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15.04.2026 | 04:15

Das ist bombig! Öl-Knappheit als Wendepunkt für Uran und Wasserstoff mit Siemens Energy, Standard Uranium, Plug Power und Nel ASA

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Bildquelle: Pixabay

Der Wochenstart war schon mal holprig. Öl wieder mit Plus 12 % im Steigflug, nix wird es mit der entsprechenden Entlastung der Haushalte. Nun hat die Regierungskoalition Schwarz-Rot ein 17 Cent-Paket entwickelt, das in den nächsten Wochen verabschiedet werden soll. Eine temporäre Absenkung der Ökosteuer soll helfen. Der Konflikt sorgt aktuell dafür, dass trotz eigentlich schwacher globaler Konjunktur und rechnerischer Überversorgung, die Preise plötzlich wieder nach oben ausschlagen. Eine wirkliche Knappheit bei Öl & Gas gibt es nicht. Ministerpräsident Söder fordert sogar wieder Gas-Exploration in Deutschland. Wer hätte das gedacht? Auch wir blicken auf mögliche Alternativen und nehmen Kernkraft und Wasserstoff unter die Lupe. Für Investoren rücken damit Unternehmen wie Siemens Energy, Standard Uranium, Plug Power und Nel ASA zunehmend ins Blickfeld, da sie direkt oder indirekt von diesen langfristigen Energietrends profitieren könnten. Wir rechnen nach.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Zurück auf Hoch entgegen aller Skeptiker

    Immer, wenn die Energiemärkte verrücktspielen, bewegt sich auch der Kurs von Siemens Energy heftig in die eine oder andere Richtung. In der letzten Woche überwogen die Käufer, der Kurs meldete sich aus der jüngsten Konsolidierung mit Kursen über 171 EUR auf einem neuen Allzeithoch zurück. Diesmal war es aber nicht die Verunsicherung im Energie-Sektor, sondern ein griffiger Vertrag mit dem Tech-Riesen Amazon. Denn ein zentraler Wachstumstreiber bei den Münchenern ist die digitale Transformation, die immer stärker auf Cloud-Technologien und Rechenpower setzt. Die vertiefte Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS) spielt dabei eine Schlüsselrolle, da kritische IT-Infrastrukturen zunehmend in die Cloud verlagert werden.

    Siemens Energy positioniert sich hier genau im Mittelpunkt des Geschehens. Denn durch diese Migration gelingt es, globale Lieferketten effizienter zu steuern und gleichzeitig digitale Services für die vorausschauende Wartung von Energieanlagen zu skalieren. Das führt nicht nur zu niedrigeren IT-Kosten, sondern beschleunigt auch die Marktreife innovativer Lösungen. Parallel dazu profitiert das Unternehmen von einer weltweit steigenden Stromnachfrage, die vor allem durch Dekarbonisierung und den Boom energieintensiver Rechenzentren getrieben wird. Besonders das Segment Grid Technologies verzeichnet dabei eine außergewöhnlich hohe Auftragsdynamik. Auch im Bereich moderner Gasturbinen zeigt sich eine starke Nachfrage, insbesondere nach wasserstofffähigen Lösungen, die als Brückentechnologie in der Energiewende gelten. Diese Kombination aus Netz- und Erzeugungstechnik sorgt für ein historisch hohes Auftragsvolumen. Die Rally dürfte nach dem technischen Ausbruch nun munter weiter gehen. Die Skepsis gegenüber dem hochbewerteten Titel bleibt aber hoch.

    Standard Uranium – Projektgenerator-Modell verschafft strategischen Hebel

    Auf dem Pfad der weltweiten Energiewende stoßen wir auf den Kanadier Standard Uranium. Die aktuelle Nachrichtenlage zeigt mehrere Greenfield-Projekte, die nun dynamisch und parallel in konkrete Bohrprogramme überführt werden. Besonders im Fokus steht die im März gestartete erste Bohrkampagne am Rocas-Projekt im südöstlichen Athabasca-Becken, über einen Zeitraum von fünf Wochen. Das Programm umfasst etwa 1.200 bis 1.500 Meter an Diamantbohrungen in sechs bis acht Bohrlöchern und zielt auf flach liegende, strukturell kontrollierte Uranmineralisierungen in weniger als 200 Metern Tiefe. Bemerkenswert ist dabei, dass der untersuchte 7,5 Kilometer lange elektromagnetische Strukturkorridor zuvor noch nie systematisch gebohrt wurde und damit ein klassischer Greenfield-Explorationsansatz verfolgt wird. Die Zieldefinition basiert auf einer Kombination aus historischen Oberflächenproben, geophysikalischen VTEM-Daten sowie jüngst erhobenen Gravimetrie-Modellen, wodurch die Trefferwahrscheinlichkeit im Vergleich zu früheren Explorationsphasen deutlich erhöht werden soll.

    Finanziert wird das Rocas-Programm vollständig durch Collective Metals im Rahmen einer Earn-in-Vereinbarung, bei der der Partner über drei Jahre bis zu 4,5 Mio. CAD an Exploration bereitstellt und im Gegenzug eine Beteiligung von bis zu 75 Prozent erwerben kann. Parallel dazu stärkt das Unternehmen seine Position durch eine neue Explorationsvereinbarung mit Kineepik Metis Local Inc. (KML), die insbesondere lokale Beschäftigung, Umweltmonitoring und Beteiligung der Métis-Gemeinschaft im Projektgebiet südlich von Pinehouse in Saskatchewan vorsieht. Diese Partnerschaft ist strategisch relevant, da das Rocas-Projekt innerhalb des traditionellen Nutzungsgebiets der KML liegt und eine langfristige operative Stabilität im Explorationsgebiet unterstützt. Das Management setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit den lokalen Bewohnern, um die Projekte schnell entwickeln zu können.

    Im operativen Gesamtbild bleibt das Corvo-Projekt ein weiterer kurzfristiger Katalysator, wo eine Winterkampagne 2026 mit bis zu 3.000 Metern Bohrungen auf hochgradige Zielzonen wie die Manhattan-Struktur mit bis zu 8,1 % U₃O₈ an der Oberfläche abzielt. Gleichzeitig unterstreicht das Davidson-River-Projekt als Flaggschiff im Portfolio mit über 30.000 Hektar Fläche und mehr als 70 Kilometern identifizierter Strukturtrends die langfristige Upside-Story, auch wenn es sich noch in einer frühen Ziel- und Vorbereitungsphase befindet. Insgesamt kontrolliert das Unternehmen rund 241.000 Acres im Athabasca-Becken, einer der weltweit bedeutendsten Uranregionen, in der bereits über 400 Millionen Pfund Uran entdeckt wurden.

    Die Kombination aus gutem Management, mehreren gleichzeitig laufenden Bohrprogrammen, vollständig partnerfinanzierten Explorationsphasen und einer Marktkapitalisierung von nur rund 14 Mio. CAD versetzt Anleger in die Lage, in einem ganz frühen Stadium dabei zu sein. Die Verwässerung in der Aktie ist bislang sehr gering und gute Börsenumsätze ermöglichen jegliche Positionierung. Für Standard Uranium und den Uran-Nuklear-Sektor ist der Nahost-Konflikt der beste Katalysator der letzten Jahrzehnte!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Jon Bey über die Fortschritte des Bohrprogramms im Athabasca Becken. Hier geht´s zum Video…

    https://youtu.be/DQNlcwfJV1k

    Nel ASA – Gelingt ein ähnlicher Sprung wie bei Plug Power?

    Für den Wasserstoff-Bereich kommt neben Plug Power immer wieder Nel ASA ins Spiel. Grundsätzlich laufen die Aktien zwar im gleichen Sektor, fundamental ist Plug Power aber 10-mal größer. D.h. eine geschätzte Umsatzgröße von rund 800 Mio. USD steht einem Erlös der Norweger von etwa 850 Mio. NOK gegenüber. Bei Nel gab es zuletzt extreme Verzögerungen im Bereich öffentlicher Aufträge. Plug Power hingegen konnte im letzten Quartal nach Jahren massiver Verluste erstmals eine positive Bruttomarge zeigen und sicherte sich zudem einen bedeutenden Großauftrag in Kanada. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ein neuer Vertrag über die Lieferung eines 275-MW-Elektrolyseurs für ein Industrieprojekt in Québec. Die Anlage soll ab 2029 die Bergbauindustrie mit Energie versorgen. Operativ scheint die Neuausrichtung des Konzerns wohl erste Früchte zu tragen, denn auch der Bargeldverbrauch konnte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel gesenkt werden. Seit März steht mit Jose Luis Crespo ein neuer CEO an der Spitze, der einen konkreten Fahrplan zur Profitabilität bis 2028 vorgelegt hat. Um die Finanzierung bis dahin zu sichern, plant das Unternehmen den Verkauf von Vermögenswerten, was im ersten Halbjahr 2026 über 275 Mio. USD einbringen soll.

    Die positive Stimmung im Sektor könnte auch bei Nel ASA zur technischen Initialzündung führen. Beide Unternehmen berichten bereits Anfang Mai über das erste Quartal. Für eine nachhaltige Erholung muss insbesondere Plug Power beweisen, dass die positiven Margen kein Einmaleffekt waren und die angekündigten Verkäufe von Unternehmensteilen wie geplant über die Bühne gehen. Nach 50 % Aufschlag in der Plug-Aktie können Trader ihr Glück bei Nel versuchen, wobei hier die fundamentale Nachrichtenlage keineswegs überzeugt. Interessant, dass nun auch der Bergbau über Wasserstoff nachdenkt.

    Im 12-Monats-Chart überzeugt Standard Uranium mit Plus von 66 %. Klassenbester bleibt klar Siemens Energy mit über 200 % Zuwachs. Nel ASA konnte mit einem Minus von 7 % bislang noch nicht überzeugen, dagegen scheint Plug Power mit einem Ausbruch über 2,50 USD die Wende geschafft zu haben. Quelle: LSEG Refinitiv vom 14.04.2026

    Die Kapitalmärkte haben zurzeit jeden Tag ein anderes Szenario auf dem Tablett. Manchmal flammt Hoffnung auf, es könnte im Nahen Osten bald vorbei sein. Andererseits wirken gerade die Zweifel an den fossilen Energiequellen wie ein Katalysator im Bereich alternative Energien. Speziell die Kernenergie scheint wieder hoffähig zu sein, das beflügelt die Pläne von Standard Uranium. Siemens Energy scheint etwas stark gelaufen und die Wasserstoff-Titel Plug Power und Nel ASA führen einen großen Kampf um mehr öffentliche Relevanz.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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