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24.03.2025 | 05:10

Nel Asa, Almonty Industries, Tencent – Merz und Trump als Trendbeschleuniger

  • Rohstoffe
  • Rüstung
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die abgelaufene Börsenwoche hatte es in sich. Neben der Verabschiedung des Milliardenpakets, das von Bundesrat und Bundestag abgesegnet wurde und den DAX zeitweise zu neuen Höchstständen verhalf, sorgten auch Aktivitäten des alten und neuen US-Präsidenten Donald Trump für eine hohe Volatilität an den Weltbörsen. Besonders Rüstungswerte wie Rheinmetall, Steyr und Deutz sowie Unternehmen, welche die für die Aufrüstung nötigen Rohstoffe produzieren, profitierten und könnten ihre gestartete Rally weiter fortsetzen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TENCENT HDGS ADR/1DL-0001 | US88032Q1094 , NEL ASA ADR/30 NK -_20 | US64026Q1085 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , TENCENT HLDGS HD-_00002 | KYG875721634

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Vor dem Durchbruch

    Nach dem Bundestag stimmte der Bunderat am vergangenen Freitag für die Lockerung der Schuldenbremse. Somit kann Deutschland in den nächsten Jahren 500 Mrd. EUR in Straßen und Schulen investieren, bei der Verteidigung gibt es dagegen keinen Deckel. In der Theorie kann die zukünftige Bundesregierung ohne Obergrenze Schulden in Verteidigung, Zivilschutz, Nachrichtendienste oder Cybersicherheit aufbauen. Die Bremse zählt nur noch für einen Teil der Investitionen, was darüber hinaus geht, kann mit Krediten finanziert werden.

    Aufrüstung um jeden Preis, das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa. Doch die Frage sei gestellt: „Woher bekommen die Rüstungsunternehmen die benötigten Rohstoffe? Gerade bei Seltenen Erden als auch beim essenziellen Wolfram liegt noch immer ein Quasi-Monopol in China, rund 85 % des für Panzerungen und Hochleistungswaffen benötigten Materials werden im Reich der Mitte produziert. Der zweitgrößte Produzent ist im Übrigen Russland.

    Eine Lösung bahnt sich mit Almonty Industries zumindest für Wolfram an. Das kanadische Unternehmen besitzt bereits eine produzierende Wolfram-Mine in Portugal, mit der Los Santos-Mine in Spanien steigt es dann zum europäischen Marktführer auf. Doch das heißeste Eisen schmiedet Almonty Industries in Südkorea. Mit der Sangdong-Mine wird Almonty die Dominanz durchbrechen und rund 30 % der Wolframproduktion außerhalb von China und Russland abdecken. Der Start der Produktion ist bereits für das erste Halbjahr 2025 geplant.

    Neben Wolfram besitzt die Mine durch ein Molybdän-Vorkommen zusätzliches Steigerungspotenzial. Die Analysten von Hallgarten vergaben in ihrer brandneuen Analyse das Urteil „Kaufen“ mit einem 12-Monatskursziel in Höhe von 3,82 CAD. Aktuell notiert die Almonty-Aktie bei 2,30 CAD, wodurch sich hier ein Kurspotenzial von über 66 % ergibt.

    Nel Asa – Erste Lebenszeichen

    Aus dem Koma ist der Patient erwacht, ob dieser in den nächsten Tagen die Intensivstation verlassen darf, ist jedoch weiterhin ungewiss, betrachtet man das Chartbild des norwegischen Wasserstoffspezialisten etwas näher. Zwar konnte die Nel Asa-Aktie die Beschleunigung der Abwärtsbewegung bei einem Zwischentief bei 0,18 USD stoppen und seitdem eine Performance von knapp 60 % auf aktuell 0,28 USD aufzeigen, für eine zumindest kurzfristige Trendwende bedarf es jedoch zumindest einen weiteren Schub über den horizontalen Widerstandsbereich bei 0,41 USD. Die 200-Tagelinie liegt im Übrigen bei weit entfernten 0,90 USD.

    Beflügeln konnte den Kurs die Veröffentlichung eines Auftrages der Tochtergesellschaft Nel Hydrogen US für einen containerisierten PEM-Elektrolyseur mit einer Leistung von 2,5 MW. Dieser soll im Aberdeen Hydrogen Hub-Projekt verbaut werden.

    In einer jüngsten Pressemitteilung wurde ein neues Projekt in Schottland vorgestellt, das von BP und dem Stadtrat von Aberdeen initiiert wurde. Das Vorhaben zielt darauf ab, eine umfangreiche Anlage zur Produktion, Speicherung und Distribution von grünem Wasserstoff zu entwickeln, die vollständig durch erneuerbare Energiequellen gespeist wird.

    „Wir sind begeistert darüber, dass Hydrasun NEL für dieses bedeutende Projekt ausgewählt hat", wird NEL-CEO Håkon Volldal in der Unternehmensmitteilung zitiert. "Man freue sich auf die Zusammenarbeit und darauf, Hydrasun schnelle und zuverlässige Elektrolyseur-Ausrüstung bereitzustellen", fügte Volldal hinzu.

    Tencent – Zahlen über den Erwartungen

    Der Kampf um die globale Vorherrschaft bei den hauseigenen KI-Modellen ist voll entbrannt. Allein in China kämpfen Giganten wie Alibaba, Baidu oder Tencent um den Platz an der Sonne. Dabei verfolgt Tencent eine hybride Strategie. Zum einen setzt der chinesische Tech-Riese auf eigene KI-Entwicklungen als auch auf die Technologie von Wettbewerbern. Der hauseigene Chatbot Yuanbao basiert auf Tencents Hunyuan-Modell und DeepSeeks R1.

    Für das vierte Quartal vermeldete Tencent in der vergangenen Woche herausragende Zahlen, die den Analystenkonsens überboten. Dank eines starken Wachstums im Gaming- und Werbegeschäft schnellte der Gewinn um rund 90 % nach oben. Der Umsatz lag im Schlussquartal bei 172,4 Mrd. CNY, umgerechnet 23,9 Mrd. USD, was einer Steigerung von 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Analysten rechneten lediglich mit 168,9 Mrd. CNY.

    Der Gewinn explodierte auf 51,3 Mrd. CNY oder 7,1 Mrd. USD, was einem Anstieg von 90 % gegenüber dem Abschlussquartal 2023 bedeutet.

    Trotz der starken Zahlen ist beim Kurs von Tencent nach der jüngsten Rally Vorsicht geboten. Nach dem Ausbilden eines Doppeltops bei 545 HKD folgte in den vergangenen Tagen ein Abverkauf, der die Tencent-Aktie unter den seit Januar 2025 etablierten Aufwärtstrend bugsierte. Sowohl MACD als auch RSI gaben ein Verkaufssignal. Die nächste, markante Unterstützung liegt beim Hoch aus dem Jahr 2024 bei 482,40 HKD.


    Die Zahlen von Tencent lagen über den Erwartungen der Analysten, trotzdem setzten Gewinnmitnahmen ein. Nel Asa sendete ein Lebenszeichen und konnte einen Auftrag aus Schottland an Land ziehen. Almonty Industries steht durch den Produktionsstart seiner Wolfram-Mine in Südkorea vor dem Durchbruch.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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