21.10.2026 | 05:33
Chancen bei Edelmetallen: Lahontan Gold, First Majestic Silver und SSR Mining im Fokus!
Bei den Edelmetallen haben zuletzt die Bullen versucht, den Preis wieder deutlich nach oben zu schieben. Dieser Ausbruchsversuch ist aber zunächst gescheitert. Kurzfristig bewegt sich die Notiz ebenso wie bei Silber mit den neuesten Aussagen von Mitgliedern der Federal Reserve. Zuletzt hatte auch eine Investmentbank davon gesprochen, dass die US-Notenbank noch vor den Midterms Anfang November die Zinsen anheben könnte. Das belastet die Preise. Dabei hat die Fed noch nie vor den Wahlen die Zinsen erhöht, um politische Neutralität zu signalisieren. Die nächste Sitzung wird bereits kommende Woche stattfinden. Dementsprechend dürften Gold- und Silber noch weiter eine hohe Volatilität zeigen. Für langfristig orientierte Anleger bietet die aktuell gedämpfte Stimmung an den Metallmärkten die Gelegenheit, aussichtsreiche Aktien einzusammeln. Wir blicken heute deshalb auf die Papiere von Lahontan Gold, First Majestic Silver und SSR Mining!
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: Lahontan Gold Corp | CA50732M1014 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , SSR MINING INC. | CA7847301032
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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First Majestic Silver: Ende des Steuerstreits in Mexiko?
First Majestic Silver ist eine der populärsten Silberaktien im deutschsprachigen Raum. Das liegt vor allem auch am charismatischen Gründer und heutigen CEO Keith Neumeyer. Doch ein Schatten aus Mexiko City liegt seit einer Weile über dem Unternehmen. 2018 hatte First Majestic Silver die Mine San Dimas im Rahmen der vollständigen Übernahme von Primero Mining erhalten. Doch damit erbte das Unternehmen als Rechtsnachfolgerin auch einen Steuerstreit mit der damaligen mexikanischen Regierung. Die neue Führung Mexikos will diesen und viele andere Steuerstreitigkeiten beilegen. Nun meldete First Majestic Silver, dass man das bereits 2021 eingeleitete Schiedsverfahren vor einem internationalen Gericht bis Jahresende und falls nötig auch noch länger ruhen lassen will. Offensichtlich habe man sich grundsätzlich mit Mexiko geeinigt. Während der Verhandlungen wird somit das Verfahren nicht fortgeführt.
Am Markt wird diskutiert, auf welchen Betrag man sich geeinigt hat. Die einst kolportierten 500 Mio. USD sind es wohl nicht. Andere Quellen sprechen von deutlich weniger. Ob es so kommt, wird die endgültige Einigung zeigen. Fakt ist, dass eine Einigung die Schatten über der Aktie vertreiben würde. President Mani Alkhafaji rechnet damit, dass dann auch mehr institutionelle Investoren Interesse zeigen würden, wie er im Frühjahr vor Investoren sagte. Dieser Steuerstreit hätte so manche Adresse von einem Investment abgehalten.
Der Aktie täte eine vernünftige Einigung sicherlich gut. Aktuell testet sie das Tief von Ende Juli um 16 USD. Eine Bodenbildung und ein höherer Silberpreis könnten wieder für Schub sorgen.
Lahontan Gold: Überzeugende PEA für Santa Fe
Lahontan Gold steckt mitten in den Vorbereitungen, um die historische Santa Fe Goldmine in Nevada wieder in Betrieb zu nehmen. Schon 2027 will das Unternehmen die definitive Investmententscheidung dazu treffen. Nun legte das Unternehmen erst eine neue Ressourcenschätzung hierzu vor. Noch wichtiger für die Anleger ist aber die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie, die sogenannte PEA.
Demnach weist die geplante Mine einen Nach-Steuer-NPV von rund 820 Mio. USD auf. Das entspricht aktuell etwa dem achtfachen des aktuellen Börsenwerts des gesamten Unternehmens. Der IRR, also die Rendite aufs Eigenkapital, liegt bei guten 40,1 % und basiert wie die gesamte PEA auf einem Goldpreis von 3.600 USD je Unze. Auf Basis der Studie rechnet Lahontan Gold mit einem Minenleben von aktuell 11 Jahren, wobei das gesamte Grundstück bei einer Fläche von rund 28,3 km² noch viel Raum für die Exploration und damit für eine Erweiterung der Produktion bietet.
Die Produktion selbst soll bei durchschnittlich 91.000 Unzen Goldäquivalent pro Jahr liegen, wobei diese ab dem Jahr 4 auf 112.500 Goldäquivalent pro Jahr ansteigen soll. Bei den Kosten rechnen die Gutachter mit Cashkosten in Höhe von 1.909 USD je Unze sowie All-in sustaining costs (AISC) über 2.250 USD je Unze.
Mit diesen Eckdaten soll ein Netto-Cashflow von 1,32 Mrd. USD über die Lebenszeit der Mine möglich sein. Für den Bau der Mine werden Kosten von aktuell rund 172 Mio. USD angesetzt, wobei hier bereits eine Reserve von rund 13 % inkludiert ist. Lahontan profitiert hier von niedrigen Baukosten aufgrund der guten Bergbau-Infrastruktur in Nevada, dem Hotspot der US-Goldproduktion.
Da der aktuelle Goldpreis deutlich höher liegt, können sich die tatsächlichen Zahlen dann während der Produktion noch deutlich verbessern. Die Basis für diese PEA bildete die im August veröffentlichte Ressourcenschätzung, die von einer Gesamtressource über 2,385 Mio. Unzen Goldäquivalent ausgeht.
Die Aktie von Lahontan Gold hat überraschenderweise zunächst negativ auf die Veröffentlichung der Studie reagiert. Offensichtlich nutzten kurzfristig orientierte Investoren die Publikation zum Ausstieg. Für langfristig orientierte Anleger bietet dies wiederum die Chance, auf dem niedrigeren Niveau ein paar Stücke einzusammeln.
SSR Mining: Übernahme in Nevada könnte sich als Glücksgriff erweisen!
Oft entwickeln Explorer Projekte in der Nähe von großen Minen, das gilt insbesondere im Goldsektor. Dies wird gerne als Marketing-Argument bei Investoren genutzt, doch diese Wetten gehen nur selten auf. Bei Roxmore ist dieses Spiel aber nun aufgegangen. Hinter dem Unternehmen steht die erfahrene Gruppe, die einst Roxgold an Fortuna Mining verkaufte.
Nun geht Roxmore an SSR Mining, wobei der Übernehmer den Preis von 464 Mio. USD in bar bietet. Das sind etwa 6,75 CAD je Aktie, und damit ein schöner Gewinn für alle, die zum Sommertief eingestiegen sind. Zum aktuellen Kurs ist der Aufschlag von 40 % ebenfalls beachtlich.
Doch diese Übernahme könnte sich auch für SSR Mining lohnen. Denn mit dem Zukauf erwirbt man das Converse-Projekt, das in weniger als 10 Kilometer Entfernung von der Marigold-Mine von SSR liegt. Daraus will das Unternehmen nun einen Minendistrikt bauen, wie es in der Branche oft heißt. Converse weist aktuell eine Ressource mit 2,2 Mio. Unzen Gold in der Kategorie „indicated“ auf. Dazu kommen weitere 3 Mio. Unzen in der niedrigeren Kategorie „inferred“. SSR plant bisher mit einer Produktion von 231.000 Unzen Gold auf Marigold. Langfristig sollte das Minenleben verlängert werden und gegebenenfalls auch die jährliche Produktion gesteigert werden.
Fazit
SSR Mining gelingt ein strategisch kluger Deal in Nevada, allerdings gefällt dem Markt der Preis offenbar nicht. Lahontan Gold erreicht mit der PEA den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum Goldproduzenten. Bei First Majestic könnte sich die nun angedeutete Einigung im Steuerstreit mit Mexiko als Befreiungsschlag für die Aktie herausstellen.
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