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04.03.2026 | 05:30

Iran-Krieg treibt die Kriegswirtschaft an – Almonty Industries, Rheinmetall und die RENK Group im Check

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Bildquelle: pixabay.com

Der Iran-Krieg lässt die Ölpreise explodieren, Lieferketten zerreißen, und die globale Ordnung gerät ins Wanken. Während die Schockwellen durch die Energiemärkte jagen, zeichnet sich an der Börse eine konträre Bewegung ab. Investoren strömen in die Gewinner dieser neuen Zeitrechnung. Nicht nur die Nachfrage nach hochmoderner Verteidigungstechnik wird erneut angefacht, auch der Kampf um die strategischen Rohstoffe wie Wolfram, ohne die keine Panzerung und kein Lenkflugkörper auskommt, ist neu entbrannt. In diesem Umfeld rücken drei Gesellschaften in den Fokus, die an den Schaltstellen dieser Entwicklung sitzen: der Wolfram-Lieferant Almonty Industries, der Systemhaus-Riese Rheinmetall und der Antriebsspezialist RENK Group.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK Group AG | DE000RENK730

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – baut sein Fundament konsequent aus

    Die vergangenen Monate markieren für den kanadischen Wolframproduzenten Almonty Industries einen grundlegenden Wandel. Nach jahrelanger Vorbereitung hat das Unternehmen im Dezember 2025 an seiner südkoreanischen Mine Sangdong den Übergang von der Erschließung zur aktiven Förderung vollzogen. Die erste Erzlieferung auf die Aufbereitungsanlage läutete die letzte Phase vor der kommerziellen Produktion ein. Damit rückt eines der größten Wolframvorkommen außerhalb Chinas näher an den Markt. Zeitgleich sicherte sich Almonty mit der vollständigen Übernahme eines Projekts in Montana einen Fuß in Nordamerika. Das Unternehmen baut damit an einer Plattform, die Förderung in Asien, Europa und den USA verbinden soll.

    Der Zeitpunkt könnte günstiger kaum sein. China, das mehr als vier Fünftel der weltweiten Förderung kontrolliert, hat seine Exportregeln zuletzt spürbar verschärft. Die USA wiederum schließen ab 2027 chinesisches Wolfram für Verteidigungsbeschaffungen aus. Das Metall steht in nahezu allen westlichen Industrienationen auf der Liste kritischer Rohstoffe wegen seiner Härte, seiner Rolle in Hightech-Anwendungen und seiner mangelnden Substituierbarkeit. Die Folgen dieser Gemengelage zeigen sich am Markt. Die Preise für die wichtige Benchmark Ammoniumparawolframat (APT) haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verfünffacht. Für Produzenten außerhalb Chinas öffnet sich damit ein Fenster, das weit über einen gewöhnlichen Zyklus hinausweisen könnte.

    Mit dem Hochlauf in Südkorea will Almonty seine Fördermenge in den kommenden Jahren deutlich steigern. Die erste Ausbauphase sieht eine jährliche Kapazität von umgerechnet gut 230.000 MTU Wolfram vor, eine zweite Stufe soll die Menge bis 2027 verdoppeln. Parallel treibt das Unternehmen die Erweiterung seiner portugiesischen Mine Panasqueira voran und bringt ein Molybdänprojekt am Standort Sangdong in Stellung. Molybdän findet ebenfalls in Verteidigung und Industrie Verwendung und könnte eine zweite Einnahmesäule bilden. Die letzten Kapitalmarkttransaktionen in den USA haben die Bilanz gestärkt und schaffen finanziellen Spielraum für die anstehenden Investitionen. Die Analysten haben aufgrund der hohen Preise reihenweise ihre Kursziele angehoben. Die Bank of America sieht ein Kursziel von 20 USD, GBC Research 20,89 USD. Aktuell notiert die Aktie bei 20,72 USD.

    Rheinmetall – im strategischen Wandel

    Die jüngste Übernahme der Marinesparte von Lürssen markiert einen entscheidenden Wendepunkt für den Düsseldorfer Technologiekonzern. Mit dem Abschluss der Transaktion Anfang März betritt Rheinmetall Neuland. Künftig will das Unternehmen nicht nur an Land, sondern auch auf See eine gewichtige Rolle spielen. Vier norddeutsche Werftstandorte mit langer Tradition wechselten den Besitzer. Das ist ein klarer Beleg für den Anspruch, sich vom reinen Komponentenlieferanten zum domänenübergreifenden Systemhaus zu entwickeln. Die strategische Logik dahinter leuchtet ein. Wer Fregatten und Korvetten bauen will, braucht mehr als Panzer-Know-how. Und genau diese Lücke schließt der Deal.

    Doch nicht nur strategisch, auch operativ läuft es rund. Gleich mehrere Großaufträge der vergangenen Wochen zeigen, wie breit Rheinmetall mittlerweile aufgestellt ist. Da wäre der schwedische Marineauftrag über 8 Seasnake-Waffensysteme, das umfangreiche Paket für das Spähfahrzeug Luchs 2 mit einem Volumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich oder die Lieferung von 5 Feldlazaretten an Dänemark. Hinzu kommt das grüne Licht für die Munitionsproduktion auf Sardinien. Die Mischung stimmt. Während klassische Landsysteme weiter boomen gewinnen maritime Komponenten und Sanitätstechnik an Bedeutung. Die Nachfrage zieht in allen Segmenten an und Rheinmetall investiert kräftig in neue Kapazitäten.

    Für das laufende Jahr stellt sich die entscheidende Frage, ob die hohen Erwartungen des Marktes erfüllt werden können. Analysten rechnen mit einem Umsatzsprung auf 15-16 Mrd. EUR, wovon rund 1,5 Mrd. EUR auf die neu akquirierte NVL entfallen sollen. Die operative Marge soll sich weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Die technologische Entwicklung läuft parallel. Auf der Fachmesse Enforce Tac präsentierte der Konzern jüngst neue Lösungen zur Drohnenabwehr und vernetzten Gefechtsführung. Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Integration der Werften. Das ist ein komplexes Unterfangen, das über Erfolg oder Misslingen der maritimen Ambitionen entscheiden wird. Derzeit ist die Aktie für 1.625,50 EUR zu haben.

    RENK Group - zwischen Rekordaufträgen und strategischem Wandel

    Die RENK Group hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem starken Schlussquartal abgeschlossen und die eigenen Prognosen bestätigt. Besonders das Segment Vehicle & Mobility Systems (VMS) trieb das Wachstum, angetrieben von der anhaltend hohen Nachfrage nach Antrieben für Kettenfahrzeuge. Der Auftragseingang blieb auf Rekordniveau, auch wenn sich einige internationale Großaufträge ins 1. Halbjahr 2026 verschoben. In den USA allein übertraf die Tochter Renk America die Schwelle von 500 Mio. USD, ein klares Signal für die starke Position in diesem Kernmarkt. Der Gesamtauftragsbestand erreichte mit 6,4 Mrd. EUR ein historisches Hoch und sichert die Auslastung für Jahre.

    Das Unternehmen investiert massiv in den Ausbau seiner Kapazitäten, vor allem in den USA. Gemeinsam mit Gouverneurin Gretchen Whitmer kündigte Renk eine Investition von 150 Mio. USD in Michigan an, verteilt auf Anlagen sowie Forschung und Entwicklung. Bis 2030 sollen dort 270 neue Arbeitsplätze entstehen. Parallel läuft die Produktion in Augsburg nach der Umstellung auf modulare Fertigung auf Hochtouren. Langfristig peilt der Konzern einen Umsatz von rund 3 Mrd. EUR bis 2030 an. Das organische Wachstum soll durch gezielte Zukäufe ergänzt werden, um die Abhängigkeit vom Verteidigungssektor zu reduzieren.

    Für 2026 zeigt sich das Management zuversichtlich. Im größten Segment VMS sind bereits 90 % der Aufträge für das Jahr gebucht, ein Rekordwert. Die größte Unbekannte bleibt das Israel-Geschäft, für das Renk mit rund 80 Mio. EUR Umsatz plant, aber auf Exportgenehmigungen angewiesen ist. Auch Zölle und Wechselkurse könnten bremsen. Dennoch überwiegen die Chancen. Die Nachfrage in Europa und den USA bleibt hoch, und die langfristigen Programme der NATO-Partner versprechen weiteres Wachstum. Die detaillierte Prognose für 2026 wird am 5. März erwartet. Momentan kostet eine Aktie 58,51 EUR.


    Durch den Iran-Krieg zeigt sich einmal mehr, dass die Kriegswirtschaft zum strukturellen Wachstumsmotor wird. Almonty Industries nutzt die Rohstoffknappheit konsequent und bringt mit Sangdong pünktlich zum Preishöchststand das größte Wolframprojekt außerhalb Chinas in Förderung. Rheinmetall vollzieht den strategisch klugen Wandel zum maritimen Systemhaus und festigt seine Position als Europas führender Rüstungskonzern. Die RENK Group wiederum glänzt durch operative Exzellenz mit Rekordaufträgen und massiven Investitionen in US-Kapazitäten. Für Anleger bieten alle drei Positionen ein langfristiges Engagement in den unverzichtbaren Säulen der neuen Sicherheitsarchitektur.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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