13.10.2026 | 05:00
M&A-Karussell in Nevada dreht sich: Newmont, Barrick Mining und Lahontan Gold positionieren sich neu
Binnen eines Monats fiel der Goldpreis um rund 7 % auf 4.136 USD je Unze. Trotz dieser Korrektur bleibt das Transaktionstempo in Nevadas Walker-Lane-Trend hoch. Große Bergbaukonzerne nutzen das nach wie vor attraktive Preisniveau für bilanzielle Bereinigungen. Gleichzeitig sichern sich agile Entwicklungsunternehmen durch gezielte Zukäufe strategisch bedeutende Liegenschaften. Das Kalkül dahinter folgt einer klaren Logik: Vorhandene Unzen im Boden abzulösen ist oft günstiger als Neuentdeckungen zu machen. Findige Anleger können von der Entwicklung in Nevada profitieren.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Newmont setzt auf Verkäufe von Randprojekten
Newmont konzentriert sich konsequent auf große Minen und stieß vor rund einer Woche das Northumberland-Projekt ab. Für eine Barzahlung von 70 Mio. USD veräußerte Newmont die Liegenschaft an den Entwickler StrikePoint. Der US-Konzern reagiert damit auch auf verfehlte Erwartungen, nachdem der Quartalsumsatz mit 6,12 Mrd. USD unter dem Marktkonsens von 6,35 Mrd. USD gelegen hatte. Mit der Transaktion gibt Newmont 2,86 Mio. Unzen Gold-Äquivalent in der angezeigten Kategorie sowie weitere 1,57 Mio. Unzen in der abgeleiteten Kategorie ab. Das Northumberland-Erz schließt das Gold tief in winzigen Kristallgittern ein, was eine komplexe metallurgische Aufbereitung abseits des konventionellen Standards erfordert. Die Vereinbarung sichert Newmont zwei erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von jeweils 25 Mio. USD sowie eine Lizenzgebühr von 1,5 % auf die künftige Produktion. Der Konzern macht so aus einem Entwicklungsprojekt sofortige Liquidität. Aus Sicht des Bergbau-Giganten macht das Sinn.
Barrick Mining: Milliardenpoker um die besten Nevada-Liegenschaften
Barrick Mining geht mit seinen Projekten in Nevada einen komplett anderen Weg: Der Konzern bündelt seine nordamerikanischen Projekte unter dem Namen „North American Barrick“ und plant bis Ende 2026 einen Börsengang mit einem Streubesitz von 10 bis 15 %. Vorausgegangen war eine umfassende Restrukturierungsvereinbarung mit dem Joint-Venture-Partner Newmont. Barrick Mining brachte das hochgradige Explorationsprojekt Fourmile mit 2,6 Mio. Unzen Gold bei 17,59 g/t in das Gemeinschaftsunternehmen ein und erhielt im Gegenzug eine Barausgleichszahlung von 1,95 Mrd. USD von Newmont. Das Joint Venture Nevada Gold Mines erlangte so Ressourcen von knapp 100 Mio. Unzen Gold. Analysten erwarten, dass Barrick durch das IPO der Nordamerika-Assets seinen Bewertungsabschlag an der Börse verringert.
Lahontan sprintet zur Produktion – klappt es bis 2027?
Lahontan wählt in Nevada einen deutlich geradlinigeren Weg als viele Konkurrenten. Andere Minenbetreiber kämpfen oft mit geologischen Herausforderungen in Form sogenannter Sulfid-Erze. Diese geben das Edelmetall nicht freiwillig her. Die Unternehmen müssen das Material erst unter hohem Druck und bei extremer Hitze „aufkochen“, bevor sie das Gold chemisch lösen können. Das kostet Energie, treibt die Kosten in die Höhe und frisst die Margen auf. Lahontan umgeht dieses Problem und konzentriert sich stattdessen auf flache Erdschichten direkt unter der Oberfläche. Das Flaggschiffprojekt Santa Fe war bereits bis 1995 in Betrieb und lieferte damals gut 359.000 Unzen Gold sowie 702.000 Unzen Silber. Im August 2026 erweiterte Lahontan seine Ressource um 22 % auf 2,385 Mio. Unzen Gold-Äquivalent. Davon gelten 1,195 Mio. Unzen mit durchschnittlich 0,78 g/t als sicher angezeigt, weitere 1,190 Mio. Unzen mit 0,61 g/t sind abgeleitet.
Die flachen Gruben Slab, Calvada und York machen den Abbau besonders leicht. Sie bergen 15,90 Mio. t angezeigtes Oxiderz mit 0,59 g/t sowie 13,18 Mio. t abgeleitetes Material mit 0,41 g/t. Das Gestein ist stark verwittert, sodass das Gold sehr kostengünstig über eine klassische Haufenlaugung gewonnen werden kann. Laut einer Wirtschaftlichkeitsstudie hat dieser Prozess anfängliche Kapitalkosten von 135,1 Mio. USD.

Zusätzliches Potenzial für den Produktionsstart liefern historische Abraumhalden. Lahontan prüft derzeit das Haufenlaugungspad Zwei, auf dem noch rund 3,76 Mio. t historisch abgebautes Gestein lagern. Genau dort erbohrte das Team kürzlich 2,72 g/t Au und 2,8 g/t Ag über 16,5 m. Weil dieses Material bereits in der Vergangenheit aus der Erde geholt wurde, entfallen die Abbaukosten komplett. Das würde Lahontan bei Produktionsstart einen schnellen und günstigen Mittelzufluss bieten.
Lahontan: Distriktkontrolle ohne Lizenzbelastungen
Während Lahontan an der Wiederinbetriebnahme seines Projektes arbeitet, vollzieht sich in der direkten Nachbarschaft eine Konsolidierung. Mitte September kündigte man die vollständige Übernahme von Emergent Metals über einen Aktientausch im Wert von 7,8 Mio. CAD an. Durch die Übernahme kontrolliert Lahontan ein zusammenhängendes Areal von über 93 km² im Walker-Lane-Trend und sichert sich den vollständigen Besitz der Lagerstätte West Santa Fe. Die Transaktion löscht zudem bestehende Lizenzgebühren auf West Santa Fe sowie den York Claims. Das würde die künftigen Produktionskosten auf den York-Claims senken und die Aussichten für West Santa Fe verbessern, sobald dort eine Ressource definiert ist. Mit 17,6 Mio. CAD an liquiden Mitteln und praktisch keinen Schulden treibt Lahontan die Bohrarbeiten vorerst ohne teures Fremdkapital voran. Das Umfeld, die Vorkommen in der Nähe der Oberfläche und die abgabenfreien Lizenzen sind positiv für Lahontan und ebnen den Weg zur Produktion. Die Dynamik im Walker Lane zeigt deutlich, dass gut definierte Ressourcen auch in volatilen Marktphasen von strategischem Wert bleiben.
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