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20.04.2026 | 05:30

Kupferrally: Wie BYD als Verbraucher leidet – und warum Power Metallic Mines und Freeport McMoRan jetzt abkassieren

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Energiewende, die E-Mobilität und der KI-Boom lassen die Kupfernachfrage explodieren. Gleichzeitig schrumpft das Angebot: alternde Minen, sinkende Erzgehalte und jahrelange Explorationszeiten für neue Lagerstätten. Diese Schere zwischen strukturell steigendem Bedarf und kaum ausbaubarer Förderung nährt die Debatte um einen Rohstoff-Superzyklus. Wer jetzt die richtigen Positionen aufbaut, könnte überproportional profitieren. Genau in diesem Spannungsfeld lohnt ein genauerer Blick auf drei Unternehmen: BYD, Power Metallic Mines und Freeport McMoRan.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570

Inhaltsverzeichnis:


    BYD - zwischen Kupferhunger und globalem Spurt

    Jedes elektrisch angetriebene BYD-Fahrzeug verschlingt zwischen 60 und 80 kg Kupfer, ein Großteil davon in der Batterie, der Rest in Kabeln und der Leistungselektronik. Multipliziert man diesen Wert mit den jährlichen Produktionszahlen des chinesischen Konzerns, summieren sich die benötigten Mengen schnell auf mehrere Hunderttausend Tonnen. Hinzu kommt der zusätzliche Bedarf für Ladestationen und die eigene Batteriezellfertigung. Wer das Gesamtbild verstehen will, muss diesen Rohstoffhunger als festen Bestandteil der BYD-Geschichte begreifen. Er ist gleichzeitig Fluch und Segen für die weitere Expansion.

    Das internationale Geschäft läuft längst als stiller Retter, während die Heimatfront schwächelt. Im 1. Quartal 2026 steuerten Exporte bereits 40 % zum Gesamtabsatz bei. Besonders Brasilien, die Emirate und Großbritannien ziehen an. Die eigenen Produktionsstätten in Ungarn und der Türkei sollen Handelsbarrieren abfedern. Gleichzeitig bröckelt der heimische Markt: Der siebte monatliche Rückgang in Folge ist Fakt, Tesla hat BYD als weltgrößten reinen E-Auto-Hersteller wieder abgelöst. Der Gewinn sank 2025 erstmals seit 4 Jahren.

    Technologisch bleibt der Konzern ambitioniert. Die zweite Generation der Blade-Batterie und die geplanten 6.000 Schnellladestationen außerhalb Chinas bis Ende 2026 adressieren die größte Schwäche der E-Mobilität, die Ladeinfrastruktur. Parallel tüftelt man an Festkörperzellen fürs Premiumsegment, während Natrium-Ionen-Batterien die günstigeren Modelle antreiben sollen. Für Anleger bleibt die Gretchenfrage, ob die Margen im Ausland die heimischen Verluste dauerhaft kompensieren können. Die Antwort liefern die Quartalszahlen Ende April. Derzeit ist die Aktie für 12,174 EUR zu haben.

    Power Metallic Mines - die Bohrdaten sprechen eine deutliche Sprache

    Die Bohrergebnisse von Power Metallic gehören zum Besten, was der Sektor aktuell zu bieten hat. Über 16 m mit 15 % Kupferäquivalent, das ist keine alltägliche Meldung. Doch der Markt reagiert seltsam zurückhaltend. Offenbar fällt es vielen Anlegern schwer, die Dimension dieser orthomagmatischen Lagerstätte einzuordnen. Weltweit gibt es nur etwa zwei Dutzend vergleichbare polymetallische Vorkommen, darunter Norilsk und Sudbury, beides extrem profitable Minen. Analysten von Redcloud zählten nach 75 Bohrlöchern 98 Abschnitte mit mehr als 11 m Länge und über 4,5 % Kupferäquivalent. Das ist ein systematisches Muster, keine Eintagsfliege.

    Die Meldung vom 15. April liefert frische Belege. Bohrloch PML-26-050 traf auf 4,76 m mit über 10 % Kupferäquivalent und bestätigt den östlichen Rand der Hochgradzone. Loch PML-26-052 lieferte auf der Westseite 4,35 m mit fast 6 %. Hinzu kommt die Elephant-Zone mit Goldfunden und die bisher ungeklärten geophysikalischen Anomalien. Das sind alles Hinweise auf ein größeres, noch nicht vollständig erfasstes System. Die Konsistenz der Ergebnisse über Dutzende Bohrlöcher hinweg bleibt das eigentliche Signal für geduldige Investoren.

    Was die metallurgischen Tests von SGS zeigen, untermauert das wirtschaftliche Potenzial gleich mit. Die Gewinnungsraten liegen im Schnitt bei 95 %. Aufgeschlüsselt sind es 98,9 % für Kupfer, 93,9 % für Palladium, 96,8 % für Platin, 85 % für Gold und 88,9 % für Silber. Ursprünglich hatte man nur mit 80 % gerechnet. Der Markt hat diese deutliche Verbesserung bisher kaum eingepreist. Mit der vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (PEA), die für den Herbst angekündigt ist, werden diese Kennzahlen erstmals in ein belastbares Zahlenwerk gegossen. Das könnte der Moment sein, in dem viele Anleger umdenken und es zu einer Neubewertung kommt. Aktuell notiert die Aktie bei 1,17 CAD.

    Freeport McMoRan – mit strategischen Weichenstellungen

    Der Kupferproduzent hat zuletzt klare Signale gesendet, dass er seine Aktionäre nicht vergisst. Die vierteljährliche Ausschüttung von 0,15 USD je Aktie setzt sich aus einem Sockelbetrag und einer variablen Komponente zusammen. Das signalisiert Selbstvertrauen, zumal die operative Marge dank hoher Kupferpreise üppig ausfällt. Ende April stehen die Zahlen zum 1. Quartal an. Analysten rechnen im Schnitt mit 0,66 USD Gewinn je Aktie bei 6,4 Mrd. USD Umsatz. Allerdings zogen die Stückkosten zuletzt um über 30 % an. Diesen Punkt sollte man im Auge behalten. Insgesamt bleibt die Ertragskraft aber intakt.

    Die Stimmung im Handel ist eindeutig optimistisch. Goldman Sachs, JP Morgan und BofA haben ihre Bewertungen zuletzt angehoben oder bestätigt. Die Kursziele bewegen sich zwischen 70 und 81 USD. Die Gründe liegen in der Elektrifizierung, dem Ausbau von Rechenzentren und steigenden Verteidigungsausgaben. Hinzu kommen die neuen US-Importzölle auf Kupfer, die ausländische Anbieter schwächen. Für heimische Produzenten wie Freeport ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil. Festzuhalten ist, dass die Analystenziele noch Potenzial nach oben sehen.

    Die Grasberg-Mine in Indonesien beherbergt eines der größten Kupfer- und Goldvorkommen weltweit. Nach einem Betriebsvorfall im vergangenen Jahr soll die Förderung im 2. Halbjahr 2026 wieder bei 85 % der üblichen Kapazität liegen. Eine Vereinbarung mit der Regierung sichert die Betriebsrechte bis 2061. Im Gegenzug fließen 20 Mrd. USD Investitionen über 2 Jahrzehnte. Zudem geht ein weiterer Anteil von 12 % an der lokalen Tochtergesellschaft PT-FI an den Staat. Das bringt Planungssicherheit – auch wenn der eigene Anteil schrumpft. Momentan kostet eine Aktie 70,21 USD.

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    Die Kupferrally offenbart klare Gewinner und Verlierer. BYD leidet als Großverbraucher unter explodierenden Rohstoffkosten und kann die heimischen Absatzschwächen nur teilweise durch Exporte kompensieren. Power Metallic Mines liefert mit außergewöhnlichen Bohrergebnissen und hohen Gewinnungsraten den Beweis für ein Weltklasse-Projekt, das der Markt noch nicht angemessen bewertet hat. Freeport McMoRan hingegen kassiert dank hoher Kupferpreise, strategischer Kostenvorteile durch US-Zölle und langfristiger Planungssicherheit in Indonesien kräftig ab. Die strukturelle Angebotsknappheit bleibt intakt.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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