21.09.2026 | 05:20
Barrick Mining, Desert Gold, B2Gold – vom sicheren Cashflow bis zum großen Hebel im wieder aufstrebenden Goldrevier Mali
Mali ist zurück auf der Landkarte der Goldinvestoren. Zwischen Januar und Juni 2026 förderte das Land 23,5 t Gold, rund 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als die Regierung mit 21,2 Tonnen erwartet hatte. Gleichzeitig kostet die Feinunze über 4.300 USD. Hohe Preise und wieder anlaufende Minen spielen den Produzenten in die Karten, während Entwickler auf den Sprung in die Produktion hoffen. Wer davon profitieren will, hat die Wahl zwischen laufendem Cashflow, dem großen Hebel eines Produktionsstarts und regionalem Wachstum. Wir sehen uns daher drei Unternehmen an, die in Mali aktiv sind: Barrick Mining, Desert Gold und B2Gold.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Barrick Mining - Mali läuft wieder, der Börsengang wackelt
Mali bleibt für Barrick Mining ein hartes Pflaster. Der Loulo-Gounkoto-Komplex lief im ersten Halbjahr 2026 wieder an, früher als geplant. Konzernweit kamen im 2. Quartal 796.000 Unzen Gold zusammen, 11 % mehr als im Vorquartal und mehr, als die eigene Prognose von 730.000 bis 770.000 Unzen vorgesehen hat. Die Bergbauordnung von 2023 hat Lizenzgebühren und Staatsbeteiligungen angehoben, und an der Mine hält Bamako 20 %. Die Region Afrika kam im Halbjahr auf All-in Sustaining Costs von 1.944 USD je Unze.
Am 2. September brachte Bloomberg eine Nachricht, die den Fahrplan durcheinanderwirbelt. Barrick erwägt demnach, den Börsengang der nordamerikanischen Goldsparte auf 2027 zu verschieben. Noch am 10. August hatte Mark Hill, der die neue Einheit führen soll, Analysten den Abschluss bis Jahresende in Aussicht gestellt. Goldman Sachs begleitet die Transaktion und spricht mit weiteren Banken. Eine Hürde hat man bereits aus dem Weg geräumt. Im August einigte sich Barrick mit seinem Konkurrenten Newmont auf die Neuaufstellung des Nevada-Joint-Ventures. Anleger waren mit dem Deal nicht zufrieden, da Barrick das aussichtsreiche Fourmile-Projekt einbringen musste.
Operativ läuft es rund. Im 2. Quartal setzte der Konzern nicht ganz 5,3 Mrd. USD um, der operative Cashflow lag bei rund 1,7 Mrd. USD, unter dem Strich blieb ein Gewinn in Höhe von 1,217 Mrd. USD. Der zurechenbare freie Cashflow fiel mit 141 Mio. USD allerdings dünn aus. An der Prognose von 2,90 bis 3,25 Mio. Unzen Gold hält das Management fest. Im August beschloss man eine Quartalsdividende von 0,175 USD je Aktie, gezahlt am 15. September, dazu kamen Rückkäufe über 1,209 Mrd. USD. Gelingt der Neustart in Mali dauerhaft, bleibt Spielraum nach oben.
Desert Gold - Aufbereitungsanlage angekommen, erstes Gold im vierten Quartal 2026
Am 16. September hat Desert Gold gemeldet, dass die Gravitationsaufbereitungsanlage und der 650-kVA-Generator am Standort Barani angekommen sind. Beide gehören zum Projekt Senegal Mali Shear Zone (SMSZ) in der Region Kayes im Westen Malis, das dem Unternehmen zu 100 % gehört. Die Anlage ist auf eine nominale Kapazität von 200 t pro Tag ausgelegt. Der Generator erreichte den Hafen von Dakar im Juli 2026, die Anlage folgte Mitte August 2026. Die Werkabnahme hatten beide Einheiten vor der Freigabe zur Lieferung durchlaufen. Die Lieferung war der größte Brocken und der ist nun aus dem Weg geräumt.
Parallel wurden die Standortvorbereitung und Tiefbauarbeiten weiter vorangetrieben. Die Ausrüstung und Baumaterialien werden in die aktiven Arbeitsbereiche mobilisiert. Die Hauptzufahrtsstraße vom Dorf Bourdala zum Minenstandort Barani wurde saniert und trägt nun den Transport der Anlagenausrüstung. Für die Wasserversorgung schloss Desert Gold ein hydrogeologisches und geophysikalisches Programm mit 15 Vermessungslinien und 688 Stationen ab. Vier Bohrungen folgten, drei davon lieferten Förderraten von 24, 9 und 8 m³/h. Der endgültige Bericht steht noch aus. Im Jahr 2026 wurden bislang keine Sicherheits-, Arbeitsschutz- oder Gemeindezwischenfälle gemeldet. Das spielt dem Zeitplan in die Karten.
Als Anleger will man natürlich wissen, wann das erste Gold gewonnen wird. Der Fahrplan steht. Bis Ende Oktober 2026 sollen die restlichen Tiefbauarbeiten, die mechanische und elektrische Installation sowie die Inbetriebnahme abgeschlossen sein. Für November 2026 sind das Hochfahren und die erste Aufbereitung vorgesehen. Gelingt dieser Ablauf, peilt Desert Gold die erste Goldgewinnung im 4. Quartal 2026 an. Mit dem nahenden Ende der Regenzeit im Westen Malis dürfte die Produktivität am Standort anziehen. Aus dem Explorer würde dann ein Produzent. Interessierte Anleger sollten den Oktober im Blick behalten. Mit der Goldförderung könnten dann weitere Explorationsziele, auch bei dem Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste, in Angriff genommen werden.

B2Gold - Menankoto-Genehmigung ebnet den Weg in Mali
Mali ist für B2Gold kein Nebenschauplatz, sondern das Herzstück der Produktion. Am 7. August 2026 erteilte die Regierung der malischen Tochter die Menankoto-Ausbeutungsgenehmigung. Damit ist ein Stolperstein aus dem Weg geräumt. Das Gebiet Fekola Regional liegt rund 20 km von der Fekola-Mine entfernt und soll ab 2028 bis in die Mitte der 2030er-Jahre jährlich mehr als 150.000 Unzen Gold liefern. An der Mine hält man 80 %, an Fekola Regional 65 %. Seit 2014 flossen mehr als 2,0 Mrd. USD in das Land. Dort arbeiten mehr als 3.300 Menschen.
Im 2. Quartal 2026 kamen aus dem Fekola-Komplex 116.281 Unzen, im ersten Halbjahr waren es 233.731 Unzen nach 220.166 Unzen im Vorjahr. Höherer Mühlendurchsatz und bessere Erzgehalte spielten dem Konzern in die Karten. Der realisierte Goldpreis kletterte auf 4.529 USD je Unze, zum Vergleich waren es im Vorjahresquartal 3.276 USD. Der Goldumsatz stieg auf 518,0 Mio. USD nach 377,3 Mio. USD. Doch die Kosten ziehen an. Die Cash-Kosten lagen bei 1.185 USD je produzierter Unze, die All-in Sustaining Costs bei 2.289 USD je verkaufter Unze.
Die Jahresprognose für den Fekola-Komplex kappte man auf 390.000 bis 420.000 Unzen, konzernweit stehen 820.000 bis 920.000 Unzen im Plan. Unter dem Strich blieben im Quartal 417 Mio. USD Nettogewinn, bereinigt waren es gerade einmal 41 Mio. USD. Der freie Cashflow lag bei minus 258 Mio. USD. Steuerzahlungen und Gold-Collar-Verträge, die 71 Mio. USD kosteten, haben Löcher gerissen. Abgewickelt werden die Kontrakte im Januar 2027. 224 Mio. USD flossen im ersten Halbjahr an die Aktionäre. Gelingt der Hochlauf von Fekola Regional bis Ende 2027, könnte sich das Blatt wenden.
Mali glänzt wieder, und alle drei Unternehmen sind dafür gut aufgestellt. Barrick Mining liefert mit laufendem Cashflow die solide Basis und profitiert vom hohen Goldpreis. Desert Gold steht unmittelbar vor dem Wandel vom Explorer zum Produzenten und könnte im 4. Quartal 2026 erstes Gold gießen. B2Gold hat mit Menankoto den Weg für Fekola Regional geebnet und damit langfristiges Wachstum in einem starken Goldrevier gesichert. Politische Fortschritte und klare Pläne machen Mali derzeit zu einer attraktiven Geschichte. Für Anleger eröffnet sich damit ein spannendes Umfeld.
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