22.09.2026 | 05:30
Royalty-Modell im Kupfer-Gold-Boom – wie Rio Tinto, Globex Mining und Franco-Nevada vom selben Megatrend profitieren
Kupfer und Gold klettern gleichzeitig auf hohe Niveaus. Das gab es selten. An der London Metal Exchange kostete eine Tonne Kupfer zuletzt 14.779 USD, Gold notiert bei über 4.300 USD je Unze. Zentralbanken kauften allein im zweiten Quartal 288,9 t des Edelmetalls. Gleichzeitig sank die globale Kupferminenförderung im ersten Halbjahr um 1,1 %. Von der Entdeckung bis zur ersten geförderten Tonne vergehen 12 bis 15 Jahre. Die hohen Preise können den Minen also nicht auf die Sprünge helfen. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die am Defizit verdienen: Rio Tinto, Globex Mining und Franco-Nevada.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF , FRANCO-NEVADA CORP. | CA3518581051
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Rio Tinto - grünes Licht für Winu, aber Gegenwind aus China
Am 10. September hat Rio Tinto eine Projektvereinbarung mit der Nyangumarta Warrarn Aboriginal Corporation unterzeichnet. Die traditionellen Eigentümer stimmen damit dem Kupfer-Gold-Projekt Winu in der Großen Sandwüste Westaustraliens zu. Das Abkommen baut auf einer Planungsvereinbarung von 2023 auf und regelt die Zusammenarbeit im weiteren Verlauf. Winu ist das am weitesten fortgeschrittene Kupfervorhaben des Konzerns, an dem man 70 % hält. Die erste Produktion peilt man für 2030 an. Genehmigungen und die finale Investitionsentscheidung stehen aus. Gelingt beides, hat man beim Kupfer ein Eisen mehr im Feuer.
Zwei Tage zuvor kam weniger Erfreuliches aus China. Die staatliche China Minerals Resources Group hat Stahlwerken untersagt, vorerst über Lieferungen des Pilbara Blend zu verhandeln, weil die Vertragsgespräche in eine entscheidende Phase gehen. Das Reich der Mitte stand im vergangenen Jahr für fast 60 % der Konzernerlöse. Bei BHP zog sich derselbe Machtkampf über Monate und endete mit einem Einjahresvertrag bis Juni 2027, samt stärkerer Abrechnung in Yuan. Fortescue leidet bis heute unter dem Streit mit dem Staatseinkäufer. Am längeren Hebel sitzt Peking.
Beim Aluminium füllt man die Rohstoffbasis auf. Ebenfalls Anfang September wurde der Kauf des Bauxitprojekts Aurukun in Queensland von Glencore und Mitsubishi Development bekannt, einen Preis nannte man nicht. Auch die Genehmigung steht noch aus. Nach den bisherigen Plänen sollen dort bis zu 15 Mio. t Roherz jährlich gefördert werden, woraus bis zu 8 Mio. t Exportbauxit entstehen. Nebenan betreibt der Konzern längst eigene Minen. Seit Mitte August ist die Hütte Tomago unter Dach und Fach, mit Stromabkommen bis 2038 und 1,1 Mrd. AUD Investitionen, davon 100 Mio. AUD für die Dekarbonisierung. Die Kette vom Erz zur Hütte steht.
Globex Mining - wenn andere die Bohrarbeit bezahlen
Wer im Rohstoffsektor investiert, zahlt meist für Bohrlöcher, die noch nichts abwerfen. Globex Mining geht seit Jahrzehnten einen anderen Weg. Die Kanadier sichern sich Liegenschaften zum Schnäppchenpreis, werten sie geologisch auf und geben sie über Optionsverträge an Partner weiter. Eine Royalty, sprich Lizenzeinnahmen bei Produktionsstart, behält man dabei jedes Mal. Im Portfolio liegen mehr als 275 Projekte, fast alle in Nordamerika, von Gold und Silber über Kupfer und Zink bis zu Lithium und Antimon. Das Portfolio hat fast alle Rohstoffe zu bieten. Aus über 100 Beteiligungen fließen laufende Options- und Royaltyzahlungen. Schulden hat man keine.
Am 26. August 2026 hat Globex ein Bohrprogramm auf dem zu 100 % eigenen Projekt Wood/Central Cadillac in Quebec gestartet. Geplant sind 4.800 m in 11 Löchern mit zwei Bohrgeräten. Gezielt wird auf die historische Goldvererzung entlang der Larder-Lake-Cadillac-Scherzone, rund 45 km östlich von Rouyn-Noranda. Nachbarn sind produzierende Minen wie LaRonde von Agnico Eagle und Westwood von Iamgold. Danach ziehen die Bohrgeräte weiter auf die Rouyn-Merger-Liegenschaft, wo 1.335 m in 9 Löchern niedergebracht werden sollen. Eine zweite Phase ist für den Winter 2027 geplant.
Die Partner liefern ebenfalls. Am 9. September 2026 meldete Emperor Metals vom Globex-Projekt Duquesne West 24,1 m mit 2,6 g/t Gold, darin 7,1 m mit 7,5 g/t in rund 35 m Tiefe. Ausgewertet sind erst 42 der 66 Bohrlöcher. Zwei Wochen zuvor startete Royalty-Partner Radisson eine Untertage-Exploration auf O'Brien, finanziert durch 57,16 Mio. CAD von Agnico Eagle. Globex hält dort zwei Lizenzgebühren. Gelingt den Partnern der Sprung in die Produktion, könnten aus den Papierrechten echte Einnahmen werden. Bis dahin bohren andere auf eigene Rechnung und werten die Projekte weiter auf.

Franco-Nevada - Royalty-Riese mit Joker in Panama
Franco-Nevada betreibt keine einzige Mine. Der Konzern kauft Royalties und Streams und lässt andere die Arbeit machen. 447 Beteiligungen stecken im Portfolio, 121 davon spülen bereits Geld in die Kasse. Gold steuerte im 2. Quartal 70 % des Umsatzes bei, Silber 14 %, den Rest liefern Platinmetalle, Öl, Gas und Eisenerz. Der Hauptteil in Höhe von 88 % stammt aus Nord- und Südamerika. Weil weder Investitionen noch Instandhaltung anfallen, bleiben die Kosten niedrig mit 344 USD je Goldäquivalenzunze im ersten Halbjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 91,2 %. Schulden hat man keine.
Am 12. August legten die Kanadier ihre Zahlen zum 2. Quartal vor. Der Umsatz kletterte um 57 % auf 580,9 Mio. USD, der bereinigte Gewinn um 46 % auf 349,2 Mio. USD. Verkauft wurden 132.405 Goldäquivalentunzen, 18 % mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im gesamten ersten Halbjahr waren es 268.758 Unzen. Neue Beiträge kamen von Côté Gold, Casa Berardi und Valentine, Antamina steigerte seinen Umsatzbeitrag von 23,3 auf 57,4 Mio. USD. Die Rekordpreise bei Gold und Öl spielten dem Konzern in die Karten.
Am 13. September investierte das Unternehmen weitere 200 Mio. AUD in das Bullabulling-Projekt von Minerals 260. 170 Mio. AUD fließen in eine zusätzliche Royalty von 1,45 %, die den Anteil auf 3,90 % hebt, 30 Mio. AUD in eine geplante Kapitalerhöhung. Ende Juni standen 4,3 Mrd. USD an verfügbarem Kapital in den Büchern. Der eigentliche Hebel liegt aber in Panama. Eine Umweltprüfung bescheinigte Cobre Panamá 87,7 % Konformität, seitdem prüft eine Ministerkommission den Neustart. Gelingt er, kämen 170.000 Unzen jährlich zurück. Bis dahin bleibt es bei Haldenmaterial.
Der gleichzeitige Kupfer- und Goldboom belohnt unterschiedliche Geschäftsmodelle. Rio Tinto sichert sich mit Winu, Aurukun und Tomago eine integrierte Rohstoffbasis, bleibt aber von Chinas Nachfragemacht abhängig. Globex Mining lässt Partner bohren und kassiert über Royalties, ohne selbst hohe Explorationsrisiken zu tragen. Franco-Nevada profitiert als schuldenfreier Royalty-Riese von Rekordpreisen und hofft auf den Neustart von Cobre Panamá. Entscheidend bleibt die Angebotsknappheit: Wer breit diversifiziert und langfristig denkt, kann über Jahre überproportional profitieren.
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