27.08.2026 | 05:30
Diese drei Aktien im Energie-Sektor sollten Sie nicht verpassen – Occidental Petroleum, Zefiro Methane und NextEra Energy
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane Corp.
Die amerikanische Energiewende erscheint paradox. Einerseits sind fossile Brennstoffe nach wie vor unverzichtbar, doch der Druck zur Emissionsreduktion wächst rasant. Es entsteht ein neuer Markt für die Sanierung von Altlasten und die Abscheidung von Treibhausgasen. Auch die Erneuerbaren Energien werden massiv ausgebaut. Anleger haben daher eine breit gestreute Auswahl, die von etablierten Förderern bis hin zu spezialisierten Dienstleistern reicht. Wir sehen uns heute drei Unternehmen genauer an, die mit unterschiedlichen Strategien wachsen: Occidental Petroleum, Zefiro Methane und NextEra Energy.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , NEXTERA ENERGY INC.DL-_01 | US65339F1012
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Occidental Petroleum - zwischen Ölgeschäft und CO2-Strategie
Occidental Petroleum hat im 2. Quartal die Markterwartungen übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,40 USD und lag damit 0,55 USD über den Analystenschätzungen. Der Umsatz stieg auf 8,32 Mrd. USD, ein Plus von 57 % gegenüber dem Vorjahr. Die weltweite Produktion erreichte 1,433 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag. Haupttreiber dieser Performance ist die Permian-Region und der Golf von Mexiko. Der operative Cashflow belief sich auf 5,1 Mrd. USD. Allerdings belastete ein negativer realisierter Gaspreis von minus 1,48 USD pro MCF das Gasgeschäft.
Der Schuldenabbau hat derzeit oberste Priorität. Occidental senkte die Hauptverschuldung im letzten Quartal um 1,5 Mrd. auf 11,8 Mrd. USD. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 7,6 Mrd. USD. Bevor das Management über Aktienrückkäufe nachdenkt, soll die Verschuldung auf unter 10 Mrd. USD gesenkt werden. Allerdings wurde die Quartalsdividende um 8 % auf 0,28 USD je Aktie angehoben. Für 2027 sind Investitionsausgaben von 5,9 Mrd. USD bei stabiler Produktion geplant. Die Ziele bis 2030 sind ambitioniert. Es soll ein zusätzlicher jährlicher Cashflow von 4 Mrd. USD generiert werden, rund 85 % davon selbst bei niedrigeren Ölpreisen.
Occidental verfolgt mit Carbon Capture, Utilization and Storage eine strategische Ergänzung zum Fördergeschäft. Die Tochter 1PointFive entwickelt das Direct-Air-Capture-Projekt STRATOS in Texas, das eine Kapazität von bis zu 500.000 t CO2 pro Jahr erreichen soll. Die Class-VI-Genehmigungen für die unterirdische Speicherung liegen seit April 2025 vor. Der Bereich ist noch zu unbedeutend, als dass das Segment alleine im Quartalsbericht ausgewiesen wird. Aktuell dominieren die Ölpreise, Produktionskosten und Verschuldung die Bewertung des Unternehmens. Langfristig hat die CO2-Strategie Potenzial, das aber in den kommenden Jahren nachgewiesen werden muss.
Zefiro Methane – im Milliardenmarkt der Bohrlochsanierung
Der Hype von KI-Rechenzentren bedingt den Ausbau von Stromnetzen und neuer Energieinfrastruktur. Das benötigt große Flächen, was in den USA aufgrund von Millionen verlassenen Bohrlöchern, aus denen Methan austritt, schwierig ist. Das ruft Zefiro Methane auf den Plan. Das kanadische Unternehmen hat sich diesen Altlasten verschrieben, indem es verwaiste Öl- und Gasbohrungen verschließt. Die jüngste Partnerschaft mit der Well Done Foundation, die in 18 US-Bundesstaaten aktiv ist, sichert Zefiro im ersten Schritt die Sanierung von 10 Bohrlöchern im Deep Fork Wildlife Refuge in Oklahoma. Im weiteren Verlauf können 20 weitere Methanlecks im kommenden Jahr verschlossen werden. Die lokale Bedeutung dieser Arbeit zeigt sich in der aktuellen Titelgeschichte der Bradford Era, die das Engagement des Unternehmens in Pennsylvania hervorhebt.
Zefiro hat seine operative Präsenz inzwischen auf 13 US-Bundesstaaten ausgedehnt und seine Kapazität durch den Erwerb von fünf zusätzlichen Bohranlagen von Viking Well Service deutlich erweitert. Für einen großen US-Erdgasproduzenten sind mittlerweile drei Bohranlagen im Einsatz, die mindestens 26 verlassene Bohrlöcher in Pennsylvania, New York, West Virginia und Kentucky versiegeln sollen. Außerdem sicherte sich das Unternehmen drei neue Aufträge vom Bundesstaat Ohio über zusammen rund 2,4 Mio. USD. Darüber hinaus gibt es einen dreijährigen Rahmenauftrag des Ohio Department of Natural Resources im Wert von 19,6 Mio. USD. In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 steigerte Zefiro den Umsatz um 35,8 % auf 33,19 Mio. USD, während das EBITDA mit 3,10 Mio. USD erstmals klar im positiven Bereich lag.
Das eigentliche Differenzierungsmerkmal des Unternehmens sind zwei weitere Einnahmemöglichkeiten. Zefiro Methane verbindet die Sanierungskompetenz mit präziser Methanmesstechnik und schafft so eine nachvollziehbare Datengrundlage für zertifizierte Emissionsgutschriften. Mit dem 15.000 Fuß tiefen Gasbohrloch im Custer County in Oklahoma gelang der erste weltweit nach dem American Carbon Registry-Standard zertifizierte Referenzfall. Die Analysten von GBC Research sehen bei einem Kursziel von 2,12 CAD erhebliches Potenzial und bewerten die Aktie mit "Kaufen". Gemessen am adressierbaren Milliardenmarkt, der sowohl von Demokraten als auch Republikanern unterstützt wird, als auch der operativen Dynamik erscheint die aktuelle Bewertung von 0,60 CAD je Aktie weiterhin moderat.
NextEra Energy - mit Wachstumspipeline aber regulatorischen Fragezeichen
NextEra Energy hat zwei tragende Säulen. Einerseits Florida Power & Light (FPL) als einer der größten regulierten Stromversorger der USA mit rund sechs Mio. Kunden und andererseits NextEra Energy Resources (NEER), eine Projektplattform für erneuerbare Energien, Speicher und Energieinfrastruktur. FPL liefert stabile Erträge aus dem Sunshine State. NEER entwickelt Komplettlösungen für Großabnehmer mit Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Der Geschäftszweig zielt vor allem auf die stark steigende Nachfrage durch Rechenzentren und Industrieansiedlungen ab. Hier greift man auf die eigene Entwicklungsstärke, Gasinfrastruktur und Übertragungsnetze zurück.
Im ersten Halbjahr stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um 9,8 %, der Projektbestand bei Erneuerbaren Energien und Energiespeichern wuchs auf 35,1 Gigawatt (GW). Das zeigt, dass die Expansion Früchte trägt. Auslaufende Stromlieferverträge wurden zu höheren Preisen verlängert, im Schnitt rund 20 USD pro Megawattstunde über den bisher erzielten Preisen. Das stärkt die Marge. Weitere positive Effekte kommen aus Großprojekten, wie der Zuschlag für die Versorgung von Brookfields Rechenzentrumscampus in Kentucky mit bis zu 4,6 GW sowie Vereinbarungen für bis zu 10 GW Gaskraftwerke in Texas und Pennsylvania. Diese Projekte zeigen, dass das Unternehmen die Fähigkeit hat, komplexe Energieinfrastruktur für datengetriebene Anwendungen umzusetzen.
An der geplanten Fusion mit Dominion Energy scheiden sich die Geister. Die Transaktion würde NextEra Energy in Virginia, North Carolina und South Carolina positionieren. In diesen US-Staaten wächst der Rechenzentrumsmarkt besonders stark. Das Management erwartet nach der Fusion jährlich rund 11 % regulatorisches Kapitalwachstum. Der Gewinn je Aktie soll um etwa 9 % wachsen. Die Kehrseite ist der politische Gegenwind. Virginias Gouverneurin hat angekündigt, den Prüfprozess aktiv zu begleiten, was auf mögliche Auflagen und längere Verfahren hindeutet. Als Anleger sollte man die regulatorischen Fortschritte genau verfolgen.
Die Energiebranche befindet sich im Wandel von fossiler Gegenwart hin zu einer grünen Zukunft. Occidental Petroleum überzeugt durch starke operative Zahlen, muss aber die langfristige Profitabilität seiner CO2-Strategie erst beweisen. Zefiro Methane ist mit der Sanierung verwaister Bohrlöcher in einem profitablen Nischengeschäft und erhält parteiübergreifende Unterstützung in den USA. NextEra Energy wächst bei den Erneuerbaren Energien, steht jedoch vor regulatorischen Hürden bei der geplanten Dominion-Fusion.
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