18.05.2026 | 04:39
Kupfer haussiert: Anleger profitieren mit den Aktien von Freeport McMoran, Power Metallic Mines und Glencore!
Einst galt „Dr. Copper“ als der beste Frühindikator für die Weltkonjunktur. Der Preis von Kupfer stieg im Vorfeld von Aufschwüngen und fiel, bevor sich die Wirtschaftsdynamik abschwächte. Doch der Preis des roten Metalls ist inzwischen für die Lage der Weltwirtschaft wahrscheinlich kein geeigneter Indikator mehr. Denn nun dominieren strukturellen Trends die Entwicklung: die Elektrifizierung der Welt, die Erneuerung der Strominfrastruktur und der Boom bei KI-Datacentern treiben die Nachfrage stark an. Gleichzeitig kann der Abbau des Metalls nicht mithalten. Das sieht man auch am Preis: Dieser legte binnen sechs Monaten um mehr als 40 % zu. Die Analysten von J.P. Morgan prognostizieren für 2026 ein Angebotsdefizit von mehreren hundert Tausend Tonnen. Die Argumente: der massive Ausbau von KI-Rechenzentren und der globalen Stromnetze! Diese Trends können Jahre anhalten und die Nachfrage anschieben. Wir blicken deshalb auf die Aktien von Freeport McMoRan, Power Metallic Mines und Glencore.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Freeport-McMoRan: Der Riese muss kämpfen!
Freeport McMoRan ist der größte Kupferproduzent der Welt, wenn man den nicht gelisteten, staatlichen chilenischen Produzenten Codelco außer Acht lässt. Doch der US-Konzern kämpft derzeit immer noch mit den Folgen eines Unglücks in seiner größten Mine Grasberg in Indonesien. Dort kam es im September 2025 zu einem Mud Rush, bei dem Schlammmassen in einen Tunnel eingedrungen waren. Eigentlich wollte Freeport das Bergwerk ab dem zweiten Quartal 2026 wieder sukzessive in den betroffenen Bereichen wieder hochfahren. Doch das Herzstück der Mine macht weiter Probleme. Anfang des Monats musste Freeport deshalb den vollen Produktionsstart von Ende 2027 auf Anfang 2028 verschieben. Das Problem: Durch den wochenlangen Stillstand nach dem Unglück ist extrem viel Grundwasser eingedrungen, wodurch das Erz im Untertagebereich wesentlich nasser ist als erwartet. Nun muss das Erztransportsystem aufwendig modifiziert und baulich angepasst werden. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Freeport nun nur noch mit einer Produktion von rund 700 Mio. Pfund aus der Grasberg-Mine – 300 Mio. weniger als ursprünglich geplant.
Die Aktie des Unternehmens schlägt sich dennoch mehr als wacker, was vor allem am Kupferpreis liegt. Das Papier steht seit dem Unglück im September etwa 50 % höher. Zuletzt lief es aber eher volatil seitwärts, was die Unsicherheit in Folge des Kriegs am Persischen Golf widerspiegelt. Rund zwei Drittel aller Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das KGV von Freeport liegt aber je nach Schätzung zwischen 20 und 25.
Power Metallic Mines: NISK-Projekt mit hohen Kupfergraden!
Power Metallic Mines ist einer der spannendsten Kupfer-Developer im Sektor. Die Kanadier entwickeln das NISK-Projekt in der Provinz Québec. Dabei handelt es sich um eine der hochgradigsten Kupfer-Lagerstätten der Welt. Das Vorkommen ist eine klassische magmatische Sulfidlagerstätte. Deshalb finden sich dort neben Kupfer auch Nickel, Kobalt, Palladium und Platin. Dies ist mit Blick auf kritische Mineralien (Geopolitik) spannend. In den vergangenen zwei Jahren hat das Management um CEO Terry Lynch die Exploration massiv vorangetrieben. Neben der historischen Ressource führte dabei vor allem die Entdeckung der Lion Zone zu beachtlichen Ergebnissen. Dabei handelt es sich um Gestein mit extrem hochgradigen Kupfer. Zum Vergleich: Weltweit arbeiten viele aktive Kupferminen mit Graden zwischen 0,5 bis 1 %. Laut S&P Global ist der Gehalt der Vorkommen in den vergangenen drei Jahrzehnten um zwei Drittel gesunken.
In der Lion-Zone dagegen stößt Power Metallic Mines auf teils extreme Werte. So traf man jüngst im Rahmen des Winter-Drillprogramms mit Bohrloch PML 26 – 095 auf 22 Meter mit 11,46 % Kupferäquivalent. Ein Teilabschnitt dieser Bohrung kam über vier Meter sogar auf 8,6 % Kupfer und 18,62 % Kupferäquivalent. Das sind herausragende Bohrergebnisse, zumal weitere Bohrlöcher ebenfalls hohe Grade an Kupfer und Beimetallen zeigten.
Überzeugend ist bei NISK aber auch die Lage. Das Vorkommen liegt in der James Bay-Region und hat viele Infrastruktur-Vorteile im Gegensatz zu anderen polymetallischen Projekten im kanadischen Norden. Die Liegenschaft befindet sich direkt an der befestigten „Route de la Baie-James“, einem Highway, der das Gebiet mit dem dichter besiedelten Süden Kanadas verbindet. Auch die regional bedeutende Stadt Nemaska befindet sich in der Nähe. Zudem profitiert man in Québec von sauberer Energie aus Wasserkraft, die preislich extrem wettbewerbsfähig ist. Die Kilowattstunde kommt dort auf 4 Cent für Industriekunden.
Der Börsenwert von Power Metallic Mines beträgt mehr als 300 Mio. CAD. Mit Gina Reinhart, Robert Friedland und Rob McEwen unterstützen gleich drei bekannte Rohstoff-Investoren das Unternehmen im Aktionariat. Als klares Plus werten wir zudem, dass die Familie von CEO Lynch rund 18 % der Anteile hält. In den kommenden Wochen und Monaten sollten vor allem weitere Bohrergebnisse die Aktie bewegen. Die Aktie ist etwas für langfristig orientierte Anleger, die die strukturellen Trends im Kupfermarkt wie Elektrifizierung und KI-Ausbau auf der Rohstoffseite spielen wollen. Der Höhepunkt des Jahres für das Unternehmen steht wahrscheinlich im dritten Quartal an. Dann soll die Ressourcenschätzung aktualisiert werden.
Zuletzt konnten sich die Papiere von Power Metallic Mines deutlich vom Jahrestief um 1 CAD erholen und es etablierte sich wieder ein Aufwärtstrend, der die Aktie um bis zu 50 % teurer machte. Die Analysten sind aufgrund des Potenzials von NISK bullisch für die Aktie. So sieht GBC Research ein Kursziel von 2,85 CAD und Noble Capital hält Kurse von 2,30 CAD auf Sicht von 12 Monaten für möglich.
Glencore: Gut diversifiziert!
Wer nicht allein auf Kupfer setzen will, sondern einen breiteren Weg in den Rohstoffmarkt sucht, ist mit Glencore gut aufgestellt. Der Schweizer Konzern aus Zug ist breit diversifiziert und betreibt nicht nur eigene Minen, sondern auch einen global bedeutenden Rohstoffhandel. Zudem besitzt Glencore auch eigene Schmelzen und Verarbeitungsbetriebe. Neben Kupfer werden im Mining-Segment auch Kobalt, Zink, Nickel und Kohle abgebaut. Dennoch ist Kupfer auch hier das Metall, dass künftig wohl eine wichtigere Rolle beim Wachstum spielen wird.
Glencore verfügt heute über ein geografisch breit gestreutes Portfolio an Kupferminen. Der Fokus liegt dabei auf dem afrikanischen Kupfergürtel in der Demokratischen Republik Kongo und den Anden-Regionen in Peru und Chile. Dabei werden im Kongo mit Kamoto und Mutande zwei große Komplexe betrieben, die neben Kupfer auch Kobalt abbauen. Metalle kommen halt selten allein. In Südamerika betreiben die Eidgenossen mit Collahuasi in Chile (44 % Anteil) eine der größten Kupferminen der Welt überhaupt. Für das Jahr 2026 gilt diese als der wichtigste Wachstumstreiber im Portfolio, da eine neue Meerwasserentsalzungsanlage und optimierte Erzgrade die Produktion vergrößern sollen. In Peru hält man mit Antamina (33,75 % Anteil) sowie Antapaccay (100 %) gleich zwei Betriebe. Mit der vollständig eigenen Lomas Bayas-Mine in Chile verfügt das Unternehmen zudem über einen modernen Tagebau in der Atacama-Wüste, der Kupferkathoden direkt vor Ort mittels Haufenlaugung produziert.
Nach dem schwierigen und verlustreichen Jahr 2024 fassten die Investoren wieder Mut. Die Aktie von Glencore war zuletzt ein echter Renner auf dem Kurszettel. In Euro gerechnet verdoppelten sich die Titel seit Anfang 2025 und befinden sich derzeit auf einem Vierjahreshoch. Für das vergangene Jahr schüttete der Konzern rund 2 Mrd. USD als Dividende aus. Zudem läuft seit August 2025 auch ein Aktienrückkaufprogramm. Neben Kupfer dürfte derzeit auch der steigende Kohlepreis die Aktie stützen. Außerdem gibt es immer wieder Spekulationen über einen Zusammenschluss mit Rio Tinto. Bekannt ist, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten bisher vier Heiratsversuche offiziell scheiterten. Zuletzt brach man im Februar entsprechende Verhandlungen ab.
Fazit: Mit Freeport McMoRan setzen Anleger auf einen reinen Kupfer-Play und den größten börsennotierten Produzenten der Welt. Allerdings könnten weitere Probleme in der Grasberg-Mine die Aktie belasten. Power Metallic Mines entwickelt eines der spannendsten Kupfer-Projekte in Kanada. Mit Mining-Milliardären wie Gina Reinhart oder Robert Friedland im Rücken und der bevorstehenden Aktualisierung der Ressource im Q3 kann Power Metallic Mines dieses Jahr weiter durchstarten. Glencore ist als Rohstoffhändler und Bergbaukonzern breit aufgestellt und kann dieses Jahr vor allem von steigenden Preisen für Kupfer und Kohle profitieren. Langfristig passt das Papier in jedes breite Rohstoffportfolio, kurzfristig drohen aufgrund der Top-Performance aber Gewinnmitnahmen.
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