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04.09.2026 | 05:20

Newmont, Kobo Resources, B2Gold: Der Fahrplan zu Rekordgewinnen im westafrikanischen Goldsektor

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Bildquelle: Pixabay

Der Goldmarkt sprang im August um satte 15 % auf zeitweise 4.700 USD pro Unze. Einen solchen Anstieg gab es zuletzt vor 27 Jahren. Auslöser sind die fragile US-Fiskalpolitik, Nahost-Konflikte und die erwartete Zinssenkung der Fed. Von dem hohen Goldpreis profitieren die Goldunternehmen. Allen voran jene, die in Westafrikas vielversprechendsten Goldprovinzen aktiv sind. In Mali kehrt nach den politischen Turbulenzen Ruhe ein. Das Land steigerte die Produktion im ersten Halbjahr um 30 %, während die Elfenbeinküste mit Stabilität und reichen Vorkommen lockt. Grund genug, um sich Newmont, Kobo Resources und B2Gold genauer anzusehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , KOBO RESOURCES INC | CA49990B1040 | TSXV: KRI , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099

Inhaltsverzeichnis:


    Newmont – wo die Schwerpunkte in Afrika liegen

    Operativ liegt der Schwerpunkt von Newmont in Afrika klar in Ghana. Ahafo North hat die kommerzielle Produktion aufgenommen und soll 2026 etwa 315.000 Unzen beisteuern. Über die geplante Lebensdauer von 13 Jahren sind jährlich 275.000 bis 325.000 Unzen avisiert. Ahafo South hingegen produzierte 2025 nur noch rund 600.000 Unzen, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahresrekord von 798.000 Unzen, bedingt durch sinkende Erzgehalte. Beide Minen bilden nach dem Verkauf von Akyem an Zijin Mining im April 2025 die zentrale verbliebene Produktionsbasis auf dem Kontinent.

    Allerdings sichert sich Newmont über eine strategische Beteiligung an Awalé Resources Explorationsmöglichkeiten in der Elfenbeinküste. Nach Abschluss der zweiten Finanzierungstranche im August hält der Konzern gut 8,2 %. Insgesamt wurden rund 20,7 Mio. CAD eingesammelt, die primär in das Odienné-Projekt fließen. Auf 797 qkm Joint-Venture-Fläche wurde eine abgeleitete Ressource von 1,71 Mio. Unzen Goldäquivalent definiert. Newmont übernimmt die volle Finanzierung der Exploration, während Awalé die technische Leitung behält.

    Das 2. Quartal von Newmont zeigt die finanzielle Stärke. Mit 2,2 Milliarden USD Free-Cashflow wurde ein Rekord aufgestellt, die Jahresprognose für 5,3 Mio. Unzen bei Gesamtkosten (AISC) von 1.680 USD je Unze bleibt bestehen. Die Beilegung des Rechtsstreits mit Barrick Mining um das Nevada-Joint-Venture sichert Newmont den Zugang zum hochgradigen Fourmile-Projekt. Der jüngste Verkauf von Northumberland zeigt die disziplinierte Portfoliobereinigung. Der Konzern plant mit größeren und attraktiveren Kernbetrieben für die Zukunft.

    Kobo Resources – Goldsystem nimmt Konturen an

    Für die Road Cut Zone des Kossou-Gold-Projekts liegen frische Diamantbohrergebnisse vor, die das Bild eines komplexen Goldsystems zeichnen. Die Mineralisierung beschränkt sich nicht länger auf eine einzelne Struktur, sondern erstreckt sich über mehrere Scherzonen. Dazu gehören die Main Road Cut Shear, die Artisanal Shear und die Contact Zone Fault. Besonders hervorzuheben ist Bohrloch KDD0167 mit einem Abschnitt von 2,0 m und 21,10 g/t Gold in rund 200 m Tiefe. Insgesamt hat Kobo auf dem Projekt inzwischen mehr als 47.850 m in 240 Bohrlöchern niedergebracht, davon über 10.700 m seit Jahresbeginn. Das Unternehmen hat 2 Bohrgeräte im Einsatz, um die Ressourcendefinition und die Suche nach Erweiterungen parallel voranzutreiben.

    Die Contact Zone Fault gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bohrloch KDD0170 traf dort auf 8,0 m mit 2,65 g/t Gold, inklusive einem Teilabschnitt über 3,3 m mit 5,99 g/t. Auch die Artisanal Shear liefert breitere, wenn auch niedriggradigere Abschnitte. Bohrloch KDD0168 ergab 18,0 m mit 0,64 g/t. Für Investoren ist entscheidend, dass die Mineralisierung in alle Richtungen offen bleibt. Das eröffnet Perspektiven für weitere Bohrerfolge. Positiv zu bewerten sind die metallurgischen Tests von SGS, die durchschnittliche Goldausbeuten von rund 97 % über verschiedene Zonen hinweg bestätigten. Das ist ein starker Wert, der für eine spätere Projektwirtschaftlichkeit von Bedeutung sein wird.

    Die Elfenbeinküste wird auch für die großen Goldproduzenten immer interessanter. Das Land verfügt über spannende geologische Zusammensetzungen wie Birimian-Gestein, in denen sich oft große Goldvorkommen befinden. Millionenschwere Übernahmen durch Produzenten wie Endeavour oder Fortuna Silver belegen das Interesse der Branche. Kobo hat sich mit einer Finanzierung über rund 5,5 Mio. CAD im April für das laufende Arbeitsprogramm gestärkt. Der nächste große Katalysator für Aktionäre wird die für das 4. Quartal angekündigte erste Mineralressourcenschätzung sein. Dann werden die Bohrdaten erstmals in eine standardisierte Klassifizierung überführt. Die Hauptversammlung im August bestätigte zudem das bestehende Management. Parallel dazu setzt das Unternehmen mit der vierten Auflage des KOBO CUP sein soziales Engagement in den Partnerdörfern fort.

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    B2Gold - Mali-Genehmigung ebnet Weg für Produktionswachstum

    Nach mehr als 2 Jahren behördlicher Ungewissheit hat B2Gold endlich die langersehnte Menankoto-Abbaugenehmigung für das Fekola-Regional-Projekt in Mali erhalten. Die Genehmigung, die zusammen mit der Dandoko-Explorationslizenz das Herzstück der zukünftigen Produktion bildet, ermöglicht nun den Beginn der Abraum- und Vorbereitungsarbeiten. Das Projekt liegt lediglich 20 km von der bestehenden Fekola-Mühle entfernt, sodass das Material dort verarbeitet werden kann, was Kosten spart. Ab 2028 soll Fekola Regional jährlich mehr als 150.000 Unzen beitragen und damit die Betriebsdauer des gesamten Komplexes bis weit in die 2030er-Jahre verlängern. Die malische Regierung hält künftig 35 % an dem Projekt.

    Das 2. Quartal lieferte gemischte, aber im Kern solide Ergebnisse. Während Fekola, Masbate und Otjikoto die Erwartungen übertrafen, kämpfte die Goose-Mine mit den Nachwirkungen eines Brandes in der Brechanlage im April. Die Produktion dort brach ein, während die konsolidierte Förderung mit rund 204.000 Unzen dennoch im Plan lag. Die Reparaturen schreiten voran, und im 3. Quartal soll die Durchsatzkapazität auf 3.200 t pro Tag steigen. Der Abschluss der Gold-Vorauszahlungsvereinbarung ermöglicht künftige Verkäufe zum Spotpreis. Zudem verbesserte sich die Kostenprognose. Die AISC für das laufende Jahr wurden auf 2.370 bis 2.550 USD je Unze gesenkt.

    Der Verkauf des 70 %-Anteils am finnischen Fingold-Projekt an Agnico Eagle brachte 325 Mio. USD und stärkte die Bilanz. Mit 287 Millionen USD an liquiden Mitteln und reduzierter Verschuldung ist das Unternehmen gut aufgestellt. Der Wegfall der Vorauszahlungsverpflichtungen dürfte im zweiten Halbjahr zu einem deutlichen Anstieg des freien Cashflows führen. Analysten erwarten, dass sich dieser von etwa 368 Mio. USD im laufenden Jahr auf rund 1,1 Mrd. USD 2027 fast verdreifachen könnte. Die Produktionsprognose für 2026 wurde auf 820.000 bis 920.000 Unzen eingegrenzt, vor allem getragen von den stabilen Betrieben in Namibia und auf den Philippinen.


    Der hohe Goldpreis von zeitweise 4.700 USD sorgt in Westafrika für einen neuen Förderboom. Newmont nutzt seine operative Stärke und bereinigt konsequent das Portfolio, um mit niedrigen Kosten und starkem Free-Cashflow zu glänzen. Kobo Resources treibt die Erkundung des Kossou-Projekts mit soliden Bohrergebnissen zielstrebig voran, wobei mit der ersten Ressourcenschätzung im 4. Quartal eine wichtige Nachricht ins Haus steht. B2Gold hingegen hat mit der langersehnten Menankoto-Genehmigung in Mali das größte regulatorische Hindernis ausgeräumt und ebnet den Weg für erhebliches Produktionswachstum ab 2028.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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