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10.08.2023 | 05:10

Palantir, First Phosphate, E.ON – Ein Jahrzehnt voller Wachstum

  • Energiewende
  • KI
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die Klimawende erfordert erhebliche Investitionen in die Energieinfrastruktur, wodurch Unternehmen wie der Versorger E.ON über das Jahrzehnt hinaus profitieren dürften. Ein weiterer Nutznießer dieser Transformation sind Produzenten der für die Energiewende benötigten Rohstoffe, bei denen bereits jetzt in Teilen die Nachfrage das knappe Angebot übersteigt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088 , FIRST PHOSPHATE CORP | CA33611D1033

Inhaltsverzeichnis:


    E.ON – Getrieben von der Energiewende

    Wie der CFO des Energieversorgers Marc Spieker der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in einem Interview mitteilte, gehe E.ON von „mindestens einem Wachstumsjahrzehnt aus. In diesem Zeitraum müsse der Ausbau der Energieinfrastruktur massiv beschleunigt werden. Dabei befinde sich der Konzern aus Essen in einer besonderen Rolle. Das Energienetz des Konzerns habe eine zentrale Bedeutung, um die Energiewende in Deutschland zu schaffen. Hohe Investitionen seien nötig. "Es gibt jetzt nur eine Antwort: Investieren, investieren, investieren", so der Manager.
    Vor dem Hintergrund eines nachlassenden Zinsergebnisses hat der Energiegigant im 2. Quartal geringere Erträge als im vergangenen Jahr eingefahren. Für den Zeitraum von April bis Juni stand ein Gewinn von 1,16 Mrd. EUR, was einen Rückgang von 19 % bedeutet.

    Ende Juli hatte E.ON bereits vorläufige Halbjahreszahlen veröffentlicht, die nun bestätigt wurden, genauso wie die vor zwei Wochen nach oben korrigierte Jahresprognose. Ein Teil der aktualisierten Ziele ist ein ambitionierteres Investitionsbudget: Für 2023 beabsichtigt E.ON, 5,8 Mrd. EUR zu investieren, eine Steigerung von 1 Mrd. EUR gegenüber den vorigen Schätzungen. Im 1. Quartal wurden bereits 1 Mrd. EUR investiert, und nach sechs Monaten belief sich der Wert auf 2,4 Mrd. EUR, ein Anstieg von über einem Drittel gegenüber dem Vorjahr.
    Im Anschluss an die Quartalszahlen erneuerte die US-Bank J.P. Morgan ihr Kursziel von 13 EUR mit dem Anlagevotum „Übergewichten“. Zum aktuellen Kurs bedeutet dies ein Potenzial von rund 20 %.

    First Phosphate – Hervorragende Ergebnisse

    Von der Energiewende profitiert das kanadische Unternehmen First Phosphate durch den Umstieg vom Verbrenner-Motor zum mit Batterie betriebenen Automobil enorm. John Passalacqua, CEO von First Phosphate, wies auf einen möglichen Engpass im Bereich Phosphat, einer essenziellen Komponente für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), hin, der voraussichtlich bis 2026 die Industrie treffen wird. Neben Kupfer und Lithium ist Phosphat von zentraler Bedeutung für die Batteriespeicherung in modernen Fahrzeugen. LFP-Batterien haben sich in der jüngsten Vergangenheit aufgrund ihrer überlegenen Brandsicherheit, Langlebigkeit und kosteneffizienten Vorteile durchgesetzt. Schwergewichte der Automobilindustrie wie Tesla, Volkswagen und Mercedes setzen mittlerweile verstärkt auf diese Technologie im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Daten von Fortune Business Insights deuten darauf hin, dass der globale Markt für LFP-Batterien von 10 Mrd. USD im Jahr 2021 auf 50 Mrd. USD bis 2028 ansteigen wird.

    First Phosphate positioniert sich strategisch in einem dynamisch wachsenden Sektor. Mit ihrem Hauptaugenmerk auf die Gewinnung und Aufbereitung von Phosphat zur Produktion von Kathodenmaterial für die LFP-Technologie hat das Unternehmen Liegenschaften in der Region Saguenay-Lac-St-Jean in Quebec komplett erworben. Diese über 1.500 km² Landfläche bietet nicht nur eine hervorragende Infrastruktur, sondern auch seltene Anorthosit-Eruptivphosphatgesteine, aus denen qualitativ hochwertiges Phosphat ohne schädliche Verunreinigungen gewonnen wird. Dieses Rohmaterial durchläuft diverse Verarbeitungsprozesse, um schließlich als hochreine Phosphorsäure in Batteriequalität in die Produktionsketten namhafter nordamerikanischer LFP-Batteriehersteller zu gelangen.

    Ein bedeutender Fortschritt in der Geschichte von First Phosphate war die kürzliche Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Produktion von Phosphatkonzentrat, die sich im Besitz der SGS Canada Inc. in Quebec befindet. Mit der Vorlage der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde jetzt ein weiterer Meilenstein erreicht. Die Zahlen prognostizieren ein Minenleben von 14,2 Jahren und eine steuerliche Amortisationszeit von 4,9 Jahren bei einem erwarteten Cashflow von 567 Mio. CAD in den ersten fünf Jahren. Eine wichtige Erkenntnis aus der PEA ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts. Es wird erwartet, dass jährlich 425.000 t Phosphatkonzentrat mit einem Gehalt von über 40 % P2O5 sowie 280.000 t Magnetit und 97.000 t Ilmenit gefördert werden. Bei einem Diskontsatz von 5,0 % wird ein vorsteuerlicher Kapitalwert von 795 Mio. CAD und ein interner Zinsfuß (IRR) von 21,7 % errechnet. Steuerlich angepasst ergibt sich ein Kapitalwert vor Steuern von 511 Mio. CAD und ein IRR von 17,2 %.

    Der Börsenwert von First Phosphate liegt aktuell bei 17,87 Mio. CAD. Eine Absichtserklärung über die Abnahme von bis zu 400.000 t Phosphatkonzentrat pro Jahr durch die belgische Firma Prayon Technologies besteht bereits. Dennoch liegt laut PEA ein Kapitalaufwand von 550 Mio. CAD bis zum Produktionsstart vor, so dass weiter starke strategische Investoren gefunden werden müssen. Sollte dies gelingen, steht First Phosphate vor einer Neubewertung.

    Palantir – Dämpfer nach den Zahlen

    Neben der Transformation von Wirtschaft und Industrie steht das Thema Künstliche Intelligenz am Beginn eines Superzyklus. Die vierte technische Revolution, die auf der Informations- und Kommunikationstechnologie basiert und von Künstlicher Intelligenz getrieben wird, fand ihren Zugang zum Mainstream mit dem Start des Chatbots ChatGPT 3.5 im November des vergangenen Jahres. Seitdem haussieren Unternehmen aus diesem Sektor. Einer dieser Hauptprofiteure ist das Datenanalyseunternehmen Palantir. Seit Beginn des Jahres konnte die Aktie des Unternehmens aus Denver in der Spitze um mehr als 240 % auf ein Jahreshoch von 20,24 USD zulegen.

    Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum 2. Quartal wurde diese Aufwärtsbewegung jedoch zuerst einmal gestoppt. Im Handelsverlauf verlor das Papier mehr als 12% und notiert im Bereich von 16,80 USD. Ein Rücksetzer sogar in die Zone von 14 USD wäre für einen weiteren Anstieg sogar möglich. Langfristig dürfte die Palantir-Aktie aufgrund ihrer Marktstellung noch weit höhere Gefilde in Angriff nehmen.

    Die Experten für Datenanalyse generierten in den Monaten Mai bis Juni Erlöse von 533 Mio. USD. Dies markiert einen Anstieg von 13 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal und trifft genau die Konsensschätzungen der Analysten. Das Nettoergebnis von Palantir belief sich auf 28 Mio. USD. Dies resultiert in einem Ertrag von 0,01 USD je Aktie und kennzeichnet das dritte aufeinanderfolgende profitable Quartal.

    Für das 3. Quartal prognostiziert die Geschäftsführung um CEO Alex Karp einen Umsatz im Bereich von 553 Mio. bis 557 Mio. USD. Der Marktkonsens erwartete 553 Mio. USD. Das adjustierte operative Ergebnis wird von dem Unternehmen mit 135 Mio. bis 139 Mio. USD angegeben, was signifikant über den 131 Mio. USD liegt, die von Analysten der Wall Street vorhergesehen wurden. Parallel zur Ergebnispräsentation hat Palantir ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1 Mrd. USD angekündigt.


    E.ON erwartet für mindestens das kommende Jahrzehnt starkes Wachstum. Von der Transformation des Verkehrs profitiert First Phosphate, während Palantir einen der herausragenden Player im Sektor der Künstlichen Intelligenz darstellt.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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