04.11.2026 | 05:30
Barrick Mining, DRC Gold, Kinross Gold – Goldaktien mit Margen, Entdecker- sowie Produktionspotenzial und Cashflow im Überblick
Ein führender Goldförderer hat im dritten Quartal im Schnitt 4.249 USD je Unze erlöst, 23 % mehr als ein Jahr zuvor. Das Geschäft bleibt damit lukrativ, auch wenn der Goldpreis zuletzt unter 3.900 USD gerutscht ist. Das spielt den Förderern in die Karten, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Große Produzenten nutzen die breiten Margen, Explorer können bei anhaltend hohem Preis auf wachsendes Interesse an neuen Projekten hoffen, und Unternehmen mit viel Cashflow können investieren oder Geld an ihre Aktionäre zurückgeben. Wir sehen uns daher Barrick Mining, DRC Gold und Kinross Gold genauer an.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DRC Gold Corp | CA23347H1064 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 , CA4969024047
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Barrick Mining – 1,95 Mrd. USD und freie Bahn für den Börsengang
Am 10. August hat Barrick Mining mit Newmont alle offenen Streitigkeiten um das gemeinsame Joint Venture Nevada Gold Mines beigelegt. Fourmile von Barrick sowie die Entwicklungsprojekte Fiberline und Mike von Newmont wandern dafür in das Gemeinschaftsunternehmen. Newmont überweist dem Konzern 1,95 Mrd. USD. Außerdem stimmt Newmont dem geplanten Börsengang der nordamerikanischen Goldaktiva zu, den Barrick bis zum Jahresende anstrebt. Diese Aktiva standen 2025 anteilig für rund 2,0 Mio. Unzen Goldproduktion. Zugleich haben beide Seiten das Regelwerk des Joint Ventures modernisiert. Damit ist ein Stolperstein aus dem Weg geräumt.
Auch in Mali hat sich die Lage beruhigt. Barrick hat mit den Gewerkschaften der Mine Loulo-Gounkoto einen neuen Tarifvertrag geschlossen, ein für Ende September geplanter Streik fiel damit aus. Strittig waren unter anderem die Vergütung von Überstunden und die Erstattung arbeitsbezogener Auslagen. Laut Bloomberg gilt die Einigung auch für die Beschäftigten des Caterers Food & Events Africa, weitere angekündigte Streiks sind nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters offenbar ebenfalls abgesagt. Mali bleibt dennoch ein Standort, an dem es wieder haken könnte.
Beim Börsengang gilt das Jahresende weiter als Ziel. Auf einer Konferenz am 29. September schloss das Management allerdings nicht aus, dass der Schritt in den Januar rutscht. Der Zeitplan bleibt wackelig. Wie sich der Konzern im Tagesgeschäft schlägt, zeigt sich am 9. November, wenn Barrick die Zahlen zum 3. Quartal vorlegt. Dann dürfte klarer werden, wie viel Schwung das Geschäft in die geplante Neuaufstellung mitnimmt. Einen Minderheitsanteil will Barrick an die Börse bringen und dabei laut früherer Ankündigung eine deutliche Kontrollmehrheit behalten.
DRC Gold – Option auf Giro und Nizi als Sprungbrett im Kongo
Am 1. September hat DRC Gold eine Optionsvereinbarung für Giro Goldfields geschlossen und damit das bisherige Term Sheet abgelöst. Die Gesellschaft kann zunächst 55 % übernehmen, bislang halten Amani Consulting 65 % und SOKIMO 35 %. Bezahlt wird mit Aktien. 25 Mio. sind bereits ausgegeben, weitere 325 Mio. folgen spätestens zwölf Monate nach Vertragsdatum, sobald die Aktionäre zustimmen. Gelingt der Abschluss, könnte das für einen Explorer der große Wurf werden. Geleitet wird DRC Gold von Klaus Eckhof, der seit über 20 Jahren im Kongo arbeitet und früher Moto Goldmines gegründet hat.
Giro liegt im Grünsteingürtel Kilo Moto im Nordosten des Kongo, rund 35 km westlich der Mine Kibali, an der Barrick beteiligt ist. Die zwei Konzessionen decken 497 qkm ab, und nach Angaben der Gesellschaft ähnelt der Mineralisationsstil dem von Kibali. Eine historische Schätzung von 2020 beziffert die Hauptlagerstätte Kebigada im Indicated mit 69,2 Mio. t bei 1,09 g/t Gold, das entspricht 2.425.104 Unzen. Die Schätzung ist nicht aktuell, zeigt aber den Maßstab. Die zweite Lagerstätte Douze Match erstreckt sich über 2,6 km und bis zu 600 m Breite, innerhalb einer Goldanomalie im Boden von 6 mal 2,5 km.
Zum Paket gehört auch Nizi, eine Konzession von 113 qkm im Distrikt Ituri. Dort lief zwischen 1913 und 1931 mit Unterbrechungen etwa zwölf Jahre lang die Mine King Leopold, von sieben bekannten Quarzgängen wurden offenbar nur zwei abgebaut. Dazu kommt der Oxidprospekt Baluma. Systematische moderne Exploration steht dort weitgehend noch aus, das Unternehmen sieht Potenzial für hochgradige Gänge ebenso wie für großvolumige Systeme mit niedrigeren Gehalten. Laut Unternehmen sollen die Bohrungen bei Giro nach dem Abschluss der Übernahme beginnen. Stimmen die Aktionäre zu, wäre der Weg dorthin frei.
Kinross Gold – weniger Unzen, aber viel Geld für die Aktionäre
Am 28. Oktober hat Kinross Gold die Zahlen zum 3. Quartal vorgelegt. Die Produktion lag bei 424.693 Unzen Goldäquivalent nach 503.862 im Vorjahr. Der realisierte Goldpreis stieg auf 4.249 USD je Unze nach 3.460 USD, das Nettoergebnis blieb mit 583,2 Mio. USD fast auf Vorjahresniveau. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte auf 0,50 USD nach 0,44 USD zu. Dagegen sank der anteilige Free Cashflow auf 281,3 Mio. USD nach 686,7 Mio. USD, und die Gesamtkosten je Unze (AISC) stiegen auf 1.947 USD nach 1.622 USD.
Schon am 23. September hatte das Unternehmen die Prognose für 2026 und 2027 auf 1,84 bis 1,86 Mio. Unzen je Jahr gesenkt, weil La Coipa und Round Mountain schwächer liefern. Für die Aktionäre springt trotzdem einiges heraus. Das Ziel für die Rückführung steigt von 40 auf 50 % des Free Cashflows, im 3. Quartal flossen 230 Mio. USD in den Rückkauf von 8,6 Mio. Aktien. Die Zahlungsmittel lagen Ende September bei 2.638,4 Mio. USD, Fälligkeiten gibt es vor 2033 keine.
Wachstum soll aus der Pipeline kommen. Bei Bald Mountain hat Redbird 1 Anfang Oktober das erste Gold gegossen, Round Mountain Phase X liegt mit mehr als 9.600 m rund 8 % vor Plan. Curlew in Washington soll 2028 die Produktion aufnehmen, über 3.600 m Untertageentwicklung liegen laut Unternehmen vor Plan. Bei Great Bear sind über 500 m der beiden Rampen gebaut, erste Produktion peilt das Management für Ende 2029 an. Das Unternehmen rechnet allerdings damit, dass dort die Investitionen höher ausfallen als in der ersten Studie. Die Anleger brauchen also Geduld.
Fazit
Ein hoher Goldpreis hilft den Förderern, aber jeder nutzt ihn anders. Barrick Mining hat mit der Einigung mit Newmont 1,95 Mrd. USD eingesammelt und den Börsengang der nordamerikanischen Aktiva vorbereitet. Der Zeitplan dafür wackelt. DRC Gold hat sich mit der Option auf Giro und Nizi eine Position im Kongo gesichert, und stimmen die Aktionäre zu, könnte der Bohrstart folgen. Kinross fördert weniger, gibt aber mit dem Ziel von 50 % des Free Cashflows mehr Geld an die Aktionäre zurück und treibt Great Bear voran. Alle drei haben Substanz, aber unterschiedliche Reifegrade.
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