE0005470405

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – unterbewertet

    In der Spitze hat die Barrick Gold Aktie seit Anfang Mai über 23 % verloren, während der Goldpreis lediglich rund 8 % abgegeben hat. Auch im Vergleich zu ETFs auf dem Goldminensektor hat die Aktie underperformt. Dabei könnten auch die schwächeren Zahlen des 1. Quartals eine Rolle gespielt haben. Trotz der gesunkenen Goldproduktion erwartet der Konzern seine Ziele zu erreichen. Vor allem im 2. Halbjahr soll die Produktion wieder deutlich zulegen. Zudem hat man mit Kupfer ein Metall im Portfolio, das von der Energiewende profitieren sollte.

    Derzeit macht Kupfer lediglich etwa 18 % vom Umsatz aus. Doch auf Sicht der kommenden 10 Jahre könnte sich der Anteil verdoppeln. Dazu passt auch der Bericht des Wall Street Journals, dass Barrick bei First Quantum angefragt hat, um seine Kupferproduktion auszubauen. First Quantum besitzt mit Cobre Panama eine sehr große Kupfermine in Mittelamerika. Bisher hat das Management den Vorstoß abgelehnt. Ein Zusammenschluss könnte Barrick zu einem der größten Kupferproduzenten weltweit machen.

    Mit dem Annäherungsversuch bestätigt sich, was CEO Mark Bristow der Financial Times in einem Interview sagte, dass der Konzern auf der Suche nach Übernahmezielen ist. Derzeit scheint die Aktie unterbewertet zu sein, vor allem, wenn man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis der letzten Jahre und den Aktienkurs ansieht. Das Management hat nicht umsonst ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Mrd. USD aufgelegt. Zusätzlich zahlt das Unternehmen 0,10 USD Dividende pro Quartal plus eine mögliche Performance-Prämie. Die Aktie ist derzeit für 16,57 USD zu haben.

    Desert Gold – mit hochinteressanter Personalie

    Bei Desert Gold könnte eine neue Zeitrechnung begonnen haben. Das liegt an der Ernennung von Doug Engdahl in das Board of Directors, die am 15. Juni bekanntgegeben wurde. Er ist Geologe und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung bei kleinen und großen Explorationsunternehmen. Zudem ist er der Präsident und CEO der Axiom Exploration Group. Dieses Unternehmen besteht aus Geowissenschaftlern, die mit den besten Werkzeugen und neuesten Branchenkenntnissen ihren Kunden hilft, zuverlässige Daten zu erhalten. CEO Jared Scharf sagte: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Engdahl, um die Erschließung unseres Senegal-Mali-Scherzonenprojekts voranzutreiben.“

    Für Desert Gold ist so eine Expertise ideal, denn das Vorzeigeprojekt, das 440 km² großen Projekt Senegal-Mali Scherzone (SMSZ), birgt noch einiges Potential. Die Liegenschaft beherbergt gemessene und angezeigte Mineralressourcen von insgesamt 310.300 Unzen und abgeleitete Mineralressourcen von 769.200 Unzen Gold. Das große Grundstück ist von mehreren großen Goldproduzenten umringt und zuletzt kam es in diesem Gebiet auch zu Übernahmen. Auch Desert Gold ist ein mögliches Ziel, da die Sadioka Mine an das SMSZ-Grundstück grenzt. Diese Mine gehört Allied Gold, die durch den IPO an der London Stock Exchange über genug finanzielle Mittel verfügen dürften.

    Noch ist es nicht soweit und das Unternehmen ist dabei ein 30.000 m Bohrprogramm auf die Beine zu stellen. Nach Beendigung soll eine aktualisierte Ressourcenschätzung erfolgen. Die vollständige Finanzierung fehlt derzeit noch. Daher wird aktuell ein Haufenlaugungsbetrieb in der Barani East Zone geprüft mit dem eine Goldproduktion möglich wäre. Damit könnte man dann weitere Explorationstätigkeiten finanzieren. Wer sich ein aktuelles Bild vom Unternehmen machen möchte, sollte sich die Präsentation auf dem International Investment Forum auf YouTube ansehen. Die Aktie hat noch nicht von der neuen Personalie profitieren können und notiert aktuell bei 0,065 CAD.

    Lanxess – Übertreibung?

    Die Gewinnwarnung und die Prognoseanpassung vom 19. Juni von Lanxess schlug ein wie eine Bombe. Die Aktie sackte teilweise um mehr als 17 % ab. Schon die Zahlen zum 1. Quartal waren nicht berauschend. Der Umsatz fiel zwar nur um 2 %, aber das EBITDA brach auf 189 Mio. EUR ein, ein Minus von 28 % zum Vorjahresvergleich. Das 2. Quartal soll nun noch schlechter sein. Das Management erwartet ein EBITDA von 100 Mio. EUR. Der Vorstandsvorsitzende Matthias Zachert kommentierte: „Das trifft uns in Deutschland ganz besonders: Hier leiden wir massiv unter den nachteiligen Rahmenbedingungen wie den hohen Energiepreisen und der überbordenden Bürokratie.“

    Der Konzern, der ein einzigartiges Spezialchemie-Portfolio sein Eigen nennt, hat einen hohen Energiebedarf. Diese gestiegenen Kosten in Verbindung mit einer zurückhaltenden Nachfrage sorgen für die schlechten Zahlen und damit auch sinkende Margen. Dabei gilt Lanxess als ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit, doch dafür gibt es eben derzeit auch nicht mehr Bestellungen. Das Unternehmen ist eigentlich gut aufgestellt und mischt beispielsweise auch im Lithiumgeschäft gemeinsam mit seinem Partner Standard Lithium mit.

    In der Spitze hat die Aktie seit Anfang Februar mehr als 46 % an Wert verloren. Vom Tief bei 25,75 EUR konnte man gerade einmal über 6 % aufholen. Für einen Anteilsschein zahlt man derzeit 27,53 EUR. Dieser Absturz könnte übertrieben gewesen sein. Denn am 26. Juni meldeten verschieden Organe des Konzerns Insiderkäufe. Der CEO erwarb Anteil für 500.000 EUR, weitere Vorstandsmitglieder kaufen für etwa 50.000 EUR, 75.000 EUR und 275.000 EUR. Wenn das Management geschlossen kauft, kann man das als gutes Zeichen werten.


    Es kommt an der Börse immer wieder zu Übertreibungen. Sei es aus Gier oder aus Panik. Als interessierter Anleger sollte man auf solche Übertreibungen warten. Selbst gute Nachrichten verpuffen oder werden erst später vom Markt ausreichend gewürdigt. Dann sollte man bereits an Bord sein. Barrick Gold sucht nach Übernahmekandidaten und wird im 2. Halbjahr deutlich besser performen. Hier könnte der Abschlag zu hoch sein. Desert Gold ist in einem Bergbaugebiet, in dem derzeit viele Übernahmen stattfinden, hat viel Explorationspotential und einen geologischen Experten an Bord geholt. Wird die Goldproduktion aufgenommen, dürfte die Aktie durchstarten. Lanxess ist stark unter die Räder gekommen. Jetzt wo das Management kauft kann man eine erste Position aufbauen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    • Westafrika
    • Mali
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    Das Gold-Geschäft in Westafrika ist maßgeblich durch die Konsolidierung entlang der Senegal-Mali-Scherzone (SMSZ) gekennzeichnet, wobei die Sicherung wirtschaftlich abbaubarer Reserven in einem Umfeld hoher Goldpreise für Produzenten höchste Priorität hat. Laut Prognosen der Berater von PwC trägt dieser Fokus der Bergbauindustrie entscheidend zur wirtschaftlichen Stabilität der gesamten Region bei. Während Branchenführer wie Barrick Mining nach der Beilegung regulatorischer Differenzen die Produktion auf dem Loulo-Gounkoto-Komplex wieder hochfahren und für das Jahr 2026 eine Produktion von bis zu 290.000 Unzen prognostizieren, fokussiert sich B2Gold auf die Optimierung des riesigen Fekola-Komplexes. B2Gold plant für das laufende Jahr eine Gesamtproduktion von bis zu 970.000 Unzen Gold und investiert im großen Stil in regionale Exploration, um die Lebensdauer der afrikanischen Kern-Assets zu verlängern. Diese Investitionen zeigen, dass die Region vielversprechend ist und Länderrisiken aus der Vergangenheit in den Hintergrund gerückt sind. In direkter Nachbarschaft bekannter Minen entwickelt Desert Gold das SMSZ-Projekt, das mit Ressourcen von 1,3 Mio. Unzen Gold eines der größten unerschlossenen Landpakete der Region darstellt. Durch den geplanten Start einer modularen Schwerkraftanlage im kommenden Sommer bereitet das Unternehmen den Übergang zum Junior-Produzenten vor. Für Investoren bietet Desert Gold aus diesem Grund eine hochinteressante Perspektive: In einer Phase, in der die großen Player wieder investieren, könnte Desert selbst durchstarten oder zum Übernahmeziel werden. Von dieser Dynamik dürften Anleger, die sich rechtzeitig positionieren, profitieren.

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