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04.09.2026 | 05:10

Cerebras, Volatus Aerospace, Standard Lithium – 3 Märkte vor dem Durchbruch

  • Kritische Rohstoffe
  • Rüstungsindustrie
  • KI
Bildquelle: Chat GPT KI-generiert

Die nächste Investitionswelle läuft längst. Milliarden fließen in neue KI-Rechenzentren, westliche Staaten sichern sich kritische Rohstoffe und Unternehmen automatisieren immer mehr Aufgaben, die bislang Menschen, Flugzeuge oder Hubschrauber übernehmen mussten. Für Anleger entstehen dadurch Chancen weit über die bekannten Technologiekonzerne hinaus. Besonders interessant sind Unternehmen, die Infrastruktur für diese Entwicklung bereitstellen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , CEREBRAS SYSTEMS INC | US15675D1037 | NASDAQ: CBRS

Inhaltsverzeichnis:


    Cerebras - Milliarden für die nächste KI-Ausbaustufe

    Der KI-Boom erreicht auch Europa mit voller Wucht. Das US-Unternehmen Cerebras Systems kündigte nun gemeinsam mit Compute Nordic Finland ein neues KI-Rechenzentrum im finnischen Mikkeli an. Die Anlage ist so konzipiert, dass ihre Leistung in mehreren Phasen erhöht wird.

    Der Betrieb startet zunächst mit einer Kapazität von 50 MW, wird dann auf 80 MW aufgestockt und soll im Endausbau 165 MW erreichen. Bei der Planung des Projekts wurde stark auf den Aspekt der Nachhaltigkeit geachtet. Die Kühlung der Server erfolgt über einen geschlossenen Kreislauf, wodurch der Wasser- und Energiebedarf stark begrenzt wird. Die im Betrieb entstehende Abwärme wird zudem direkt an das örtliche Netz abgegeben und kommt so der Gemeinde zugute. Das Vorhaben bringt der Region voraussichtlich Investitionen zwischen 1,0 und 1,7 Mrd. EUR ein. Zudem sollen dauerhaft 80 bis 250 neue Arbeitsplätze für technisches Fachpersonal entstehen.

    Die positiven operativen Entwicklungen veranlassten die Investmentgesellschaft ARK unter der Leitung von Cathie Wood zu Käufen der Cerebras-Aktie. Insgesamt wurden gut 93.000 Aktien im Wert von etwa 17,3 Mio. USD erworben. Um freies Kapital für diesen Schritt zu schaffen, trennte sich ARK im Gegenzug von anderen Technologieaktien. Unter anderem wurden Anteile des etablierten Chipherstellers Advanced Micro Devices für 3,47 Mio. USD veräußert. Auch Positionen bei Firmen wie Twist Bioscience, Tempus AI und Roblox wurden verkleinert. Diese Transaktionen deuten darauf hin, dass die Fondsverwaltung ihre Strategie anpasst. Kapital wird von älteren oder bisherigen Investitionen abgezogen und stattdessen gezielt in neuere Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz umgeleitet.

    Volatus Aerospace – Tür zu Kanadas Defence-Milliarden öffnet sich

    Bei Volatus Aerospace nimmt die Transformation vom Drohnendienstleister zur integrierten Aerospace- und Defence-Plattform konkrete Formen an. Der jüngste Meilenstein ist dabei von großer Bedeutung. Volatus wurde in den Lieferantenpool der kanadischen Defence Drone Initiative aufgenommen. Damit kann das Unternehmen bis 2031 um künftige Aufträge für autonome Systeme, Counter-UAS, Daten- und Kommunikationslösungen, Integration, Tests und Training konkurrieren. Die Aufnahme garantiert zwar noch keine Umsätze, öffnet Volatus aber den direkten Zugang zu einem beschleunigten staatlichen Beschaffungsprozess.

    Die Voraussetzungen für größere Aufträge wurden bereits geschaffen. Im Juni eröffnete Volatus in Montréal-Mirabel eine rund 4.924 m² große Produktions- und Integrationsanlage, in der autonome Systeme für kommerzielle und militärische Kunden gefertigt werden. Parallel entwickelt sich das operative Geschäft dynamisch. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber Q1 um 49,5 % auf 8,42 Mio. CAD, Services legten um 59 % und Equipment um 38 % zu. Mit 59,2 Mio. CAD Cash verfügt Volatus zudem über die höchste Liquidität seiner Geschichte.

    Diese Kombination macht die Volatus-Story interessant. Das bestehende Geschäft mit Pipeline-, Energie- und Infrastrukturüberwachung schafft eine kommerzielle Basis, während Defence den großen Hebel liefern könnte. Mit V-Cortex baut Volatus eigene Autonomie-Technologie auf, während Partnerschaften das Angebot verbreitern. Kraus Hamdani Aerospace bringt beispielsweise das K1000ULE für Langzeitaufklärung und resiliente Kommunikation ein. Gleichzeitig besitzt Volatus mit Canary eines der ersten von Transport Canada akzeptierten Systeme für BVLOS-Einsätze über besiedelten Gebieten mit integriertem Detect-and-Avoid.

    Hinzu kommt die internationale Perspektive. Volatus hat bereits die nächste Evaluierungsphase des amerikanischen Drone Dominance Program erreicht. Gelingt es nun, die neue Produktionsbasis auszulasten und aus den staatlichen Programmen größere Serienaufträge zu gewinnen, könnte sich das Umsatzprofil grundlegend verändern. Noch schreibt Volatus Verluste, doch Fertigung, Software, operative Erfahrung und Zugang zu Defence-Beschaffungsprogrammen greifen zunehmend ineinander.

    Standard Lithium – Der nächste Schritt

    Sichere Speicherkapazitäten gewinnen in diesem Markt an Wichtigkeit und Leichtmetalle sind hierfür essenziell. Der Rohstoffspezialist Standard Lithium konnte jüngst über sein Gemeinschaftsunternehmen Smackover Lithium einen Liefervertrag mit LG Energy Solution schließen. So sollen jährlich 8.000 t Lithiumcarbonat in einer für die Batterieproduktion geeigneten Qualität geliefert werden. Der Vertrag läuft 10 Jahre und beginnt, sobald die Förderung im Rahmen des „South West Arkansas“-Projekts anläuft. Der Startschuss hierfür ist für das Jahr 2029 eingeplant. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht. Für Standard Lithium ist dies der zweite große Abnehmer in diesem Jahr.

    Damit hat sich das Unternehmen nun etwa 90 % der geplanten Produktionsmenge für die erste Ausbauphase von 22.500 t pro Jahr vertraglich gesichert. Die verbleibende Menge soll in Kürze über einen weiteren kleineren Vertrag vergeben werden. Diese festen Lieferverträge sind eine wesentliche Voraussetzung für die anstehende Projektfinanzierung. Das Unternehmen plant, Fremdkapital in Höhe von mehr als 1 Mrd. USD über Exportkreditagenturen aufzunehmen. Die endgültige Investitionsentscheidung soll noch im laufenden Jahr fallen, woraufhin die Bauphase direkt im Anschluss beginnen soll.

    Jefferies hat die Beobachtung der Aktie kürzlich aufgenommen und empfiehlt, die Papiere zu halten. Das ausgegebene Kursziel liegt bei 2,90 USD, während der Kurs zuletzt bei knapp 2,50 USD lag. Jefferies hebt positiv hervor, dass die staatlichen Fördermittel des US-Energieministeriums in Höhe von 225 Mio. USD sowie die bestehenden Partnerschaften als solide Basis gelten.

    Dennoch gibt es Herausforderungen, die bis zum Produktionsstart bewältigt werden müssen. Dazu zählen die erfolgreiche Umsetzung der Anlage in den industriellen Maßstab, die endgültige Sicherung der Projektfinanzierung sowie die unvorhersehbare Entwicklung der weltweiten Marktpreise für Lithium. Mit dieser neutralen Einstufung liegt Jefferies deutlich unter dem Marktdurchschnitt, der sich aktuell für eine starke Kaufempfehlung mit deutlich höheren Kurszielen zwischen 4,70 und 5,76 USD ausspricht.


    Cerebras, Volatus Aerospace und Standard Lithium stehen für drei Märkte, in die derzeit gewaltige Investitionen fließen. Cerebras will mit dem Milliardenprojekt in Finnland seine Position im KI-Infrastrukturmarkt ausbauen und erhält dabei Rückenwind durch den Einstieg von ARK. Volatus Aerospace öffnet sich mit der Defence Drone Initiative die Tür zu staatlichen Aufträgen und könnte seine neue Produktionsbasis mit margenstarkem Defence-Geschäft auslasten. Standard Lithium hat bereits rund 90 % der geplanten Produktion der ersten Ausbaustufe vertraglich gebunden und schafft damit eine wichtige Voraussetzung für Finanzierung und Produktionsstart.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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