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05.05.2026 | 05:30

Milliardenmarkt im Schatten der E-Mobilität – Plug Power, dynaCERT und Daimler Truck heben den Schatz

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Bildquelle: pixabay.com

Geopolitische Spannungen legen die Risiken fossiler Abhängigkeiten offen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Logistik und Schwerverkehr, wirtschaftlich zu dekarbonisieren. Während die E-Mobilität bei PKWs punktet, bleiben Langstrecke und Bauflotten eine Herausforderung. Reichweite, Taktung und Altbestände zwingen zum Umdenken. Genau hier entsteht ein Markt für sofort wirksame Nachrüstlösungen, Wasserstoffintegration und effizientere Antriebe. Kurzfristig greifbare CO2- und Kostenvorteile gewinnen Vorrang vor reiner Zukunftsvision. Plug Power, dynaCERT und Daimler Truck adressieren dieses Spannungsfeld mit ganz unterschiedlichen, aber komplementären Ansätzen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – wird langsam zum operativen Kandidaten

    Plug Power hat im 4. Quartal 2025 erstmals eine positive Bruttomarge von 2,4 % erreicht, ein Sprung von 125 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Das interne Sparprogramm „Project Quantum Leap“ senkte die Kosten spürbar, der Cashverbrauch ging um über ein Viertel zurück. Mit dem neuen CEO Jose Luis Crespo, einem langjährigen Insider, steht nun operative Disziplin im Fokus. Für Investoren zeigt sich, dass sich das Geschäftsmodell langsam in die Gewinnzone bewegt, nachdem jahrelang nur Visionen zählten. Die im Februar 2026 beschlossene Verdopplung der genehmigten Aktien auf 3 Mrd. mahnt allerdings zur Vorsicht bei der Bewertung.

    Plug Power sitzt an den Hebeln zweier gewaltiger Märkte. Da ist zunächst der Bedarf an grünem Wasserstoff für die Industrie. Der Großauftrag über ein 275-Megawatt-Elektrolyseur-System für Hy2gen in Québec zeigt, dass Großprojekte real werden. Die globale Projektpipeline umfasst rund 8 Mrd. USD. Gleichzeitig öffnet der Energiehunger von KI-Rechenzentren eine zweite Tür. Plug verhandelt über die Lieferung von bis zu 250 Megawatt Wasserstoffstrom an das US-Stromnetz PJM. Das ist eine Chance, von der Engpassproblematik zu profitieren. Ob diese Volumina tatsächlich abgerufen werden, hängt aber an finalen Investitionsentscheidungen der Kunden.

    Drei Mechanismen stärken die Liquidität. Erstens der abgeschlossene Verkauf eines ungenutzten Fabrikgeländes für mindestens 132,5 Mio. USD, zweitens die geplante Monetarisierung von Stromrechten (über 275 Mio. USD) und zu guter Letzt die bestehende Kreditgarantie des US-Energieministeriums über 1,66 Mrd. USD. Hinzu kommt die verlängerte Steuergutschrift für Wasserstoffproduktion. Das überbrückt die Zeit bis zum angepeilten positiven operativen Ergebnis Ende 2026. Die Risiken sind die hohe Verschuldung und die Gefahr weiterer Kapitalverwässerung. Zudem steht die Sammelklage wegen angeblicher Falschdarstellung zum DOE-Darlehen noch im Raum. Derzeit ist die Aktie für 3,11 USD zu haben.

    dynaCERT - die operative Wende nimmt Form an

    Die kanadische Cleantech-Firma dynaCERT tüftelt seit Jahren an einer Nachrüstlösung für Dieselaggregate. Das Prinzip ist simpel. Eine Elektrolyseeinheit erzeugt Wasserstoff und Sauerstoff aus destilliertem Wasser, die dem Motor bei der Verbrennung beigemischt werden. Das spart Sprit und senkt Schadstoffe. Was lange wie eine Nischenidee wirkte, bekommt jetzt Struktur. Mit Kevin Unrath als neuem CEO rückt die operative Umsetzung in den Vordergrund. Es ist kein radikaler Neustart, sondern eine Beschleunigung. Der Vorgänger Jim Payne wechselt in den Aufsichtsrat, damit Kontinuität erhalten bleibt. Bernd Krüper wurde als President für die internationale Expansion installiert, ein klares Signal für den Ernstfall der Skalierung.

    Der südostasiatische Markt läuft heiß, vor allem Vietnam. dynaCERT hat Pilotanlagen auf schweren Trucks und Containerstaplern in Betrieb genommen in Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Haiphong. Dazu kommen strategische Absichtserklärungen mit der Technischen Universität von Ho-Chi-Minh-Stadt und einem staatlichen Ölkonzern. Die Regierung will bis 2050 klimaneutral sein, und mit über 3,5 Mio. Dieselfahrzeugen vor Ort ist der Bedarf riesig. Die Technologie wird unter lokalen Bedingungen validiert. Die ersten zehn Installationen sind erfolgt und aus Gesprächen mit Generatorbetreibern könnten bald Serienaufträge folgen.

    Parallel zu den Hardware-Deals baut dynaCERT sein zweites Standbein aus, die Emissionszertifikate. Die Methodik ist bereits Verra-zertifiziert, der Zugang zum globalen Markt für handelbare CO2-Zertifikate damit offen. Die firmeneigene Telematikplattform HydraLytica liefert die messbaren Daten, die für die Zertifizierung nötig sind. Mit dem neuen CEO Kevin Unrath an der Spitze hat das Unternehmen jemanden, der aus dem operativen Geschäft kommt und genau weiß, wie man Pilotprojekte in strukturierte Umsatzströme überführt. Dazu kommen ein frischer Kredit über 2 Mio. CAD und eine strategische Neuausrichtung auf Wachstumsregionen wie Mexiko und Texas. Die Richtung stimmt, die nächsten Quartalszahlen sollten das bestätigen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,14 CAD.

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    Daimler Truck - Wasserstoff-Partnerschaft als langfristiger Treiber

    Die erste Maiwoche bringt gleich zwei Entscheidungen für den Nutzfahrzeughersteller. Am Mittwoch legt das Management die Q1-Zahlen vor, während die Hauptversammlung über die Dividende abstimmt. Nach einem Kursplus von 15 % seit Jahresbeginn schauen Anleger nun gespannt auf die USA. Dort brechen die Verkäufe um ein Viertel ein, während Trump neue Zölle auf EU-Importe androht. Das Heimatgeschäft hält dagegen. Mercedes-Benz Trucks steigerte den Absatz im 1. Quartal um 13 %. Die eigentliche Frage lautet, wie der Vorstand die multiple Risikolage aus Zöllen, Marktschwäche und strukturellem Wandel managen will.

    Die Bündelung der Asienaktivitäten in der neuen ARCHION Corporation verändert die Bilanz grundlegend. Durch die Reduzierung des Anteilsbesitzes fließen dem Konzern 1,5 - 2 Mrd. EUR zu. Das ist Geld, das direkt im freien Cashflow landet. Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von 42 - 46 Mrd. EUR an, bei einer Rendite zwischen 6 - 8 %. Die Dividende soll stabil bei 1,90 EUR je Aktie bleiben, was bei aktuellen Kursen knapp 4,4 % Ausschüttung bedeutet. Zudem startete das Unternehmen im März ein Aktienrückkaufprogramm über 400 Mio. EUR. Die operative Kontrolle über die asiatischen Marken ist nun eine reine Equity-Beteiligung.

    Ende 2026 rollt die Kleinserie von 100 Wasserstoff-LKWs zu ausgewählten Kunden. Die jüngsten Prototypen bestanden einen Alpentest mit 40 t, und der geplante Einstieg von Toyota ins Brennstoffzellen-Joint-Venture cellcentric unterstreicht die strategische Bedeutung. Doch die Wirtschaftlichkeit hakt noch. Der Wasserstoffpreis von 11 - 13 EUR pro kg müsste sich halbieren, bundesweit gibt es nur zwei Tankstellen für Flüssigwasserstoff. Analysten sind gespalten und die Kursziele schwanken zwischen 34 und 50 EUR. Der Mittelwert bleibt leicht positiv, aber die anstehende HV wird zeigen, ob der Konzern den Gegenwind in stabiles Wachstum überführen kann. Momentan kostet eine Aktie 42,80 EUR.


    Plug Power mag operative Fortschritte zeigen, doch drohende Kapitalverwässerung und offene Klagen machen den Wasserstoffspezialisten noch immer zu einem riskanten Kandidaten bis zum endgültigen Turnaround. dynaCERT liefert mit seiner Diesel-Nachrüstlösung sofort wirksame CO2- und Spritersparnis und erschließt sich über die Verra-Zertifizierung ein zweites Standbein bei Emissionszertifikaten. Daimler Truck bleibt dank Asien-Erlösen und Aktienrückkäufen stabil, während der Wasserstoff-LKW erst langfristig Früchte tragen wird. Die US-Zölle trüben aber das Bild.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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