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20.02.2024 | 05:10

Rheinmetall, Almonty Industries, Applied Materials – Weiter im Aufwärtstrend

  • Rüstung
  • Halbleiter
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Der Rally der Chipaktien geht unvermindert weiter. Nachdem ARM in der vergangenen Woche die Bücher öffnete, kauften Anleger, als gebe es kein Morgen mehr. Spannung versprechen in dieser Woche die Zahlen des Platzhirsches Nvidia. Setzt die Aktie ihre Aufwärtsbewegung fort oder läutet der Mittwoch eine ausgedehnte Korrektur ein? Ebenfalls an vorderster Front bei den Outperformern sind Rüstungsaktien zu finden. Durch die weiter steigenden Aufträge der Branche sollten Anleger einen Blick auf die Produzenten der für die Systeme benötigten Rohstoffe werfen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , APPLIED MATERIALS INC. | US0382221051 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall AG – Momentum ohne Ende

    Waren Investments in Rüstungsunternehmen vor der Invasion Russlands noch als „sozial schädlich“ klassifiziert, weil ihre Produkte Tod und Leid bringen, sind diese nach der Zeitenwende der letzte Schrei an den Börsen. Fulminant legte in der vergangenen Woche die Renk Group ihre Börsenreife ab, und die Düsseldorfer Rheinmetall AG kennt nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 388,20 EUR noch immer kein Halten. Der Chart gleicht aktuell einer Fahnenstange, zudem sind der RSI und MACD bereits im überkauften Bereich. Für bereits investierte Anleger heißt es daher, den Stopp sukzessive nachzuziehen, ein Neuengagement dürfte sich aufgrund der jetzt ambitionierten Bewertung von 16,77 Mrd. EUR trotz aller Euphorie nicht aufdrängen.

    Von Seiten der Newsfront liefern die Düsseldorfer um CEO Armin Papperger dagegen wie gewohnt munter weiter. So plane der integrierte Technologiekonzern zusammen mit einem ukrainischen Partnerunternehmen den Bau eines neuen Werks zur Herstellung von Artilleriemunition in der Ukraine. Einen Letter of Intent sollen beide Partner anlässlich der gerade stattgefundenen Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt unterschrieben haben.

    Das Joint Venture der beiden Partnerfirmen plant, in ihrer Fabrik jährlich eine sechsstellige Anzahl an Geschossen zu fertigen. Bereits im Oktober des vorherigen Jahres etablierte der deutsche Rüstungskonzern zusammen mit einem ukrainischen Partner ein erstes Gemeinschaftsunternehmen. Das Ziel dieses Unternehmens ist die Wartung und Instandhaltung von Panzern in der Ukraine. Laut Angaben von Rheinmetall ist zudem vorgesehen, dass in Zukunft auch gepanzerte Fahrzeuge dort produziert werden sollen.

    Almonty Industries – Profiteur der Zeitenwende

    Die Auftragsbücher der westlichen Rüstungsunternehmen quillen förmlich über. Die Welt brauche mehr Panzer und weitere Abwehrsysteme, um den Frieden zu gewährleisten. Der erhöhte Bedarf bedeutet hierbei auch eine wachsende Nachfrage nach kritischen Metallen. Einer dieser elementaren Rohstoffe ist Wolfram. Doch wie auch bei vielen anderen ist die Abhängigkeit zu China und dem Feindbild Russland erdrückend. Rund 85 % der globalen Wolframproduktion beherrschen die beiden Staaten, der westlichen Welt, sind Stand jetzt, die Hände gebunden.

    Einen Lichtblick gibt es dennoch in Südkorea, wo Almonty Industries die Sangdong-Mine auf Produktion trimmt. Diese soll bei Vollauslastung für rund 30 % der weltweiten Versorgung außerhalb China verantwortlich sein. Die Sangdong-Lagerstätte hat eine potenzielle Lebensdauer von 90 Jahren und soll in zwei Phasen, mit einer jährlichen Produktion von 2,3 Mio. t bis 4,8 Mio. t Wolframoxid, erweitert werden. Positiv ist zu erwähnen, dass die deutsche KfW IPEX-Bank die Fremdfinanzierung in Höhe von 80 Mio. USD übernommen hat. Zudem besitzt die österreichische Plansee-Gruppe, größter Einzelaktionär mit einem Anteil von über 15 %, einen Abnahmevertrag, der Almonty Industries für die nächsten 15 Jahre einen Cash Flow in Höhe von 590 Mio. USD einspielt. Mit 12,65 % ist zudem das deutsche Beteiligungsunternehmen Deutsche Rohstoff beteiligt.

    Trotz der hervorragenden Aussichten liegt die Marktkapitalisierung der Kanadier bei einem Kurs von 0,61 CAD noch bei 146,53 Mio. CAD. Weitere Fortschritte im Hinblick auf den Produktionsstart sollten den Kurs dann jedoch in höhere Gefilde bugsieren.

    Am kommenden Mittwoch, den 21. Februar 2024, wird CEO Lewis Black live beim 10. International Investment Forum präsentieren. Die Teilnahme am virtuellen Event ist kostenlos.

    Applied Materials – KI als Zugpferd

    Nvidia, ARM und nun auch Applied Materials. Alle Firmen profitieren vom seit November 2022 gestarteten Superzyklus der Künstlichen Intelligenz. Dabei sind die Kurssteigerungen der beteiligten Unternehmen atemberaubend. Letzteres konnte im Jahresvergleich um über 80 % zulegen und notiert mit 199,57 USD auf dem höchsten Stand seit Börseneinführung.

    Mit dem vorgelegten Zahlenwerk für das abgelaufene Börsenjahr 2023 lieferte Applied Materials den Beleg für seinen enormen Kurssprung. Besonders das abgelaufene Quartal verlief für die US-Amerikaner besser als prognostiziert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein leichter Rückgang der Umsätze erzielt, wobei diese mit 6,71 Mio. USD die Analystenschätzungen um 220 Mio. USD überboten.
    Auch beim Gewinn verzeichnete Applied Materials positive Ergebnisse mit 2,13 USD je Aktie, was 0,22 USD über den Prognosen lag. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte eine Steigerung um 0,10 USD je Aktie erreicht werden.

    Der Anstieg des Gewinns bei ähnlichen Umsatzwerten ist vor allem auf die um 1,1 % gestiegene Bruttomarge zurückzuführen, die im betrachteten Quartal 47,8 % betrug. Für 2024 erwarten die US-Amerikaner Erlöse in Höhe von 6,5 Mrd. USD, was 170 Mio. USD über den Konsensschätzungen liegt.


    Rheinmetall ist weiter on Fire und eilt von Hoch zu Hoch. Durch die besser als erwarteten Zahlen steht auch Applied Materials auf dem höchsten Stand seit dem Gang aufs Börsenparkett. Almonty Industries ist einer der Hoffnungsträger beim Kampf um kritische Metalle und dürfte bei einer weiterhin positiven Entwicklung bei der Errichtung der Wolframmine in Südkorea seine Seitwärtsbewegung beenden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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