09.06.2026 | 05:00
Agritech-Aktien auf dem Vormarsch: KWS Saat, MustGrow Biologics und Bucher Industries im Check!
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.
Noch wächst die Weltbevölkerung, gleichzeitig gibt es durch den Klimawandel, Pestizide und Bodenerosion erheblich Wachstumsprobleme für den Ausstoß der Landwirtschaft. Ohne die Agritech-Konzerne würde man die Menschheit wohl heute nicht ernähren können. Gleichzeitig sind nachhaltige Anbautechniken und Pflanzenschutzmittel gefragt, Smart Farming ist ein Trend und auch auf die Saat kommt es an. Daher blicken wir heute auf die Aktien von KWS Saat, MustGrow Biologics und Bucher Industries.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , KWS SAAT KGAA INH O.N. | DE0007074007 , BUCHER INDS NAM. SF-_20 | CH0002432174
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Bucher Industries: Schweizer Präzision für die Landwirte!
Wenn es um europäische Qualitätsaktien im Bereich Agrartechnik und anspruchsvoller Industriemaschinen geht, führt kaum ein Weg an Bucher Industries vorbei. Das an der SIX Swiss Exchange gelistete Unternehmen ist eines der traditionsreichsten Unternehmen in der Eidgenossenschaft. Value-Investoren schätzen die Firma für ihre Solidität, die Marktführerschaft und eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.
Allerdings zeigen die Schweizer auch eine gewisse Zyklik, und das macht die jüngsten Quartalszahlen auch deutlich. Ende April meldete Bucher Industries einen Rückgang beim Auftragseingang zwischen Januar und März von 8,9 % auf 643 Mio. CHF. Der Nettoumsatz ging zudem um 7,3 % auf 725 Mio. CHF zurück. Betroffen war vor allem die Landtechnik-Sparte Kuhn Group, die nach einer starken Vorbestellsaison einen deutlichen Rückgang beim Auftragseingang (-27,4 % nominal) verspürte. Im Gegensatz dazu konnten die Segmente Municipal (Müll-, Winterdienstmaschinen) und Hydraulics positiv hervorstechen. Dennoch: Bucher sitzt auf einem komfortablen Auftragsbestand von insgesamt über 1 Mrd. CHF. Das Management hat die Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigt und rechnet auf vergleichbarer Basis mit stabilen Umsätzen und operativen Gewinnmargen.
Im Agritech-Bereich setzt Bucher voll auf Smart-Farming. Die Kuhn Group investiert intensiv in sensor- und softwaregestützte Systeme. Durch präzise Landwirtschaft wird Dünger quasi zentimetergenau ausgebracht, was Landwirten Kosten spart und ein Pluspunkt für die Umwelt ist.
Die Aktie von Bucher Industries hat auf 1-Jahressicht rund 23 % verloren, Value-Aktien sind derzeit halt nicht „in“ an der Börse. Die Dividende für 2025 blieb mit 11,00 CHF je Stück konstant. Zudem wurde im Mai ein Aktienrückkaufprogramm erfolgreich abgeschlossen, die Aktienzahl um 410.000 eigene Namenaktien im Wert von rund 155 Mio. CHF reduziert. Da die Aktien per HV-Beschluss vernichtet wurden, steigt das EPS damit künftig mathematisch. Für Langfristanleger ist der Wert derzeit interessant. Auf 5-Jahressicht hat die Aktie den unteren Rand eines Korridors bei 300 CHF erreicht. Wer auf lange Sicht anlegt, kann hier zuschlagen.
MustGrow Biologics: Es geht auch ohne Pestizid-Cocktail!
Ob Erdbeeren, Weintrauben, Äpfel oder Pfirsiche: Vieles, was bei uns auf dem Tisch landet, wird massiv mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden belastet. Zum Einsatz kommen teilweise wie bei Erdbeeren geradezu ganze Pestizid-Cocktails. Manchmal geht es um den Kampf gegen optische Makel, oft gegen Schädlingsbefall. Auf der anderen Seite müssen aber auch mit Blick auf das weltweite Bevölkerungswachstum die Erträge weiter steigen, zumal immer mehr landwirtschaftliche Flächen durch Übernutzung und Verschmutzung bedroht sind.
Wie man diesen Zielkonflikt auflösen kann, will MustGrow Biologics beweisen. Das kanadische Unternehmen hat Technologien entwickelt, um sowohl die Pflanze zu schützen als auch die Bodenqualität zu verbessern. Dabei setzt MustGrow auf die Senfpflanze. Den Forschern ist es gelungen, die Wirkstoffe aus den Senfkörnern in einer stabilen, flüssigen Form nutzbar zu machen. Diese kann direkt über bestehende Bewässerungssysteme und Tröpfchenanlagen der Landwirte ausgebracht werden. Und die Vorteile sind gravierend: Im Gegensatz zu vielen anderen biologischen Mitteln, die oft als weniger wirksam gelten, erzielen MustGrows Produkte in Tests und großflächigen Feldversuchen eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie die klassische chemische Keule.
Bayer mit an Bord
Auf diesen Fortschritt ist auch die Bayer AG gestoßen und hat sich von dem kanadischen Micro Cap eine Kommerzialisierungslizenz für die Regionen Europa, den Mittleren Osten und Afrika gesichert. Die Agrarsparte des DAX-Konzerns wird dabei auch die oft langwierigen und sehr teuren Zulassungsverfahren übernehmen. Allein dadurch spart sich MustGrow einen achtstelligen Betrag. Zudem erhält das Unternehmen von den Leverkusenern sogenannte Upfront- und Meilensteinzahlungen, wenn bestimmte Ziele bei der Marktzulassung erreicht werden. Wenn dann tatsächlich die Produkte an die Landwirte geliefert werden, ist MustGrow zudem mit Lizenzgebühren dabei. Damit hat das Unternehmen einen extremen Hebel, um in der Zukunft hohe Margen einzufahren. Dem Markt für biologischen Pflanzenschutz trauen Analysten ein Wachstum auf über 20 Mrd. USD bis zum Jahr 2033 zu. Es bleibt also viel Raum für Wachstum bei den Produkten von MustGrow. Zudem hat man mit dem japanischen Großkonzern Sumitomo einen langjährigen Partner für die Märkte in Nord-, Mittel- und Südamerika.
Aktuell arbeiten die Lohnfertiger von MustGrow Biologics in Asien daran, die Produktion von bisher kleinen Stückzahlen auf große Serien umzustellen. Schon im zweiten Halbjahr könnte MustGrow damit durchstarten. Die Umstellung ist nötig, da bereits im vergangenen Jahr der Absatz um mehrere hundert Prozent gestiegen war. Aktuell stärkt sich das Unternehmen noch einmal finanziell für das Wachstum: MustGrow Biologics führt eine Finanzierung durch und will insgesamt 2 Mio. CAD einsammeln, zum Preis von 0,50 CAD das Stück. Als Schmankerl gibt es obendrauf einen Warrant (Kaufoption) zum Preis von 0,70 CAD. Mit einem Börsenwert von unter 30 Mio. CAD zählt MustGrow zu den Micro Caps im Agritech-Sektor. Mit der auf der Senfpflanze basierenden Technologie und starken Partnern wie Bayer und Sumitomo kann aber in den kommenden Jahren hier eine große Börsenstory entstehen.
KWS Saat: Der deutsche Hidden Champion!
Langweilig, aber solide! Das steht für die Aktie von KWS Saat. Die Einbecker zählen zu den weltweit führenden Pflanzenzüchtern und zeigen in einem herausfordernden Marktumfeld eine erstaunliche operative Widerstandskraft. Die Entwicklung zeigt: High-Tech-Saatgut bleibt unverzichtbar, wenn Landwirte die Erträge steigern wollen.
Mitte Mai hat KWS Saat seine jüngsten Quartalszahlen zum Q3 (gebrochenes Geschäftsjahr) veröffentlicht. So haben die Niedersachsen eine starke Performance im wichtigen Frühjahrsgeschäft gezeigt. Die Umsatzerlöse kletterten leicht auf 1,35 Mrd. EUR (+2,6 %). Durch Sondereffekte (Verkauf von Lizenzrechten) stieg das EBITDA deutlich auf 386,8 Mio. EUR (Vorjahr: 360,8 Mio. EUR). Unterm Strich blieb ein Gewinn je Aktie in den ersten neun Monaten von 6,67 EUR (zuvor 6,15 EUR). Den Ausblick hat das Management für 2025/2026 bestätigt. Es soll ein stabiler Umsatz werden bei einer EBITDA-Marge zwischen 19 % und 21 %. KWS Saat wird aufgrund seiner Innovationsstärke weiter vom Klimawandel und Krankheitsresistenzen profitieren. Extreme Wetterereignisse und neuen Schädlinge sind das größte Problem der Branche. Kurzfristig hat man durch den Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts den Fokus stärker auf die Marge gelegt.
Seit dem Kurstief Mitte 2023 hat die Aktie von KWS Saat um mehr als 60 % zugelegt. Die Papiere werden zum einen von der steigenden Dividenden gestützt – zuletzt + 25% auf 1,25 EUR je Aktie. In volatilen Börsenzeiten ist KWS eine defensive Option für ein langfristig orientiertes Depot.
Fazit: Die Aktie von Bucher Industries ist zyklisch und leidet derzeit unter der Kaufzurückhaltung der Abnehmer. Die Schweizer zeigen aber derzeit eine charttechnisch attraktive Situation. MustGrow Biologics könnte mit seinen nachhaltigen Innovationen im Agritech-Sektor bald durchstarten. Partnerschaften wie mit Bayer und Sumitomo stützen das Vertrauen in das Geschäftsmodell. Bei KWS Saat ist Solidität angesagt. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt, Rücksetzer wären attraktiv.
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