10.04.2026 | 04:45
Aufgepasst! Riesiges Marktpotenzial im größten Teilbereich der Pharmabranche nutzen: mit Innovator Vidac Pharma, Platzhirsch Bayer oder Turnaround-Kandidat Evotec?
Die Onkologie ist der strategisch wichtigste Wachstumsmarkt der Pharmaindustrie und gleichzeitig einer der entscheidenden Hebel zur Verbesserung der globalen Gesundheit. Aktuell erkranken weltweit rund 20 Mio. Menschen pro Jahr an Krebs, die Zahl soll bis 2040 auf über 30 Mio. jährlich ansteigen. Der Markt für Krebsmedikamente ist bereits heute über 200 Mrd. USD groß und wächst rasant. Bayer will 2030 zu den größten Onkologie-Playern der Welt gehören und bestätigte zuletzt die Mittelfristziele. Durch den Beteiligungsverkauf an einem Krebsspezialisten können sich die gebeutelten Aktionäre von Evotec schon bald über einen willkommenen Mittelzufluss freuen. Vidac Pharma geht dagegen ganz neue Wege bei der Bekämpfung von Hautkrebs. Hier schlummert ein enormes Potenzial.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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Vidac Pharma – Innovation ist Trumpf
Die Gesellschaft verfolgt einen innovativen und patentierten Ansatz in der Onkologie. Im Kern geht es um den gestörten Stoffwechsel, der das aggressive Wachstum von Krebszellen befeuert. Man spricht vom sogenannten Warburg-Effekt, dem stark erhöhten Glukoseverbrauch von Tumoren. Mit dem entwickelten Wirkstoff VDA-1102, welcher ein Schlüsselenzym blockiert, liefert Vidac Pharma eine vielversprechende Antwort.
Ziel ist das Tumorwachstum zu stoppen und die körpereigene Immunabwehr zu stärken. Hauptsächlich wird der Wirkstoff topisch, also äußerlich auf die Haut verabreicht. Zudem wird bei VDA-1102 die systemische (intravenöse) Verabreichung zur Behandlung solider Tumore und des kutanen T-Zell-Lymphoms im Rahmen einer klinischen Phase-2B-Studie getestet.
Kürzlich nahm die Gesellschaft erfolgreich eine klinische Phase-2B-Studie für Hochrisikopatienten, welche an aktinischer Keratose leiden, am renommierten deutschen Centroderm-Institut auf. Aktinische Keratose ist eine häufige Hautveränderung, die durch UV-Strahlung entsteht und als Vorstufe von Hautkrebs gilt. Bisherige Daten liefern überzeugende Ergebnisse. Konsequent startete die Gesellschaft zudem ein In-vivo-Präklinikprogramm für Schuppenflechte, da hier das gleiche Enzym im Fokus steht.
Zudem baut Vidac seine Pipeline kontinuierlich aus. VDA-1275 adressiert die Behandlung von soliden Tumoren und befindet sich aktuell in der präklinischen Phase. Eine Zulassung für die erste klinische Studie ist in Vorbereitung.
Um die Entwicklung der Projekte und der klinischen Programme zu forcieren, erhält die Gesellschaft seit geraumer Zeit finanzielle Mittel von Großaktionären und geschäftsführenden Direktoren. Diese stellen ihre Nettoerlöse aus dem Verkauf eines Teils ihrer Unternehmensaktien der Gesellschaft für das Wachstum wieder zur Verfügung. Außerdem steigen dadurch die Liquidität und Free Float der Aktie.
Bei Kursen von knapp 0,60 EUR ist die Gesellschaft momentan mit rund 25 Mio. EUR bewertet. Angesichts der innovativen Ansätze und der breiteren Pipeline spiegelt der Kurs die Potenziale der Gesellschaft bislang nicht wider. Fortschritte in den klinischen Phase-2B-Studien sollten zu positiven Impulsen für die Aktienkursentwicklung führen.
Bayer – Mittelfrist-Ziele 2030 bestätigt
Die Aktie des Life-Science-Unternehmens hat sich in den vergangenen 12 Monaten auf aktuell 40 EUR verdoppelt. Die Kursentwicklung spiegelt die erfolgreiche strategische Transformation des Konzerns und die greifbare Lösung des seit Jahren andauernden Rechtsstreits im Zusammenhang mit einem vermeintlich krebserregenden Unkrautvernichtungsmittel wider.
Jüngst untermauerten Unternehmensaussagen, dass man voll im Plan liegt, um die selbst gesteckten Ziele bis 2030 zu erreichen. „Die rigorose Ausrichtung auf unsere strategischen Prioritäten sowie unsere bahnbrechenden wissenschaftlichen Ziele zahlen sich aus", brachte Pharmachef und Vorstandsmitglied Stefan Oelrich die Botschaft auf den Punkt.
Schon für das nächste Geschäftsjahr wurde ein mittleres einstelliges Wachstum in Aussicht gestellt. Ab 2028 soll sich die operative Marge ausweiten und 2030 bis in Richtung 30 % zulegen. Wachstumstreiber sind in erster Linie neuere Medikamente aus den Bereichen Krebs, Niere und Herz, darunter fällt auch Nubeqa, ein Arzneimittel gegen Prostatakrebs, mit dem die Deutschen im vergangenen Geschäftsjahr fast 2,4 Mrd. EUR umgesetzt haben.
Bayer will zudem 2030 zu den Top-10 Onkologie-Unternehmen der Welt gehören. Die Weichen wurden bereits gestellt, heute stehen fast ein Drittel aller molekularen Wirkstoffe in der Entwicklungspipeline im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Krebs. In den letzten Jahren hat der Konzern sein Onkologie-Portfolio verdoppelt. Innovative Therapien, die gezielt Tumorzellen angreifen, wie durch Präzisions- und Immunonkologie-Ansätze stehen im Vordergrund.
Durchschnittlich formulieren Analysten ein Kursziel von 46,50 EUR für die Aktie. Die Experten der Schweizer Großbank UBS sind bei dem Titel optimistischer und sehen ein Potenzial von 52 EUR. Bald findet die Hauptversammlung statt, am 12. Mai erfahren Anleger im Rahmen des Q1-Berichts wie die Deutschen ins neue Geschäftsjahr gestartet sind.
Evotec – Willkommener Geldregen
Dem Pharmawirkstoff-Entwickler winkt laut aktuellen Unternehmensaussagen im zweiten Quartal durch einen Beteiligungsverkauf ein Mittelzufluss von rund 100 Mio. USD und zusätzlich von bis zu 58 Mio. USD an bedingten Zahlungen, sollten bestimmte Meilensteine erreicht werden. 2022 und 2024 hatten sich die Hamburger am Münchener Krebsforschungsunternehmen Tubulis mit 3,14 % beteiligt, welches nun vom US-Pharmariesen Gilead übernommen wird.
Trotz dieser positiven Aussichten haben sich die Anteilsscheine kaum von ihrem Tief im Bereich von 4 EUR gelöst. Analysten sind gespalten. Es gibt noch viele kritische Stimmen, ob und wann Evotec den Turnaround schafft. Im abgelaufenen Jahr musste ein Verlust von 104 Mio. EUR hingenommen werden. 2026 bezeichnet die Gesellschaft als Übergangsjahr mit einem moderaten Umsatzrückgang auf 700 bis 780 Mio. EUR und einem bereinigten EBITDA von 0 bis 40 Mio. EUR. Bis 2030 sollen die Erlöse auf über 1 Mrd. EUR zulegen bei einer EBITDA-Marge von über 20 %.
Fazit
Die Onkologie ist ein riesiger Wachstumsmarkt, den alle genannten Unternehmen unterschiedlich adressieren. Evotec bietet eine effiziente Plattform für Forschungspartner und ist dabei, sich neu aufzustellen. Bayer ist auf gutem Wege zu den größten Playern am Markt zu gehören. Was Innovation angeht, steht Vidac Pharma ganz oben. Die Gesellschaft verfolgt einen innovativen und patentierten Ansatz in der Onkologie. Die bisherigen Ergebnisse zeigen in die richtige Richtung. Die Potenziale werden bislang beim Aktienkurs nicht berücksichtigt.
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