03.10.2026 | 05:20
Bayer, MustGrow Biologics, BASF zwischen Pflanzenschutz von gestern und Biologicals von morgen
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.
Große Agrarkonzerne bauen sich um und schauen dabei auf kleine Spezialisten. Am 2. September stellte Bayer Investoren seine Ziele für das Agrargeschäft bis 2029 vor. Die Leverkusener wollen dann mehr als 3 Mrd. EUR freien operativen Cashflow erzielen und bei Biologicals durch Partnerschaften eine weltweit führende Rolle einnehmen. Das könnte kleinen Entwicklern wie MustGrow Biologics in die Karten spielen. Am 14. September beauftragte BASF vier Banken mit der Vorbereitung eines Börsengangs der Agrarsparte, die 2025 einen Umsatz von 9,6 Mrd. EUR erzielte. Wir sehen uns Bayer, MustGrow Biologics und BASF daher genauer an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MUSTGROW BIOLOGICS CORP. | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Bayer – Agrarsparte mit klarem Fahrplan bis 2029
Am 2. September hat Bayer Investoren erklärt, wie die Agrarsparte bis 2029 wachsen soll. Die Leverkusener planen gegenüber 2024 einen zusätzlichen Umsatz von 3,5 Mrd. EUR bei gleichen Wechselkursen und gleichem Portfolio, dazu eine Marge beim Clean EBITDA im mittleren 20er Bereich. Dem Insektizid Plenexos traut man Mitte der 2030er Jahre einen Spitzenumsatz von rund 500 Mio. EUR zu, dem Herbizid Icafolin rund 750 Mio. EUR, dazu kommt das Preceon Smart Corn System. Von den angepeilten 1 Mrd. EUR beim Clean EBITDA sind bereits jährlich 380 Mio. EUR erreicht. Gelingt der Start, könnte das Cashflow-Ziel in Reichweite rücken.
Am 4. August wurden die Zahlen zum 2. Quartal veröffentlicht. Die Agrarsparte setzte 4,910 Mrd. EUR um, das sind 3,5 % mehr, bereinigt um Wechselkurse und Portfolio. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 30,2 % auf 902 Mio. EUR. Operativ läuft es gut. Bayer bestätigte die Prognose und rechnet bei den Nettofinanzschulden nun mit 29 bis 30 Mrd. EUR statt 32 bis 33 Mrd. EUR, laut Medienberichten auch wegen des Einstiegs von Apollo bei der Langzeitverhütung. Der freie Cashflow des Konzerns lag bei minus 371 Mio. EUR, die Nettofinanzschulden bei 33,647 Mrd. EUR. Beim Löcherstopfen bleibt noch einiges zu tun.
Bei Biologicals will Bayer durch Partnerschaften eine weltweit führende Rolle erreichen und setzt dabei nicht auf einen Partner allein. Mit Ginkgo Bioworks aus Boston arbeiten die Leverkusener seit 2017 zusammen und verlängerten die Kooperation am 31. Oktober 2025. Dabei geht es unter anderem um Mikroben, die Stickstoff binden und synthetische Dünger ergänzen sollen, die Vermarktungsrechte liegen bei Bayer. Am 10. Juni 2026 vereinbarte der Konzern mit Aphea.Bio die Entwicklung neuer Bioinsektizide. Dazu kommt MustGrow mit der senfbasierten Technologie TerraMG™ für den Boden. Gelingt die Zulassung, könnte das Bayer ein zusätzliches Standbein neben Saatgut und klassischem Pflanzenschutz eröffnen.
MustGrow Biologics – Bayer zahlt den ersten Meilenstein
Am 21. August erhielt MustGrow Biologics von Bayer die erste Meilensteinzahlung aus der Lizenzvereinbarung zu dem biologischen Pflanzenschutzmittel TerraMG™ vom Dezember 2023. Die Höhe bleibt vertraulich. Der Vertrag erlaubt Bayer, senfbasierte biologische Wirkstoffe für den Boden in Europa, im Nahen Osten und in Afrika einzusetzen. Die Zulassung und den Marktaufbau übernehmen die Leverkusener. MustGrow Biologics schätzt den Gesamtwert der Zusammenarbeit aus Vorauszahlung, Meilensteinen und Entwicklungsarbeit auf 35 bis 40 Mio. USD über 5 bis 7 Jahre. Es geht also nicht allein um Zahlungen an MustGrow Biologics. Kommen weitere technische Erfolge hinzu, könnten weitere Zahlungen folgen, bei Verkäufen zudem Lizenzgebühren.
Am 27. August legte das Unternehmen die Zahlen zum 2. Quartal vor. Aus fortgeführten Geschäften stand ein Gewinn von 0,4 Mio. CAD. Zum Vergleich gab es im Vorjahresquartal einen Verlust von 0,9 Mio. CAD. Das entspricht einem Umschwung von 1,3 Mio. CAD. Getragen wurde das Ergebnis von Lizenzerlösen über 1,4 Mio. CAD. Die Barmittel lagen zum 30. Juni bei 4,4 Mio. CAD. Damit schreibt MustGrow im Quartal schwarze Zahlen, und bei der Kooperation mit Bayer scheint der Knoten zu platzen. Zudem verkauft MustGrow sein Biodünger-Produkt TerraSante™ bereits in den USA.
Bis zum 15. August summierten sich die Umsätze mit TerraSante™ auf 0,9 Mio. CAD. Das sind 46 % mehr als im gesamten Jahr 2025. Das in den USA registrierte organische Bodenprodukt läuft damit gut. Das Management erwartet, dass das starke Wachstum bis 2027 anhält. Zudem soll die Bruttomarge steigen, sobald die Ware per Schiff statt per Flugzeug reist. Dann sollte sich die Marge wieder im Bereich zwischen 25 und 30 % bewegen. Gelingt die technische Arbeit mit Bayer wie geplant, könnte 2027 ein zweiter Meilenstein folgen. Zudem peilt man für 2027 einen positiven Cashflow an.

BASF – Agrarsparte auf dem Weg zur eigenen Börsennotiz
Am 14. September hat BASF Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan als Koordinatoren für den geplanten Börsengang der Agrarsparte beauftragt. Notieren soll sie als Europäische Gesellschaft in Frankfurt, dafür bereit sein will man Mitte 2027, sofern der Markt mitspielt. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Etwa 80 % des weltweiten Geschäfts stecken bereits in eigenen Gesellschaften, die auf einem eigenen System für die Unternehmensplanung laufen. Gelingt der Schritt, könnten Anleger die Ludwigshafener Agrarsparte künftig direkt als eigenständigen Wert handeln.
Am 24. September legte die Sparte nach und erklärte, wie sie sich ab dem 1. Januar 2027 aufstellt. Die globale Steuerung wird gestärkt, damit Entscheidungen im lokalen Geschäft schneller und näher am Kunden fallen. Leta LaRush führt ab dem 1. Oktober das Geschäft in den USA. Kern bleibt der Ansatz Crop Systems, also Produkte und Dienste als Gesamtlösung von der Saat bis zur Ernte. Die Basis ist breit, denn 2025 kam die Sparte auf 9,6 Mrd. EUR Umsatz und investierte 990 Mio. EUR in Forschung. Das könnte dem Börsengang auf die Sprünge helfen.
Am 9. September verlängerte BASF die Partnerschaft mit dem Reisforschungsinstitut IRRI. Im ersten Teil zeigte sich, dass wechselndes Fluten und Trockenlegen bei Direktsaat den Ausstoß von Methan und den Wasserverbrauch deutlich senkt, ohne den Ertrag zu schmälern. Nun untersuchen beide, wie sich Bodengesundheit, Kohlenstoffspeicherung und Pflanzenkohle auswirken. Die Feldversuche konzentrieren sich auf die Philippinen. Mehr zur Strategie will das Management am 24. November auf dem Kapitalmarkttag erläutern. Dann könnte sich zeigen, wie viel Platz nachhaltige Lösungen im künftig eigenständigen Portfolio bekommen.
Die Agrarbranche sortiert sich neu, und Biologicals gewinnen darin an Gewicht. Bayer hat einen Plan bis 2029, muss dafür aber die Schulden weiter drücken. Gelingt das, könnten Partner wie MustGrow Biologics davon profitieren. Das Unternehmen hat mit der ersten Meilensteinzahlung von Bayer und einem Quartalsgewinn geliefert und kann bei technischen Erfolgen 2027 auf die nächste Zahlung hoffen. Das zweite Produkt TerraSante™ verkauft sich in den USA bereits sehr gut. BASF macht die Agrarsparte börsenfit, ein Termin für den Börsengang steht aber noch nicht. Mehr dazu soll der Kapitalmarkttag am 24. November bringen.
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