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27.07.2026 | 05:10

Southern Copper, Power Metallic Mines, Vale - Rohstoffstory gewinnt massiv an Tempo

  • Kritische Rohstoffe
Bildquelle: Chat GPT

Der Wettlauf um Künstliche Intelligenz, Satellitennetze und weltweite Aufrüstung verschärft den Kampf um strategische Rohstoffe. Vor allem Kupfer entwickelt sich zum Flaschenhals der globalen Industrie, denn Stromnetze, Rechenzentren, Raketen und moderne Waffensysteme benötigen enorme Mengen des Metalls. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp und selbst große Produzenten kämpfen mit sinkenden Fördermengen. Umso stärker rücken Explorationsunternehmen mit hochgradigen Lagerstätten in den Fokus, während etablierte Bergbaukonzerne unter steigenden Anforderungen und rückläufigen Produktionszahlen stehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SOUTHERN COPPER DL-_01 | US84265V1052 , VALE S.A. ADR 1 | US91912E1055 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF

Inhaltsverzeichnis:


    Power Metallic Mines – Entscheidende Phase läuft

    „Alle beobachten den SpaceX-Ticker. Fast niemand fragt, woher das Kupfer kommt.“ Mit diesen Worten verweist CEO Terry Lynch auf LinkedIn auf den eigentlichen Engpass der KI-Revolution. Während Milliarden in Rechenzentren, Satelliten und Elektrifizierung fließen, wird Kupfer zum kritischen Rohstoff. Power Metallic Mines ist mit seinem Lion-Projekt in Québec dabei strategisch bestens positioniert.

    Die Kanadier haben nun die letzten Analyseergebnisse des Winterbohrprogramms vorgelegt und damit die Datengrundlage für die erste NI-43-101-konforme Mineralressourcenschätzung geschaffen, die Ende Juli erwartet wird. Besonders hervor sticht Bohrloch PML-26-116 mit 36,42 m und 2,83 % Kupferäquivalent, darunter 6,00 m mit überdurchschnittlich hohen 12,38 % Kupferäquivalent. Die Infill-Bohrungen erhöhen zudem die Aussagekraft des Ressourcenmodells und liefern wichtige Daten für einen potenziellen Tagebau in der Lion-Zone.

    Direkt im Anschluss an die Ressourcenschätzung soll die erste vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) starten, was zwei entscheidende Meilensteine auf dem Weg zur Minenentwicklung sind. Parallel stellten die Aktionäre auf der Hauptversammlung die Weichen für ein mögliches US-Börsenlisting. Die beschlossene Satzungsänderung erfüllt künftig die Anforderungen nationaler US-Börsen und könnte die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren deutlich erhöhen.

    Das 313 km² große Nisk-Projekt in Québec gilt als eines der spannendsten polymetallischen Explorationsprojekte Nordamerikas. Neben Kupfer umfasst die Lagerstätte Nickel sowie Platin-, Palladium-, Gold- und Silbermineralisierungen. Metallurgische Untersuchungen weisen Kupferrückgewinnungsraten von über 95 % aus. Rückenwind erhielt das Unternehmen zuletzt zudem durch eine Finanzierung über rund 28 Mio. CAD, an der sich Rohstoffinvestor Eric Sprott beteiligte.

    Die Analysten von GBC sehen die Aktie mit einem Kursziel von 3 CAD und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau von 1,10 CAD.

    Southern Copper – Rückläufige Produktionszahlen

    Die Southern Copper Corporation, einer der weltweit größten Kupferproduzenten, der große Tagebauminen sowie Verarbeitungsanlagen in Peru und Mexiko betreibt, legte Daten zu den abgebauten Rohstoffmengen für das zweite Jahresviertel sowie für die ersten sechs Monate des Jahres 2026. Gleichzeitig informierte der Konzern über die bevorstehende Ausschüttung an die Anteilseigner.

    Die Analyse der Produktionszahlen zeigt einen branchenweiten Abwärtstrend bei den Kernrohstoffen des Unternehmens. Bei der Kupferförderung verzeichnete Southern Copper im Zeitraum von April bis Juni 2026 einen Rückgang auf 230.662 t. Dies stellt eine Reduktion im Vergleich zu den 238.980 Tonnen des entsprechenden Vorjahresquartals dar. Die abgesetzte Kupfermenge liegt für das erste Halbjahr 2026 bei 461.206 Tonnen, was unter dem Vorjahreswert von 479.206 Tonnen liegt.

    Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei Molybdän und Zink. Die Molybdänproduktion belief sich im abgelaufenen Quartal auf 7.046 Tonnen (Vorjahresquartal: 7.919 Tonnen). In den ersten sechs Monaten wurden 14.562 Tonnen gefördert, was einem Rückgang gegenüber den 15.603 Tonnen im ersten Halbjahr von 2025 entspricht. Der Zinkabbau verringerte sich im zweiten Quartal auf 39.257 Tonnen. Die Halbjahresproduktion sank auf 79.421 Tonnen im Vergleich zu 85.274 Tonnen im Vorjahr. Lediglich beim Silber zeichnet sich ein anderes Bild ab. Zwar sank die Quartalsproduktion leicht auf 5.759.000 Unzen (5.984.000 Unzen im Vorjahr), über das gesamte Halbjahr betrachtet ergab sich jedoch ein Zuwachs auf 11.806.000 Unzen, verglichen mit 11.426.000 Unzen im Vorjahr.

    Zu den Veröffentlichungen der operativen Kennzahlen gab die Konzernführung Beschlüsse zur Kapitalallokation bekannt. Der Vorstand der Southern Copper Corporation hat in seiner Sitzung Mitte Juli eine Gewinnausschüttung für das zweite Quartal 2026 beschlossen. Aktionäre erhalten eine Auszahlung in Höhe von 1,10 USD je Stammaktie.

    Vale – Analysten skeptisch

    Der brasilianische Bergbaukonzern Vale verzeichnete im abgelaufenen zweiten Quartal dagegen einen leichten Anstieg bei der Förderung von Eisenerz. Die Produktionsmenge belief sich auf 84,3 Mio. t, was einem Zuwachs von 1 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Maßgeblich für dieses Plus waren hohe Fördermengen in den Minen S11D und Brucutú sowie Kapazitätserweiterungen bei den Projekten Capanema und VGR1. Rückläufig entwickelte sich hingegen die Herstellung von Pellets, die bedingt durch eine vorübergehende Betriebspause im Oman um 7 % auf 7,3 Mio. t abnahm. Der Gesamtabsatz von Eisenerz stieg um 3 % auf 79,7 Mio. t, wobei der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis für Feinerz um gut 11 % auf 95 USD pro Tonne anzog. Die Gesamtjahresprognose für 2026 behält der Konzern unverändert bei.

    Neben den operativen Fortschritten im Bergbau modernisiert Vale seine Logistikinfrastruktur. Das Unternehmen beauftragte den US-amerikanischen Zulieferer Wabtec mit der Implementierung eines neuen Zugsicherungssystems für die Bahnstrecken Carajás und Vitória-a-Minas. In diesem Projekt kommt ein interoperables elektronisches Zugmanagementsystem zum Einsatz, welches in die bestehende Infrastruktur und die Bordsysteme integriert wird. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 166,5 Mio. EUR. Die vollständige Inbetriebnahme ist schrittweise bis zum Jahr 2031 vorgesehen. Mit dieser technologischen Aufrüstung will der Konzern eine Echtzeitüberwachung des Bahnbetriebs ermöglichen. Durch automatische Steuerungseingriffe in Gefahrensituationen sollen betriebliche Ausfälle verringert und die allgemeine Transportsicherheit erhöht werden.

    Auf dem Kapitalmarkt bewerten Analysten die aktuellen Rahmenbedingungen für Vale derzeit jedoch skeptisch. Die US-Investmentbank Morgan Stanley reduzierte ihr Anlagevotum für die Vale-Aktie von „Overweight“ auf „Equalweight“ und passte das Kursziel von 19,50 auf 16,50 USD nach unten an. Als Grund für die Zurückstufung wird ein erwarteter Rückgang des Eisenerzmarktes genannt. Eine schwächere globale Stahlproduktion, insbesondere ein prognostizierter Rückgang in China, dürfte zu einem steigenden Angebotsüberhang im Seehandel führen.


    Die steigende Nachfrage nach Kupfer und anderen strategischen Rohstoffen dürfte die Spreu vom Weizen trennen. Während Power Metallic Mines mit hochgradigen Bohrergebnissen, der bevorstehenden Ressourcenschätzung und einem möglichen US-Listing vor wichtigen Kurstreibern steht, bleibt Southern Copper als globaler Produzent ein Profiteur langfristig hoher Kupferpreise. Vale punktet zwar mit seiner starken Marktstellung, muss sich jedoch kurzfristig einem schwierigeren Eisenerzumfeld und einer vorsichtigeren Analysteneinschätzung stellen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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