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13.02.2023 | 05:10

Rheinmetall, Almonty Industries, Lynas – Aufrüstung, jetzt!

  • Kritische Rohstoffe
  • Elektromobilität
  • Rüstung
Bildquelle: Rheinmetall AG

Die Entscheidung über die Leopard-Lieferungen in die Ukraine ist bereits gefallen, jetzt geht es bereits um die Bereitstellung weiterer schwerer Geschütze wie den von Rheinmetall entwickelten Superpanzer „Panther“. Zudem diskutieren die Nato-Staaten über die Bereitstellung von Kampfflugzeugen. Dabei wird erneut ein wichtiger Punkt vergessen. Die Produktion dieser Waffensysteme benötigt kritische Metalle, deren Markt weitgehend von China dominiert wird. Die nächste Abhängigkeit ist somit vorprogrammiert.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Raus aus der Abhängigkeit

    Am globalen Wolframmarkt besitzt China die Marktmacht, das sowohl Angebot als auch Verbrauch kontrolliert. Die verstärkten Regulierungen und Beschränkungen der chinesischen Regierung für die Ausfuhr von Wolframerz, sowie gestiegene Inlandsnachfrage treiben den Nettoimporteur-Status Chinas weiter an. Hohes Wachstum in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Bergbau- und Elektronikbranche sind weitere Faktoren für diese Marktstellung. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Wolfram jährlich zwischen 3% und 7% pro Jahr wächst. Befeuert durch den steigenden Bedarf in der Luft- und Raumfahrtbranche und der wachsenden Nachfrage nach Elektroden, Leuchtfäden oder Kontakten im Hinblick auf die erneuerbaren Energien ist eine Angebotsknappheit des kritischen Metalls vorprogrammiert. Hartmetalle werden zudem weiterhin den größten Anteil am Verbrauch von verarbeitetem Wolfram ausmachen.

    Um die Abhängigkeit, nicht nur am Wolframmarkt zu begrenzen, suchen die westlichen Staaten händeringend nach Produktionsstätten außerhalb der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und fördern diese mit Milliardenprogrammen. Woulfe Mining, eine 100%-Tochter des kanadischen Unternehmens Almonty Industries, errichtet aktuell die mit Abstand größte Wolfram-Produktionsstätte in der westlichen Hemisphäre.

    Das Projekt Almonty Korea Tungsten soll bei Vollauslastung für 30% der weltweiten Versorgung außerhalb Chinas verantwortlich sein. Es besteht bereits ein Abnahmevertrag über 15 Jahre mit der österreichischen Plansee-Gruppe, welcher Almonty einen Cash Flow in Höhe von 590 Mio. USD sichert. Der Baufortschritt liegt im Zeitplan, der Produktionsstart ist für 2024 vorgesehen. Auch bei den Kosten befindet sich das Unternehmen trotz steigender Rohstoff- und Energiekosten innerhalb des Budgets. Die Minenlaufzeit wird mit 90 Jahren angegeben.

    Die Analysten von Sphene Capital vergaben in ihrer jüngsten Studie ein „buy“-rating mit einem Kursziel von 1,66 CAD, was zum aktuellen Aktienkurs ein Potenzial in Höhe von knapp 130% darstellt.

    Rheinmetall – Der Leopard und der Panther

    Dass der Rheinmetall-CEO Armin Papperger geschäftstüchtig ist und das Momentum zur Generierung weiterer Aufträge nutzt, steht außer Frage. Nachdem die Debatte über die Lieferung von Leopard-Panzern in die Ukraine durch den neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius abgesegnet wurde, bringt der Firmenlenker des Düsseldorfer Rüstungskonzerns bereits weitere schwere Waffen ins Spiel. Logischerweise handelt es sich hierbei um Entwicklungen aus dem Hause Rheinmetall.

    So äußerte sich Armin Pappberger anlässlich ein Interviews mit dem „Handelsblatt“ über mögliche Lieferungen des Superpanzers „Panther“. Die Ukraine habe bereits Interesse am Kauf des Panthers und auch des Schützenpanzers Lynx bekundet.

    Der Vorteil des Panthers liege laut dem Firmenlenker darin, dass er einen besseren Schutz bietet und stärkere Waffensysteme aufbietet. Zudem müsste kein Staat etwas aus seinem Bestand abgeben, da der Panther neu gebaut werden würde. Der Panther ist ein Kampfpanzer von Rheinmetall, der mit einer 130-Millimeter-Kanone ausgestattet ist. Er bietet mehr als 50% höhere Feuerkraft und erhöhte Reichweite im Vergleich zu anderen Panzern wie dem Leopard 2 oder Challenger 2. Der Panther ist außerdem mit einem Koaxial-Maschinengewehr ausgerüstet für noch mehr Feuerkraft und Schutz.

    Die aktuell positive Nachrichtenlage führte die Aktie der Rheinmetall auf ein neues Allzeithoch bei 231,70 EUR. Nächste Hürde wäre jetzt der seit 2018 ausgebildete Aufwärtstrend bei 247,20 EUR.

    Lynas Rare Earths – Erhöhte Nachfrage

    Mit Sicherheit dürfte sich auch Rheinmetall erkundigt haben, ob die Lieferung von seltenen Erdmetallen für den Bau der schweren Geschütze gewährleistet ist. Denn China besitzt bei den für die Klimawende und die Rüstungsindustrie existenziellen seltenen Erdmetallen die Oberhand und besitzt auf die gesamte Wertschöpfungskette mit dem Abbau und der Aufbereitung eines Seltenerdkonzentrats, dem Schmelzen und die Trennung von Seltenerdoxiden sowie der Raffination zur Produktion von Seltenerdmetallen mit über 90% eine marktbeherrschende Stellung.

    Eine der wenigen Produktionsstätten der westlichen Welt besitzt Lynas Rare Earths. Das australische Bergbauunternehmen ist auf die Gewinnung seltener Erden fokussiert. Ihr Bergwerk Mount Weld befindet sich in Western Australia und ihre Aufbereitungsanlage in Kuantan, Malaysia. Diese ermöglicht es ihnen, hochwertige Seltene Erden für den Export nach Asien, Europa und Amerika zu produzieren.

    Aufgrund der starken Nachfrage im Zusammenhang mit der Klimawende, Dekarbonisierung und Rüstungsindustrie stieg der Umsatz des Unternehmens im zweiten Quartal um 14,8%. Die Nachfrage nach Neodym und Praseodym ist weiter angestiegen, da diese für die Herstellung von Dauermagneten benötigt werden, die Elektromotoren antreiben. Der Umsatz belief sich auf 232,7 Millionen AUD gegenüber 202,7 Millionen AUD im Vorjahreszeitraum mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 62,5 AUD pro kg im Vergleich zu 54 AUD pro kg im letzten Jahr.

    Die Produktion von Seltenerdoxidtonnen stieg auf 1.508 gegenüber 1.359 im letzten Jahr und die Minenproduktion verbesserte sich nachdem technische Probleme behoben wurden. Lynas ist somit der größte Produzent von Seltenem Metall außerhalb Chinas.


    Durch die Aufrüstung aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien werden vermehrt kritische Metalle wie Wolfram oder seltene Erdmetalle benötigt. Lynas und Almonty Industries sind in ihren Segmenten außerhalb Chinas führend. Rheinmetall nutzt aktuell das Momentum.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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