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27.08.2026 | 05:00

Goldrausch in Westafrika: Desert Gold, Barrick Mining und B2Gold vor neuen Kurschancen?

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Bildquelle: Pixabay

Gold notiert bei mehr als 4.600 USD je Unze und beschert den Produzenten außergewöhnliche Margen. Hohe Staatsdefizite, geopolitische Konflikte, Zweifel an der langfristigen Stabilität wichtiger Währungen und die fortgesetzte Diversifikation der Zentralbankreserven sorgen für strukturelle Nachfrage, während steigende Zinsen und ein starker USD bremsen könnten. In Summe überzeugt das große Bild. Doch bei Minenwerten steckt der Teufel im Detail, somit spielen Jurisdiktion, Standort und Projektqualität ebenso eine große Rolle. Die Schnittmenge der drei genannten Unternehmen bildet das bedeutende Förderland Mali, wo sich die Lage zunehmend normalisiert und somit bestehende Risikoabschläge in Zukunft deutlich sinken könnten. Barrick fährt Loulo-Gounkoto schneller als erwartet hoch, B2Gold hat die entscheidende Genehmigung für die Erweiterung von Fekola erhalten. Desert Gold weist mit einem riesigen Landpaket, einer Ressourcenbasis von mehr als einer Million Unzen Gold und dem anstehenden Produktionsstart den größten Hebel auf. Analysten bescheinigen der Aktie Vervielfachungspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099

Inhaltsverzeichnis:


    Desert Gold – Mehrere Katalysatoren, Analysten bescheinigen hohes Kurspotenzial

    Das wichtigste Asset von Desert Gold ist das zu 100 % kontrollierte Senegal-Mali-Shear-Zone-Projekt. Die SMSZ-Liegenschaft umfasst 440 km² im Westen Malis und erstreckt sich über rund 38 km entlang einer der produktivsten Goldstrukturen Westafrikas. In derselben geologischen Zone befinden sich u. a. die Fekola-Mine von B2Gold sowie die Minen Loulo und Gounkoto von Barrick.
    Mali zählt zu den wichtigsten Goldproduzenten Afrikas. Für die Wirtschaft des westafrikanischen Landes ist das Edelmetall von zentraler Bedeutung und dominiert gemeinsam mit Baumwolle die Exporte, was einen erheblichen Teil der Devisen- und Staatseinnahmen generiert. Das Land verfügt neben einer erstklassigen Geologie auch über eine gute Infrastruktur in den etablierten Förderregionen. 2023 wurde das Bergbaugesetz reformiert, im Nachgang kam es zu zahlreichen und langen Konflikten mit etablierten Produzenten, die mittlerweile jedoch beigelegt sind. Angesichts des politischen Risikos preisten Investoren in der Vergangenheit eine hohe Risikoprämie ein.
    Auf der SMSZ-Liegenschaft wurden bislang mehr als 20 Goldzonen identifiziert und über 95.000 Bohrmeter niedergebracht. Die Kanadier verfügen über eine Ressourcenbasis von gut 1,2 Mio. Unzen Gold. Zahlreiche Zielgebiete wurden bislang nur begrenzt oder noch gar nicht systematisch untersucht. Daraus entstehen weitere Chancen.
    Neben der Geologie spricht auch die Wirtschaftlichkeit für das Projekt. Die aktualisierte vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) aus dem November 2025 lieferte überzeugende Ergebnisse und dies, obwohl die Studie lediglich die vergleichsweise kleinen, oberflächennahen Vorkommen Barani und Gourbassi berücksichtigte. Der Großteil der Ressource wurde somit bislang ausgeklammert. Bei einem Goldpreis von 3.350 USD zeigte sich ein Projektwert von 87 Mio. USD (umgerechnet zu aktuellen Kursen: 121 Mio. CAD) und eine interne Verzinsung (IRR) von 76 %.
    Desert Gold verfolgt einen stufenweisen Entwicklungsansatz. Im ersten Schritt soll am Standort Barani East eine kompakte Schwerkraftanlage mit einer Kapazität von 200 Tonnen pro Tag installiert werden. Umfangreiche Vorarbeiten sind am Standort abgeschlossen, die Inbetriebnahme sollte im zweiten Halbjahr stattfinden.
    Neue Entdeckungen und die Erweiterung bekannter Mineralisierungen stehen im Mittelpunkt des im Frühjahr gestarteten Bohrprogramms über 4.250 Meter. Vorgesehen sind 46 Bohrungen auf den Zielgebieten Koussili, Gourbassi West North, Mogoyafara South, Kolon-Soa und Barani Gap. Zusätzliche oberflächennahe Unzen in der Nähe von Barani wären besonders wertvoll, da sie die Lebensdauer der geplanten Mine verlängern würden.
    Die Analysten von GBC sind bullish für die Aktie der Kanadier und formulieren ein Kursziel von 0,93 CAD. Dies ist ein enormes Aufwärtspotenzial ausgehend vom aktuellen Kursniveau bei 0,115 CAD, womit das Unternehmen momentan lediglich 41 Mio. CAD auf die Börsenwaage bringt.

    Barrick Mining – Ausgereizt?

    Der Loulo-Gounkoto-Komplex der Kanadier liegt im äußersten Westen Malis, mitten in der goldreichen Senegal-Mali-Scherzone. Er umfasst zwei Bergbaulizenzen sowie mehrere miteinander verbundene Tage- und Untertagebetriebe. Barrick hält jeweils 80 % an den Betreibergesellschaften von Loulo und Gounkoto, die Republik Mali ist mit 20 % beteiligt.
    Im Februar verlängerte Mali die Loulo-Abbaulizenz um weitere zehn Jahre und beseitigte damit einen zentralen Unsicherheitsfaktor. Die im Zuge der Lizenzverlängerung erstellte Machbarkeitsstudie bestätigte Reserven für sechs weitere Jahre Tagebau und bis zu 16 Jahre Untertageproduktion.
    Barrick produzierte im zweiten Quartal 2026 konzernweit 796.000 Unzen Gold und übertraf damit die eigene Prognose. Das Unternehmen führte das Ergebnis unter anderem auf den schneller als geplanten Hochlauf von Loulo-Gounkoto zurück.
    Der geplante Börsengang der nordamerikanischen Goldassets bis Ende 2026 könnte zum Katalysator für eine Neubewertung Barricks werden. Zugleich gewinnt der Konzern finanziellen Spielraum für sein internationales Gold- und Kupfergeschäft. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 13 % zugelegt. Nach der mehrheitlichen Auffassung der Analystengemeinde sind die Anteilsscheine jedoch nun ausgereizt.

    B2Gold – Moderate Bewertung

    B2Gold ist bereits seit vielen Jahren in Mali aktiv. An der bestehenden Fekola-Mine halten die Kanadier auf Grundlage des früheren Bergbaugesetzes 80 %, die übrigen 20 % liegen beim Staat. Mit der kürzlich erteilten, lange erwarteten Abbaugenehmigung für Menankoto wurde nun der Weg für Fekola Regional frei. Gemeinsam mit dem Dandoko-Gebiet bildet Menankoto das Erweiterungsgebiet der bestehenden Mine.
    Im kommenden Jahr will B2Gold die Produktion schrittweise hochfahren. Ab 2028 soll Fekola Regional dann mehr als 150.000 Unzen Gold jährlich liefern und die Lebensdauer des gesamten Komplexes bis weit in die 2030er-Jahre verlängern. Die Anteilsscheine der Kanadier sind mit einem 2026er KGV von 7,2 und einem 2027er KGV von 4,9 moderat bewertet. Beim aktuellen Kurs von rund 8 CAD liegt der Börsenwert bei knapp 11 Mrd. CAD. Analysten bescheinigen dem Titel im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von rund 15 %.

    Fazit

    Die Minen von Barrick und B2Gold unterstreichen die außergewöhnliche Qualität des malischen Goldgürtels. Nach Beilegung der Auseinandersetzungen infolge des neuen Bergbaugesetzes haben sich Branche und Staat arrangiert. Das zeigen die Verlängerung bzw. Neuerteilung von Lizenzen sowie die laufende Produktion. Risikoabschläge sollten sukzessive weiter sinken. Neben dem hohen Goldpreis, der politischen Normalisierung in Mali verdeutlicht vor allem der anstehende Start der Goldproduktion die Chancen der Aktie von Desert Gold. Die Analysten von GBC bescheinigen den Anteilsscheinen Vervielfachungspotenzial.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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