13.04.2026 | 04:30
Almonty treibt den Wolframmarkt: Zwischen Knappheit, Preissprung und Neubewertung
Die großen Aktienindizes befinden sich derzeit in einer Phase erhöhter Nervosität: Nach der starken Rally der vergangenen 24 Monate haben sowohl der S&P 500 als auch der DAX 40 zuletzt zwischen 5 und 10 % korrigiert. Belastend wirken vor allem immer höhere Zinsen und wenig Aussicht auf Frieden in einer der vielen Brandherde weltweit. Rohstoffe zeigen ein anderes Bild: Industriemetalle und kritische Materialien bleiben gefragt, allen voran Wolfram, dessen Preis sich innerhalb von rund 24 Monaten ungefähr verzehnfacht hat. Davon profitiert insbesondere der Produzent Almonty Industries, der mit dem Produktionsstart in Sangdong nun in eine neue operative Phase eintritt und mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 4,2 Mrd. EUR auf die Kaufliste institutioneller Investoren rücken konnte. Die jüngste Konsolidierung scheint beendet, auf was sollten Anleger jetzt achten?
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Konsolidierung nach Start der Förderung in Sangdong
Mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine hat sich für Almonty eine neue Phase eröffnet. Aus einem Projektentwickler ist ein operativer Produzent geworden, ein Übergang, der in der Rohstoffbranche selten ohne Reibung verläuft. Nach einer starken Kursrally in den vergangenen Monaten ist es daher nicht überraschend, dass der Markt zunächst eine Verschnaufpause einlegt. Diese Konsolidierung fällt zeitlich genau mit dem Beginn der Förderung zusammen und reflektiert weniger Zweifel am Projekt als vielmehr die typische Neujustierung der Erwartungen nach einem großen Meilenstein. Gleichzeitig zeigt sich, dass die operative Realität nun schrittweise in die Bewertung einfließt. Investoren beobachten genau, wie schnell die Produktion hochgefahren wird und wie stabil die Lieferketten funktionieren. Der Markt bewegt sich damit von der Vision zur Umsetzung. Genau in dieser Phase entstehen häufig kurzfristige Schwankungen, während sich langfristig die fundamentalen Daten durchsetzen.
Warum ist die aktuelle Konsolidierung kein Beinbruch?
Eine Korrektur nach einer starken Aufwärtsbewegung ist in zyklischen Branchen nicht ungewöhnlich. Gerade im Rohstoffsektor folgen auf dynamische Kursanstiege regelmäßig Phasen der Stabilisierung. Diese dienen dazu, überhitzte Erwartungen abzubauen und eine solide Grundlage für den nächsten Trend zu schaffen. Historisch betrachtet, haben sich solche Rücksetzer häufig als notwendige Zwischenetappen erwiesen. Fundamental hat sich an den langfristigen Perspektiven jedoch wenig verändert. Die Nachfrage nach kritischen Metallen wie Wolfram wächst weiter, während neue Produktionskapazitäten nur langsam entstehen. Diese Kombination sorgt für ein strukturell unterstützendes Marktumfeld. Aus diesem Blickwinkel erscheint die aktuelle Konsolidierung weniger als Warnsignal, sondern eher als Phase der Neuorientierung innerhalb eines übergeordneten Wachstumstrends.
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit Christopher Ecclestone von Hallgarten and Partners über die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und den Nahostkonflikt mit den Effekten für Lieferketten und die weltweite Rohstoff-Versorgung. Hier geht´s zum Video.
Wolframpreise erreichen das Niveau von 3.000 USD – Wie geht es weiter?
Der Wolframmarkt hat in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Preisbewegung erlebt. Innerhalb kurzer Zeit ist der Preis von unter 1.000 USD je metrischer Tonne Einheit auf rund 3.000 USD gestiegen. Ein solcher Anstieg ist nicht nur Ausdruck kurzfristiger Nachfrage, sondern ein Hinweis auf tiefgreifende strukturelle Veränderungen im globalen Rohstoffsystem. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung sind Exportbeschränkungen aus China, das rund 80 % der weltweiten Produktion kontrolliert. Gleichzeitig wächst der Bedarf aus mehreren Industrien gleichzeitig, von der Verteidigung über die Elektromobilität bis hin zur Halbleiterfertigung. Besonders in der Chipindustrie könnte es in den kommenden Monaten zu Engpässen kommen, da wichtige Prozessmaterialien nur begrenzt verfügbar sind. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Preise hoch bleiben, sondern wie stabil das neue Niveau sein wird. Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Markt nicht mehr zu den niedrigen Preisen der Vergangenheit zurückkehren wird. Stattdessen könnte sich ein dauerhaft höheres Preisband etablieren, das neue Investitionen in Förderkapazitäten wirtschaftlich macht. In diesem Umfeld profitieren Produzenten mit niedrigen Kostenstrukturen überproportional von jeder zusätzlichen Preissteigerung. Almonty steht hier in der vordersten Gefechtslinie!
IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk im Gespräch mit CEO Lewis Black über die strategische Ausrichtung von Almonty Industries im laufenden Jahr. Hier geht´s zum Video.
Und nun kommt Molybdän ins Spiel
Neben Wolfram rückt ein zweiter Rohstoff zunehmend in den Fokus: Molybdän. Das Vorkommen auf der Sangdong-Liegenschaft zählt zu den hochgradigsten weltweit und könnte langfristig einen zusätzlichen Umsatzstrom schaffen. In der Stahl- und Energieindustrie wächst die Nachfrage nach Molybdän jährlich um etwa 4 bis 6 %, insbesondere durch Infrastruktur- und Energieprojekte. Strategisch bedeutet dies eine wichtige Diversifikation, denn während Wolfram stark von geopolitischen Entwicklungen beeinflusst wird, ist Molybdän enger an klassische Industriezweige gekoppelt. Ein zweites Standbein reduziert Risiken und stabilisiert die Einnahmen. In der Praxis kann bereits ein zusätzlicher Produktionsanteil von 10 bis 15 % die Gewinnstruktur deutlich verändern. Ein weiterer Vorteil liegt in der Infrastruktur. Wenn mehrere Rohstoffe an einem Standort gefördert werden, sinken die Kosten pro Einheit oft um 5 bis 10 %, weil Anlagen und Logistik gemeinsam genutzt werden. In einem Markt mit steigenden Preisen wirkt dieser Kostenvorteil wie ein Multiplikator. Effizienz wird dann zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Was sagen die Analysten für die nächsten 12 Monate?
Die Analystenlandschaft zeigt derzeit ein ungewöhnlich klares Bild nach oben, wenngleich der Markt schneller aufwertet, als einzelne Analysten zur Präsentation ihrer Ergebnisse kommen. Da die operativen Schätzungen stark von den zugrundeliegenden Rohstoffpreisen abhängen, ergibt sich eine natürliche Spannweite der Kursziele. Immerhin hat Wolfram in nur 4 Wochen rund 40 % zulegen können. Die Bank of America sieht ein Kursziel von rund 20 USD oder 27,60 CAD auf Sicht von 12 Monaten. Die deutschen Analysten von GBC AG liegen mit etwa 28,60 CAD (rund 17,71 EUR), am oberen Ende der Skala positionieren sich die Analysten von Cantor Fitzgerald, die in ihren Modellen sogar ein Kursziel von bis zu 36 CAD sehen. Diese Bewertung basiert auf der Annahme, dass Produktion und Preise gleichzeitig steigen und das EBITDA in den nächsten zwei Jahren um deutlich mehr als 100 % wachsen kann. Interessant ist dabei der Bewertungshebel: Viele Modelle kalkulieren konservativ mit einem Wolframpreis von etwa 1.500 USD je MTU, während der aktuelle Marktpreis zuletzt rund 3.000 USD erreicht hat – also etwa 100 % höher. Sollte dieses Preisniveau stabil bleiben, entsteht automatisch zusätzlicher Gewinnspielraum, ohne dass neue Investitionen nötig sind.

Mit einem gesunden Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen sollte die Aufwertung der Almonty-Aktie in Richtung alter Hochs schnell in Gang kommen. Wie von uns erwartet, hat der CNN Fear & Greed seine „Extreme Fear“-Zone schnell verlassen, was besonders für momentumstarke Aktien spricht. Investoren werden bei anhaltendem Iran-Konflikt die langfristige Erwartung für kritische Rohstoffe nach oben setzen müssen, denn es gibt Nachfrager aus dem Rüstungsbereich, die aufgrund ihrer Orderlage jeden Preis zahlen werden (müssen)!
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