Menü schließen




13.04.2026 | 04:30

Almonty treibt den Wolframmarkt: Zwischen Knappheit, Preissprung und Neubewertung

  • Defense-Sektor
  • Kritische Metalle
  • Strategische Resourcen
  • Wolfram
  • Molybdän
Bildquelle: Pixabay

Die großen Aktienindizes befinden sich derzeit in einer Phase erhöhter Nervosität: Nach der starken Rally der vergangenen 24 Monate haben sowohl der S&P 500 als auch der DAX 40 zuletzt zwischen 5 und 10 % korrigiert. Belastend wirken vor allem immer höhere Zinsen und wenig Aussicht auf Frieden in einer der vielen Brandherde weltweit. Rohstoffe zeigen ein anderes Bild: Industriemetalle und kritische Materialien bleiben gefragt, allen voran Wolfram, dessen Preis sich innerhalb von rund 24 Monaten ungefähr verzehnfacht hat. Davon profitiert insbesondere der Produzent Almonty Industries, der mit dem Produktionsstart in Sangdong nun in eine neue operative Phase eintritt und mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 4,2 Mrd. EUR auf die Kaufliste institutioneller Investoren rücken konnte. Die jüngste Konsolidierung scheint beendet, auf was sollten Anleger jetzt achten?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII

Inhaltsverzeichnis:


    Konsolidierung nach Start der Förderung in Sangdong

    Mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine hat sich für Almonty eine neue Phase eröffnet. Aus einem Projektentwickler ist ein operativer Produzent geworden, ein Übergang, der in der Rohstoffbranche selten ohne Reibung verläuft. Nach einer starken Kursrally in den vergangenen Monaten ist es daher nicht überraschend, dass der Markt zunächst eine Verschnaufpause einlegt. Diese Konsolidierung fällt zeitlich genau mit dem Beginn der Förderung zusammen und reflektiert weniger Zweifel am Projekt als vielmehr die typische Neujustierung der Erwartungen nach einem großen Meilenstein. Gleichzeitig zeigt sich, dass die operative Realität nun schrittweise in die Bewertung einfließt. Investoren beobachten genau, wie schnell die Produktion hochgefahren wird und wie stabil die Lieferketten funktionieren. Der Markt bewegt sich damit von der Vision zur Umsetzung. Genau in dieser Phase entstehen häufig kurzfristige Schwankungen, während sich langfristig die fundamentalen Daten durchsetzen.

    Warum ist die aktuelle Konsolidierung kein Beinbruch?

    Eine Korrektur nach einer starken Aufwärtsbewegung ist in zyklischen Branchen nicht ungewöhnlich. Gerade im Rohstoffsektor folgen auf dynamische Kursanstiege regelmäßig Phasen der Stabilisierung. Diese dienen dazu, überhitzte Erwartungen abzubauen und eine solide Grundlage für den nächsten Trend zu schaffen. Historisch betrachtet, haben sich solche Rücksetzer häufig als notwendige Zwischenetappen erwiesen. Fundamental hat sich an den langfristigen Perspektiven jedoch wenig verändert. Die Nachfrage nach kritischen Metallen wie Wolfram wächst weiter, während neue Produktionskapazitäten nur langsam entstehen. Diese Kombination sorgt für ein strukturell unterstützendes Marktumfeld. Aus diesem Blickwinkel erscheint die aktuelle Konsolidierung weniger als Warnsignal, sondern eher als Phase der Neuorientierung innerhalb eines übergeordneten Wachstumstrends.

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit Christopher Ecclestone von Hallgarten and Partners über die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und den Nahostkonflikt mit den Effekten für Lieferketten und die weltweite Rohstoff-Versorgung. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/GXdeK0pIB8w

    Wolframpreise erreichen das Niveau von 3.000 USD – Wie geht es weiter?

    Der Wolframmarkt hat in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Preisbewegung erlebt. Innerhalb kurzer Zeit ist der Preis von unter 1.000 USD je metrischer Tonne Einheit auf rund 3.000 USD gestiegen. Ein solcher Anstieg ist nicht nur Ausdruck kurzfristiger Nachfrage, sondern ein Hinweis auf tiefgreifende strukturelle Veränderungen im globalen Rohstoffsystem. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung sind Exportbeschränkungen aus China, das rund 80 % der weltweiten Produktion kontrolliert. Gleichzeitig wächst der Bedarf aus mehreren Industrien gleichzeitig, von der Verteidigung über die Elektromobilität bis hin zur Halbleiterfertigung. Besonders in der Chipindustrie könnte es in den kommenden Monaten zu Engpässen kommen, da wichtige Prozessmaterialien nur begrenzt verfügbar sind. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Preise hoch bleiben, sondern wie stabil das neue Niveau sein wird. Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Markt nicht mehr zu den niedrigen Preisen der Vergangenheit zurückkehren wird. Stattdessen könnte sich ein dauerhaft höheres Preisband etablieren, das neue Investitionen in Förderkapazitäten wirtschaftlich macht. In diesem Umfeld profitieren Produzenten mit niedrigen Kostenstrukturen überproportional von jeder zusätzlichen Preissteigerung. Almonty steht hier in der vordersten Gefechtslinie!

    IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Lewis Black über die strategische Ausrichtung von Almonty Industries im laufenden Jahr. Hier geht´s zum Video.

    https://youtu.be/yKWEA8oMgKQ

    Und nun kommt Molybdän ins Spiel

    Neben Wolfram rückt ein zweiter Rohstoff zunehmend in den Fokus: Molybdän. Das Vorkommen auf der Sangdong-Liegenschaft zählt zu den hochgradigsten weltweit und könnte langfristig einen zusätzlichen Umsatzstrom schaffen. In der Stahl- und Energieindustrie wächst die Nachfrage nach Molybdän jährlich um etwa 4 bis 6 %, insbesondere durch Infrastruktur- und Energieprojekte. Strategisch bedeutet dies eine wichtige Diversifikation, denn während Wolfram stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst wird, ist Molybdän enger an klassische Industriezweige gekoppelt. Ein zweites Standbein reduziert Risiken und stabilisiert die Einnahmen. In der Praxis kann bereits ein zusätzlicher Produktionsanteil von 10 bis 15 % die Gewinnstruktur deutlich verändern. Ein weiterer Vorteil liegt in der Infrastruktur. Wenn mehrere Rohstoffe an einem Standort gefördert werden, sinken die Kosten pro Einheit oft um 5 bis 10 %, weil Anlagen und Logistik gemeinsam genutzt werden. In einem Markt mit steigenden Preisen wirkt dieser Kostenvorteil wie ein Multiplikator. Effizienz wird dann zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

    Was sagen die Analysten für die nächsten 12 Monate?

    Die Analystenlandschaft zeigt derzeit ein ungewöhnlich klares Bild nach oben, wenngleich der Markt schneller aufwertet, als einzelne Analysten zur Präsentation ihrer Ergebnisse kommen. Da die operativen Schätzungen stark von den zugrundeliegenden Rohstoffpreisen abhängen, ergibt sich eine natürliche Spannweite der Kursziele. Immerhin hat Wolfram in nur 4 Wochen rund 40 % zulegen können. Die Bank of America sieht ein Kursziel von rund 20 USD oder 27,60 CAD auf Sicht von 12 Monaten. Die deutschen Analysten von GBC AG liegen mit etwa 28,60 CAD (rund 17,71 EUR), am oberen Ende der Skala positionieren sich die Analysten von Cantor Fitzgerald, die in ihren Modellen sogar ein Kursziel von bis zu 36 CAD sehen. Diese Bewertung basiert auf der Annahme, dass Produktion und Preise gleichzeitig steigen und das EBITDA in den nächsten zwei Jahren um deutlich mehr als 100 % wachsen kann. Interessant ist dabei der Bewertungshebel: Viele Modelle kalkulieren konservativ mit einem Wolframpreis von etwa 1.500 USD je MTU, während der aktuelle Marktpreis zuletzt rund 3.000 USD erreicht hat – also etwa 100 % höher. Sollte dieses Preisniveau stabil bleiben, entsteht automatisch zusätzlicher Gewinnspielraum, ohne dass neue Investitionen nötig sind.

    Die Aktie von Almonty konnte sich nach einem kleinen Ausverkaufstief bei etwa 19,40 CAD wieder schnell auf über 25 CAD vorarbeiten. Nun spielt das Momentum auch wieder in die richtige Richtung. Besonders positiv ist der Rücklauf (Analysten nennen das: Reverse to the Mean) in die Mitte der Bollinger-Zone. Quelle: LSEG Refinitiv vom 12.04.2026

    Mit einem gesunden Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen sollte die Aufwertung der Almonty-Aktie in Richtung alter Hochs schnell in Gang kommen. Wie von uns erwartet, hat der CNN Fear & Greed seine „Extreme Fear“-Zone schnell verlassen, was besonders für momentumstarke Aktien spricht. Investoren werden bei anhaltendem Iran-Konflikt die langfristige Erwartung für kritische Rohstoffe nach oben setzen müssen, denn es gibt Nachfrager aus dem Rüstungsbereich, die aufgrund ihrer Orderlage jeden Preis zahlen werden (müssen)!


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 08.10.2026 | 05:00

    Wolfram-Versorgungskrise: Wie Almonty die Rüstungslieferketten neu ordnet – Rheinmetall braucht verlässliche Quellen, Tungsten West bekommt Förderung

    • Wolfram
    • Markt
    • Rüstung
    • Exportstopp
    • Lieferketten

    Vorgaben des US-Verteidigungsministeriums zwingen die westliche Industrie bei kritischen Rohstoffen zum Umdenken: Ab Januar 2027 untersagen die US-Beschaffungsvorschriften den Einsatz von Wolfram chinesischen Ursprungs in Wolframpulvern, Schwerlegierungen und daraus gefertigten Rüstungskomponenten und verlangen den lückenlosen Herkunftsnachweis bis zur Förderstätte. China kontrolliert laut US Geological Survey rund 80 % der weltweiten Minenproduktion und ist durch Exportkontrollen zuletzt bei Wolframmetall und -erz sogar zum Nettoimporteur geworden. Damit steht die Rüstungsbranche vor einem akuten Versorgungsengpass. Produzenten außerhalb Chinas setzen alles daran, die Lieferketten für westliche Abnehmer dauerhaft abzusichern. Als führendes Wolfram-Unternehmen punktet vor allem Almonty mit aussichtsreichen Projekten und einer vollen Pipeline.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 06.10.2026 | 04:00

    Rohstoffe im Turbo-Modus! Ein Vermögen verdienen mit BHP, Rio Tinto und Almonty, hingegen setzt Critical Metals auf Grönland

    • Kritische Rohstoffe
    • Wolfram
    • Grönland
    • Strategische Metalle
    • Seltene Erden

    Es sind schon fast tektonische Verschiebungen, welche Anleger derzeit an der Börse erleben. Explodierende Energie- und Rohstoffpreise und überschießende Zinsen, die es seit 7 Jahren nicht mehr in dieser Höhe zu sehen gab. Der Osten gibt sich protektionistisch, der US-dominierte Westen zeigt sich gezielt angriffslustig. In diesem kapitalistischen Imperialismus tiefer Taschen gesellen sich territoriale Ansprüche des US-Präsidenten gegenüber der unter Dänemark verwalteten Kolonie Grönland. Alles Tendenzen die über das klassische Mining-Geschäft hinausreichen und an den Terminbörsen für viel Unruhe sorgen. Die geopolitische Bruchlinie verläuft quer durch die Arktis, wo Grönland dank gigantischer Lagerstätten wie dem Tanbreez-Projekt im Fokus des Pentagon und westlicher Sicherheitsbehörden steht. China kontrolliert nach wie vor weite Teile der globalen Lieferkette, doch das strategische Abkommen zwischen Washington und Kopenhagen baut eine mächtige Barriere auf. Zeitgleich schießen die Wolframpreise auf dem Weltmarkt explosionsartig in die Höhe und übertreffen in ihrer Dynamik fast alle anderen kritischen Mineralien. Das unverzichtbare Industriemetall, das für die Rüstungsindustrie und den AI-Chip-Sektor elementar ist, leidet unter drastischen Exportbeschränkungen. Diese Lieferengpässe treiben westliche Abnehmer an den Rand der Verzweiflung. Ein wildes Potpourri aus Größenwahn, Panik und Säbelrasseln. Wo liegen die Chancen für nervenstarke Anleger?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Tarik Dede vom 28.09.2026 | 04:59

    Marktführer unter sich: Die Aktien von ASML, Albemarle und Almonty Industries im Fokus!

    • Weltmarktführer
    • ASML
    • Almonty Industries
    • Albemarle
    • Chips
    • Wolfram
    • Lithium

    Echte Weltmarktführer dominieren und kontrollieren ihr Geschäft und halten sich die Konkurrenz vom Leib. Manchmal sind die hohen Marktanteile Folge einer einzigartigen Technologie wie bei ASML. Oder sie sind Folge eines jahrelangen Aufbaus eines Geschäfts, um zu einem wichtigen Player zu werden, wie beispielsweise bei Almonty Industries und Albemarle. Doch auch diese Unternehmen bzw. ihre Aktien litten im Laufe des Sommers unter der hohen Unsicherheit an den Aktienmärkten. Von einstigen Rekordpreisen sind sie derzeit ein gutes Stück entfernt. Für strategisch orientierte Investoren bieten sich dadurch Chancen. Wir blicken heute deshalb auf die Papiere von ASML, Albemarle und Almonty Industries.

    Zum Kommentar