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06.04.2022 | 05:08

BASF, First Hydrogen, Nel – Diese Entwicklungen sind entscheidend!

  • Energiewende
  • Wasserstoff
  • grüner Wasserstoff
  • Gas
  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Eine funktionierende Energieversorgung beeinflusst den Wohlstand unserer Gesellschaft und unser alltägliches Leben. Versorgungssicherheit und „leistbare“ Energiepreise stellen uns derzeit vor große Herausforderungen. Erneuerbare Energien sollen bereits in den nächsten Dekaden den Großteil des Strom- und Energieverbrauchs leisten. Auch wird grünem Wasserstoff eine wichtige Rolle zugeschrieben. Kurzfristig belasten jedoch die hohen Öl- und Gaspreise Verbraucher und Industrie enorm. Die Inflation wächst weiter. Wie können sich Anleger positionieren?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Dominoeffekt?

    „Es kommt darauf an“ – so könnte man die Einschätzungen von Analysten in Bezug auf die BASF-Aktie zusammenfassen. Sollten die Preise für Öl- und Gas beherrschbar bleiben und eine ausreichende Versorgung aus Russland stattfinden, dann sei die Aktie zu billig. Explodieren die Preise weiter, dann stehen nicht nur die Ludwigshafener vor großen Problemen.

    Vor den Folgen eines Importstopps oder eines längerfristigen Ausfalls von Gas- und Öllieferungen aus Russland hat Unternehmenslenker Martin Brudermüller kürzlich eindringlich gewarnt und ein düsteres Bild gezeichnet. „Das könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen", sagte Brudermüller. Ein vollständiger Verzicht Deutschlands auf russische Erdgaslieferungen sei erst in vier oder fünf Jahren realistisch, so der Manager. „Ab einem gewissen Punkt, können Sie einen Standort wie Ludwigshafen nicht mehr betreiben", so seine Botschaft.

    Ein solches Worst-Case-Szenario hätte schwerwiegende Folgen für zahlreiche Wirtschaftsbereiche, da die Produkte von BASF am Anfang der Wertschöpfungskette stehen und somit eine hohe Relevanz besitzen. Bereits die Lieferkettenprobleme während der Corona-Pandemie haben uns vor Augen geführt, wie fragil die global vernetzte Wirtschaft ist. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie rund 20% nachgegeben. Durch diesen Kursrückgang errechnet sich bezogen auf das durchschnittliche Kursziel aller Analysten ein Aufwärtspotenzial von fast 40%.

    First Hydrogen – Voll im Plan

    First Hydrogen hat es sich zum Ziel gesetzt, der führende Konstrukteur und Hersteller von emissionsfreien, wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen mit großer Reichweite in Großbritannien, der EU und Nordamerika zu werden. Laut Expertenschätzungen wächst das Volumen des globalen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Markts rasant und soll in fünf Jahren bereits 41 Mrd. USD betragen.

    Die Kanadier verfolgen eine Best-of-Strategie. Das bedeutet die Integration von bestehenden Technologien und eines bewährten Fahrgestells. Zentral für den Erfolg sind die geschlossen starken Partnerschaften mit AVL und Ballard Power. Momentan arbeitet First Hydrogen zusammen mit seinen Partnern am Fahrzeugkonzept und der Architektur und evaluiert die Produktion. Die Fertigstellung des Prototyps, des First Hydrogen Utility Van, hat das Unternehmen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres in Aussicht gestellt.

    Kürzlich bestätigte die Gesellschaft, dass man voll im Plan liege. Steve Gill, CEO Automotive von First Hydrogen, sagte: „Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten bei der Auslieferung unserer beiden Demonstrationsfahrzeuge in Zusammenarbeit mit unseren Partnern AVL und Ballard. Wir liegen im Wesentlichen auf Kurs, um unsere straßentauglichen Fahrzeuge wie ursprünglich geplant im September 2022 bei Kunden vorzustellen. Unsere gemeinsame Entwicklung dieses Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugs wird uns als Marktführer für Brennstoffzellenfahrzeuge im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge auszeichnen und ist eine gute Grundlage für unsere nächste Generation von maßgeschneiderten Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen, in die alle bisher erreichten technischen Entwicklungen einfließen werden."

    Zudem ist man in Zusammenarbeit mit der deutschen FEV Consulting GmbH dabei den Prototypen für eine maßgeschneiderte Wasserstofftankstelle zu konzipieren und zu bauen. Dafür hatten sich die Kanadier personell mit erfahren Managern verstärkt. Strategisch und kommerziell ist die Erweiterung der Wertschöpfungskette vorteilhaft. Die Anteilsscheine haben die Fortschritte in den letzten 12 Monaten mit einer Verdreifachung honoriert. Aktuell verfügt die Gesellschaft über eine Marktkapitalisierung von rund 150 Mio. CAD. Blickt man auf andere Unternehmen der Branche, ist die Bewertung als sehr moderat einzustufen.

    Nel – Bald laufen die Bänder an

    Die hohen Gaspreise werden den technologischen Wandel in der Energiebranche beschleunigen. Die Herstellung von grünem Wasserstoff, mit dem Austausch von Erdgas zugunsten der Wasserelektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien wird nach Einschätzung vieler Experten an Bedeutung gewinnen. Einer dieser Profiteure ist Nel.

    Die Norweger meldeten kürzlich einen konkreten Zeitfahrplan zur geplanten Produktion. Nach Unternehmensangaben soll am 20. April die automatisierte Fertigungsstätte im norwegischen Herøya in Betrieb genommen werden. Das Elektrolyseurwerk kann anfangs eine Kapazität von 500 MW produzieren, die nach Aussage des Unternehmenslenkers auf ein bis zwei GW erweiterbar ist.


    Die Energiewende ist in vollem Gang, aber die Transformation wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Unter hohen Öl- und Gaspreisen leiden momentan Verbraucher und Industrie. Nel und First Hydrogen sind gut positioniert, um von dem dynamischen Wachstum des Wasserstoffmarkts zu profitieren. Insbesondere First Hydrogen glänzt mit starken Partnerschaften und einer niedrigen Unternehmensbewertung.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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