04.11.2026 | 05:36
Wer kassiert beim Energieumbau? RE Royalties, Nordex und RWE im Vergleich!
Der Ausbau des Energiesystems verschlingt viel Kapital, aber eröffnet Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Geschäftsmöglichkeiten. Doch an welcher Stelle verdienen Aktionäre am meisten? Die kanadische RE Royalties setzt bei der Finanzierung an. Das Unternehmen stellt erneuerbaren Energieprojekten Kapital zur Verfügung und erhält dafür Zinsen sowie langfristige Beteiligungen an den Projekterlösen (Royalties). Nordex verdient dagegen mit Windkraftanlagen sowie deren Wartung und hob zuletzt das Margenziel an. RWE verdient mit Stromerzeugung, Handel und Infrastruktur und treibt den Ausbau seines Energieportfolios voran. Wer besitzt die besten Karten?
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: RE Royalties Ltd | CA75527Q1081 , NORDEX SE | DE000A0D6554 , RWE AG ADR 1 | US74975E3036
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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RE Royalties: Aktienkurs spiegelt Erfolge nicht wider
RE Royalties stellt Entwicklern und Betreibern erneuerbarer Energieprojekte Kapital zur Verfügung. Das Unternehmen kombiniert besicherte zinstragende Darlehen mit Royalties, welche eine Beteiligung an Projektumsätzen darstellen. Kunden erhalten dadurch eine Finanzierungsalternative, bei der sie keine Unternehmensanteile abgeben müssen, die Kanadier erwirtschaften attraktive Renditen.
RE Royalties baut sein internationales Portfolio, welches mehr als 100 Royalty-Beteiligungen umfasst, konsequent weiter aus. Für 1,5 Mio. USD sicherten sich die Kanadier zuletzt eine langfristige Umsatzbeteiligung an neun bereits betriebenen Solardachanlagen auf den Philippinen. Wie das Geschäftsmodell wirken kann, zeigt ein Biomethanprojekt in Wisconsin. Das Darlehen über 4,6 Mio. USD wurde vollständig zurückgezahlt, die vertraglichen Royalty-Zahlungen laufen nun noch zehn Jahre weiter.
Zusätzliches Wachstum verspricht die Zusammenarbeit mit Solaris Energy. RE Royalties hat weitere 1 Mio. USD in Umsatzbeteiligungen am US-Solarportfolio von Solaris Energy investiert und sein Engagement damit auf 4,8 Mio. USD erhöht. Eine unverbindliche Absichtserklärung mit Solaris eröffnet ein zusätzliches Finanzierungspotenzial von 62,7 Mio. USD für 96 weitere Projekte mit zusammen rund 190 MW Leistung.
Momentan notiert die Aktie bei 0,28 CAD, womit die Kanadier mit 12 Mio. CAD bewertet sind. Zudem profitieren Anleger mit einer jährlichen Ausschüttung von 0,04 CAD, einer Dividendenrendite von deutlich über 10 % p.a. Bewegung könnte die im März eingeleitete Prüfung strategischer Alternativen in der Zukunft bringen. Angesichts der niedrigen Unternehmensbewertung wurde eine Prüfung zusammen mit PwC Corporate Finance in Auftrag gegeben, neue Finanzierungsmöglichkeiten, strategische Partnerschaften und einen möglichen Unternehmensverkauf zu überprüfen und somit Shareholder Value zu schaffen.
Nordex: Mehr als 50 % Kurspotenzial?
Nordex verdient mit der Entwicklung, Herstellung und Errichtung von Windkraftanlagen an Land sowie deren Wartung. Kunden sind Projektentwickler und Betreiber. Die Anteilsscheine haben 2026 gut performt und weisen beim aktuellen Kurs von 38 EUR einen Zuwachs von gut 30 % seit Jahresbeginn aus. Mitte Oktober hob die Gesellschaft auf Basis eines besser als erwarteten dritten Quartals die 2026er Zielmarke für die EBITDA-Marge an. Alle anderen Kennzahlen der Guidance blieben unverändert.
Nach den vorläufigen Zahlen vom 15. Oktober erzielte Nordex im dritten Quartal rund 2,19 Mrd. EUR Umsatz und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 278 Mio. EUR. Die Marge kletterte im Berichtszeitraum auf 12,7 %. Höhere Serviceprofitabilität und bessere Projektabwicklung trugen dazu bei. Das Management setzte nun eine EBITDA-Marge von 11,5 bis 12,5 % bei einem Umsatz von 8,2 bis 9,0 Mrd. EUR als Ziel für das laufendende Geschäftsjahr. Die endgültigen Quartalszahlen legen die Norddeutschen am 5. November vor.
Mit einem 2027er KGV von 14 ist der Titel moderat bewertet. Durchschnittlich trauen Analysten den Anteilsscheinen ein Kursziel von 51 EUR zu, ein Upside von über 30 %. Teilweise sind die Experten deutlich optimistischer. Berenberg erhöhte zuletzt das Kursziel auf 61 EUR und nennt dafür mehrere Gründe. Nordex stelle unter Beweis, den wachsenden Auftragsbestand erfolgreich abzuarbeiten und im Wartungsgeschäft zunehmend profitabler zu werden. Das könnte auch Spielraum eröffnen, die mittelfristigen Ziele für die operative Marge anzuheben.
RWE: Klare Wachstumsziele
RWE besitzt und betreibt Windparks, Solaranlagen, Speicher und konventionelle Kraftwerke, handelt Energie und baut seine Netzinfrastruktur-Beteiligung aus. Erlöse entstehen durch Stromverkäufe und weitere energiewirtschaftliche Leistungen. Der Konzern verbindet damit laufendes Geschäft mit umfangreichen Investitionen.
Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern das bereinigte EBITDA um mehr als 40 % auf 3,0 Mrd. EUR, das bereinigte Nettoergebnis je Aktie wuchs sogar um über 60 % auf 1,77 EUR. Seit Jahresbeginn gingen Anlagen mit 752 Megawatt Erzeugungsleistung ans Netz, weitere 10,3 Gigawatt befinden sich im Bau. Der Ausbau soll das Gewinnwachstum langfristig tragen. Für 2026 erwartet das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,60 bis 3,30 EUR.
Bis 2031 strebt RWE beim bereinigten Ergebnis je Aktie einen durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 10 % auf 4,55 EUR an. Auch die Aktionäre sollen profitieren. Für 2026 bestätigt der Konzern sein Dividendenziel von 1,32 EUR je Aktie. Bei den Neunmonatszahlen am 11. November werden deshalb neben dem Ergebnis besonders Investitionen, Verschuldung und der Fortschritt der Bauprojekte zählen. Analysten trauen dem Titel ein Upside von gut 20 % in den kommenden 12 Monaten zu.
Fazit
RE Royalties bietet mit seinem Portfolio von über 100 Royalty-Beteiligungen ein interessantes Geschäftsmodell. Anleger erhalten Zugang zu einem bunten Strauß von Finanzierungen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und profitieren zudem von einer hohen Dividendenrendite. Nordex liefert mit steigenden Margen die Basis für weitere Kurszuwächse. RWE verbindet ein breiteres Geschäft mit langfristigen Gewinn- und Dividendenzielen.
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