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04.06.2026 | 05:30

BYD, Power Metallic Mines, Intel: Elektromobilität und KI-Rechenzentren sorgen für eine Kupfer Krise

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Bildquelle: pixabay.com

Die Zukunft fährt elektrisch, rechnet mit KI und scheitert an einem unscheinbaren Metall. Kupfer, das rote Gold der Energiewende, wird zum Nadelöhr. Während Rechenzentren für Sprachmodelle und autonome Flotten ihre Leistung vervielfachen trocknet das Minenangebot aus. Die London Metal Exchange notierte zuletzt ein Defizit von 150.000 t, eine Kehrtwende um 350.000 t binnen eines Jahres. Wer jetzt nicht umdenkt, verpasst die größte Umverteilung seit dem Ölschock. Wir sehen uns daher BYD als Vertreter der Elektroauto-Produzenten, Power Metallic Mines mit der polymetallischen Lagerstätte auf der viel Kupfer vorhanden ist und Intel als indirekter Kupferkonsument durch die KI-Infrastruktur genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , INTEL CORP. DL-_001 | US4581401001

Inhaltsverzeichnis:


    BYD - Exportrekord kaschiert tiefe Heimatmarkt-Krise

    Auf den ersten Blick scheint es eine Entwarnung zu sein. BYD meldet für Mai 383.453 verkaufte Fahrzeuge. Das ist das erste Jahresplus seit Oktober 2025. Doch der Schein trügt. Während die Exporte um 80 % auf über 160.000 Einheiten explodierten, brach der Heimatmarkt-Absatz im 13. Monat in Folge um 24 % ein. Der Exportanteil kletterte auf rund 42 %. Vor einem Jahr waren es noch 23,6 %. Die internationale Expansion wird zunehmend zur Lebensader, aber auch zum Risiko, denn sie macht BYD anfälliger für Handelskonflikte und Zölle.

    Die Kehrseite zeigt das erste Quartal. Der Nettogewinn sank um 55 % auf 4,1 Mrd. CNY, der Umsatz fiel das dritte Mal in Folge. BYD reagiert mit einem radikalen Strategiewechsel. Statt weiter im Preiskampf zu verbluten, setzt der Konzern auf Technologieführerschaft. Eigener 4-Nanometer-Chip fürs autonome Fahren, eine beispiellose Vollhaftung für das Assistenzsystem und die zweite Generation der Blade-Batterie sollen langfristig für Vorteile sorgen. BYD will vom Volumenanbieter zum Tech-Konzern aufsteigen.

    Die entscheidende Frage lautet für aktuell, ob das Exportwachstum den heimischen Schwund kompensieren kann? Das neue Flaggschiff, der Z9GT, mit über 100.000 Vorbestellungen und die Premiummarke Denza in Europa zielen auf bessere Margen. Doch der Preiskrieg in China frisst weiter Rendite. Analysten warnen vor Überkapazitäten und schwindenden Subventionen. Allerdings sollte man auch die Batterie- bzw. die Energiespeicher-Sparte nicht vergessen. Die Halbjahreszahlen werden zeigen, ob BYDs Wende gelingt, oder ob der Exportboom nur die Schwere der Heimatmarkt-Krise kaschiert. Derzeit ist die Aktie für 10,288 EUR zu haben.

    Power Metallic Mines - Bohrerfolge und Hightech-Blick in die Tiefe

    Die jüngsten Ergebnisse aus der Lion-Zone untermauern den Ausnahmecharakter des Fundes. Bohrloch PML-26-095 lieferte auf 22 m 11,46 % Kupferäquivalent, inklusive eines 6,5 m starken Kerns mit fast 19 % Kupferäquivalent. Weitere Abschnitte wie 10,3 m mit 4,04 % oder 4,07 m mit 8,73 % zeigen die Kontinuität der hochgradigen Zone. Für Investoren ist besonders Interessant, dass das NISK Projekt 11 verschiedene Metalle, vor allem Kupfer, Platin, Palladium, Gold, Silber, Nickel und Kobalt, beherbergt. Solche orthomagmatischen Systeme gibt es weltweit nur 20 Mal. NISK wird aller Voraussicht nach das 21. sein, ein geologisches Einhorn.

    Zwei Themen hat das Unternehmen im Mai vorangetrieben. Den Anfang machte die Muon-Tomographie mit Ideon Technologies. Die Technologie nutzt kosmische Strahlung, um Dichtemodelle des Untergrunds zu erstellen. Ziel sind Strukturen unterhalb von 200 m Tiefe zu „durchleuchten“, wo herkömmliche Methoden versagen. Ein sechsmonatiges Programm läuft bereits. Das ist ein Hebel, um das volle Potenzial des Distrikts zu erkunden. Zuletzt testete SGS eine niedriggradige Probe mit 0,62 % Kupfer und erzielte dennoch 98 % Gewinnungsrate bei einem Konzentratgehalt von 25 %. Das erlaubt später niedrige Cut-off-Gehalte.

    Das NISK-Projekt erstreckt sich über 330 qkm. Die Tiger-Zone, nur 700 m östlich von Lion, hat bereits ähnliche Mineralisation geliefert. Der 5 km lange Korridor zwischen Lion und der Nisk Main-Lagerstätte ist in der Tiefe weitgehend ungetestet. Die Geologen vermuten eine östlich abtauchende Struktur als Kontrolle der Hochgradigkeit. Die kommende Ressourcenschätzung für NISK im Juli wird erstmals konkrete Zahlen liefern. Vorher kommt im Juni die Schätzung der Lion-Zone. Wer die seltene Geologie versteht, könnte hier auf einen der bedeutendsten polymetallischen Funde der letzten 2 Jahrzehnte blicken. Aktuell notiert die Aktie bei 1,32 CAD.

    Intel – im KI-Boom

    Der Markt für künstliche Intelligenz durchläuft einen Strukturwandel. Weg vom reinen Training, hin zur Inferenz. Das verändert die Anforderungen an Serverarchitekturen grundlegend. Während bisher GPUs dominierten, gewinnt nun die klassische x86-CPU wieder an Bedeutung. In vielen Rechenzentren sinkt das Verhältnis von GPUs zu CPUs auf 4:1, bei komplexen Multi-Agenten-Systemen nähert es sich sogar der Parität. Intel profitiert direkt davon. Die Data-Center-Sparte wuchs zuletzt um 22 %, KI-bezogene Geschäfte machen inzwischen 60 % des Konzernumsatzes aus.

    Auf der Computex im Juni präsentiert Intel aktuell den Xeon 6+ mit 288 Efficient-Kernen, gefertigt auf der hochmodernen 18A-Technologie. Hinzu kommt die neue GPU „Crescent Island“ für kostengünstige Inferenz-Aufgaben. Sie setzt auf LPDDR5X-Speicher und Luftkühlung statt teurem HBM. Zeitgleich drängte Nvidia mit dem „RTX Spark“ in Intels Geschäftsbereich. Ein Arm-basierter Prozessor für Windows-PCs, der ab Herbst bei Dell und Lenovo verbaut wird, macht dem Unternehmen Konkurrenz. Eine neue Front im angestammten Kerngeschäft.

    Die wichtigste Nachricht aus Fertigungsperspektive ist, dass Intel und Apple eine vorläufige Vereinbarung zur Chip-Produktion getroffen haben. Ab 2027 soll Intel erste M-Series-Chips für ausgewählte iPads und Macs fertigen, später möglicherweise auch für iPhones. Das bringt dringend benötigte Auslastung für die Werke in Arizona, Irland und Ohio. Bis 2027 will das Foundry-Geschäft die Gewinnschwelle erreichen. Dafür sind externe Umsätze im niedrigen bis mittleren einstelligen Milliardenbereich nötig. Die 18A-Technologie bleibt der Schlüssel, um das zu schaffen. Momentan kostet eine Aktie 107,93 USD.


    Elektroautos und KI-Rechenzentren verschlingen das rote Gold und sorgen so für eine Kupferkrise. BYD stemmt sich mit Exportrekorden gegen den Absatzverlust im Heimatmarkt, bleibt aber ein gewaltiger Kupferverbraucher. Power Metallic Mines besitzt mit NISK ein geologisches Einhorn und besitzt somit einen Schlüssel zur Linderung des Angebotsdefizits. Intel wiederum treibt den KI-Boom voran, denn jede neue CPU-Infrastruktur frisst Tonnen des Metalls für Kabel und Kühlung.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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