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29.07.2026 | 05:00

Deutz, Jungheinrich und Almonty: Wo Anleger jetzt die echten Chancen im Markt finden!

  • Wolfram
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Bildquelle: pixabay

Die europäische Industrielandschaft zeigt sich derzeit spürbar zerklüftet, was Anleger vor wirklich schwierige Entscheidungen stellt, wenn es darum geht, welche Aktie wird gut performen, welche eher schlechter. Es war zwar noch nie ganz einfach, die richtige Auswahl zu treffen, aber während etablierte deutsche Traditionskonzerne mit steigenden Materialkosten, hartem Preisdruck und teilweise auch den Nachwehen interner Konflikte ringen, verlagert sich das Interesse zusehends auf Unternehmen in strategischen Nischenmärkten, auch im Rohstoff- und Rüstungssektor. Die Aktien von Deutz und Jungheinrich spiegeln die aktuellen Herausforderungen des breiten Maschinenbaus wider, der trotz solider Auftragseingänge unter spürbarem Margendruck leidet. Rüstung ist aber ein Schlagwort, das dort die ein oder andere Aktie beleben könnte, wenn man es denn geschickt anstellt. Gleichzeitig richtet sich das Scheinwerferlicht auf Rohstoffwerte, die von weltweiten geopolitischen Umbrüchen profitieren. Insbesondere Almonty Industries zieht durch eine charttechnisch-spannenden Konsolidierung die Blicke auf sich. Kann das Wolfram-Schwergewicht demnächst wieder zu alter Stärke zurückfinden? Dieser Bericht beleuchtet die aktuelle Lage der drei Werte und zeigt auf, wo sich jetzt echte Perspektiven auftun könnten!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Matthias Schomber
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , JUNGHEINRICH AG O.N.VZO | DE0006219934 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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    Aktien-Cloud

    Deutz und Jungheinrich: Der klassische Maschinenbau unter Margendruck

    Der Blick auf den deutschen Maschinenbau zeigt derzeit ein Bild mit vielen „Reibungspunkten“. Das operative Umfeld ist sichtbar schwieriger geworden, was sich bei traditionsreichen Werten wie Deutz und Jungheinrich unmittelbar auch in deren Bilanzen bemerkbar macht. Beide Unternehmen spüren die Nachfrageverschiebung und den intensiven Wettbewerb im europäischen Kernmarkt. Besonders asiatische Anbieter drängen mit preiswerten Alternativen in das Segment und setzen die etablierten Hersteller bei der Preisgestaltung teilweise recht heftig unter Druck.
    Am deutlichsten zeigten sich diese „Bremsspuren“ jüngst auch bei der Jungheinrich AG. Der Hamburger Spezialist für Fördertechnik und Logistik musste seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 spürbar nach unten anpassen. Zwar verzeichnet das Unternehmen dank intensiver Vertriebsaktivitäten eine solide Nachfrage, der geplante Umsatz liegt nun zwischen 5,3 und 5,9 Milliarden EUR und der Auftragseingang wird auf 5,5 bis 6,1 Milliarden EUR taxiert, doch die Ertragsseite hält mit diesem Volumen nicht mit.
    Aufgrund von gestiegenen Materialkosten, dem harten Preiswettbewerb sowie den Nachwirkungen eines Streiks im Werk Lüneburg rechnet der Vorstand beim operativen Ergebnis (EBIT) nur noch mit 340 bis 400 Millionen EUR, nachdem zuvor 380 bis 450 Millionen EUR angestrebt wurden. Die EBIT-Rendite fällt voraussichtlich auf 6,2 bis 7,0 %. Der freie Cashflow schrumpft vor allem wegen M&A-Aktivitäten deutlich von ehemals erwarteten über 250 Millionen EUR auf nunmehr knapp über 50 Millionen EUR. Der Aktienkurs reagierte entsprechend und gab nach. Die Aktie ist dennoch gut bei 23 – 25 EUR aktuell nach unten supportet.
    Auch bei Deutz zeigt sich teilweise die Schwäche des klassischen Kapitalgütersektors. Als Motorenhersteller bewegt sich das Unternehmen in einem ähnlich geforderten zyklischen Marktumfeld, in dem hohe Beschaffungskosten und eine verhaltene Investitionsbereitschaft der Industriekunden das Wachstum begrenzen. Jedoch sieht bei Deutz der Chart vielversprechender aus. Hier läuft die Aktie in einer Keilformation, die nach oben verlassen werden könnte, wenn es der Aktie gelingt, die Marke bei 11 EUR nach oben zu überwinden. Dann könnte es sogar Richtung 15 EUR gehen. Hier ist auch die Fantasie im Rüstungsbereich maßgeblich für einen möglichen Anstieg. Wie Jungheinrich muss aber auch Deutz Wege finden, um die Balance zwischen Marktanteilen und auskömmlichen Margen zu wahren. Die Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunkturlage in Europa bleibt hier ein entscheidender Risikofaktor.

    Almonty Industries: Strategischer Rohstoff-Player vor dem nächsten Sprung

    Während klassische Industriewerte mit der Marge kämpfen, stellt sich die Situation im Bereich der strategischen Metalle vollkommen anders dar. Wer das Monopol bei kritischen Rohstoffen kontrolliert, diktiert die Spielregeln. Das kanadisch-amerikanische Bergbauunternehmen Almonty Industries hat sich genau hier eine außergewöhnlich gute Ausgangsposition in den letzten Jahren hart erarbeitet.
    Anfang Juli 2026 meldete Almonty eine entscheidende News, nämlich dass die Sangdong-Mine in Südkorea die Verarbeitungstätigkeit offiziell aufgenommen hat. Damit vollzieht das Unternehmen den Übergang von der rein untertägigen Erschließung hin zur aktiven Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat. Vor dem Anlauf der Anlage wurde ein Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von etwa 0,25 % Wolframtrioxid aufgebaut. Bei den aktuellen Marktpreisen entspricht dieses Haldenmaterial einem theoretischen Wert von rund 68 Millionen USD und sichert die Erstversorgung der Verarbeitungsanlage für über zwei Monate.

    https://youtu.be/D39rKLK2MN0

    Dass die Inbetriebnahme der Sangdong-Mine in eine Phase historisch hoher Wolframpreise fällt, dürfte ebenfalls kein Zufall sein, sondern das Ergebnis eines tiefgreifenden Marktwandels. Wie CEO Lewis Black in seinem Branchenbrief erläuterte, befindet sich der Wolframmarkt nach dreißig Jahren chinesischer Preisdominanz erstmals wieder in einer echten Preisfindung. Seit China Anfang 2025 Exporte unter strenge Auflagen gestellt hat und gleichzeitig selbst zum Nettoimporteur von Konzentrat wurde, herrscht im Westen eine akute Verknappung. Die Benchmark-Preise für Ammoniumparatungstat vervielfachten sich von rund 330 USD je MTU zu Beginn des Jahres 2025 auf zuletzt über 3.000 USD je MTU.
    Almonty untermauerte diesen Fortschritt mit einer Aufwertung seiner bestehenden Abnahmeverträge. Die Liefervereinbarung mit dem US-Partner Global Tungsten & Powders wurde von 15 auf 21 Jahre verlängert, wobei das Vertragsvolumen um 40 % ausgeweitet wurde. Bei den aktuellen Preisen generiert dieser eine Vertrag jährlich rund 490 Millionen USD Umsatz. Mit der geplanten Weiterverarbeitung zu Wolframoxid, dem US-Projekt Gentung in Montana, der langjährigen Mine Panasqueira in Portugal sowie der Aufnahme in die Russell 1000 und 3000 Indizes hat Almonty fundamentale Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt.
    Auch aus charttechnischer Sicht bietet die Aktie von Almonty Industries ein äußerst spannendes Bild. Das Papier befindet sich aktuell in einer geordneten Konsolidierung, nachdem es zuvor ein Hoch bei knapp über 24 USD erreichen konnte. Der Kurs bewegt sich derzeit innerhalb einer keilförmigen Konsolidierungsformation, deren obere Begrenzung bei knapp 16 USD verläuft. Ein nachhaltiger Anstieg über die Marke von 16,50 USD würde den geglückten Ausbruch aus der Formation bestätigen.
    Ein wichtiger erster Schritt zur Trendwende wäre allerdings bereits vollzogen, wenn die Aktie über 14,20 USD steigt, da dies den kurzfristigen Abwärtstrend der Konsolidierung beenden würde. Gelingt dieser Ausbruch, eröffnet sich aus dem Chartbild heraus ein erneutes Aufwärtspotenzial bis hin zur Marke von 24 USD, was ein erhebliches Kurspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau bedeutet. Nach unten hin zeigt sich der Wert im Bereich von 12,00 bis 12,50 USD sowie durch mehrere darunterliegende horizontale Haltelinien recht robust abgesichert.

    Bricht die Aktie von Almonty demnächst nach oben aus der Keilformation aus?

    Fazit:

    Deutz und Jungheinrich repräsentieren den traditionellen europäischen Maschinenbau. Beide Titel bleiben operative Qualitätswerte, leiden jedoch spürbar unter konjunkturellem Gegenwind, verhaltenen Margen und starker Konkurrenz. Eine nachhaltige Erholung erfordert hier Geduld und eine Belebung der breiten Wirtschaft. Deutz ist da schon mit dem Thema Rüstung und der charttechnisch interessanten Formation eine wahrscheinlich bessere Wahl, zumindest aus aktueller Sicht. Almonty Industries präsentiert sich als fokussierter Nutznießer geopolitischer Verschiebungen und kritischer Lieferketten. Mit dem Produktionsstart in Sangdong, langfristig garantierten Abnahmeverträgen und einer soliden finanziellen Basis ist das Unternehmen strategisch top aufgestellt. Die aktuelle Konsolidierungsphase im Chart bietet bei einer Aufwärtsbewegung über die Schlüsselmarken eine interessante Ausgangslage für Anleger, die auf eine verlässliche Rohstoffversorgung des Westens setzen wollen.


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    Der Autor

    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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