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11.09.2026 | 05:10

GE Vernova, NU E Power, Sunrun – Stromknappheit mutiert zum Superzyklus

  • Energie
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

Der weltweite Strommarkt gerät unter Druck. KI-Rechenzentren, Elektrifizierung und Industrie treiben die Nachfrage, während neue Kraftwerke und Stromleitungen oft Jahre bis zur Fertigstellung benötigen. Reuters spricht bereits von einem möglichen „Power Price Supercycle“. Für Anleger entsteht damit ein neuer Milliardenmarkt. Gefragt sind nicht nur zusätzliche Solar- und Windparks, sondern auch leistungsfähigere Netze und Speicher, die vorhandenen Strom intelligenter verteilen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SUNRUN INC. DL-_0001 | US86771W1053 , GE VERNOVA INC | US36828A1016 | NYSE: GEV , NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE

Inhaltsverzeichnis:


    GE Vernova – Auf Expansionskurs in Venezuela und Indien

    Die Energie-Sicherheit bleibt eine der wichtigsten Aufgaben in der heutigen Zeit. Unternehmen schlagen dafür neue strategische Richtungen ein. Ein Beispiel hierfür ist der US-amerikanische Energiekonzern GE Vernova, welcher dies in gleich zwei Fällen unterstreicht.

    Derzeit steht das Unternehmen kurz vor dem Abschluss neuer Verträge im venezolanischen Energiesektor. Nach mehrmonatigen Verhandlungen bereitet das Unternehmen gemeinsam mit weiteren internationalen Partnern finale Vereinbarungen vor, um die dortige Infrastruktur im Bereich der Energie- und Stromversorgung auszubauen und zu modernisieren. Hintergrund dieser Entwicklungen sind aktuelle Anpassungen in der nationalen Gesetzgebung Venezuelas. Diese rechtlichen Änderungen ermöglichen ausländischen Betreibern künftig große Handlungsspielräume bei der Umsetzung ihrer Projekte vor Ort.

    Während andere an den Gesprächen beteiligte Konzerne sich primär auf die direkte Erdölförderung fokussieren, liegt der klare Aufgabenschwerpunkt von GE Vernova auf der grundlegenden Instandsetzung sowie der Stärkung der allgemeinen Stromnetze des Landes. Diese Vorhaben werden als eigenständige Projekte geführt und sind unabhängig von anderen kürzlich verhandelten Energieabkommen in der Region.

    Neben den Entwicklungen in Südamerika ist die indische Tochtergesellschaft GE Vernova T&D India an einem großen Ausbau des nationalen Stromnetzes in Indien beteiligt. In einer Ausschreibung der Power Grid Corporation of India ist das Unternehmen günstigster Bieter für eine neue Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsverbindung. Die geplante Leitungstrasse soll eine Gesamtkapazität von 6.000 Megawatt aufweisen und zielt darauf ab, die Regionen Barmer II und South Kalamb effizient miteinander zu vernetzen. GE Vernova übernimmt in diesem Vorhaben das komplette technische Design, die Bereitstellung der notwendigen Ausrüstung sowie die bauliche Umsetzung von zwei Konverterstationen. Jede dieser Anlagen ist für eine Auslastung von 3.000 MW ausgelegt. Ziel des Projekts ist es, Strom aus erneuerbaren Energiequellen über große Distanzen mit minimalen Leitungsverlusten zu transportieren. Der endgültige Vertragsabschluss steht derzeit noch aus, da der Auftraggeber vor der formellen Vergabe noch interne Prüfprozesse beenden muss.

    NU E Power – prominente Verstärkung für den nächsten Entwicklungsschritt

    NU E Power verstärkt sein Führungsteam in zweierlei Hinsicht. Peter Espig, ein erfahrener Kapitalmarktexperte, wurde in den Vorstand berufen. Espig, der derzeit als CEO von Nicola Mining tätig ist, war zuvor unter anderem als Vice President bei Goldman Sachs Japan tätig und an Private-Equity- sowie Pre-IPO-Transaktionen im Gesamtwert von über 2,0 Milliarden CAD beteiligt. Ende August übernahm John Windsor die Position des COO. Er bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung bei Energieunternehmen wie Algonquin Power, Northland Power und Emera mit. NU E Power erweitert damit sein Fachwissen in zwei Schlüsselbereichen: Projektentwicklung und Kapitalmärkte.

    NU E Power versteht sich weniger als traditioneller Stromerzeuger, sondern vielmehr als Entwickler von Energieinfrastruktur: Das Unternehmen sichert sich Grundstücke und entwickelt anschließend Projekte durch Genehmigungsverfahren, Netzanschlüsse und Stromabnahmeverträge. NU E Power kann diese Projekte dann verkaufen, gemeinsam mit Partnern weiterentwickeln oder als Beteiligungen behalten. Letzteres eröffnet neben potenziellen Verkaufserlösen die Möglichkeit für wiederkehrende Einnahmen.

    Das Unternehmen scheint zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. KI, Rechenzentren und andere stromintensive Anwendungen treiben den Energiebedarf in die Höhe. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit Luxxfolio evaluiert NU E Power derzeit Energieinfrastrukturlösungen für Rechenzentren und das Mining digitaler Vermögenswerte. Bei der Zusammenarbeit mit Luxxfolio handelt es sich um eine Vereinbarung zur Evaluierung; konkrete Vereinbarungen unterliegen einer weiteren Due-Diligence-Prüfung.

    Das Unternehmen hat zudem seine finanzielle Basis gestärkt. Im August schloss es eine überzeichnete Privatplatzierung in Höhe von insgesamt 3,86 Millionen CAD ab. Das Unternehmen wies in seinem Bericht zum zweiten Quartal darauf hin, dass es zusätzliche Finanzmittel zur Finanzierung des laufenden Betriebs und der Entwicklungsaktivitäten benötigen wird. Gleichzeitig unterzeichnete das Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung mit Proteus Power Developments LLC bezüglich der geplanten Übernahme aller ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Aktien von drei Projektgesellschaften in Alberta. Der Abschluss der Übernahme steht weiterhin unter dem Vorbehalt von sieben aufschiebenden Bedingungen.

    Dadurch entsteht zunehmend eine skalierbare Entwicklungsplattform für einen Markt mit enormem Kapitalbedarf. Gelingt es dem Unternehmen, Energieprojekte zur Monetarisierung zu bringen und wiederkehrende Umsätze zu generieren, könnte der enorme Strombedarf der digitalen Wirtschaft zu einem wichtigen Wachstumsmotor werden.

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    Sunrun – Doppelstrategie für die Energiewende

    Sunrun ist einer der größten US-Anbieter für Solaranlagen und Batteriespeicher für Privathaushalte und übernimmt Planung, Installation, Finanzierung sowie Wartung der Systeme. Das Geschäftsmodell setzt stark auf langfristige Abonnements, während Sunrun zusätzlich vernetzte Heimspeicher als virtuelle Kraftwerke bündelt und damit Dienstleistungen für Stromnetze und Versorger erbringt. Zur Verteilung dezentraler Energie vermeldete das Unternehmen zwei neue Partnerschaften.

    Im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Dienstleister Voltus ist Sunrun für die Stromversorgung von großen Rechenzentren verantwortlich, die vor allem für den Betrieb von rechenintensiven IT-Systemen notwendig sind. Dafür greift das Unternehmen auf sein Netzwerk an privaten Solarsystemen und Heimbatterien in ausgewählten Netzregionen der USA zurück. Die von den Haushalten erzeugte und in den Akkus gespeicherte Energie wird dabei gebündelt abgerufen, um den hohen Strombedarf der IT-Infrastruktur zu decken. Dieser Ansatz hilft gleichzeitig dabei, die öffentlichen Stromnetze zu stabilisieren, da der Strom dezentral zur Verfügung gestellt wird. Endkunden, die ihre privaten Speicherkapazitäten für dieses Programm freigeben, werden finanziell entschädigt, um einen Anreiz zur Bereitstellung der Infrastruktur zu schaffen.

    Zudem ist Sunrun an einem Pilotprojekt in Kalifornien beteiligt, das die Energieverteilung auf regionaler Ebene testet. Zusammen mit Google, Tesla und dem lokalen Versorger PG&E baut das Unternehmen ein virtuelles Kraftwerk in den Bezirken Santa Clara und Alameda auf. Das Projekt wird vollständig von Google finanziert und verknüpft private Technik wie Heimspeicher, steuerbare Haushaltsgeräte und moderne Wärmepumpen.

    Insgesamt ist die Einbindung von etwa 21.000 flexibel regulierbaren Geräten geplant. Wenn die allgemeine Stromnachfrage in der Region stark ansteigt, greift das Steuerungssystem auf diese vernetzten Ressourcen zurück. Der Stromverbrauch der Haushalte wird dann durch die Speicher abgedeckt oder zeitlich verlagert, um das lokale Netz stabil zu halten.


    Der steigende Strombedarf verändert die gesamte Wertschöpfungskette. GE Vernova profitiert vom milliardenschweren Ausbau der Netze, während Sunrun Solaranlagen und Speicher zu virtuellen Kraftwerken verbindet. Nu E Power setzt bereits bei der Entwicklung neuer Erzeugungskapazitäten an. Gelingt es, daraus genehmigte und finanzierbare Projekte zu entwickeln, könnte der noch kleine Projektentwickler überproportional vom neuen Wettlauf um Stromkapazitäten profitieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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