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30.07.2026 | 05:00

Die Umweltsauerei von SpaceX, Occidental Petroleums Kampf gegen Windmühlen und die Milliarden-Chance von Zefiro Methane

  • Methan
  • Klimagas
  • Umweltschutz
Bildquelle: KI

Wenn die Raketen von SpaceX gen Orbit steigen, blickt die Öffentlichkeit gebannt in den Abendhimmel. Dass Raketenstarts enorme Mengen Klimagas freisetzen, wird nur beiläufig kritisch bemerkt. Doch selbst SpaceX setzt alles daran, seinen ökologischen Fußabdruck zu senken. Sparpotenziale gibt es ohnehin auch noch viele auf der Erde. Das Verschließen von verwaisten Bohrlöchern aus der Öl- und Gasindustrie ist eines davon. Wenn diese eingesparten Emissionen systematisch erfasst und in Klimazertifikate umgewandelt werden, schlägt das eine Brücke zwischen der klassischen Öl- und Gasindustrie und der Raumfahrt. Wir beleuchten die Entwicklung und zeigen, wo Investoren Chancen suchen können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058 , SPACE EXPLORATION TECHNOLOGIES CORP | US84615Q1031 | NASDAQ: SPCX

Inhaltsverzeichnis:


    SpaceX in der Kritik: Treibstoffmassen und Rußpartikel in der Stratosphäre

    Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX setzt bei seiner Trägerrakete Falcon 9 seit Jahren auf eine Kombination aus hochraffiniertem Kerosin und flüssigem Sauerstoff, was erhebliche Umweltbelastungen nach sich zieht. Auf Basis aktueller Verbrennungsanalysen emittiert ein einzelner Falcon-9-Start je nach Berechnungsmethode zwischen mehreren hundert und mehreren tausend t CO2, während gleichzeitig feiner Schwarzkohlenstoff direkt in schützenden Atmosphärenschichten landet. Diese Rußpartikel besitzen in der Stratosphäre eine Erwärmungswirkung, die um das 500-fache über der vergleichbaren Masse von Kohlenstoffdioxid am Boden liegt. Doch das Schlimmste ist: Sie bleiben dort über Jahre. Um die Menge Ruß deutlich zu senken und weitere technische Vorteile zu haben, wechselte das Unternehmen beim Starship-System zu flüssigem Methan. Unter Einrechnung sämtlicher Sekundäreffekte wie Wasserdampfinjektionen und Strahlungsantrieb veranschlagen Umweltökologen den Fußabdruck nur eines einzelnen Starship-Starts auf bis zu 76.000 t Kohlenstoffdioxid-Äquivalent. Kinetische Alternativen wie Leichtgaskanonen von Green Launch bieten zwar emissionsfreie Starts am Boden, bleiben jedoch wegen extremer Beschleunigungskräfte auf Minisatelliten beschränkt. Menschen kann man damit nicht in den Orbit schießen. Die Raumfahrt wird auf absehbare Zeit ein schmutziges Geschäft bleiben. Grund genug, sich auf Einsparpotenziale auf der Erde zu fokussieren.

    Occidental Petroleum: CO2-Direktabscheidung ist teuer

    Der US-Energiekonzern Occidental Petroleum setzt alles daran, seine Emissionen zu verringern. Über seine spezialisierte Tochtergesellschaft 1PointFive setzt der Energieriese auf die sogenannte Direct-Air-Capture-Technologie. Das im texanischen Permian Basin errichtete Großprojekt STRATOS soll künftig jedes Jahr bis zu 500.000 t CO2 direkt aus der Umgebungsluft filtern und dauerhaft in tiefen Gesteinsschichten einspeichern. Dieser technische Ansatz erfordert jedoch enorme Summen an Investitionskapital und kostet zudem Energie, um das stark verdünnte Gas aus der Atmosphäre zu holen. Demgegenüber arbeitet die direkte Verhinderung punktueller Methan-Ausgasungen an der Erdoberfläche um ein Vielfaches effizienter. Da Methan über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten die Erderwärmung etwa 80- bis 90-mal stärker anheizt als CO2, hat das Schließen einer einzigen Gasquelle einen enormen Effekt für den globalen Klimaschutz.

    Zefiro Methane erschließt Milliarden-Markt und schützt das Klima

    An genau diesem Hebel setzt das Cleantech-Unternehmen Zefiro Methane an. Wissenschaftliche Erhebungen der U.S. Environmental Protection Agency sowie Untersuchungen der McGill University schätzen die Gesamtzahl ungesicherter Altbohrungen in den USA auf Millionen Bohrlöcher. Eine Studie der Columbia University beziffert die Kosten für die Sanierung von lediglich 500.000 dieser Klimakiller auf 12 bis 24 Mrd. USD, während der Weltmarkt für den vollständigen Rückbau auf bis zu 600 Mrd. USD taxiert wird. Im August 2025 schaffte Zefiro Methane den weltweiten Durchbruch bei der Kommerzialisierung, verschloss Bohrlöcher und generierte zugleich Emissionszertifikate für das auf diese Weise eingesparte Klimagas. Die in Zusammenarbeit mit der McGill-Forscherin Dr. Mary Kang entwickelte Methodik erlaubt es, nachgewiesene Methan-Minderungen direkt in Umweltzertifikate zu überführen. Bei dem Projekt im Custer County versiegelten die Ingenieure der Tochterfirma Plants & Goodwin das tief liegende Bohrloch, zogen rund 1.500 m beschädigte Rohre und wiesen eine verifizierte Einsparung von 92.956 t CO2-Äquivalent nach. Das Zertifikate-Paket ging direkt an den Rohstoffhändler Mercuria Energy America. Auch Weltkonzerne fragen verstärkt solche Gutschriften am Markt nach.

    Konsolidierung nach Rally: Die Aktie von Zefiro Methane.

    Satte Margen in den USA und Regulierungsdruck auch in Europa

    Neben dem Rückbau mit schwerem Equipment baut Zefiro Methane auch das Geschäft mit Messungen aus. Im Rahmen eines staatlichen Großauftrags für das Umweltschutzministerium von West Virginia erfasste die Firma die Methanwerte an 849 verwaisten Bohrlöchern im unwegsamen Terrain der Appalachen. Dieses Messen bietet Zefiro Methane Margen, die etwa doppelt so groß ausfallen, wie das traditionelle Sanierungsgeschäft, da der Kapitaleinsatz ohne schwere Zementierungsfahrzeuge gering bleibt.

    Zusätzlichen Rückenwind erhält Zefiro durch die neue EU-Methanverordnung. Diese nimmt internationale Lieferketten strikt in die Pflicht: Ab 2027 greifen Äquivalenzgebote für Importgase, gefolgt von verbindlichen Methanintensitäts-Grenzwerten ab August 2030. Untersuchungen des Öko-Instituts zeigen, dass europäische Gasimporte in den Jahren 2023 und 2024 rund 155 Mio. t CO2-Äquivalent an Methan emittierten. US-amerikanische LNG-Exporteure sind somit gezwungen, Emissionen zu senken, um Strafzahlungen zu vermeiden. Zugleich verpflichtet die EU Betreiber dazu, bis August 2026 vollständige Altlastenkataster zu erstellen – was auch im Norddeutschen Becken, wo die Ölförderung bereits 1968 ihren Höchststand erreichte, Sanierungspläne nach sich ziehen könnte. Zwar könnte die EU-Gesetzgebung wie in den vergangenen Monaten in verschiedenen Bereichen geschehen noch aufgeweicht werden, doch stehen die Zeichen trotzdem auf Einsparung von Emissionen entlang der Lieferketten.

    Chancen für Investoren – Zefiro weckt Interesse der Analysten

    Die Analysten von GBC haben für die Aktie von Zefiro Methane erst kürzlich eine Kaufempfehlung ausgesprochen und sehen ein erstes Kursziel von 1,50 USD. Als maßgebliche operative Impulse verweisen die Experten auf das milliardenschwere Potenzial bei der Sanierung verwaister Bohrlöcher sowie auf die signifikant ausgebaute Flottenkapazität in 13 US-Bundesstaaten. Dem enormen Marktpotenzial im Umfang von schätzungsweise 280 Mrd. USD stehen jedoch auch Risiken aus möglichen operativen Unwägbarkeiten gegenüber. Der anhaltend hohe Sanierungsbedarf von Energiekonzernen sollte Zefiro in den kommenden Jahren aber ein gutes Geschäft bescheren – während Unternehmen wie Occidental Petroleum und SpaceX investieren müssen, kann sich Zefiro über die wachsende Nachfrage nach seiner Dienstleistung freuen.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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