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07.08.2026 | 05:30

Jetzt einsteigen ins Growth Investing: Warum Micron Technoloy, Zefiro Methane und Bloom Energy Ihr Portfolio beflügeln können

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Bildquelle: Pixabay

Im aktuellen Zinsumfeld und bei den aktuellen Inflationsraten macht Sparen wenig Sinn. Das bedeutet, dass die Anleger umdenken müssen. Eine mögliche Antwort auf diese schleichende Enteignung heißt Growth Investing, sprich der Aufbau von Positionen an Unternehmen, die überdurchschnittlich wachsen. Damit können Privatanleger direkt an den Technologien oder der Expansion der Unternehmen partizipieren. Die Kunst liegt in der Auswahl vielversprechender Kandidaten. Wir sehen uns heute den Speicherchip-Spezialisten Micron Technology, den Energiedienstleister Zefiro Methane und den Brennstoffzellenpionier Bloom Energy genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , BLOOM ENERGY A DL-_0001 | US0937121079

Inhaltsverzeichnis:


    Micron Technology – mit großem Kundenvertrauen

    Die aktuelle Korrektur bei Micron Technology wirft Fragen auf, denn es scheint sich nicht nur um Gewinnmitnahmen zu handeln. Während das 3. Quartal mit einem Umsatz von 41,5 Mrd. USD und einer Bruttomarge von 84,6 % stark war, reagierte der Markt trotzdem mit einem deutlichen Kursrückgang. Schaut man nach Südkorea, ging der Abschwung zeitgleich mit positiven Branchensignalen von Samsung und SK Hynix einher, die nach ihren Rekordergebnissen zweistellig zulegten. Möglicherweise erinnern sich die Investoren an vergangene Zeiten, als es irgendwann zu einem brutalen Preisverfall bei Speichermedien kam.

    Der Unterschied zu dem historischen Muster liegt in Microns neuem Geschäftsmodell. Mit 16 strategischen Kundenvereinbarungen im Volumen von rund 100 Mrd. USD hat das Unternehmen den Grundstein für die Zukunft gelegt. Diese Take-or-Pay-Verträge mit Mindestpreisen und Abnahmen, hinterlegt mit 22 Mrd. USD an Kundengeldern, schaffen eine Umsatzsicherheit. Während frühere Kapazitätserweiterungen auf spekulativen Preisprognosen basierten, finanzieren nun die Kunden selbst den Ausbau. Dadurch dürfte die Bruttomarge auch bei einem Abschwung über dem Niveau früherer Zyklen liegen, was positiv zu werten ist.

    Über den HBM-Boom hinaus eröffnen sich mit dem PCIe Gen 6 und Enterprise SSDs weitere Umsatzpotenziale. Die Validierung mit Microchip positioniert das Unternehmen früh im sich entwickelnden KI-Stack, während Inferenz-Workloads und KI-Agenten weitere Speichernachfrage generieren. Trotz dieser deutlichen Verbesserungen wird die Aktie nur mit einem Elffachen des zukünftig erwarteten Gewinns bewertet. Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Umsatz von 240 Mrd. USD. Die aktuelle Kurskorrektur scheint daher weniger eine fundamentale Schwäche als vielmehr übertriebener Pessimismus seitens der Investoren zu sein.

    Zefiro Methane – profitiert von Altlasten

    Zefiro Methane hat sich auf die Stilllegung alter Öl- und Gasbohrlöcher spezialisiert. Das klingt zunächst unspektakulär, aber es kursieren im Internet Videos, wie Wasser aus Wasserhähnen brennt aufgrund von Methan. In den USA schlummern Mio. verwaister Bohrlöcher, aus denen Methan entweicht. Dieses Treibhausgas hat eine noch schädlichere Klimawirkung als CO2. Die USA haben reagiert und mit dem Infrastructure Investment and Jobs Act 4,7 Mrd. USD für Sanierungsprogramme bereitgestellt. Zefiro agiert hier als spezialisierter Dienstleister mit eigener Ausrüstung und langjähriger Erfahrung. Die Expansion läuft. Nach dem Erwerb von 5 weiteren Bohranlagen agiert das Unternehmen mittlerweile in 13 US-Bundesstaaten und kann so von der wachsenden Zahl öffentlicher und privater Ausschreibungen profitieren.

    Mit dem neuen Management kam die Trendwende. In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz um 35,8 % auf 33,19 Mio. USD, während das bereinigte EBITDA bei 4,25 Mio. USD klar positiv ausfiel. Auch der operative Cashflow drehte ins Plus. Das Management unter der seit Juni 2025 amtierenden CEO Catherine Flax setzt auf profitables Wachstum. Die jüngste Vereinbarung mit der Well Done Foundation sichert Zefiro Zugang zu Projekten in weiteren Bundesstaaten. Ein erster Auftrag über 10 Bohrlöcher im Deep Fork National Wildlife Refuge in Oklahoma läuft bereits. Parallel konnte das Unternehmen neue Großkunden aus der Energiebranche gewinnen, darunter drei börsennotierte Konzerne mit einer kombinierten Marktkapitalisierung von über 140 Mrd. USD.

    Die Analysten von GBC sehen erhebliches Potenzial. Das Kursziel von 1,50 USD beziehungsweise 2,12 CAD je Aktie basiert auf einem DCF-Modell und geht davon aus, dass Zefiro seine erweiterten Kapazitäten auslasten und die operative Marge stabilisieren kann. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwarten sie einen Umsatz von 57,92 Mio. USD und ein EBITDA von 10,02 Mio. USD nach 3,73 Mio. USD im aktuellen Jahr. Zusätzliche Einkommensströme könnten aus dem Carbon-Credit-Geschäft, das nach einer Methodik-Überarbeitung im Herbst 2026 wieder anlaufen soll, und Methangasmessungen kommen. Zefiro bleibt ein projektgetriebenes Unternehmen, das die Umsetzung seiner Wachstumspläne auch durch eine eigene Einrichtung zur Schulung von neuem Personal weiter vorantreibt. Aktuell notiert die Aktie bei 0,60 CAD.

    Bloom Energy – im AI-Hype

    Die Quartalszahlen von Bloom Energy sind mehr als ordentlich. Der Umsatz hat erstmals die Milliardengrenze überschritten und liegt nun bei 1,06 Mrd. USD. Das ist ein Anstieg von 166 % gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge hat sich mehr als verdreifacht auf 22,5 %. Das Management hat die Jahresprognose mittlerweile gleich zweimal nach oben korrigiert. Für das laufende Jahr rechnet man mit Erlösen zwischen 3,9 und 4,2 Mrd. USD. Die operative Gewinnprognose wurde auf 800 bis 900 Mio. USD angehoben.

    Was besonders hervorsticht, ist der intelligente Einsatz des Kapitals. Brookfield hat sein Finanzierungsengagement für Bloom Projekte von 5 auf 25 Mrd. USD aufgestockt, innerhalb von nur 9 Monaten. Dazu kommen weitere Partner wie Oaktree und Morgan Stanley mit zusätzlichen 2,6 Mrd. USD. Diese Struktur entlastet die eigene Bilanz und ermöglicht das schnelle Skalieren, ohne dass das Unternehmen selbst in Vorleistung gehen muss. Damit agiert man quasi als Vermittler zwischen Kapitalgebern und den Betreibern von KI-Infrastruktur. Nahezu alle großen US-Hyperscaler und über ein Dutzend Neo-Clouds haben Blooms Lösungen für ihre KI-Rechenzentren gewählt. Der Marktanteil im Data-Center-Segment liegt bei geschätzten über 90 %.

    Trotz der beeindruckenden Zahlen bleibt die Bewertung eine Herausforderung. Mit einem extrem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 ist die Aktie nicht als günstig zu bewerten. Die Korrektur von zuletzt fast 50 % hat etwas Luft geschaffen, aber das Risiko für einen weiteren Abschwung ist nach wie vor vorhanden. Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden, zwei Partner machten im ersten Halbjahr rund 65 % des Umsatzes aus, birgt Risiken. Die Lieferkette für kritische Materialien bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Wer hier einsteigt, sollte sich der Volatilität bewusst sein.


    Im aktuellen Zins- und Inflationsumfeld bietet Growth-Investing eine überzeugende Alternative zur Geldentwertung. Man muss aber gut wählen. Micron Technology glänzt mit einem transformierten Geschäftsmodell, das durch langfristige Kundenverträge die Preiszyklen abfedert. Zefiro Methane besetzt als spezialisierter Dienstleister eine profitable Nische im milliardenschweren US-Sanierungsmarkt für verwaiste Bohrlöcher. Bloom Energy hingegen überzeugt mit hohen Wachstumsraten im KI-Sektor, bleibt aber aufgrund der extremen Bewertung und Kundenkonzentration ein Hochrisikospiel.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    • Cloud-Dienste
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    • Künstliche Intelligenz
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    • Methangas
    • Methanemissionen
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