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08.05.2023 | 05:10

Stark wachsende Nachfrage - Rheinmetall, Almonty Industries, Nio

  • Rüstungsindustrie
  • Rohstoffe
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Die Zeitenwende und der daraus gestiegene militärische Bedarf füllen weiterhin die Auftragsbücher der Rüstungskonzerne weltweit. Dieser Trend dürfte durch die Strategie der Politik, Frieden mit schweren Waffen zu erzwingen, noch weit über das laufende Jahr hinausreichen. Ein weiterer Boom, der gerade erst begonnen hat, ist die Transformation des Verkehrswesens. Um die Nachfrage zu befriedigen, ist ein deutlich höherer Bedarf an kritischen Rohstoffen vonnöten. Jedoch befinden sich die Produktionsstätten zumeist in chinesischen Händen. Um die Lieferketten aufrecht erhalten zu können, sind Alternativen in der westlichen Welt elementar.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall AG – Weiter im Soll

    Laut dem Vorstandsvorsitzenden des integrierten internationalen Technologiekonzerns, Armin Papperger, liege man nach den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2023 klar auf Kurs, die aktuellen Jahresprognosen, die am 16. März 2023 mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2022 kommuniziert wurden, zu erfüllen. Dabei strebt Rheinmetall Umsätze in Höhe von 7,4 Mrd. EUR bis 7,6 Mrd. EUR an, bei einer operativen Ergebnisrendite von rund 12 %.

    In den Monaten Januar bis März erreichten die Düsseldorfer einen Konzernumsatz von 1,4 Mrd. EUR, was eine Steigerung um 7,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet. Dagegen fiel das operative Ergebnis mit 73 Mio. EUR um 19 Mio. EUR geringer aus, als im ersten Quartal des Jahres 2022. Als Gründe für die rückläufige Entwicklung wurden negative Ergebnisbeiträge des chinesischen Joint Ventures und einer weiteren Beteiligungsgesellschaft genannt. Die operative Ergebnismarge des Konzerns reduzierte sich dadurch von 7,3 % auf 5,4 %. Dagegen stieg das Ergebnis pro Aktie von 1,08 EUR auf nunmehr 1,15 EUR im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

    Positiv nahmen die Analysten das vorgelegte Zahlenwerk auf. So erhöhte Deutsche Bank Research das Kursziel für das DAX-Unternehmen von 270 auf 275 EUR, das Votum wurde mit „Buy“ wiederholt. So sei der Auftragseingang im Rüstungsgeschäft besser als prognostiziert, während das Autogeschäft auf den Margen laste. Die US-Bank JP Morgan sieht für Rheinmetall weiterhin ein Kursziel von 310 EUR und wiederholte das Urteil „Overweight“.

    Almonty Industries – Update bestätigt erfolgreiche Bauphase

    Die Verfügbarkeit kritischer Metalle wurde spätestens nach dem Beginn des Ukrainekrieges zum zentralen Thema bei Politik und Wirtschaft. Ob seltene Erdmetalle oder Wolfram, China beherrscht den Markt und kontrolliert hierbei sowohl die Angebots- als auch Nachfrageseite. Durch den global steigenden Bedarf des wichtigen Metalls, das als Härtungsmetall in Legierungen der Rüstungs- und Hightech-Industrie zum Einsatz kommt und elementar für den Ausbau der erneuerbaren Energien ist, kommt die Errichtung einer Mine in Südkorea, die bei Fertigstellung und Vollauslastung rund 30 % der weltweiten Wolframversorgung ex-China übernimmt, wie gerufen.

    Verantwortlich für den Bau ist Woulfe Mining, eine 100%ige Tochter der Almonty Industries. Das kanadische Unternehmen besitzt bereits eine Mine in Panasqueira in Portugal und fördert dort rund 78.000 metrische Tonnen Wolfram-Trioxid pro Jahr, was einem Bruttoerlös von über 20 Mio. CAD gleichkommt. Außerdem befinden sich zwei weitere Projekte in Spanien im Genehmigungsprozess und dürften die europäische Versorgung in den kommenden Jahren stützen.

    Der Minenausbau in Südkorea wird anteilig durch einen Kredit von der KfW-IPEX-Bank gewährt und belief sich zu Beginn auf 75,1 Millionen USD. In einem kürzlich veröffentlichten Bau- und Finanzierungsupdate wurde bekannt, dass sich der im Rahmen der KfW-Kreditfazilität in Anspruch genommene Betrag aktuell auf 32,3 Mio. USD beläuft.

    Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig. Bereits im März wurde ein neues 4-MW-Stromsystem, dass das provisorische 950-KW-System für die Mineninfrastruktur ersetzt, abgeschlossen. Außerdem gab Almonty bekannt, dass 99 % der Ausrüstung für die Kugelmühle und die SAG-Mühle in Südkorea eingetroffen sind. Alle technischen Pläne seien fertiggestellt, zudem wurde mit dem Abtragen der Oberfläche begonnen, um das Gelände für den Bau vorzubereiten.

    Almonty Industries notiert aktuell bei 0,61 CAD. Die Analysten von Sphene Capital vergaben in ihrer jüngsten Studie ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 1,66 CAD, was zum aktuellen Aktienkurs einem Potenzial in Höhe von über 160 % gleichkommt.

    Nio – Umstellung belastet

    Während die Verkäufe bei den größten Elektroautomobilbauern in China im April weiter neue Rekorde brachen und sich wie beim Marktführer BYD nahezu verdoppelten, legte Nio aufgrund einer schwachen Nachfrage und einer Produktionsumstellung für ihre SUV´s um lediglich 31 % auf 6.658 Einheiten gegenüber dem April des Jahres 2022 zu.

    Nio befindet sich in einer Übergangsphase von der Nio Technology NT1.0-Plattform (EC6, ES6, ES8) zur neuen NT2.0-Plattform, welche die Modelle ES7, in Europa als EL7 bekannt, und ET5 umfasst. Im April begann das chinesische Unternehmen mit der Auslieferung des neuen EC7-Modells und stellte auf der Shanghai Auto Show den ES6 vor. Die Auslieferung des ES6 an Kunden soll im Mai beginnen, einen Monat später soll der ES8 folgen.

    Zudem plant Nio die weitere Expansion nach Europa und hat dort kein geringeres Ziel, als den Wolfsburger Autokonzern Volkswagen zu attackieren. Im Spiegel berichtete CEO William Li davon, günstigere Elektroautos für unter 30.000 EUR anzubieten. Dazu werden im Laufe des Jahres zwei neue Modelle erwartet, die für den Massenmarkt geplant seien.

    Nach einem Absturz der Nio-Aktie, allein in diesem Jahr verlor der Autobauer weitere 20 %, könnte sich nach dem Erreichen eines neue Jahrestiefs, im Bereich von 8,00 USD ein Boden bilden. Von Seiten der Indikatoren kommen positive Zeichen. So generierten sowohl MACD als auch RSI frische Kaufsignale.


    Die Rheinmetall AG hält nach der Verkündung der Quartalszahlen an den Jahresprognosen fest. Nio plant die weitere Expansion nach Europa. Almonty liegt beim Bau der Sangdong-Mine weiter im Plan.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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