15.10.2026 | 05:29
McDonalds, dynaCERT und BioNTech: Diese News bewegen die Kurse!
An der Börse herrscht normalerweise Sippenhaft. Zuletzt gab es einen kleinen Ausverkauf im Chip-Sektor. Dies galt vor allem für den südkoreanischen Kospi, obwohl die dortigen Chip-Aktien deutlich niedriger bewertet werden als die Mitbewerber in New York. Dennoch lohnt es sich außerhalb von Zins- und Kriegsängsten, Inflationsdaten oder handelspolitischen Eskalationen sehr konkret auf Einzelaktien zu schauen. Denn meist sind es die operativen Entwicklungen, die mittel- bis langfristig die Gewinn- und Kursentwicklung beeinflussen. Wir schauen deshalb heute auf die Aktien von McDonalds, dynaCERT und BioNTech!
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: dynaCERT Inc | CA26780A1084 , US5801351017 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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McDonalds: Nicht nur der McRib fällt weg!
Bei McDonalds fehlt künftig mit dem McRib ein etabliertes Produkt auf der Karte. So mancher Fan trauerte dem Schweinefleisch-Burger im Netz nach. Die „Falling-Down-Vibes“ gingen mit diesem Burger endgültig verloren. Doch es sind nicht nur die McRib-Fans, die dem Unternehmen derzeit fehlen. McDonalds vermisst vor allem auch Investoren, die wieder bei der Aktie einsteigen.
Die Papiere des als „Compounder“ beliebten Unternehmens haben erst vor wenigen Tagen ein Vierjahres-Tief markiert. Offensichtlich kämpft der Fast-Food-Riese mit der schwachen Konjunktur. Im Heimatmarkt USA befindet sich die Stimmung der Konsumenten auf einem Tiefpunkt nahe der Pandemie-Lows, wie jüngst der Uni-Michigan-Index zeigte. Wie viele Konkurrenten hat auch McDonalds in den vergangenen Jahren die Preise kräftig angehoben, was zur Zurückhaltung der Kunden führte. Von Billig-Burgern früherer Zeiten sind die Preise weit entfernt. Doch irgendwie muss der Konzern die auch für ihn steigenden Kosten wieder reinholen.
Das Management will mit der im Sommer vorgestellten Strategie „NEXT“ dagegenhalten. CEO Chris Kempczinski plant mit seinem Team Innovationen, um beispielsweise mit neuen Hähnchen-Produkten oder einer Getränke-Offensive die Gäste wieder öfter in die Filialen zu locken. Daneben aber wird massiv in die Digitalisierung und Automatisierung des Geschäfts investiert. Künftig könnte die KI beim Drive-In die wichtigste Rolle spielen. Zudem sieht man auch noch Potenzial bei der Automatisierung der Küchen. Nicht zuletzt soll auch am Restaurantdesign gearbeitet werden.
Das alles klingt nach viel und kostet natürlich zunächst einmal Geld, und zwar nicht wenig. Im Rahmen von „NEXT“ sollen insgesamt rund 8,5 Mrd. USD bereitgestellt werden. Zählt man die geplanten Investitionen ins laufende Geschäft hinzu, steigt die Summe auf 20 Mrd. USD und mehr in den kommenden Jahren. Das kostet Marge, und das dürfte für die Zurückhaltung der Börsianer bei der Aktie gesorgt haben.
Die Analysten scheinen momentan die einzigen Optimisten für das Papier zu sein. So raten Banken wie die UBS oder die DZ Bank weiter zum Einstieg. Viele Kursziele liegen um 300 USD, was einem ordentlichen Potenzial entspricht. Da Konsumtitel derzeit aber an den US-Börsen out sind und die Konsumstimmung sich nicht so schnell bessern dürfte, würden wir bei der Aktie von McDonalds derzeit nicht zubeißen!
dynaCERT: Neue Aufträge schieben wieder an!
Der hohe Ölpreis und die daraus folgenden hohen Spritpreise machen derzeit nicht nur den deutschen Verbrauchern das Leben schwer. Der Run auf alternative Antriebe hat bereits begonnen, denn die laufenden Kosten machen den Unterschied. So meldete Volkswagen am Rande der Autoshow in Paris, dass bereits 150.000 Bestellungen für die vier neuesten Elektroauto-Modelle vorliegen. Und bei so manchem Modell müssen Käufer bereits bis Anfang kommenden Jahres bis zur Lieferung warten.
Für Verbraucher mag die Situation mit hohen Dieselpreisen ein unangenehmes Problem sein, für die Betreiber von Lkw-Flotten könnte sie existenzbedrohend werden. Wettbewerber aus Ländern mit niedrigeren Spritpreisen bekommen Kostenvorteile, anderen laufen dagegen die Kosten weg.
Doch auch für Spediteure, Logistiker und Co. gibt es Möglichkeiten, Treibstoff-Kosten relativ zügig zu senken. So hat dynaCERT einen Ansatz entwickelt, bei dem der Lkw durch die HydraGEN-Technologie kurzfristig nachgerüstet werden. Das Verfahren spart nicht nur Diesel ein, sondern lässt auch den Motor sauberer und effizienter arbeiten. Dabei werden Wasserstoff und Sauerstoff im laufenden Betrieb direkt im Fahrzeug produziert und dem Dieselmotor zugeführt. Die patentierte Technik kann schnell eingebaut werden und erfordert keinen separaten Wasserstofftank. Das Aggregat ist gerade einmal so groß wie ein handelsüblicher Koffer.
Das Management um den deutschen Kevin Unrath kann nun weitere Serienerfolge melden. So gab das Unternehmen bekannt, dass man in Vietnam nach erfolgreichen Praxistests den ersten Serienauftrag eines Logistikers erhalten habe. Damit kann sich die Technik auch in Südostasien im Großeinsatz beweisen. In Frankreich wiederum gab es einen Nachfolgeauftrag eines Bestandskunden, was verdeutlicht, dass die Technologie im Markt akzeptiert wird.
Die Aktie der Deutsch-Kanadier gab die starken Kursgewinne im Frühjahr wieder ab und notiert heute auf dem Niveau vom März. Zuletzt ging es wieder mit höheren Volumina aufwärts. Mit einem Börsenwert von rund 35 Mio. EUR hat der Maschinenbauer noch deutliches Potenzial nach oben. Die Aktie liegt etwa 30 % unterm Jahreshoch.
BioNTech: Es lohnt sich, genau hinzuschauen!
Am Dienstag ging es bei der deutschen Krebshoffnung BioNTech zunächst kräftig bergab, bevor sich der Wert im Laufe des Tages stabilisieren konnte. Der Grund lag in den neuen Studiendaten des Immuntherapeutikums BNT113. Der Hoffnungsträger befindet sich bereits in der Phase-III-Studie, also der letzten Stufe vor einer möglichen Zulassung und wird zusammen mit Keytruda von Merck & Co. bei Kopf-Hals-Tumoren erprobt. Das progressionsfreie Überleben zeigte aber keinen statistisch signifikanten Vorteil als Keytruda allein. Damit verfehlte die Studie einen von zwei sogenannten primären Endpunkten.
Es wurde zwar vom unabhängigen Datenüberwachungskomitee empfohlen, die Studie fortzusetzen. Doch zunächst einmal kam es zu massiven Verkäufen bei der Aktie. Die Börse hat dabei mal wieder vorschnell gehandelt. Denn die Daten zeigen, dass das Präparat seinen vorgesehenen Wirkmechanismus erfüllt, wie BioNTech mitteilte. Die Anti-Tumoreffekte könnten aber mit Verzögerung auftreten. Die Analysten von BMO halten diese Interpretation in einer ersten Reaktion für plausibel. Es könne sein, dass die Immunreaktion mehr Zeit brauche.
Biotech-Investments sind wie die Ergebnisse von medizinischen Studien stets eine Black-Box. Nervöse Naturen halten sich daher fern von der Aktie. Wer Risiko an der Börse liebt, sollte dagegen tiefer in die Studiendaten eintauchen. Denn dann erklärt sich, warum sowohl das Unternehmen als auch der BMO-Analyst davon ausgehen, dass die Immunreaktion wahrscheinlich mehr Zeit braucht.
Fazit
Mit BioNTech setzen Anleger auf einen der am besten finanzierten Unternehmen im Bereich der Onkologie. dynaCERT zeigt mit seinen jüngsten Aufträgen, dass die Treibstoff sparende Technologie bei Kunden ankommt. McDonalds wiederum kämpft vor allem um das kleiner gewordene Budget der Verbraucher.
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