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20.03.2026 | 05:30

Düngemittelkrise durch Iran Krieg: Warum Bayer, MustGrow Biologics und K+S Ihnen die perfekte Mischung für Ihr Depot bieten

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Bildquelle: pixabay.com

Wenn am Persischen Golf die Bomben fallen, bebt die globale Agrarwirtschaft. Die jüngsten Militärschläge gegen den Iran haben die Düngemittelmärkte ins Chaos gestürzt. Die Preise für Stickstoff und Ammoniak explodieren, Aktien nordamerikanischer Konzerne schießen zweistellig nach oben. Unabhängig von der akuten geopolitischen Verwerfung steckt die Branche in einem fundamentalen Umbruch. Während die eine Hälfte des Sektors noch die kurzfristigen Gewinne der Krise kassiert, treibt die andere längst die Zukunftsvision einer nachhaltigen Landwirtschaft voran, angetrieben von regulatorischem Druck. Drei Unternehmen zeigen, wo die Reise hingeht: der Agrarriese Bayer, das Agrarbiotechnologieunternehmen MustGrow Biologics und der Düngemittelspezialist K+S.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , MUSTGROW BIOLOGICS CORP | CA62822A1030 | TSXV: MGRO , OTCQB: MGROF , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer - zwischen Glyphosat und Wachstumshoffnungen

    Während der Glyphosat-Streit die Schlagzeilen dominiert, liefert das Tagesgeschäft von Bayer solide Fakten. Die Agrarsparte Crop Science steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr währungsbereinigt um 1,1 % auf 21,6 Mrd. EUR. Haupttreiber war das starke Geschäft mit Maissaatgut, das von einer Produkt-Nachfrage und einer Einigung mit Corteva profitierte. Allerdings macht dem Bereich das regulatorische Umfeld zu schaffen. Der Wegfall der Dicamba-Zulassung in den USA belastete das Soja- und Baumwollgeschäft erheblich. Für das laufende Jahr erwartet das Management hier ein Übergangsjahr. Die Hoffnung ruht auf neuen Produkten, die ab 2027 wieder für Schwung sorgen sollen.

    In der Pharmasparte werden Verluste bei etablierten Mitteln durch neue Hoffnungsträger aufgefangen. Die Krebsmedikamente Nubeqa und das Nierenmittel Kerendia entwickeln sich mit Umsatzsprüngen von 62 bzw. 88 % zu echten Blockbustern. Kerendia dürfte 2026 die Milliarden-Marke knacken, unterstützt durch positive Studiendaten bei Herzschwäche-Patienten. Doch der Patentverlust des Gerinnungshemmers Xarelto schlägt tiefe Wunden, hier brach der Umsatz um fast ein Drittel ein. Für eine gute Nachricht sorgte der Schlaganfall-Wirkstoff Asundexian, der in Studien eine deutliche Überlegenheit zeigte, was Analysten zuversichtlich für künftiges Wachstum stimmt.

    Operativ hat Bayer die Erwartungen für 2025 erfüllt. 45,6 Mrd. EUR Umsatz, ein Kerngewinn je Aktie von 4,91 EUR. Doch der Blick auf 2026 fällt verhalten aus. Der Konzern rechnet mit stagnierenden Erlösen, und der freie Cashflow droht durch milliardenschwere Zahlungen im Glyphosat-Streit tief ins Minus zu rutschen. Bis zu 2,5 Mrd. EUR Abfluss sind eingeplant. Die Hoffnung der Investoren ruht nun auf dem Obersten Gerichtshof der USA. Eine Grundsatzentscheidung im Juni könnte viele Klagen obsolet machen. Bis dahin bleibt Bayer ein Investment, das operative Stärke gegen juristische Altlasten abwägt. Derzeit ist die Aktie für 38,705 EUR zu haben.

    MustGrow Biologics - wenn Senf zur Waffe wird

    Die Landwirtschaft durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Strengere Umweltauflagen, der gesellschaftliche Druck nachhaltiger zu wirtschaften und der Verlust bewährter chemischer Wirkstoffe setzen konventionelle Anbaumethoden zunehmend unter Druck. In diesem Spannungsfeld positioniert sich ein kanadisches Unternehmen mit einer ungewöhnlichen Idee. Es nutzt die natürliche Schärfe von Senf, um die Probleme von morgen zu lösen. MustGrow Biologics aus Saskatoon extrahiert aus Senfsamen jene Verbindungen, die für den scharfen Geschmack von Wasabi oder Meerrettich verantwortlich sind. Diese werden konzentriert und zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln verarbeitet, die eine echte Alternative zu synthetischen Produkten darstellen sollen, mit über 110 Patenten und einem Management, das selbst knapp 20 % der Anteile hält.

    Besonders vielversprechend ist die Anwendung bei einem Problem, das Kanadas wichtigste Ackerkultur bedroht. Die Kohlhernie beim Raps. Gegen diese Bodenkrankheit gibt es bislang kaum wirksame Mittel. In zweijährigen Feldversuchen auf rund 40 ha konnte das Produkt TerraMG™ die Sporenkonzentration der Krankheit im Boden um bis zu 95 % senken. Im feuchten Jahr 2024, als der Krankheitsdruck hoch war, stiegen die Erträge um satte 19 %. Das ist ein Mehrwert von umgerechnet etwa 60 EUR pro Hektar für den Landwirt. Diese Ergebnisse sind kein Laborwert, sondern unter realen Bedingungen erzielt und belegen, dass die Technologie auch im großen Stil funktioniert.

    Das Geschäftsmodell setzt gezielt auf Kooperationen, um Kapital zu schonen. Die Produktion läuft über Auftragsfertiger in Asien, während der Vertrieb in den USA und Kanada bereits erste Früchte trägt. Mit TerraSante™, einem biologischen Düngemittel, konnte das Unternehmen die Nachfrage zeitweise nicht bedienen, da die Lager leer waren. Der strategisch wichtigste Schritt ist jedoch die Partnerschaft mit Bayer. Der Agrarkonzern sicherte sich die Rechte für Europa, den Nahen Osten und Afrika und investiert eigenen Angaben zufolge einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Zulassung. Damit trägt ein finanzstarker Partner die Kosten für die Markterschließung, während MustGrow die Früchte in Form von Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren ernten kann. Aktuell notiert die Aktie bei 0,55 CAD.

    K+S - solides Fundament in unsicheren Zeiten

    Die Zahlen von K+S für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 zeigen ein Unternehmen, das trotz widriger Umstände geliefert hat. Der Umsatz blieb mit 3,65 Mrd. EUR stabil, während das operative Ergebnis (EBITDA) auf 613 Mio. EUR zulegte, ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr. Verantwortlich dafür waren vor allem bessere Preise im Agrargeschäft und bei Industrieprodukten, die höhere Energie- und Personalkosten mehr als ausglichen. Der freie Cashflow fiel mit 29 Mio. EUR zwar geringer aus als 2024, lag aber über den Erwartungen. Die Dividende wird entsprechend der Politik auf 0,07 EUR je Aktie gekürzt.

    Aktuell profitiert der Konzern von einer angespannten geopolitischen Lage. Durch die Eskalation im Nahen Osten geraten die Stickstoffdünger-Märkte durcheinander, ein Geschäft, das K+S nicht direkt betrifft. Viel interessanter ist der Schwefelmarkt. Rund 40 % des global gehandelten Schwefels passiert die Straße von Hormus, die derzeit blockiert ist. K+S hat hier einen strukturellen Vorteil, weil das Unternehmen den Schwefel für seine Spezialdünger (SOP) direkt im Rohsalz mitliefert, ohne externe Beschaffung. Zusätzlich sind 70 % des europäischen Gasbedarfs zu günstigen Konditionen fixiert, was die Kostenbasis stabilisiert.

    Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand ein EBITDA zwischen 600 und 700 Mio. EUR. Entscheidend wird der Verlauf der Frühjahrssaison sein. Die Kalinachfrage zieht global an, Brasilien zeigt bereits leicht steigende Preise. Das außergewöhnlich starke Streusalzgeschäft nach dem harten Winter gibt zusätzlichen Schub. Das Erreichen der Prognosespanne hängt vor allem von zwei Faktoren ab: den Kalipreisen in Brasilien und der Absatzmenge von 7,4 bis 7,6 Mio. t. Wer die Aktie beobachtet, sollte den Wechselkurs im Auge behalten, denn jede Verschiebung um 0,05 EUR schlägt mit rund 20 Mio. EUR auf das Ergebnis durch. Momentan kostet eine Aktie 17,67 EUR.


    Die Eskalation am Persischen Golf offenbart die Verwundbarkeit globaler Agrarmärkte und definiert die Zukunft weg von synthetischen, hin zu nachhaltigen Lösungen. Bayer steht für operative Stabilität, kämpft aber mit Glyphosat-Altlasten, während es mit MustGrow auf biologische Zukunft setzt. MustGrow Biologics treibt mit seiner patentierten Senf-Technologie diese Innovation voran und liefert messbare Ergebnisse. K+S wiederum profitiert direkt von den Lieferkettenstörungen, da es dank integrierter Produktion autark bei Schwefel ist. Für Anleger ergibt sich so eine ausgewogene Mischung für das Depot: Bayer als Stabilitätsanker, MustGrow als Innovationschance und K+S als Krisenprofiteur.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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