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15.10.2021 | 05:54

Bayer, Water Ways Technologies, K+S – Gibt es in Zukunft genug Nahrungsmittel für alle?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Menschheit wächst und wächst. In ein paar Jahren bevölkern zehn Milliarden Menschen die Erde. Da stellt sich die Frage, ob in der Zukunft genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Eine der Schwierigkeiten dabei ist der Klimawandel. Wenn es immer heißer wird wächst weniger und wenn die landwirtschaftlichen Flächen kleiner werden, kann weniger Nahrung produziert werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen die Erträge der Ackerflächen erhöht werden. Düngemittel können da helfen. Ein weiterer wichtiger Faktor wird Wasser sein. Wasser ist heute schon knapp in einigen Teilen der Welt und Trinkwasser ist längst nicht überall für jeden zugänglich. Wir analysieren heute drei Unternehmen, die für die Zukunft der Nahrungsmittelversorgung eine wichtige Rolle spielen könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , Water Ways Technologies | CA9411881043 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – Verkauf einer Sparte?

    Bayer ist im Bereich der Agrarchemie seit der Übernahme von Monsanto eigentlich gut aufgestellt. Saatgut und Unkrautvernichter sind für die Zukunft durchaus wichtig, allerdings hat der Konzern bei dem Pflanzenschutzwirkstoff Glyphosat wohl nicht mit einer derartigen Klagewelle gerechnet. Diese Übernahme macht dem Konzern auch heute noch zu schaffen. Die Unsicherheiten aufgrund der Klagen mögen Investoren nicht. Zusätzlich war der Kaufpreis für Monsanto hoch und Bayer musste sich für die Übernahme sogar verschulden.

    Zuletzt konnte ein Glyphosat-Prozess gewonnen werden, zumindest ein kleiner Lichtblick für die gebeutelten Aktionäre. Es mehren sich die Gerüchte, dass der Konzern die Sparte Schädlingsbekämpfung bzw. Unkrautvernichter verkaufen will. Eine endgültige Entscheidung ist wohl noch nicht getroffen. Sollte es einen Käufer geben muss letztlich auch der Preis stimmen. Der Konzern will mit den Verkäufen seine Schulden senken. Das Unternehmen wollte die Gerüchte allerdings nicht weiter kommentieren.

    Das Chartbild der Aktie hat sich in den letzten Handelstagen deutlich aufgehellt. Der Abwärtstrend wurde erstmal gebrochen und auch eine 123-Formation gebildet. Solange der Support bei 45,76 EUR auf Schlusskursbasis nicht mehr unterschritten wird, bleibt das Chartbild bullish. Die Analysten von Bernstein rufen ein Kursziel von 76 EUR aus. Die Pharma Sparte bei Bayer läuft sehr gut und wenn die Rechtsstreitigkeiten bei Monsanto beigelegt sind, bietet die Aktie sicherlich einiges Potential. Bis dahin sollte man als Anleger vorsichtig sein. Reine Charttrader könnten sich jetzt bereits positionieren.

    Water Ways Technologies – Bewässerungssysteme weltweit

    Water Ways Technologies hat seinen Hauptsitz in Kanada, kommt aber ursprünglich aus Israel und bietet seinen Kunden eine proprietäre Bewässerungstechnologie. Das Unternehmen ist weltweit tätig und hat über 400 Kunden in über 40 Ländern. Überall dort wo Wasser knapp oder teuer ist lohnt sich der Einsatz einer Bewässerungsanlage. Die Pflanzen werden so optimal versorgt, ohne dass Wasser versickert. Als Ziel hat das Unternehmen ausgegeben, bei Bewässerungsprojekten weltweit führend zu werden im Landwirtschaftsbereich.

    Für das erste Halbjahr konnte das Unternehmen Rekordzahlen vermelden. Der Umsatz stieg auf 12,1 Mio. Kanadische Dollar (CAD) und das EBITDA lag bei 832.000 CAD. Mitte September konnten zwei neue Aufträge über 1,3 Mio CAD gewonnen werden. Am 29. September konnte das Unternehmen gleich drei neue Aufträge in Mexiko, China und Kanada mit einem Gesamtvolumen von 570.000 CAD vermelden. Der Markt für Bewässerungssysteme wird laut Allied Market Research bis 2027 auf 5,57 Mrd. USD ansteigen. 2020 lag das Volumen bei 1,44 Mrd. USD.

    Wasser wird an Bedeutung gewinnen in den kommenden Jahren, da einerseits die Erdbevölkerung zunimmt und es andererseits aktuell immer wärmer wird. Der Bedarf an Bewässerungstechnologien wird also mit ansteigen. Die Aktie ist zu 57% im Besitz von Insidern, was ein gutes Zeichen ist. Die Marktkapitalisierung liegt bei aktuell 24,1 Mio. CAD. 2021 war bislang ein höchst erfreuliches Jahr für die Investoren. Anfang des Jahres lag der Kurs noch bei 0,06 CAD um bis auf 0,295 am 30. August zu steigen. Von dort hat die Aktie bis auf 0,22 CAD konsolidiert und notiert aktuell bei 0,24 CAD.

    K+S – Kalipreise sorgen für den Turnaround

    Die Preise von Kalidünger sind in der letzten Zeit deutlich gestiegen. Nach einigen Naturkatastrophen und Dürreperioden ist die Nachfrage nach Dünger angesprungen. Davon profitiert K+S und kann nach einer sehr langen Durststrecke mit anhaltend positiven Nachrichten auf sich aufmerksam machen. Auch in einem schwachen Marktumfeld konnte die Aktie zulegen. Solange der Kalipreis auf diesen Niveau verbleibt kann das Unternehmen große Gewinne einfahren.

    Wie gut es operativ momentan läuft, erfahren die interessierten Anleger am 11. November, wenn die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt werden sollen. Die Deutsche Bank erwartet ein EBITDA von 121 Mio. EUR, was ein Wachstum im Vorjahresvergleich von satten 59% entspricht. Die Analysten erwarten einen Gewinn von 2,03 EUR pro Aktie. In den letzten Wochen haben immer mehr Research Häuser ihre Erwartungen angehoben.

    Die Deutsche Bank hat das Kursziel auf 15 EUR angehoben und die Aktie auf Hold belassen. Ebenso hat die UBS reagiert und das Kursziel von 13,95 EUR ausgegeben. Am 11. Oktober wurde das Ziel der UBS mit 14,52 EUR bereits überschritten. Die Aktie hat zu diesem Zeitpunkt ein neues Mehrjahreshoch erreicht und gleichzeitig ein neues Kaufsignal generiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt unter 7 wenn die Schätzungen erreicht werden und auch das Kurs-Buch-Verhältnis liegt unter 1 und ist damit als günstig einzustufen.


    Die Bereiche rund um die Nahrungsmittelproduktion boomen. Bayer hat noch immer mit dem Monsanto Problem zu kämpfen. Ansonsten läuft es gut bei dem Konzern. Water Ways Technologies wächst schon jetzt stark und konnte Rekordzahlen vermelden. K+S hat dank dem hohen Kalipreis den Turnaround geschafft und steht nun deutlich besser da als zu Jahresbeginn erwartet. Solange der Rohstoffpreis nicht deutlich nachgibt, wird das Unternehmen weiter gut verdienen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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