15.05.2026 | 05:20
1,5 Billionen USD neuer US-Verteidigungshaushalt – 44 % mehr als 2026. Volatus Aerospace liefert die Drohnentechnik.
Der neue US-Verteidigungshaushaltsantrag für 2027 schlägt mit 1,5 Billionen USD ein wie eine Bombe. Das sind 44 % mehr als im Vorjahr. Doch der eigentliche Paukenschlag ist die strategische Neuausrichtung. Es sind 63 Mrd. USD allein für unbemannte Systeme veranschlagt. Ein kanadisches Unternehmen ist dafür bestens gerüstet, kommt allerdings aus einer ungewöhnlichen Ecke. Statt auf reine Militärtechnologie zu setzen, hat Volatus Aerospace jahrelang Pipelines, Stromtrassen und Offshore-Windparks überwacht. Diese kommerzielle Basis könnte sich jetzt als entscheidender Vorteil erweisen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Vom Inspekteur zum Rüstungslieferanten
Wer jahrelang im Auftrag von Energieversorgern tausende Kilometer Pipelines und Stromleitungen abfliegt lernt etwas, das sich nicht einfach aus Lehrbüchern ziehen lässt. Nämlich wie man zuverlässig, kosteneffizient und vor allem sicher unter realen Bedingungen operiert. Genau diese Erfahrung unterscheidet Volatus von den vielen Drohnen-Start-ups, die mit schönen Präsentationen, aber wenig operativer Substanz daherkommen.
Das Unternehmen aus Montreal hat sich Schritt für Schritt eine Position aufgebaut, die heute kaum noch zu kopieren ist. Während Wettbewerber noch um die ersten BVLOS-Genehmigungen kämpfen, fliegt Volatus bereits Nachteinsätze über hunderte Kilometer mit einer der ersten Freigaben dieser Art in Kanada. Das klingt nach technischer Detailverliebtheit, ist aber im Verteidigungsgeschäft das A und O. Regierungen kaufen keine Prototypen, sie kaufen Einsatzfähigkeit.
Der Schwenk nach Washington
Die massiven US-Investitionen in autonome Systeme sind kein Selbstläufer für jeden Drohnenanbieter. Wer hier zum Zug kommen will, braucht mehr als eine coole Kamera am Himmel. Gefragt sind Plattformen, die sich nahtlos in bestehende NATO-Strukturen einfügen, über verschlüsselte Datenlinks verfügen und unter extremen Bedingungen funktionieren. Volatus Aerospace hat genau darauf hingearbeitet mit eigenen Langstreckensystemen, die mittlerweile zwischen 8 Stunden und 7 Tagen in der Luft bleiben können, und einer Zentrale in Vaughan, von wo aus Missionen über Kontinente hinweg gesteuert werden.
Die europäische Verteidigungssparte des Unternehmens wuchs zuletzt um 150 % auf über 10 Mio. CAD Umsatz. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Strategie, die vor Jahren angeschoben wurde, lange bevor die aktuellen Budgetschnitte die Schlagzeilen bestimmten.
Das folgende Video gibt einen tiefen Einblick ins Unternehmen.
Mirabel: Wo die Zukunft gebaut wird
Das Herzstück der Expansion steht in Quebec. In Mirabel entsteht auf einer Fläche von knapp 5.000 m², mit Option auf mehr als das Dreifache, ein Innovations- und Fertigungszentrum, das die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten brechen soll. Hier werden ab Sommer die mittelgroßen und großen Drohnensysteme vom Band laufen, die sowohl für kommerzielle als auch für militärische Kunden interessant sind.
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung ist simpel, aber überzeugend. Bei voller Auslastung können 7 - 10 Systeme pro Monat gefertigt werden, jedes mit einem Wert von rund 1,5 Mio. CAD. Die Investitionen sind nach 50 bis 60 verkauften Einheiten amortisiert. Zum Vergleich: Der aktuelle Jahresumsatz liegt bei einem Bruchteil dieser Zahl. Das ist das Skalierungspotenzial, das Analysten derzeit umtreibt.
Zahlen, die man gesehen haben sollte
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 brachte ein solides Umsatzplus von 26 % auf 34,2 Mio. CAD. Deutlich eindrucksvoller ist der Anstieg im Verteidigungssegment. Hier hat sich der Umsatz binnen 2 Jahren fast verfünffacht. Das 4. Quartal allein trug 7,3 Mio. CAD bei, ein Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auf der anderen Seite der Gewinn- und Verlustrechnung steht erwartungsgemäß ein operativer Verlust von knapp 15 Mio. CAD. Das klingt erst mal abschreckend, ist aber das typische Bild eines Unternehmens in der Investitionsphase. Wichtiger ist der Trend. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 25 %. Und die Bilanz ist mit 41 Mio. CAD in der Kasse sehr robust.
Nach unserem Redaktionsschluss legte Volatus Aerospace am 14. Mai nach Börsenschluss die Ergebnisse für das 1. Quartal 2026 vor. Diese werden besonders spannend, da sich hier erstmals die volle Wirkung der jüngsten NATO-Aufträge und der laufenden Skalierung in den Zahlen zeigen könnte. Analysten erwarten eine deutliche Beschleunigung. Ist Ihr Interesse nach der Lektüre geweckt, sollten Sie sich die neuen Zahlen so schnell wie möglich ansehen.

Pipeline als stiller Werttreiber
Was den Blick auf das tägliche Geschäft verstellen kann, ist der Blick auf das, was noch kommt. Die gesamte Auftragspipeline, also potenzielle Deals, die in unterschiedlichen Stadien der Verhandlung stehen, beläuft sich laut der Analysten auf 647 Mio. CAD. Das ist ein Vielfaches des aktuellen Umsatzes und zeigt, in welchen Größenordnungen sich hier etwas anbahnt.
Besonders spannend ist das Borealis-Programm der kanadischen Regierung. 70 Mio. CAD stehen für autonome Arktismissionen bereit. Volatus hat sich aus ursprünglich 200 Bewerbern auf eine Shortlist von 25 vorgearbeitet. Die Entscheidung fällt noch in diesem Jahr. Wer hier den Zuschlag bekommt, sichert sich nicht nur ein großes Volumen, sondern vor allem einen strategischen Fußabdruck in einem sicherheitspolitisch immer wichtiger werdenden Raum.
Softwareschub für die Marge
Ein oft übersehenes Element ist die zunehmende Bedeutung von Software im Geschäftsmodell. Mit SKYDRA hat Volatus eine SaaS-Plattform für Drohnenabwehr und Einsatzplanung auf den Markt gebracht. Die Bruttomargen in diesem Segment liegen bei 80 - 85 %, eine völlig andere Hausnummer als beim Hardwareverkauf. Das wird die Profitabilität spürbar beschleunigen, sobald die Plattform breiter angenommen wird.
Branchenkenner schätzen, dass der Markt für Drohnenabwehr bis 2030 auf über 20 Mrd. USD anwachsen könnte. Volatus Aerospace ist hier früh dran, mit einer cloudbasierten Lösung, die keine große Anfangsinvestition beim Kunden erfordert. Genau das ist das Erfolgsrezept im Behörden- und Militärgeschäft. Es gibt niedrige Einstiegshürden, dann organisches Wachstum über Abonnements.
Analysteneinschätzungen und Kursziele
Die Fachleute sind sich einig in ihrer positiven Grundhaltung. Stifel setzt das Kursziel auf 1,00 CAD und hebt besonders die starke Bilanz sowie das Potenzial des Mirabel-Werks hervor. Canaccord Genuity kommt mit ebenfalls 1,00 CAD zum gleichen Ziel, betont aber die strategische Positionierung im Zuge der neuen kanadischen Verteidigungsstrategie. Ventum Capital Markets ist mit 0,95 CAD minimal vorsichtiger, sieht jedoch erhebliches Überraschungspotenzial aus der Pipeline. Haywood und die Maxim Group gehen mit 1,00 CAD beziehungsweise 1,25 CAD noch einen Schritt weiter. Zum aktuellen Kursniveau von rund 0,69 CAD ergibt sich damit ein Aufwärtspotenzial von bis zu 81 %.

Volatus Aerospace ist kein Bluff. Die kommerzielle Vergangenheit liefert das operative Fundament, der US-Budgetschub und Kanadas neue Beschaffungsregeln den politischen Rückenwind. Das Werk in Mirabel bringt die Skalierung, die Software die Margen. Die Analysten sehen Kurse zwischen 0,95 und 1,25 CAD, weit über dem aktuellen Niveau. Wer jetzt einsteigt, kauft kein Rätselraten, sondern einen klaren Fahrplan. Die nächsten Quartale werden zeigen, wie schnell das Schiff Fahrt aufnimmt. Die Richtung ist gesetzt. Die Zeit arbeitet für die, die früh eingestiegen sind.
Interessenskonflikt
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