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22.05.2026 | 04:00

KI-Rechenzentren brauchen Kernkraft – 70 bis 100 % mehr Energie bis 2050! American Atomics, SAP und ServiceNow im Fokus

  • Kritische Metalle
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Bildquelle: Pixabay

Die Weltwirtschaft befindet sich mitten in einem neuen Infrastruktur-Superzyklus, in dem die neue Quelle der Produktivität in der umfangreichen Nutzung von Digitalisierung und KI gesucht wird. Die physischen Grundlagen einer extensiven Nutzung von KI erzeugen bei Systemkomponenten für die Energie-Erzeugung und Speicherung für einen ungeahnten Nachfragesog. Strom, Netze, Kühlung und Rohstoffe – der Bedarf scheint unendlich. Dabei hatte man sich noch vor einigen Jahren mit Klimazielen beschäftigt. Mit dem explosionsartig wachsenden Bedarf von Rechenzentren geraten nicht nur Energiequellen wie Kernkraft in den Vordergrund, sondern auch kritische Metalle für Turbinen, Leitungen, Speicher- und Chipsysteme. Goldman Sachs erwartet, dass sich der Strombedarf von Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als verdoppelt – ein Szenario, das CO2-freie Grundlast zur strategischen Überlebensfrage macht. In der EU teils erfolgreich wegdiskutiert, rücken Atomkraftwerke als verlässliche Stromlieferanten unter Trump wieder ins Zentrum der Debatte und werden für Tech-Konzerne zum ernsthaften Partner. Ein tieferer Einstieg lohnt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , SAP SE O.N. | DE0007164600 , SERVICENOW INC. DL-_001 | US81762P1021

Inhaltsverzeichnis:


    KI-Boom trifft Uranmarkt: American Atomics positioniert sich im Zentrum wichtiger Energiefragen

    Studien wie z. B. dem World Nuclear Outlook Report sehen eine erhebliche Ausweitung der globalen Atomkapazität bis 2050, was den Brennstoffbedarf strukturell neu definiert und die Rolle von Uran als Grundlastbrennstoff betont. Parallel prognostiziert der Nuclear Fuel Report der World Nuclear Association (WNA) einen Anstieg der weltweiten Urannachfrage um nahezu 30 % bis 2030, da immer mehr Staaten Kernenergie zur Erreichung von CO₂-Zielen einsetzen. Im Zentrum dieses Bedarfsstroms bewegen sich Bewirtschafter von Uran-Liegenschaften und Kraftwerksdesigner, die ihre Arbeit gerne synchronisieren würden, um in diesem Thema endlich zu beschleunigen. Einen interessanten Ansatz verfolgen die Kanadier American Atomics. Sie haben die geschlossene Produktionskette vom Rohstoff bis zur Lieferung von Megawatt auf dem Radar. Das Unternehmen favorisiert einen integrierten Ansatz, der von der Rohstoffsuche über die Verarbeitung bis hin zur perspektivischen Urananreicherung reicht und damit eine der größten Schwachstellen der westlichen Energieversorgung adressiert. Die Vereinigten Staaten fördern aktuell nur einen Bruchteil ihres Uranbedarfs selbst, während gleichzeitig große Teile der nuklearen Lieferkette weiterhin vom Ausland abhängen. Besonders kritisch bleibt dabei die Versorgung mit angereichertem Uran, da ein erheblicher Anteil der globalen Kapazitäten historisch aus Russland stammt.

    Im Mittelpunkt der operativen Aktivitäten steht das Big-Indian beziehungsweise Lisbon-Valley-Projekt im Bundesstaat Utah, wo American Atomics ein großflächiges Paket aus 217 zusammenhängenden Claims kontrolliert. Die Region zählt zu den traditionsreichsten Uranrevieren Nordamerikas und brachte historisch rund 78 Mio. Pfund Uranoxid hervor. Frühere geophysikalische Daten aus Öl- und Gasbohrungen weisen auf auffällige radioaktive Zonen hin, welche deutlich über natürlichen Werten liegen. Besonders interessant ist die Tatsache, dass große Teile der östlichen Flanke bislang nur unzureichend exploriert wurden und somit erhebliches Entdeckungspotenzial vermutet wird. Parallel dazu stärkte das Unternehmen jüngst seine Position in Colorado und übernahm nach Ausübung einer zweiten Option sämtliche Anteile an einem weiteren Uranprojekt vollständig. Strategisch noch bedeutender könnte jedoch der Fokus auf HALEU-Brennstoffe werden, die als Schlüsselkomponente für die nächste Generation kleiner modularer Reaktoren gelten. Dieser hochangereicherte Nuklearbrennstoff wird für zahlreiche moderne SMR-Konzepte benötigt, ist jedoch bislang nur sehr eingeschränkt außerhalb Russlands verfügbar. Damit adressiert American Atomics nicht nur einen Rohstoffmarkt, sondern ein geopolitisches Infrastrukturproblem von wachsender nationaler Tragweite. Mit 12 Mio. CAD an Marktwert haben dynamische Investoren noch nicht viel verpasst, die Rally dürfte schon bald wieder starten.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk interviewte Mitgründer Connor Lynch zur strategischen Ausrichtung von American Atomics.
    https://youtu.be/FwsHcECjSzk

    Hohe Erwartungen, harte Reaktion: Weshalb SAP trotz Wachstum abgestraft wurde

    Warum in dieser Gemengelage ausgerechnet das deutsche Schwergewicht SAP unter die Räder geraten ist, fragen sich viele Investoren. Denn in Q1 stieg der Umsatz zwar um rund 6 % auf etwa 9,6 Mrd. EUR, dennoch reichte dies vielen Marktteilnehmern angesichts der hohen Bewertung offenbar nicht mehr aus. Besonders das Cloudgeschäft blieb mit einem Wachstum von rund 27 % der wichtigste Ergebnistreiber, der aktuelle Cloud-Auftragsbestand kletterte gleichzeitig um rund 20 % auf knapp 22 Mrd. EUR und signalisiert weiterhin hohe Visibilität für die kommenden Quartale. Belastend wirkten dagegen steigende Kosten im Zusammenhang mit KI-Investitionen sowie Restrukturierungen, wodurch die operative Marge zeitweise unter Druck geriet. Insgesamt deutet die Entwicklung jedoch eher auf eine Normalisierung der Erwartungen hin als auf eine fundamentale Schwäche des Konzerns, zumal SAP weiterhin zu den wichtigsten Profiteuren der weltweiten Digitalisierung und KI-Integration zählt. Die Schätzungen der Analysten auf der Plattform LSEG Refinitiv sind besser, als der aktuelle Kurs von 151 EUR suggeriert. 26 von 35 Experten halten den Daumen nach oben, damit errechnet sich das Kursmittel der Erwartungen auf 221 EUR – knapp 46 % über der Notiz von gestern. Mit einem KGV 2026e von 18,5 notiert SAP zudem auf einem 10-Jahres-Bewertungs-Tief.

    ServiceNow - Warum Bank of America Service hier einen klaren KI-Gewinner sieht

    Eine ähnliche Verluststrecke wie SAP hat ServiceNow absolviert. Die Aktie steht trotz weiterhin starker Fundamentaldaten unter erheblichem Druck und hat im Jahresverlauf rund 38 % verloren. In Q1 legten die Erlöse um etwa 22 % auf 3,77 Mrd. USD zu, als Pfeiler erwies sich die Nachfragebasis im Enterprise-Segment. Experten erklären den Kursrückgang weniger aus operativer Schwäche heraus, sondern sehen KI-Systeme mit ihren Agenten-Architekturen als mittelfristige Gefahr für die klassischen SaaS-Modelle.
    Bank of America sieht hingegen noch keine große Disruption, sondern eher eine Ausweitung der aktuellen Marktrolle, denn ServiceNow entwickelt sich gerade zur wichtigen Orchestrierungsschicht für KI-gesteuerte Unternehmensprozesse. Mit einem Kursziel von 130 USD (rund +37 %) und erwarteten 18 bis 22 % Umsatzwachstum bleibt die Wachstumsperspektive intakt. Auf der Plattform LSEG Refinitiv herrscht sogar Feierlaune: 45 von 52 Analysten sagen Kauf und erwarten ca. 144 USD. Da spricht doch für dynamische Anleger alles für ein Long-Engagement!

    Seit Jahresanfang befindet sich unsere Peergroup immer noch im Minus. Während SAP und ServiceNow als Softwaretitel komplett unter die Räder geraten sind, kann sich der Uran-Explorer American Atomics zumindest noch seitwärts halten. Für Neuinvestoren bieten sich aktuell interessante Einstiegspunkte. Quelle: LSEG Refinitiv vom 21.05.2026

    Im Gegensatz zur EU rückt in Nordamerika die Versorgungssicherheit klar vor Ideologie, wodurch grundlastfähige Technologien wie Kernenergie politisch und strategisch wieder deutlich an Gewicht gewinnen. Der Ausbau von SMRs verstärkt den Bedarf an stabilen Uranlieferketten und macht Unternehmen interessant, welche früh in eine westlich kontrollierte nukleare Wertschöpfung eingebunden sind. American Atomics ist damit weniger als klassische Explorationsstory zu lesen, sondern eher als direkter Hebel auf die Renaissance der Kernkraft als strategische Energiequelle. Für das große Bild gilt: Wenn SAP, ServiceNow und andere Softwarehäuser von der KI-Welle profitieren, dann liefern Kernkraft und Uran die physische Basis, auf der diese digitale Expansion überhaupt erst laufen kann.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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