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20.10.2026 | 05:42

Enel, NextEra Energy und RE Royalties: Solarstrom als Einnahmequelle

  • Regenerative Energie
  • Royalties
  • Solar
  • Batteriespeicher
  • Finanzierung
Bildquelle: Nano Banana KI

Wenn Energiekonzerne wie Enel Solarparks kaufen und NextEra Energy seinen Bestand an Projekten für regenerative Energie ausbaut, zeigt das, worauf es diesen Konzernen wirklich ankommt: planbare Erträge aus erneuerbaren Anlagen sind gefragt wie nie. Das Geschäftsmodell von RE Royalties setzt genau hier an: Der Finanzier verdient an ähnlichen Anlagen mit, ohne diese zwingend in großem Stil selbst besitzen zu müssen. Um seine wachsende Projektpipeline zu finanzieren, prüft RE Royalties derzeit strategische Optionen bis hin zu einem Verkauf.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: RE Royalties Ltd | CA75527Q1081 , ENEL S.P.A. ADR | US29265W2070 , NEXTERA ENERGY INC.DL-_01 | US65339F1012

Inhaltsverzeichnis:


    Enel: Zukauf fertiger US-Solarkraftwerke

    Der italienische Versorger Enel sichert sich regelmäßige Erträge durch den Zukauf fertiger Anlagen. Anfang Oktober 2026 schloss Enel Green Power North America die Übernahme von sieben laufenden US-Solarkraftwerken ab. Die Anlagen, die das Unternehmen von einem US-Versorger kaufte, kommen auf eine Gesamtleistung von rund 270 MW. Der Kaufpreis lag bei rund 140 Mio. USD.

    NextEra Energy: Projektbestand wächst rasant

    Auch NextEra Energy verdeutlicht die Größenordnung des Marktes. Der US-Versorger treibt den Ausbau von Erneuerbare-Energien-Projekten mit Nachdruck voran. Allein im zweiten Quartal 2026 erweiterte NextEra Energy seinen Backlog an vertraglich gesicherten Wind-, Solar- und Speicherprojekten um weitere 3,6 GW. Vor der US-Börseneröffnung am Mittwoch wird das Unternehmen aktuelle Zahlen zum dritten Quartal vorlegen. Die Entwicklung zeigt, wie stark Konzerne derzeit auf langfristig planbare Projekte für regenerative Energie setzen.

    RE Royalties: Finanzierung gegen Umsatzbeteiligung

    Genau diese laufenden Erträge aus grünen Energieprojekten nutzt RE Royalties für sich. RE Royalties stellt Entwicklern Kapital bereit, oft als Kombination aus besichertem Kredit und langfristiger Umsatzbeteiligung. Die Sätze reichen je nach Projekt von unter 1 % bis in den zweistelligen Bereich. Daneben betreibt das Unternehmen seit Ende 2024 eigene Batteriespeicher- und Dach-Solaranlagen in Ontario. Das Portfolio umfasst 129 Royalties sowie eigene Anlagen, zusammen rund 140 Projekte. Nach eigenen Angaben erzielte das Portfolio seit der Gründung eine ungehebelte interne Verzinsung (IRR) von über 19 %. Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte RE Royalties jedoch einen Nettoverlust von 1,053 Mio. CAD. Für 2025 schüttete RE Royalties insgesamt 0,03 CAD je Aktie aus, seit Dezember 2025 legt der Board die Dividende jedoch nur noch jährlich fest; für 2026 wurde bis Ende August keine Ausschüttung beschlossen.

    Die Aktie von RE Royalties fiel zuletzt auf rund 0,30 CAD.
    Die Aktie von RE Royalties fiel zuletzt auf rund 0,30 CAD.

    RE Royalties: Strategische Prüfung und Deal-Pipeline

    Ende März 2026 leitete RE Royalties einen formalen Strategic Review ein und beauftragte PwC Corporate Finance als Finanzberater. Ein Sonderausschuss des Boards prüft ergebnisoffen Optionen wie Partnerschaften, Finanzierungen oder den vollständigen Verkauf des Unternehmens. Ein Grund für diesen Schritt ist der Kapitalbedarf für neues Wachstum. Nach Unternehmensangaben umfasst die indikative Pipeline mehr als 20 potenzielle Kunden mit einem Volumen von mehreren hundert Mio. CAD. Bei einer Marktkapitalisierung von zuletzt rund 13 Mio. CAD ist eine Finanzierung aus eigener Kraft für RE Royalties kaum darstellbar. Dass Royalty-Portfolios Käufer finden, zeigte im März 2026 Altius Minerals mit der rund 520 Mio. CAD schweren Übernahme der Lithium Royalty Corp. Dabei ging es allerdings um Rohstoff-Royalties, nicht um regenerative Energien. Bis August investierte RE Royalties in drei Tranchen insgesamt 4,8 Mio. USD in Royalties auf das Solaris-Portfolio. Eine unverbindliche Absichtserklärung sieht weitere bis zu 62,7 Mio. USD vor, insgesamt also bis zu 67,5 Mio. USD.

    Fazit: Strategic Review als Wendepunkt?

    Der laufende Strategic Review könnte klären, welchen Wert Käufer oder Partner dem Portfolio von RE Royalties beimessen, wobei laut Unternehmen Gespräche mit verschiedenen Interessenten stattfinden, ein Ergebnis jedoch nicht zugesichert ist. Den Chancen stehen auch deutliche Risiken gegenüber: Das Management selbst sieht wesentliche Unsicherheiten. Da das Eigenkapital negativ ist (minus 6,9 Mio. CAD Ende Juni 2026) und die Pipeline ohne Partner oder Käufer nur mit verwässernden Kapitalmaßnahmen zu stemmen sein dürfte, kommt es auf neue Wege an. Ob der Review zu einer Transaktion führt, ist völlig offen, wenngleich die Rahmenbedingungen für das Geschäftsmodell gut sind. Die Aktie von RE Royalties ist aktuell ein spekulatives Papier.

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    Der Autor

    Nico Popp

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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