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25.05.2021 | 05:08

Bayer, Saturn Oil + Gas, Deutsche Lufthansa – alle Zutaten für ein Kursfeuerwerk vorhanden!

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Bildquelle: pixabay.com

Informationen bewegen Kurse. Mal nach oben, mal nach unten und manchmal prallen Informationen anscheinend „ab“ – von Marktteilnehmern ignoriert oder fehlinterpretiert. Leichter gesagt als getan ist es, die Informationen richtig in Bezug auf die Langfristperspektive des Unternehmens einzuordnen. So ist dann ein kurzfristiger Kursdämpfer, wie in der letzten Woche bei Bayer und der Deutsche Lufthansa zu verzeichnen, eine gute Einstiegschance. Aber auch Informationen, die im Detail komplex sind und erst einmal „verstanden“ werden müssen, bieten die Chance, ein wirkliches Schnäppchen zu machen. Hierfür ist der kanadische Öl- und Gasproduzent Saturn ein Beispiel. Die Gesellschaft stößt mit einer Akquisition in neue Dimensionen vor. Laut aktuellem Research eines Analysten hat die Aktie das Potenzial, sich zu verdreifachen. Wo werden Sie zugreifen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA80412L1076 , DE000BAY0017 , DE0008232125

Inhaltsverzeichnis:


    BAYER AG – 2:1

    Der deutsche Life-Science Konzern gliedert seine Geschäftstätigkeit in die drei Bereiche Consumer Health, Pharmaceuticals und Crop Science. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Bayer mit rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 41,4 Mrd. EUR. Auch wenn das Pharma-Geschäft im Konzern überwiegt, waren es in der letzten Woche die Agrarchemie-Tätigkeiten, die den Newsflow negativ prägten.

    Mit der Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto im Jahr 2018 schoss sich Bayer ein gewaltiges Eigentor. Dessen Nachwirkungen halten bis heute an. Kassenschlager von Monsanto war der glyphosathaltige Unkrautvernichter Roundup, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Dies führte zu einer riesigen Klagewelle. Gefühlt auf der Zielgeraden, einen Teilbereich des angestrebten Milliardenvergleichs im US-Rechtsstreit abschließen zu können, wurde der Konzern letzte Woche wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn ein wichtiger Richter verlangte Konkretisierungen und Nachbesserungen bei einigen Punkten. Ein Bayer-Sprecher betonte, dass gemeinsam mit den Klägeranwälten die Bedenken des Gerichts aufgegriffen würden und sagte weiter dazu: wir „sind zuversichtlich, dass wir eine überarbeitete Einigung erreichen werden, die fair und vernünftig ist. Wir wollen innerhalb des nächsten Monats einen neuen Antrag einreichen". Dennoch belastete die erneute Hängepartie den Aktienkurs.

    Trotzdem überwogen in Summe die positiven Neuigkeiten in der letzten Woche. Bayer darf auf eine baldige Zulassung des Herzmedikaments Verquvo in der EU hoffen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA gab letzten Freitag eine positive Empfehlung für das Medikament ab. Mit dem Wirkstoff Vericiguat wird bestimmte symptomatische, chronische Herzinsuffizienz bei Erwachsenen behandelt. Der Konzern teilte mit, man erwarte die finale Entscheidung der Europäischen Kommission in den kommenden Monaten. In den USA ist das Medikament aber bereits seit Januar zugelassen. Das Mittel ist eine gemeinsame Entwicklung von Bayer und des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Merck & Co. besitzt die Vermarktungsrechte für die USA, Bayer für den Rest der Welt. Aktuell laufen zudem Zulassungsanträge in anderen Ländern, darunter Japan und China.

    Ein weiterer Grund zur Freude für Bayer-Aktionäre kam letzte Woche aus Süddeutschland: Curevac rechnet mit einer baldigen Zulassung seines Corona-Impfstoffs. Bayer hatte im Januar eine umfangreiche Kooperation mit dem Tübinger Biotech Start-up für die Vermarktung seines COVID-19 Impfstoffs geschlossen. Die Ausweitung der Produktion sei bereits in Planung, sagte Curevac- Sprecherin Sarah Fakih der Augsburger Allgemeinen am Wochenende. „Wir hoffen auf eine Zulassung im Laufe des zweiten Quartals“, so Fakih. Zwei zu eins (2:1) also für die "Mannschaft Pharma“.**

    Der Aktienkurs ist mit rund 56 EUR noch immer 20 EUR vom Kurs des Sommers 2020 entfernt. Angesichts der exzellenten Pharma-Perspektiven des Konzerns und der fortschreitenden Abarbeitung des Glyphosat-Rechtsstreits, ist die Aktie ein klarer Kauf. **

    SATURN OIL + GAS INC – Mega-Deal: Laut Analysten ist die Aktie ein Verdreifacher!

    Die jüngst angekündigte Akquisition der Oxbow-Liegenschaft wird den aufstrebenden kanadischen Öl- und Gas-Produzenten in neue Dimensionen katapultieren. Saturn hat eine Vereinbarung zum Kauf der Oxbow-Vermögenswerte für rund 93 Mio. CAD abgeschlossen. Die Anlagen von Oxbow befinden sich im Südosten von Saskatchewan und produzieren derzeit fast 6.700 BOE täglich.

    Weitere wichtige Aspekte kommen hinzu: die Oxbow-Liegenschaft verfügt über eine umfangreiche Infrastruktur und Anlagen mit direkter Pipeline-Anbindung an das weltweite Vertriebsnetz. Diese Pluspunkte stärken die Wirtschaftlichkeit der Transaktion. Ebenso sind die sog. Depletion Rates, also die sinkenden Abbaugeschwindigkeiten bzw. Ergiebigkeit, die normal bei der Ölproduktion ist, hier sehr gering. Zudem verfügt das neue Asset über einen vorteilhaften, da nur sehr geringen Gas-Anteil bei der Produktion. Saturn wird mit Vollzug ein Produktionsniveau von rund 7.500 BOE am Tag erreichen und nach Unternehmensaussage das Produktionsniveau nach der Transaktion für mindestens 24 bis 36 Monate halten können.

    Die Analysten von GBC haben den Deal genauer unter die Lupe genommen und weisen u.a. auf folgende Kennziffern hin, die eine hohe Profitabilität des Projektes eindrucksvoll unterstreichen. Schon im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz auf rund 146 Mio. CAD anspringen und eine EBIT-Marge von 53% ermöglichen. Ein Großteil der Produktion sichert die Gesellschaft über den Termin-Markt ab. Aktuell ist Saturn bei einem Kurs von 0,18 CAD mit rund 42 Mio. CAD bewertet. Der Kaufpreis des Oxbow-Assets soll in Aktien und Krediten beglichen werden. Auch wenn dies eine Verwässerung durch Steigerung der Aktienanzahl von aktuell 234 Mio. um rund 300 Mio. Aktien bedeutet, ist der „Netto-Effekt“ für Aktionäre deutlich positiv.

    Die Analysten von GBC formulieren ein Kursziel von 0,46 CAD, was Sie anhand eines DCF-Modells errechnen. Betrachtet man zudem die schiere Größe des Landpakets und den Wiederbeschaffungswert, dann ist das Kursziel gut unterfüttert. Das Projekt umfasst 11.484 qkm Land. Saturn erwirbt über 1.000 produzierende Bohrungen, 60 wichtige Anlagen, 2.500 km angeschlossene Pipelines und 244 bohrfertige Bohrlöcher. Vom unerschlossenen Land bis hin zu mehreren Bohrplätzen und Pipelines erwerben die Kanadier insgesamt Vermögenswerte mit einem Wiederbeschaffungswert von rund 1 Mrd. CAD!

    DEUTSCHE LUFTHANSA AG – Großaktionär verkauft mit großem Abschlag!

    Nein, es waren weder geo-politische Spannungen, noch der Öl-Preis, die die Aktie in der letzten Woche absacken ließen, sondern der Verkauf eines Großaktionärs. Eine größere Aktienplatzierung durch die Thiele-Familie hatte am vergangenen Freitag die Aktie belastet. Die Erben des im Februar 2021 verstorbenen Milliardärs Heinz Hermann Thiele (Eigentümer des Bremsenspezialisten Knorr-Bremse) veräußerten 33 Mio. Anteilsscheine mit einem großen Abschlag.

    Thiele war im vergangenen Jahr bei der Lufthansa eingestiegen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Unterlagen am späten Donnerstagabend berichtete, wurden die Aktien über die Investment Bank Morgan Stanley für 9,80 EUR verkauft und damit knapp 10% unter dem Xetra-Schlusskurs! Was mit dem verbleibenden 4,5%-Anteil der Familie passiert, in unklar. Zudem erwartet der Markt bald eine erneute Kapitalspritze für den Kranich. Trader lauern auf die nächste Mini-Korrektur.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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