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11.09.2026 | 05:10

Ivanhoe Mines, Power Metallic Mines, Rio Tinto – Rohstoffgiganten greifen an

  • kritische Rohstoffe
  • Edelmetalle
Bildquelle: Chat GPT

Kupfer ist so teuer wie nie zuvor. An der LME kletterte der Preis zeitweise auf über 14.600 USD je Tonne. Gleichzeitig wächst der Bedarf durch Stromnetze, Rechenzentren, Elektromobilität und Rüstung, während neue Minen Jahre bis zur Produktion benötigen. Die Reaktion der Branche auf die aktuellen Gegebenheiten ist eindeutig. Große Konzerne sichern sich zusätzliche Vorkommen, während Explorer mit neuen Ressourcen versuchen, die Minen von morgen zu definieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , IVANHOE MINES A | CA46579R1047 , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1

Inhaltsverzeichnis:


    Ivanhoe Mines – 30 % mehr Kupfer

    Gerade aufgrund der Situation am Kupfermarkt sorgen die jüngsten Daten zum Western Forelands Explorationsprojekt von Ivanhoe Mines in der Demokratischen Republik Kongo für Aufmerksamkeit. Konkret geht es um den Makoko-Distrikt, für den das Unternehmen einen Zuwachs der Kupfervorkommen um etwa 30 % auf nun rund 12 Mio. t gemeldet hat.
    Die abgeleiteten Ressourcen werden mit 612 Mio. t bei einem Gehalt von 1,80 % angegeben. Damit handelt es sich bei dem Projekt um einen der größten und kupferreichsten Funde der letzten zehn Jahre.

    Diese Ergebnisse erfolgten aufgrund eines umfangreichen Explorationsprogramms. Zwischen der vorherigen Schätzung von Mai 2025 und März 2026 hat das Unternehmen etwa 64.000 m Diamantbohrungen durchgeführt. Für das gesamte Jahr 2026 plant Ivanhoe Mines ein Bohrprogramm im Umfang von 94.500 m, das bisher größte des Unternehmens in dieser Region.
    Für die Erschließung des Gebietes setzt Ivanhoe Mines auf eine Weiterentwicklung seiner bestehenden Infrastruktur. Das Unternehmen profitiert dabei von der Nähe zu seinem bereits laufenden Kamoa-Kakula-Kupferkomplex.

    Im ersten Quartal 2027 soll eine erste Konzeptstudie für den Makoko-Distrikt beginnen. Die aktuelle Strategie sieht vor, das Kupfererz dort vorwiegend in mehreren oberflächennahen Tagebauen abzubauen. Diese Methode soll die anfänglichen Investitionskosten niedrig halten und den Beginn der Förderung beschleunigen. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, plant Ivanhoe Mines, das Bohrprogramm im vierten Quartal 2026 noch einmal zu erweitern. Ziel ist es, die flachen Mineralisierungen, die für den Tagebau infrage kommen, durch Verdichtungsbohrungen noch genauer zu definieren.

    Power Metallic Mines – jetzt ist die Ressource da

    Bei Power Metallic Mines wird aus der bisherigen Explorationsstory erstmals eine konkret bezifferbare Ressource. Die veröffentlichte erste Schätzung für die Lion Zone umfasst 4,145 Mio. t indicated mit 3,86 % Kupferäquivalent sowie weitere 601.000 t inferred mit 4,01 % Kupferäquivalent. Insgesamt enthält Lion damit rund 406 Mio. Pfund Kupferäquivalent. Mehr als 85 % der Ressource befinden sich bereits in der höheren indicated-Kategorie.

    Besonders interessant ist die Kombination aus Gehalt und Lage. Die Mineralisierung beginnt an der Oberfläche, rund 59 % der Tonnage liegen innerhalb der Open-Pit-Ressource. Metallurgische Tests von SGS Canada lieferten zudem Kupferausbeuten von mehr als 98 % und Konzentratgehalte von über 25 % Kupfer.

    Doch Lion ist keine klassische Kupferlagerstätte. Neben Kupfer enthält das polymetallische System Palladium, Platin, Gold, Silber und Nickel. Allein die indicated-Ressource kommt durchschnittlich auf 1,68 % Kupfer, 2,61 g/t Palladium, 0,85 g/t Platin und 0,49 g/t Gold.

    Entscheidend könnte jetzt die Größe werden. In die Ressource flossen lediglich Bohrungen bis zum 19. April ein. Fünf Bohrgeräte sind weiterhin aktiv, tiefere Bohrungen nach dem Stichtag fehlen vollständig. Neue Ergebnisse werden noch im September erwartet.

    Als nächster Schritt soll eine PEA einen anfänglichen Tagebau mit anschließendem Untertageabbau untersuchen. Parallel treibt Power Metallic den Nasdaq-Antrag voran. Die Qualität der Lion Zone ist mit der ersten Ressource erstmals quantifiziert. Nun muss das Unternehmen zeigen, wie groß das System tatsächlich werden kann.

    Rio Tinto - Gedämpfte Prognose trotz strategischer Schritte

    Strategische Partnerschaften sind rund um Projekte im Rohstoffsegment längst keine Seltenheit mehr. Rio Tinto hat dies durch die finanzielle Beteiligung an Mogotes Metals in Höhe von 15 Mio. USD erneut belegt. Mit diesem Kapital sichert sich das Unternehmen anfänglich rund 5 % der Firmenanteile. Der Grund für diese Maßnahme ist eine fachliche Zusammenarbeit, deren Fokus auf dem südamerikanischen Projekt Filo Sur in Argentinien und Chile liegt.

    Das Ziel dort ist die Erschließung von Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen. Im Rahmen der Vereinbarung erhält Rio Tinto zudem Exklusivitätsrechte für einen Zeitraum von 15 Monaten sowie die vertragliche Option, den eigenen Anteil künftig auf knapp 10 % auszuweiten. Die technologische Ausstattung des Konzerns soll dabei helfen, neue Bodenschätze in der Region zügiger zu entdecken.

    Darüber hinaus übernimmt Rio Tinto das Bauxit-Vorhaben Aurukun im australischen Bundesstaat Queensland. Die entsprechenden Rechte werden von den bisherigen Eigentümern Glencore und Mitsubishi Development erworben. Das Areal ist geografisch nahegelegen an vorhandenen Förderstätten des Konzerns. Rio Tinto reagiert mit dem Zukauf auf die mittelfristig sinkenden Kapazitäten in seinen anderen australischen Abbaugebieten. So soll der Betrieb in der Gove-Mine bis zum Ende dieses Jahrzehnts schrittweise eingestellt werden, während die Förderung am Standort East Weipa bereits im Jahr 2024 endete. Für das Vorhaben in Aurukun liegt aktuell eine Entwicklungslizenz vor. Die formelle Abbaugenehmigung und die behördliche Zustimmung für die Übernahme stehen jedoch noch offen.

    Trotz der positiven Nachrichten stuft die Erste Group die Rio Tinto-Aktie von „Buy“ auf „Hold“. Primär werden die sinkenden Weltmarktpreise für Eisenerz genannt, da dieser Rohstoff die größte Einnahmequelle des Konzerns darstellt. Für das Jahr 2026 rechnen die Experten daher nur mit einem überschaubaren Wachstum bei Umsatz und Gewinn. Aufgrund der niedrigen Erwartungen gilt die Aktie derzeit als hoch bewertet, was Kursanstiege eher unwahrscheinlich macht. Positiv angerechnet werden dem Unternehmen in der Analyse allerdings die laufende Kupferproduktion in der Mongolei sowie die verlässliche Dividendenzahlung seit mittlerweile 35 Jahren.


    Rekordpreise und steigender Rohstoffbedarf machen neue Lagerstätten strategisch immer wertvoller. Ivanhoe Mines vergrößert mit Western Forelands eine der bedeutendsten Kupferentdeckungen der vergangenen Jahre, während Rio Tinto seine langfristige Rohstoffbasis durch Zukäufe erweitert. Power Metallic Mines liefert nun den entscheidenden Beleg für seine Explorationsstory. Lion besitzt eine hochgradige Ressource mit rund 406 Mio. Pfund Kupferäquivalent. Bleibt die Mineralisierung in der Tiefe bestehen, könnte die aktuelle Schätzung erst der Anfang sein.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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