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19.03.2026 | 04:55

Energie-Kollaps oder Atom-Boom? Was haben American Atomics, Aixtron und SAP damit zu tun?

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Bildquelle: pixabay.com

Unsere technologische und datengetriebene Welt ist auf die ständige Verfügbarkeit von Strom angewiesen. Wie kann Versorgungssicherheit zu einem akzeptablen Preis aussehen? Die Antwort lautet: Atomstrom. Die USA haben Atomstrom fest in ihrer Versorgungsstrategie verankert. Die EU hat den Trend – wie immer – zu spät erkannt und springt jetzt auf den fahrenden Zug auf. Die Nuklearbranche erlebt also international eine strategische Neubewertung, bei der kleine modulare Reaktoren (sogenannte SMRs) als wichtiger Baustein zukünftiger Energiesysteme gelten. Sehr spannend ist in diesem Gesamtkontext die Aktie von American Atomics. Die Gesellschaft plant, eine vollständig integrierte nordamerikanische Wertschöpfungskette der Brennstoffversorgung aufbauen und nutzt dabei den politischen und strukturellen Rückenwind.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6 , SAP SE O.N. | DE0007164600

Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics – Richtige Strategie zur richtigen Zeit

    Zahlreiche Tech-Giganten haben es bereits vorgemacht. Um den enormen und stetig wachsenden Energiebedarf ihrer Rechenzentren und KI-Infrastrukturen zuverlässig und CO2-arm zu decken, setzen sie auf Atomstrom. Experten prognostizieren eine deutlich steigende Uran-Nachfrage mit entsprechend anziehenden Preisen. Gewollt ist zudem eine Versorgungssicherheit aus den westlichen Industrienationen heraus, weg von der geografischen Konzentration der Uranförderung in Russland und Kasachstan.
    Hier kommt American Atomics ins Spiel - mit der richtigen Strategie zur richtigen Zeit. Die Gesellschaft plant die ganze Wertschöpfungskette der Brennstoffversorgung in Nordamerika abzubilden. Dieser integrierte Ansatz lässt sich mit den Worten „Erz zum Reaktor“ zusammenfassen.
    Das heißt alle Aktivitäten von der Exploration und Gewinnung von Uran über die Raffinierung und Umwandlung bis hin zur Produktion spezieller nuklearer Brennstoffe gehören zum Spektrum der Geschäftstätigkeit. High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU) kommt eine Schlüsselrolle zu. Dieser Brennstoff wird von modernen Atomreaktoren dringend benötigt.
    Geografischer Fokus von American Atomics sind historisch produktive Uranbecken in den USA. Die größte Rolle spielt hier das Flaggschiff-Projekt Big Indian im Lisbon-Valley-District, welches im US-Bundesstaat Utah lokalisiert ist. Jüngst sicherten sich die Kanadier über eine Optionsvereinbarung die Rechte, schrittweise 80 % des Projekts zu erwerben. Als nächstes soll in den kommenden Monaten ein erstes Bohrprogramm an den Start gehen.
    Was Big Indian extrem spannend macht, ist die bislang wenig erforschte Ostseite des Tals, welche nach Darstellung des Unternehmens über ein signifikantes Potenzial verfügt. Vergangene Bergbauaktivitäten, maßgeblich auf der westlichen Seite, zeigten Fördermengen von rund 78 Mio. Pfund Uranoxid. Zudem treibt American Atomics das Nuvemco-Projekt im US-Bundesstaat Colorado und das Kenora-Projekt in der kanadischen Provinz Ontario voran.
    Strategisch geschickt, haben sich die Kanadier breit in branchenübergreifenden Initiativen, Konsortien und Joint Ventures positioniert. Übergeordnetes und gemeinschaftliches Ziel ist der Aufbau einer robusten, nordamerikanischen und von ausländischen Quellen unabhängigen Versorgung mit nuklearen Brennstoffen.
    Die Nähe zum U.S. Department of Energy (DOE) und anderen Unternehmen des Nuclear Fuel Cycle Consortium, einem vom DOE unter dem Defense Production Act initiierten Branchenverband ist hier sicherlich förderlich. Um die erste modulare und skalierbare Uran-Mühle und Verarbeitungseinheit in den USA zu errichten und damit neue Maßstäbe bei der umweltschonenden Veredelung zu setzen, ging die Gesellschaft ein Joint Venture mit dem Experten für Metallverarbeitung CVMR ein. Dem riesigen Geschäfts- und Marktpotenzial steht eine Unternehmensbewertung von unter 15 Mio. CAD gegenüber.

    https://youtu.be/rBgN1FHY-ow

    Aixtron – Paradebeispiel: Börse bewertet Zukunft

    Innerhalb von 12 Monaten haben sich die Anteilsscheine nahezu verdreifacht. Der Zuwachs in den letzten Wochen allein beträgt rund 50 %. Was sind die Gründe? Nun, der Kursverlauf kann als Paradebeispiel herangezogen werden, wie der Markt Entwicklungen einordnet. Auf den Punkt gebracht: Börse bewertet Zukunft. Deshalb sind die Zahlen des vergangenen Jahres mit einem Umsatzrückgang von 12 % auf 557 Mio. EUR und einem EBIT-Rückgang von 25 % lediglich eine Randnotiz. 2026 stufen Börsianer als Übergangsjahr ein. Aixtron hat einen Umsatz zwischen 490 und 550 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge von 16 bis 19 % in Aussicht gestellt.
    Ab 2027 erwarten Analysten starkes Wachstum, welches sich aus den Bereichen Elektromobilität und KI-Rechenzentren speist. Dies preist die Börse bereits schrittweise ein. In beiden Bereichen erwartet der Markt eine stark anhaltende Nachfrage nach Bauteilen und Chips. Aixtron produziert genau diese speziellen Maschinen für die Chip- und Halbleiterproduktion. Die Gesellschaft ist aktuell bei Kursen um 35 EUR mit knapp 4 Mrd. EUR bewertet. Zahlreiche Analysten haben in den letzten Monaten ihre Kursziele für Aixtron als vernachlässigten KI-Profiteur sukzessive erhöht, hinken jedoch jetzt mehrheitlich der dynamischen Aktienkursperformance hinterher.

    SAP – Fast 50 % Kurspotenzial

    Die Aktie der deutschen Softwareschmiede hat seit Jahresbeginn ein Fünftel an Wert verloren. Seit dem Hoch im ersten Quartal des vergangenen Jahres steht ein Minus von rund 40 % zu Buche. Nun häufen sich die Analystenstimmen, die eine Unterbewertung des Dax-Konzerns ausmachen. Die Experten billigen den Anteilsscheinen auf Sicht von 12 Monaten ein Aufwärtspotenzial von fast 50 % zu.
    Der Experte für Enterprise Resource Planning (ERP) hilft Gesellschaften die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und Abläufe zu verwalten, zu organisieren und zu steuern. KI unterstützt zudem dabei Prozesse automatischer, schneller und intelligenter zu machen. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Gewinnanstieg auf 8,1 Mrd. EUR, im nächsten Jahr auf 9,55 Mrd. EUR. Spiegelbild sind die für Softwareunternehmen nicht zu hohen KGVs von 24 bzw. 20. Am 23. April legt die Gesellschaft die Zahlen für das erste Quartal vor.

    Fazit

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Strategie – das ist American Atomics. Die Vision: Aufbau einer integrierten Wertschöpfungskette in der nordamerikanischen Brennstoffversorgung. Der Markt: riesig, mit politischem Rückenwind und richtungsweisenden Partnerschaften. Diese Potenziale reflektiert der Aktienkurs bislang nicht. Aixtron steht ab 2027 vor einem enormen Wachstum, was die Börse bereits jetzt schon schrittweise einpreist. Analysten trauen der SAP-Aktie ein Upside von 50 % zu.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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