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08.05.2026 | 05:30

In Europa tickt die Uhr: Wie Group Eleven Resources, Volkswagen und thyssenkrupp sich aufgestellt haben

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Bildquelle: pixabay.com

Die globale Wirtschaft wird von drei Megakräften durchgeschüttelt: dem Zwang zur Dekarbonisierung, geopolitischen Zerwürfnissen und dem Wettlauf um Elektromobilität. Für die Stahlindustrie in Europa bedeutet das einen harten Umbau – immerhin verursacht sie sieben Prozent der Treibhausgase. Gleichzeitig schreibt die EU vor, dass bis 2030 ein Zehntel der strategischen Rohstoffe aus heimischen Quellen stammen muss. Autobauer wiederum kämpfen mit Scope-3-Emissionen ihrer Lieferketten. Die Energiepreise explodieren, Lieferketten brechen – doch genau darin liegen Chancen. Wir sehen uns die aktuelle Situation von Group Eleven Resources, Volkswagen und thyssenkrupp an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: GROUP ELEVEN RESOURCES | CA39944P1018 | TSXV: ZNG , OTCQB: GRLVF , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

Inhaltsverzeichnis:


    Group Eleven Resources - mit starken Bohrdaten

    Die EU priorisiert mit ihrem Critical Raw Materials Act den heimischen Abbau strategischer Metalle. Zink gilt zwar nicht als „kritisch“, doch Group Eleven Resources hat mit Kupfer und Germanium gleich zwei Rohstoffe auf ihrer Liegenschaft nachgewiesen, die auf der EU‑Liste stehen. Das irische Explorationsunternehmen könnte dadurch beschleunigte Genehmigungen und Förderungen erhalten. Aktuell liefert die Ballywire‑Entdeckung jedoch aus anderen Gründen Schlagzeilen. Die jüngsten Bohrergebnisse übertreffen alles Bisherige, darunter eine 23,5 m mächtige Zone mit über 12,3 % Zink und Blei, 46 g/t Silber und eine Kupfermineralisierung.

    Die Bohrdaten deuten auf ein wachsendes System hin. Der mineralisierte Bereich wurde auf 3,2 km ausgeweitet, und die neuen Kupfer‑Silber‑Zonen in der Tiefe deuten auf zusätzliches Potenzial. Besonders spannend ist, dass fünf Bohrlöcher in Abständen von rund 350 m diese tiefen Strukturen nachweisen. Das spricht für ein zusammenhängendes, großes System, das sich erst langsam in seiner vollen Dimension erschließt. Wer das große Ganze im Blick behält erkennt hier eine Entdeckung, die das Verständnis der gesamten Lagerstätte verändern könnte. Zink wird sowohl in der Automobilindustrie als auch in der Stahlindustrie benötigt, Kupfer und Silber sind zentrale Rohstoffe für die globale Elektrifizierung.

    Finanziell ist der Explorer bestens ausgestattet. Eine Kapitalerhöhung über 12 Mio. CAD im März 2026 füllte die Kasse, sodass das Bohrprogramm von 20.000 auf bis zu 75.000 m aufgestockt wurde. Fünf Bohrgeräte sind im Einsatz, die nächsten Ergebnisse werden in den kommenden Wochen erwartet. Damit ist das Unternehmen für die nächsten 18 Monate gut aufgestellt, ohne erneut Kapital aufnehmen zu müssen. Für Anleger, die früh in eine vielversprechende Entdeckung in sicherer Jurisdiktion einsteigen wollen, liefert Group Eleven Resources derzeit reichlich Stoff für die Watchlist. Die Aktie notiert aktuell bei 1,11 CAD.

    Volkswagen - Elektro-Offensive läuft an

    Die jüngsten Quartalszahlen von Volkswagen lesen sich zunächst wie eine Baustellenmeldung: Der Umsatz schrumpfte um 2 % auf 75,7 Mrd. EUR, das operative Ergebnis brach um 14 % auf 2,5 Mrd. EUR ein. Die Umsatzrendite liegt mit 3,3 % auf dünnem Eis. Besonders die Verkäufe von Elektroautos laufen in China schleppend. Dort brachen die Auslieferungen deutlich ein. Doch wer nur auf den Gewinn schaut, übersieht die Kehrseite: Der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile kletterte von minus 0,8 auf plus 2,0 Mrd. EUR. Zudem stieg der europäische Auftragsbestand gegenüber dem Jahresende 2025 um rund 15%.

    China bleibt das große Schmerzthema. Neben dem allgemeinen Absatzrückgang enttäuscht vor allem die Nachfrage nach Elektroautos. Die heimische Konkurrenz drückt die Preise, während VW in einem harten Marktumfeld um Marktanteile kämpft. Auch Nordamerika gab nach und belastete das Ergebnis. Immerhin legte Westeuropa leicht zu, und die neuen E-Modelle stoßen auf Interesse. Das Orderbuch für E-Fahrzeuge in Europa wuchs ebenfalls.

    Volkswagen steckt mitten in der größten Transformation der Firmengeschichte. Bis 2030 fallen in Deutschland 50.000 Stellen weg, parallel treibt der Konzern seine Elektro- und Software-Offensive voran. Das Joint Venture Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech) hat die Wintertests seiner Softwareplattform erfolgreich abgeschlossen. Gleichzeitig kämpft der Konzern mit der Marge. Für 2026 peilt Volkswagen eine operative Rendite von 4,0 bis 5,5 % an. Derzeit notiert die Aktie bei 88,58 EUR — sofern dieser Kursstand mit Datum belegt werden soll, sollte er noch mit einer belastbaren Marktquelle ergänzt werden.

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    thyssenkrupp: Pause bei Stahl-Deal, Fokus auf Marine und Wasserstoff

    Die Gespräche mit Indiens Jindal Steel über eine Beteiligung an der Stahlsparte sind vorerst gestoppt. Grund sind verbesserte Bedingungen in Europa. Die EU plant verschärfte Importkontingente und verdoppelte Schutzzölle gegen asiatische Stahlimporte, dazu kommt ein CO2-Grenzausgleich. Auch der Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall liegt auf dem Tisch. Gleichwohl bleibt die Stahlproduktion rohstoffintensiv, sie benötigt unter anderem Zink für den Korrosionsschutz. thyssenkrupp will die Sparte mittelfristig dennoch verselbstständigen, ob als Minderheitsbeteiligung oder eigenständige Einheit.

    Die U-Boot-Tochter TKMS kooperiert künftig mit Spaniens Navantia, um Engpässe bei Werftkapazitäten zu überbrücken. Ein Milliardenauftrag für kanadische U-Boote wird geprüft. Parallel dazu treibt Thyssenkrupp die Wasserstoff- und Ammoniak-Offensive voran. Die Uhde-Sparte sicherte sich einen FEED-Auftrag in Brunei für den Export von flüssigem Ammoniak. Zudem ist der Konzern Gründungsmitglied der European Resilience Alliance für sauberen Wasserstoff. Das ist ein klares Signal für die strategische Neuausrichtung weg vom Konglomerat.

    Im Herbst 2026 steht die Börsennotierung von Materials Services an, ob Börsengang, Abspaltung oder Verkauf, ist noch offen. Die Sparte liefert stabile Erträge im Rohstoffhandel. Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Investoren erwarten Klarheit zum Marine-Großauftrag und zum Fortschritt bei den Sparten-Abspaltungen. Die Transformation zur Finanzholding nimmt Gestalt an, doch der Stahlbereich bleibt ein Unsicherheitsfaktor, trotz jüngster Entlastungen durch die Politik. Momentan kostet eine Aktie 11,12 EUR.


    Group Eleven Resources liefert mit spektakulären Bohrergebnissen mit Zink, Blei, Silber, Kupfer und Germanium den Beweis, dass Europa doch noch eigene Rohstoffschätze hebt. Volkswagen stemmt sich mit einer Elektro-Offensive und milliardenschweren Kostensenkungen gegen den Niedergang in China. thyssenkrupp pausiert den Stahlverkauf an Jindal wegen verbesserter Rahmenbedingungen, setzt stattdessen auf Marine-Kooperationen und Wasserstoffprojekte, während im Herbst die Börsennotierung von Materials Services ansteht. Europas Umbau tickt und diese drei Unternehmen zeigen, wo die Chancen liegen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Die Dekarbonisierung der Stahlproduktion ist kein ökologisches Randphänomen mehr, sondern die zentrale wirtschaftliche Überlebensfrage für die Branche. Während der europäische Emissionshandel die Kosten für konventionelle Hochöfen kontinuierlich steigert, zwingen Großabnehmer aus der Automobilindustrie die Lieferketten zur grünen Neuausrichtung. Die Technologie in Form wasserstoffbasierter Direktreduktion ist marktreif, doch der Flaschenhals verschiebt sich zunehmend zu den Rohstoffvorkommen. Wer über die strategischen Metallressourcen für diesen Produktionswandel verfügt, sichert sich die Margen von morgen. Wir sehen uns daher heute Rio Tinto, Strategic Resources und die BHP Group an.

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